Jostabeere, Josta - Pflege-Anleitung und Schnitt


JostabeerenJostabeeren sind stachellose und starkwüchsige, breit-aufrecht oder überhängend wachsende Sträucher, die Wuchshöhen von bis zu 160 cm erreichen können. Die Früchte wachsen in Trauben bzw. Rispen und ähneln auch in Form und Farbe der Schwarzen Johannisbeere. Ihr Geschmack ist leicht säuerlich. Reifezeit ist von Mitte Juni bis Juli. Die Beeren sitzen sehr fest am Strauch, was das Pflücken erschwert. Durch Einfrieren kann man sie problemlos konservieren oder sie zur Herstellung aromatischer Marmeladen, Gelees, Säfte und Liköre verwenden und so dauerhaft haltbar machen.


Steckbrief
  • Starkwüchsige und stachellose Sträucher
  • Kreuzung aus Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere
  • Erreicht Wuchshöhen zwischen 100 und 160 cm
  • Blüten sind mehrfarbig
  • Beeren wachsen in Trauben
  • Sie sind größer als Johannisbeeren und kleiner als Stachelbeeren
  • Reifezeit ist von Mitte Juni bis Juli
  • Reife ist meist ungleichmäßig
  • Beeren sitzen fest am Strauch
  • Geschmack ist leicht säuerlich

Pflanzung

Beste Pflanzzeit für die Jostabeere ist in der Regel von August bis Mitte Oktober, wobei man blattlose Pflanzen möglichst noch vor dem Austrieb pflanzt. Vor der Pflanzung ist es sinnvoll, den Wurzelballen gründlich zu wässern. Dann hebt man eine Pflanzgrube aus, die zwischen 20 und 25 cm tief und breit sein sollte. Der Boden in der Pflanzgrube sollte dann etwa spatentief gut aufgelockert werden. Nachdem man die Pflanze aus dem Topf oder Container genommen hat, ist es ratsam, die Wurzeln an mehreren Stellen ca. 10 cm tief einzuschneiden, sodass sie besser Wasser aufnehmen kann.

Nun wird die Pflanze eingesetzt, und zwar so tief, dass die Oberfläche des Wurzelballens mit dem Bodenniveau bündig abschließt. Dann wird das Pflanzloch mit Erdaushub aufgefüllt. Dabei ist es sinnvoll, auch die untersten Verzweigungen bzw. Zweigansätze mit Erde zu bedecken. Die Erde wird festgetreten und nochmals gründlich gewässert. Es ist sinnvoll, einen Gießrand um den Wurzelbereich herum anzulegen, damit Gießwasser nicht nach der Seite weglaufen kann. Zum Schluss verteilt man auf dem Pflanzbereich eine etwa 1 cm dicke Schicht verrotteten Mist, reifen Kompost oder Torf. Pflanzt man mehrere Sträucher, sollte man einen Abstand von 150- 200 cm einhalten, denn im Alter wachsen die Sträucher sehr üppig und ausladend.

  Um unabhängig vor der Bodenbeschaffenheit zusätzlich für einen guten Wasserablauf zu sorgen und damit auch Staunässe vorzubeugen, ist es ratsam, dem Erdaushub bei der Pflanzung grobe Kiesanteile unterzumischen.

Standort und Boden

Die Josta mag vollsonnige bis halbschattige Standorte, wobei sie an sonnigen Standorten in der Regel mehr Früchte entwickelt. In durchlässigen, kalkhaltigen, mittelschweren und nährstoffreichen Böden, die gegebenenfalls mit Humus angereichert wurden, gedeiht diese Pflanze am besten. Im Allgemeinen eignen sich leichte, mittelschwere, neutrale, schwach saure und schwach alkalische Böden für die Kultivierung der Jostabeere.

Gießen und Düngen

Das erste Mal wird unmittelbar nach der Pflanzung gründlich gewässert. In den nächsten 2-3 Wochen sollte man vor allem an trockenen und heißen Tagen reichlich gießen, um die Pflanze beim Anwachsen zu unterstützen. Dabei sollte Staunässe unbedingt vermieden werden, denn die bekommt der Josta nicht wirklich gut. Zeigen sich die ersten neuen Triebe bzw. Blätter, können die Gießmengen und die Gießhäufigkeit reduziert werden.
  • Schwarze JostabeerenIm


    Herbst bzw. Oktober gut verrotteten Mist oder reifen Kompost ausbringen
  • Pro Quadratmeter etwa 1-2 Liter Mist oder 2-3 Liter reifen Kompost
  • Im April bietet sich dann die Gabe eines geeigneten Obst- oder Beerendüngers an
  • Der Dünger muss gut in den Boden eingearbeitet werden
  • Bei der Dosierung unbedingt an die Vorgaben des jeweiligen Herstellers halten
  • Eine Überdüngung ist unbedingt zu vermeiden
  • Überdüngung ist für die Josta ebenso schädlich wie ein Nährstoffmangel

Schnitt

Diese Pflanze gehört zu den Gehölzen, die sowohl am einjährigen als auch mehrjährigen Holz fruchten. Ein regelmäßiger jährlicher Rückschnitt ist in der Regel erst ab dem dritten Standjahr notwendig. Hierfür werden ältere Äste, die keine Früchte mehr tragen und der Pflanze unnötig Kraft kosten entfernt, während das zweijährige Holz und junge Triebe, die im nächsten Jahr Früchte tragen, stehen bleiben. Zunächst erfolgt ein Grobschnitt. Dabei schneidet man neben durch Windbruch beschädigten, vor allem die alten Äste direkt am Stock ab ohne Stummel stehen zu lassen, denn diese Stummel sind besonders anfällig für Pilzkrankheiten.

Zum Schnitt sollte man nur ausreichend scharfe Schnittwerkzeuge verwenden. Nach dem Grobschnitt folgt der Feinschnitt. Hierbei werden bei den Ästen, die im letzten Jahr Früchte getragen haben, die Seitentriebe eingekürzt. Bei Bedarf leitet man von diesen auf jüngere Triebe ab, d.h., dass der ältere Ast in der Astgabel abgeschnitten und der jüngere stehen gelassen wird. Am besten lässt man einen jungen Trieb stehen, der nach außen wächst. Für einen gesunden und kräftigen Wuchs sollte man auf ein gesundes Gleichgewicht zwischen jungen und alten Ruten achten. Nach dem Schnitt werden größere Schnittflächen mit einem entsprechenden Wundverschlussmittel, beispielsweise Baumwachs, behandelt um Pilzinfektionen zu verhindern.

Vermehren

Steckholz

Für eine Steckholz-Vermehrung schneidet man zwischen September und April vom einjährigen Holz 10-20 cm lange verholzte Triebe und steckt diese direkt in ein Gefäß mit Erde oder gleich an ihren künftigen Standort in den Boden. Danach gießt man das Ganze gut an und wartet ab. Auch den Winter über sollte man den Steckling an frostfreien Tagen mäßig gießen. Da die Steckhölzer empfindlich auf Bodenfrost reagieren, sollte man sie im Winter mit Reisig, Laub oder einer dickeren Schicht Kompost abdecken. In der Regel bewurzeln sie relativ schnell, was sich an einem neuen Austrieb zeigt.  

Absenker


Rote JostabeerenBei der Vermehrung durch Absenker sucht man sich bei Austriebsbeginn im Frühjahr zunächst einen jungen, etwas längeren Seitentrieb aus, den man bis zum Boden herunterbiegt,

sodass er etwa 15 cm hinter der Triebspitze den Boden berührt. Die Rinde des Triebs ritzt man an der Stelle, an der er auf dem Boden aufliegt, leicht an. Dann hebt man dort, wo der Absenker aufliegt, eine kleine Mulde aus und legt ihn hinein, sodass die Spitze des Triebes aus dem Boden herausschaut.

Nun wird er mit Erde bedeckt bzw. die kleine Mulde mit Erde aufgefüllt und diese angedrückt. Am besten fixiert man den Absenker, der bis zur Bewurzelung an der Mutterpflanze verbleiben muss, mit einem Stein oder einem Drahtbügel, damit er nicht wieder aus dem Boden herausrutschen kann. Anschließend wird das Ganze gut angegossen und in den nächsten Wochen gleichmäßig feucht gehalten, im Winter nur leicht feucht. Nach einigen Monaten bzw. bis zum nächsten Frühjahr haben sich in der Regel die ersten neuen Blätter gebildet, was bedeutet, dass der Absenker Wurzeln gebildet hat. Nun kann er von der Mutterpflanze abgeschnitten und an seinem endgültigen Standort eingepflanzt werden.

  Um mehrere neue Pflanzen aus einem Absenker zu erhalten, legt man ihn auf den Boden und fixiert ihn dort nicht nur an einer, sondern an mehreren Stellen, in regelmäßigen Abständen. Im nächsten Jahr haben sich überall dort, wo der Zweig im Boden fixiert war, Wurzeln gebildet, sodass die neuen Pflanzen voneinander und von der Mutterpflanze getrennt und separat eingepflanzt werden können.

Ernte

Im ersten Jahr nach der Pflanzung kann man meist noch keine Beeren ernten. Die Reifezeit der Jostabeere hängt von der jeweiligen Sorte ab und ist im Juni/Juli. In den meisten Fällen reifen die Beeren nicht alle gleichzeitig, sodass die Ernte gegebenenfalls auch bis in den August hinein andauern kann. Dadurch, dass die Beeren relativ fest am Strauch hängen, gestaltet sich die Ernte teilweise recht schwierig. Am besten erntet man sie samt Stiel. Die geernteten Beeren können dann frisch verzehrt oder entsprechend weiterverarbeitet werden. Sie lassen sich sehr gut durch Einfrieren konservieren. Dazu kann man sie auf einem Holzbrettchen einzeln gefrieren lassen und dann portionsweise in Beutel geben und so mehrere Monate im Gefrierschrank lagern.

Überwintern

Jostabeeren-Strauch
  • Die Jostabeere ist in der Regel sehr gut winterhart
  • Trotzdem sollte man sie vor andauernden zweistelligen Minustemperaturen schützen
  • Beispielsweise mit einer Abdeckung aus Reisig oder Kompost
  • An frostfreien Tagen auch ab und zu mäßig gießen
  • Exemplare, die im Kübel kultiviert werden, müssen besonders geschützt werden
  • Wurzelbereich schützen, indem man den Kübel auf eine Styroporplatte stellt
  • Pflanzgefäß mit Vlies oder Sackleinen umwickeln
  • Trockenes Laub als zusätzliche Dämmschicht zwischen Vlies und Topf füllen

Krankheiten und Schädlinge

Die Jostabeere ist sehr widerstandsfähig gegen über unterschiedlichen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Dazu gehören Stachelbeermehltau, Blattfallkrankheit und Rost ebenso wie die Johannisbeer-Gallmilbe. Allerdings kann es teilweise zu einem Raupenbefall kommen. Dieser lässt sich aber mit einem speziellen Raupenschutzmittel sehr gut bekämpfen.  

Arten

Jostabeere Jogranda

Die Sorte Jogranda wächst im Vergleich zu anderen Sorten eher schwach und hängend. Aufgrund dessen ist sie auch für kleinere Gärten sehr gut geeignet. Sie bringt besonders große Beeren hervor.

Dr. Bauers Jonova


Diese Sorte hat ebenfalls große, glänzende, weinrote bis dunkelrote Früchte, die von Anfang Juli bis Ende Juli nahezu gleichzeitig reifen. Sie sind ebenso wie andere Sorten sehr vitaminreich und garantieren einen kalorienarmen Genuss.

Dr. Bauers Jostine


Dr. Bauers Jostine ist eine Sorte, die aufrecht wächst und dunkelviolette bis schwarze mittelgroße Beeren hervorbringt. Diese sind hocharomatisch mit einer eher kräftigen Säure.

Besonderheiten der Josta

Nahansicht JostabeerenDie Jostabeere ist eine reich und regelmäßig tragende Pflanze. Da sie selbstbefruchtend ist, benötigt sie keine zweite Pflanze. Für höhere Erträge macht es jedoch Sinn, mehrere Sträucher zu pflanzen, vorausgesetzt es ist ausreichend Platz vorhanden. Ihre Blüten sind mehrfarbig und sie ist relativ resistent gegenüber Krankheiten und auch nicht besonders anfällig für Schädlinge. Über Steckhölzer lässt sie sich sehr leicht vermehren und aufgrund ihres hohen und breit-aufrechten Wuchses kann sie den Wuchs von Unkräutern unterdrücken. Die Beeren lassen sich zu schmackhaften Brotaufstrichen verarbeiten oder zu aromatischen Tees und enthalten zudem viele gesunde Inhaltsstoffe.

Häufig gestellte Fragen

Kann man die Jostabeere auch im Kübel kultivieren?
Eine Kultivierung im Kübel ist möglich aber nicht immer sinnvoll, denn die Josta hat ein relativ kräftiges Wurzelwerk. Dementsprechend ist es mitunter schwierig ein geeignetes Pflanzgefäß zu finden, denn dieses sollte ein Fassungsvermögen von mindestens 30 Litern aufweisen. Zudem kann der Ertrag bei einer Kübelpflanzung deutlich geringer ausfallen als bei einer Freilandpflanzung. Auf jeden Fall sollte die Kübelpflanze auch sonnig stehen und je nach Witterung etwas häufiger gegossen werden als im Garten ausgepflanzte Exemplare. Besonders wichtig im Winter ist ein entsprechender Schutz des Wurzelbereiches.

Warum bildet die Jostabeere keine Blüten und Früchte?
Eine Ursache dafür könnten mögliche Spätfröste sein, die auch im Mai noch auftreten können und auf die die Pflanze teilweise empfindlich reagiert. Des Weiteren kann es daran liegen, dass der Strauch erst frisch gepflanzt wurde, denn im ersten Jahr nach der Pflanzung bringt die Josta in der Regel noch keine Blüten bzw. Beeren hervor. Die Blütenbildung kann auch ausbleiben, wenn der Standort nicht optimal ist, wenn er z.B. zu schattig bzw. zu dunkel ist.