Knoblauch-Anbau - Pflanzen und Pflege-Anleitung

Knoblauch im Beet pflanzenAromatisch, köstlich und vielseitig ist Knoblauch bei vielen beliebt. Daran ändert auch die zu befürchtende Fahne nach dem Essen nichts. Wer mit der scharfen Knolle gern und oft Gerichte würzt, ist mit dem eigenen Knoblauch-Anbau gut beraten. Denn die pflegeleichte Pflanze lässt sich einfach in Beet und Kasten kultivieren, hält zahlreiche Schädlinge und Krankheiten fern und ist ganz frisch geerntet ein besonderer Genuss. Damit der Ertrag reich ausfällt und wirklich gelingt, müssen jedoch auch bei der dankbaren Pflanze einige Faktoren Beachtung finden.


Kurzer Steckbrief zum Knoblauch
  • Knoblauch kommt ursprünglich aus Asien
  • Gesundheitsfördernde, leicht antibiotische Wirkung
  • In verschiedenen Sorten erhältlich
  • Frischer Knoblauch hinterlässt nach dem Verzehr kaum Geruch
  • Die ätherischen Öle der scharfen Knolle können als Zehe oder Sud Schädlinge und Krankheiten, wie beispielsweise Grauschimmel bekämpfen
  • Knoblauchblüten sind essbar
  • Die Pflanzen können am richtigen Standort verwildert werden und breiten sich allein aus

Standort

Für den Knoblauch-Anbau sollte eine sonnige Stelle gewählt werden, die sich schnell erwärmt und etwas geschützt liegt. Findet sich ein solcher Standort nicht problemlos, kann ein Hochbeet die ideale Lösung sein. In diesem lässt sich der Knoblauch einfacher gegen Kälte schützen.

Abgesehen von Wärme und Licht ist auch auf die Gesellschaft anderer Pflanzen und die Vorgänger im Beet zu achten. Mit anderen Arten aus der Lauch-Familie, wie Schnittlauch und Zwiebeln, verträgt sich Knoblauch nämlich nur bedingt. Mit Hülsenfrüchten und Kohl gar nicht. Diese sollten daher weder in direkter Umgebung stehen, noch im Vorjahr auf dem Beet gepflanzt worden sein.
Günstige Kombinationen sind hingegen:

  Der Knoblauch-Anbau kann sogar in gemischter Form mit den genannten Pflanzen erfolgen. Und hat dann einen netten Nebeneffekt. Denn die stark aromatischen Knoblauch-Pflanzen halten so manchen Schädling fern und schützen so auch ihre direkten Nachbarn. Aus dem gleichen Grund empfiehlt es sich, einzelne Knoblauch-Pflanzen gemeinsam mit besonders anfälligen Gewächsen in Kästen oder Töpfe zu setzen.


Substrat

Im Beet angepflanzter KnoblauchFür den Knoblauch-Anbau in Karten oder Kübel wird ein nährstoffreiches Substrat benötigt, das zwar locker ist, aber Wasser speichern kann. Ideal ist normale - gern auch kalkhaltige - Gartenerde, die mit Kompost angereichert wird. Pflanzenerde oder Kübelerde eignen sich ebenfalls, wenn auch sie zumindest einen kleinen Anteil Kompost enthalten. Allzu wählerisch sind die scharfen Knollen also nicht.
Selbst auf sandigen Böden gedeiht Knoblauch, er bringt dann allerdings nur sehr kleine Knollen hervor.
In jedem Fall ist darauf zu achten, dass die Erde weder zur Trockenheit noch zu Staunässe neigt. Beides bekommt dem Lauch nicht gut.

Aussaat und Anpflanzen

Beim Start des Knoblauch-Anbaus hat jeder Gärtner einige Möglichkeiten zur Verfügung. So kann der Knoblauch aus vorgetriebenen Zehen oder Samen gezogen, im Frühjahr oder Herbst gesetzt, im Beet oder Topf kultiviert werden.

Am günstigsten und schnellsten ist es, direkt vorgetriebene Knollen zu wählen. Wer sich für Samen entscheidet, muss etwas länger warten.
Daneben gilt:
  • Auspflanzen von Zehen und Aussaat von Samen im


    Frühjahr, zwischen Ende Februar und Mai möglich
  • Auspflanzen von Zehen im Herbst zwischen September und Mitte Oktober
  • Für sicheren Erfolg Pflanz-Knoblauch aus dem Fachhandel wählen
  • Zehen etwas schräg in die Pflanzlöcher setzen, um Fäulnis an den Wurzeln zu vermeiden

  Um das Vorkeimen zu beschleunigen, können Knollen in ein feuchtes Tuch gewickelt für einige Tage in den Kühlschrank gelegt werden.

Anbau im Beet

Soll der Anbau des Knoblauchs im Beet erfolgen, benötigt dieses - vom geeigneten Substrat abgesehen - keine besondere Vorbereitung. Lediglich Unkraut sollte noch entfernt werden.

1. Die Knollen vorsichtig von den äußeren Häuten befreien und mit leichtem Druck in einzelne Zehen zerteilen.

2. Jede Zehe mit dem Grün nach oben in die Erde stecken. Günstig ist eine Pflanztiefe von zwei bis drei Zentimetern.

3. Auf einen Abstand von etwa zehn Zentimetern bis zur nächsten Zehe achten. Zwischen den Reihen mindestens 20 cm Abstand einhalten.

4. Bei trockenem Boden leicht angießen und im Abschluss mit einer dicken Schicht Stroh oder Mulch bedecken. Eine gute Handbreit darf die Schutzschicht hoch sein.

Der Knoblauch-Anbau im Beet kann wahlweise im Herbst oder Frühjahr beginnen. Im Herbst gesetzte Zehen können zwar ebenfalls erst im folgenden Sommer geerntet werden, die Reife wird also nicht beschleunigt. Dafür sind die Knollen aber meist größer. Wichtig ist, dass das Einsetzen im Herbst weder zu zeitig noch zu spät erfolgt. Bekommen die Zehen noch zu viel Wärme ab, treiben sie bereits vor dem Winter aus und vergeuden hierbei unnötig Reserven. Zu spät, und die Zeit reicht nicht mehr für die Bildung von Wurzeln vor dem ersten Frost. Das Pflanzen sollte daher nicht vor Mitte September aber auch nicht später als Mitte Oktober erfolgen. Bei entsprechenden Wetterlagen sollte individuell entschieden werden.

Anbau im Kasten

KnoblauchblütenDer Knoblauch-Anbau in Kasten, Kübel oder Topf kann im Grunde das ganze Jahr über erfolgen. Vorausgesetzt, die Gefäße stehen drinnen.

Auch hier sollte wieder auf ausreichend Abstand geachtet werden. Hinzu kommt der benötigte Raum nach unten. Mindestens 20 cm Tiefe sollten den Zehen oder Samen zur Verfügung stehen - mehr ist besser. Abgesehen hiervon unterscheidet sich das Ausbringen kaum. Auf die dicke Auflage aus Stroh oder Mulch kann allerdings verzichtet werden. Zur Reduzierung der Verdunstung ist aber zumindest eine leichte Abdeckung sinnvoll.

In den Containern sind

die Pflanzen nicht winterhart, daher müssen sie vor dem ersten Frost nach drinnen verbracht werden.

Gießen

Knoblauch mag weder Staunässe noch Trockenheit, ein leichtes und gleichmäßiges Feuchthalten ist optimal. Wer die Erde mit Stroh oder Mulch bedeckt, kann sich mit dem Wässern zurückhalten. Die Schutzschicht sorgt nicht nur für Wärme, sie verringert zusätzlich die Verdunstung.

Das Gießwasser kann direkt frisch aus der Leitung kommen, auf Kalk reagieren die Pflanzen nicht empfindlich.

Düngen

Selbst bei bereits nährstoffreichem Boden profitieren die Lauch-Pflanzen von zusätzlichem Düngen. Geeignet sind Blaukorn oder reifer Kompost.

Wie oft diese Mittel idealerweise verabreicht werden, richtet sich nach dem Pflanzzeitpunkt und der Qualität des Substrats. Bei der Pflanzung im Frühjahr in bereits gedüngte Erde, sollte die nächste Düngung im frühen Sommer - etwa vier bis sechs Wochen nach dem Einsetzen - erfolgen. Wiederum vier bis sechs Wochen später wird es Zeit für die nächsten zusätzlichen Nährstoffe.

Wer den Knoblauch-Anbau im Herbst beginnt, sollte erstmals zwischen Februar und März zum Dünger greifen. Bis zu zwei weitere Gaben in den bereits erwähnten Abständen erhöhen den Ertrag.

Unkraut

Weil der Knoblauch nur einen sehr kleinen Teil der Sonne entgegenwachsen lässt, wird ihm Konkurrenz im Beet schnell zu viel. Zur optimalen Pflege gehört es daher, den Pflanzbereich von Unkraut zu befreien und frei zu halten.

Verschnitt

Beim Anbau von Knoblauch muss - wenn überhaupt - nur einmal zur Schere gegriffen werden. Im späten Frühling oder frühen Sommer kommen an den Pflanzen sogenannte Scheindolden, also Blütenansätze, zum Vorschein. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Entstehen sie, müssen sie so früh wie möglich abgeschnitten werden.

Sobald sie entfernt wurden, kommt den Knollen wieder die ganze Kraft der Pflanze zu gute. Abfall sind die Scheindolden jedoch nicht. Auch sie eignen sich zum Verzehr und sind überraschend köstlich.
Überwinterung

Im Handel erhältlicher Pflanz-Knoblauch übersteht den Winter im freien unbeschadet, wenn er ins Beet gesetzt wurde. Lediglich die mehrfach angemerkte Schutzschicht aus Stroh oder Mulch ist zur Sicherheit notwendig.
Anders sieht es bei der Kultur im Pflanzgefäß aus. Hier ist entweder eine mehrlagige und aufwendige Isolierung oder die Überwinterung im Haus erforderlich. Sinnvoll ist das Verbringen nach drinnen, da es selbst mit einer Isolierung zu Frostschäden kommen kann. Der Standort sollte hell und kalt sein, jedoch niemals dem Frost ausgesetzt. Temperaturen um die 5 °C bis 10 °C geben den wachstumsanregenden Kälteimpuls, unbedingt notwendig ist dieser aber nicht. Die Pflanzen können ebenso gut warm stehen und weiterwachsen, müssen dann aber gegossen und gedüngt werden.

Ernte

KnoblauchzehenDas Ende des Knoblauch-Anbaus ist gekommen, wenn sich die Triebe der Pflanzen langsam braun verfärben und abtrocknen. Je nach gewählter Art und der Kultur drinnen oder draußen ist das gegen Ende des Sommers oder bereits früher der Fall.

Vollkommen austrocknen müssen und sollten die Triebe nicht, die Ernte kann bereits beginnen, wenn sich die Spitzen verfärben. Wird damit zu lange gewartet, öffnen sich die Knollen und fallen schließlich auseinander - genießbar sind sie dann immer noch, sie lassen sich aber schwerer ernten und nicht allzu lange aufbewahren.
Um die Knollen intakt aus der Erde zu bekommen, sollte in einem Abstand von etwa 15 cm mit einem Spaten in das Substrat gestochen und der Boden aufgeworfen werden. Im Anschluss wird der Knoblauch schlicht aus dem aufgelockerten Substrat gezogen und für einen Tag an der Luft getrocknet. Überschüssige Erde lässt sich dann leicht mit einer Bürste oder einem Handbesen entfernen.

Typische Schädlinge und Krankheiten

Der Knoblauch ist widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge, viele vertreibt er durch sein starkes Aroma sogar von umstehenden Pflanzen. Völlig immun ist er aber nicht.

So kann es bei Staunässe zur Fäulnis kommen, gegen die nur eine angepasste Pflege hilft. Ebenso sind Pilzinfektionen selten, können aber vorkommen. Darunter der sogenannte Knoblauchrost, der sich als rostbrauner Belag auf den Trieben äußert. Auch diese Krankheit ist auf zu viel Feuchtigkeit zurückzuführen, die die Pflanzen schwächt und anfälliger für Bakterien, Viren und Pilzsporen werden lässt. Einmal ausgebrochen schaffen nur das Entfernen der betroffenen Gewächse und die Verringerung der Feuchtigkeit Abhilfe.

Unter den Schädlingen findet sich nur die Gallmücke, die für den Knoblauch-Anbau gefährlich werden. Da sie ihre Eier in Blüten und Blätter legt, schädigt genaugenommen nicht sie selbst, sondern ihre Larven die Pflanze. Die Eiablagen machen sich als sogenannte Gallen, also Verdickungen und Wucherungen bemerkbar. Wirksame Mittel gegen sie gibt es nicht. Zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung sind die befallenen Pflanzenteile abzuschneiden und zu vernichten.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Knoblauch aus dem Supermarkt zum Anbau verwenden?
Im Grunde können die Knollen aus dem Gemüseregal eingepflanzt werden, eine erfolgreiche Ernte ist dann aber nicht sicher. Denn meist handelt es sich bei den Zehen im Supermarkt um besonders wärmeliebende Sorten, die im gemäßigten Klima nur schlecht gedeihen und sich nicht zur Überwinterung im Freien eignen. Das Kultivieren im Topf ist bei diesen daher die besser Wahl. Für den Garten sollte es schon Pflanz-Knoblauch sein.
Die Knoblauchknollen aus der eigenen Würzküche könnten zudem mit Wachstum-hemmenden Mitteln sein, was ein Austreiben verhindert oder zumindest erschwert.

Wie hoch ist der Ertrag beim Knoblauch-Anbau?
Aus jeder Zehe und jedem Samen entsteht - bei erfolgreichem Anbau - eine neue Knoblauchknolle. Selbst vorgezogene und gut gepflegte Zehen bringen aber nicht immer einen Ertrag. Deswegen ist es empfehlenswert, etwa ein Fünftel mehr als die gewünschte Erntemenge anzupflanzen.

Wie oft darf Knoblauch auf demselben Beet angepflanzt werden?
Aufgrund des hohen Nährstoffbedarfs und die durch den Knoblauch abgegebenen Stoffe, sollte die Anbaufläche jährlich gewechselt werden. Nach fünf Jahren darf der Knoblauch wieder auf dem gleichen Beet stehen. In Topf oder Kübel reicht natürlich ein Wechsel des Substrats.