Ananas-Anbau - Pflege und Tipps zum Schneiden

Ananas-PflanzeDas saftig, süße Aroma einer reifen Ananas kennt jedermann. Weniger bekannt ist hingegen, dass die exotische Pflanze, als krautiges, mehrjähriges Bromeliengewächs terrestrisch gedeiht. Das bedeutet, sie wurzelt sehr tief im Boden und bildet dabei weit ausladende, grüne, schmale Blätter. Obgleich der Anbau kein hochkompliziertes Unterfangen ist, präsentieren sich die Standortansprüche der Ananas recht heikel, denn bereits eine Luftfeuchtigkeit von konstant 60 % ist im heimischen Wohnzimmer auf Dauer schwerlich zu erzielen. Glücklich, wer über einen beheizten Wintergarten verfügt, um das gärtnerische Abenteuer vom eigenen Ananas-Anbau in Angriff zu nehmen.

Inhaltsverzeichnis
Kurzer Steckbrief:
  • Pflanzenfamilie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).
  • Wissenschaftlicher Name Ananas comosus.
  • Gattung Ananas.
  • Keulenförmiger, 35 cm langer Stamm.
  • Ananas gedeiht terrestrisch.
  • Wurzeln reichen bis 200 cm tief und zur Seite.
  • Grüne, 120 cm lange, lanzettliche Blätter.
  • Selbststerile Blüten öffnen sich für 3-4 Wochen.
  • Bestäubung erfolgt durch sehr kleine Insekten oder Kolibris.
Die eigentliche Ananasfrucht, stellt einen Fruchtverband dar, bestehend aus den etwa 100 Beeren, der Fruchtstandachse sowie einem Teil des oberen Blattschopfes. Die Kelch- und Blütenblätter bilden dabei die Rinde, die nicht zum Verzehr geeignet ist.

Anbau

Ananas-FruchtDer Anbau erfolgt unkompliziert mithilfe des Blattschopfes. In diesem Fall benötigt der Hobbygärtner eine Ananas aus dem Supermarkt, deren Blätter in einem frischen Grün erstrahlen, schon von weitem den unvergleichlichen Duft verbreiten und deren Fruchtfleisch auf Fingerdruck leicht nachgibt.
  • Das obere Viertel der Ananas mit dem Blattschopf und dem Fruchtfleisch abschneiden.
  • Das Fruchtfleisch so zurecht schneiden, dass es die Wurzelanlagen noch dünn umschließt.
  • Anschließend die unteren Blätter des Blattschopfes behutsam von oben nach unten abziehen.
  • Diesen Teil der Ananas für 2 bis 3 Tage trocknen lassen, ohne dass sich Fäulnis bilden kann.
Während der Blattschopf mit dem Strunk


trocknet, wird das Anzuchtgefäß vorbereitet. Es sollte nicht zu klein gewählt werden, weil die Ananas im Laufe der Zeit einen ausladenden Habitus entwickeln wird. Der Topf für den Anbau ist nur geeignet, wenn er im Boden über eine ausreichend große Öffnung verfügt, damit dort überschüssiges Gießwasser ablaufen kann. Eine Drainage aus grobkörnigem Material, wie Kieselsteinen oder kleinen Tonscherben verhindert, dass der Wasserablauf durch das Substrat verstopft. Ein Untersetzer ist erlaubt; wird hingegen spätestens nach einer Viertelstunde wieder entleert, sollte sich darin Wasser sammeln.
  • Nach dem Trockenvorgang den Strunk mit Holzkohleasche gegen Fäulnis dünn einreiben.
  • Als Substrat eignen sich Kakteenerde, Palmenerde oder ein Torf-Sand-Gemisch mit etwas Lehm.
  • Alternativ eine Mischung aus Laub und Torf mit der Zugabe von Quarzsand.
  • Eine wichtige Voraussetzung für gutes Wachstum ist ein leicht saurer pH-Wert um 5.
  • Um die Durchlässigkeit des Anzucht-Substrats zu erhöhen, wird zu 25 % Perlite untergemischt.
  • Dort hinein den Ananas-Blattschopf mit dem Wurzelwerk einpflanzen und angießen.
Damit die Ananas anwächst, benötigt sie eine hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 % sowie eine konstante Temperatur, die über 25° Celsius liegt. Steht kein Wintergarten mit diesen klimatischen Bedingungen zur Verfügung, stellt der Gartenfreund das Anzuchtgefäß an einem hellen, nicht vollsonnigen Platz und stülpt eine Klarsichttüte über. Die unmittelbare Nähe zur Heizung sollte unbedingt vermieden werden. In der Folgezeit hält der geübte Gartenfreund die junge Ananas leicht feucht und lüftet alle 1 bis 2 Tage die Abdeckung.

  Im Anschluss an das Trocknen, ist es möglich, die Bewurzelung in einem Glasgefäß mit kalkarmem Wasser durchzuführen. Der Vorteil ist, dass die Entwicklung der jungen Wurzeln gut zu beobachten ist. Sobald diese eine Länge von 5 mm erreicht haben, wird umgetopft ins 10-cm-Anzuchtgefäß.

Treibt die junge Pflanze in der Mitte der Blattrosette aus, ist dies das Signal für den Hobbygärtner, dass sie angewachsen ist. Folglich wird die Plastikhaube entfernt und die Ananas in frisches Substrat in einem ausreichend voluminösem Pflanzgefäß umgetopft. Ab diesem Zeitpunkt wird die exotische Frucht aus eigenem Anbau gepflegt, wie eine adulte Pflanze. Bis die Ananas comosus hingegen ihre erste Blüte zeigt, können bis zu 4 Jahre vergehen. Die typische Frucht entwickelt sich im Verlauf dieser Zeit bereits gut sichtbar für jeden Betrachter.

Standort

Ananas-TopfNachdem die etwas heikle Phase der Anzucht erfolgreich gemeistert ist, spricht nichts dagegen, die Ananas schrittweise an einen vollsonnigen Platz zu gewöhnen, so, wie sie es von ihrer tropischen

Heimat her kennt.
  • Sonnige bis vollsonnige Lage, auch auf dem Balkon.
  • Unter praller Mittagssonne kurzzeitig beschatten.
  • Warm, bei Temperaturen zwischen 25° und 30° Celsius.
  • Die Luftfeuchtigkeit beträgt mindestens 60 %.
  • Ideal ist ein luftumspülter Standort ohne kühle Zugluft.
In einem Wintergarten fühlt sich das Bromeliengewächs ausgesprochen wohl. Alternativ bieten erfahrene Gartenfreunde ihrem exotischen Gast einen Platz im hellen, warmen Badezimmer, weil hier automatisch für Wärme und feuchte Luft gesorgt ist. Steht ein ausgedientes Terrarium zur Verfügung, wird ein derartiger Aufenthaltsort von der Ananas gleicherweise akzeptiert, solange die Heizung weit genug entfernt liegt.

Gießen und Düngen

Proportional zum Wachstum erhöht sich der Wasserbedarf der Ananas. Dabei ist unbedingt zu berücksichtigten, dass das Bromeliengewächs kein kalkhaltiges Wasser verträgt.
  • Regelmäßig mit vorgewärmtem, kalkfreiem Wasser gießen.
  • Ideal ist gesammeltes Regenwasser.
  • Zu viel Trockenheit signalisiert die Ananas durch braune Blattspitzen.
  • Demgemäß alle 2 bis 3 Tage mit lauwarmem Wasser einsprühen.
  • Möglichst nicht unmittelbar in die Blattrosette gießen.
  • Im Verlauf der Vegetationsphase alle 14 Tage Flüssigdünger verabreichen.
Im Gegensatz zu anderen Bromeliengewächsen verträgt Ananas kein stehendes Wasser im Trichter der dicht stehenden, kräftigen Blätter. Staunässe über mehrere Tage führt zu irreversiblen Pflanzenschäden.

  Um der Ananas die lebensnotwendige Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 % zu gewährleisten, sind Luftbefeuchter hilfreich, die in unmittelbarer Nähe aufgestellt werden. Wer zudem den Untersetzer mit Kieselsteinen und Wasser füllt, bewirkt eine aufsteigende Luftfeuchtigkeit, die dem Wohlbefinden der Frucht sehr zuträglich ist.

Schneiden

Ananas-KopfIm Verlauf der Wachstums ist kein Rückschnitt der Blätter erforderlich. Das Thema Schneiden wird erst dann aktuell, wenn die Ananas reif für die Ernte ist. Da diese Früchte nicht nachreifen, will der exakte Zeitpunkt mit Feingefühl und einem guten Geruchssinn ermittelt werden. Verströmt die Frucht den typischen Ananas-Duft, wobei gleichzeitig die Rinde auf Druck leicht nachgibt, ist sie reif für die Ernte.
  • Mit einem scharfen Messer die Frucht aus dem Blatt-Trichter heraustrennen.
  • Die Ananas seitlich auf ein Schneidbrett oder eine vergleichbare Unterlage legen.
  • Die Ober- und Unterseite mit dem Messer ca. 1 cm dick abschneiden.
  • Die Frucht aufstellen und seitlich die Rinde von oben nach unten abschälen.
  • Die dunklen Punkte (Augen) zunächst nicht entfernen, weil dabei zu viel Fruchtfleisch verloren geht.
  • Anschließend diagonal jedes Auge einzeln herausschneiden mithilfe einer V-förmigen Vertiefung.
In der Folge obliegt es der Entscheidung des Hobbygärtners, wie er weiter mit der geschälten Ananas verfährt. Erfahrungsgemäß munden sie frisch am besten und verfügen über den höchsten Vitamingehalt. Übrigens ist der Kern der Ananas zwar etwas härter, darf hingegen bedenkenlos verzehrt werden. Wer ihn nicht essen mag, entfernt ihn mit einem Plätzchenausstecher.

  Die abgeschnittene Blattrosette liefert automatisch das Material für den Anbau einer weiteren Ananas.

Diese Attribute zeichnen eine gute Ananas aus

  • Die Frucht duftet frisch nach echter Ananas.
  • Sie ist unten leicht goldfarben und oben noch etwas grün.
  • Es sind keinerlei Druckstellen sichtbar.
  • Erst auf festen Druck hin, gibt die Frucht leicht nach.
Nur wenn die Ananas aus dem eigenen Anbau diese Eigenschaften offenbart, ist sie reif für die Ernte. Andernfalls ist es entweder noch zu früh, sie zu schneiden, oder der richtige Zeitpunkt wurde versäumt.

Vermehren

Kindel

Für die einfachste Form der Vermehrung liefert die Ananas das vorbereitete Material selbst, und zwar in Form von Schösslingen, auch Kindel genannt. Diese sprießen in den Blattachseln (shoots), am Fuß der Mutterpflanze (slips) oder am unterirdischen Teil des Stamms (suckers). Sie werden ab einer Höhe zwischen 20 cm und 30 cm mit einem scharfen Messer abgetrennt. Damit die Schnittwunde nicht 'ausblutet' wird sie mit reiner Holzkohleasche versiegelt.
  • Das Substrat entspricht demjenigen des Anbaus.
  • 10-cm-Anzuchttöpfe füllen und die Kindel einzeln einpflanzen.
  • Nicht tiefer einsetzen, als bis zur Blattrosette.
  • Nach dem Angießen eine Plastikhaube überstülpen.
  • An einem warmen, hellen, nicht vollsonnigen Ort platzieren.
In den kommenden 8 bis 10 Wochen gönnt der Hobbygärtner der kleinen Ananas regelmäßig eine Dosis angewärmten Regenwassers und lüftet die Haube. Ist der Anzuchttopf vollkommen durchwurzelt, wird das junge Bromeliengewächs umgetopft, erhält die erste Ration Flüssigdünger und die gleiche Pflege, wie eine erwachsene Ananas.

  Die Kindel mit der höchsten Erfolgsquote entstammen den Blattachseln der Ananas, von den Experten als shoots bezeichnet, dicht gefolgt von den Schösslingen am Fuß der Pflanze, den slips.

Aussaat

Ananaspflanzen in Kultur sind selbststeril und liefern keine Samen. Diejenigen Pflanzen, die Samen liefern, sind wiederum nicht für den Verzehr gedacht. Daher ist es recht schwierig, in den Besitz von Ananas-Samen zu gelangen. Nur sehr selten sind unter der Fruchtschale einer vollreifen Frucht die rötlichen bis braunen ca. 10 mm langen Samen zu entdecken. Alternativ sind sie im qualifizierten Fachhandel erhältlich. Die Samen müssen zunächst für 24 Stunden in lauwarmem Wasser vorquellen, bevor sie auf dem feuchten Anzuchtsubstrat einer Saatschale ausgestreut und als Lichtkeimer nur leicht angedrückt werden. Unter Glas bei 20° bis 30° Celsius am hellen Standort kann es mehrere Monate dauern, bis die Keimung einsetzt. Die Keimquote liegt selbst bei optimalen Umweltbedingungen bei unter 50 %.

Überwintern

Da das Temperaturminimum der Ananas bei 16° Celsius liegt, ist sie auch nicht ansatzweise winterhart. Daher legt sie in den hiesigen Breiten während der kalten Jahreszeit eine Wachstumspause ein.
  • Am hellen Fensterplatz nicht über einer Heizung überwintern.
  • Die Gießmenge reduzieren und nicht düngen.
  • Der Wurzelballen darf keinesfalls austrocknen.
Ab Ende März/Anfang April wird die Pflanze langsam an steigende Temperaturen gewöhnt. Im gleichen Zug erhält sie schrittweise mehr Sonnenlicht, bis sie sich an die sommerlichen Verhältnisse gewöhnt hat.

  Pendeln sich die Außentemperaturen um die 20° Celsius ein, kann die Ananas ins Freie getragen werden, um an einem warmem, hellem Platz den Frühling und den Sommer zu verbringen.

Häufig gestellte Fragen

Die Blätter meiner Ananaspflanze sind mit einem weißen, schmierigen Belag überzogen und beginnen zu welken. Woran ist sie erkrankt?
Ohne die Pflanze in Augenschein genommen zu haben, vermuten wir einen Befall durch die Ananas-Schmierlaus, die im gleichen Zug die Ananas-Welke verursacht. Im ersten Schritt ist eine Isolation der Ananas vorzunehmen, damit die Schädlinge nicht noch weitere Pflanzen infizieren. Topfen Sie die Ananas aus, und spülen Sie die Pflanze mitsamt des Wurzelbereichs mit einem scharfen Wasserstrahl gründlich ab. Anschließend topfen Sie die Ananaspflanze in frisches Substrat ein und beobachten, ob der Befall beseitigt wurde. Solange sollte kein Kontakt mit anderen Gewächsen stattfinden. War die Aktion nicht erfolgreich, ist es ratsam, das Bromeliengewächs im Hausmüll zu entsorgen.

Für mein kleines Wohnzimmer ist die Ananas comosus viel zu groß. Gibt es nicht eine kleinere Sorte für die Zimmerkultur?
Eine Ananas für das kleine Wohnzimmer gibt es tatsächlich, mit einer Wuchshöhe bis zu 60 cm. In diesem Fall tritt die ungenießbare Frucht in den Hintergrund zugunsten sehr dekorativer Blätter und einer zauberhaften Blüte von Mai bis Oktober. Diese Zier-Ananas wird unter dem Namen Ananas sativus geführt.