Die häufigsten Krankheiten beim Oleander

Oleander gesundOleander sind von Natur aus hart im Nehmen, dank ihrer robusten Resistenz gegen Krankheiten und Schädlingen. Dennoch kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen, die das prachtvolle Ziergehölz nachhaltig beeinträchtigen. Es sind gleich mehrere Infektionen, die wie ein Damoklesschwert über der mediterranen Blütenschönheit baumeln. Ausgelöst durch Bakterien, Viren oder Pilzsporen kommt es zu Symptomen, wie verkrüppelten Blättern, Wucherungen an den Trieben und anderen Schadbildern. Je frühzeitiger eine Diagnose getroffen und Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden, desto aussichtsreicher die Heilung. Der folgende Überblick liefert kompakte Informationen über die häufigsten Krankheiten beim Oleander.


Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
  • Einzige Art innerhalb der Gattung Oleander (Nerium oleander)
  • Alternativer Name: Rosenlorbeer
  • Immergrüne, verholzende Blütenpflanze
  • Beheimatet im Mittelmeerraum und im Nahen Osten
  • Wuchshöhen von 2 bis 6 m als Strauch oder kleiner Baum
  • Grün-ledrige, lanzettliche Blätter bis 20 cm lang
  • Überreich blühend mit 3-4 cm großen Blüten in weiß, rot, rosa und gelb
  • Blütezeit von Mai/Juni bis September/Oktober
  • Hoch giftig in allen Teilen
Da Oleander nur bedingt winterhart ist, favorisieren Hobbygärtner die Kultivierung im Kübel auf dem Balkon und der Terrasse. Überdies zählt das Blütengehölz zu den beliebtesten Pflanzen für den Wintergarten.

Oleanderkrebs - Pseudomonas

oleander 972170 300 flDie häufigste Krankheit stellt den Gärtner zugleich vor die größte Herausforderung. Beim Oleanderkrebs handelt es sich um eine Bakterienkrankheit, verursacht durch Pseudomonas. Diese Erreger sind in der Umwelt allgegenwärtig, worauf die Bezeichnung 'Pfützenkeim' zurückzuführen ist. Gelangen sie in den Saftstrom, deuten entsprechende Symptome erst im Laufe der Zeit auf die Infektion hin. Eine regelmäßige Kontrolle der Pflanze stellt sicher, dass Sie möglichst frühzeitig erkennen, woran Ihr Rosenlorbeer leidet.

Symptome
  • Verkümmerte Knospen, die verdicken, sich schwarz verfärben und aufplatzen
  • Blüten öffnen sich entweder überhaupt nicht oder entfalten verkrüppelte Blütenblätter
  • Blütenstiele platzen der Länge nach auf
  • Das Laub ist übersät mit wässrigen, dunklen Flecken mit hellem Rand
  • An den Zweigen entwickeln sich blumenkohlartige Wucherungen
Im letzten Stadium knicken die aufgerissenen Triebe unter der Last von Wucherungen ab. Die Blüten und Blätter rollen sich ein und fallen zu Boden. Die langen, schlanken Samenhülsen erscheinen deformiert und platzen auf.

Behandlung
Unmittelbare Bekämpfungsmittel konnten bislang nicht entwickelt werden. Dennoch stehen Sie nicht vollkommen auf verlorenem Posten, sofern Sie Oleanderkrebs frühzeitig identifizieren. Die folgenden Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich die Krankheit zumindest über einige Zeit im Zaum halten lässt.

Schneiden
Nehmen Sie eine frisch geschärfte und desinfizierte Schere zur Hand. Schneiden Sie beherzt alle erkennbar kranken Pflanzenteile großzügig ab. Scheuen Sie in diesem Fall nicht zurück vor einem Schnitt ins alte Holz. Da der Befallsdruck auf diese Weise reduziert wird, erholt sich der Rosenlorbeer und schließt die entstandenen Lücken zügig. Das Schnittgut kommt nicht auf den Kompost, da die Bakterien von hier aus den Weg zurück in den Garten finden. Besser ist eine Entsorgung im Hausmüll. Wichtig zu beachten ist, dass Sie am Ende das Werkzeug penibel säubern mit hochprozentigem Alkohol. Infizierte Scheren und Messer zählen zu den häufigsten Überträgern von Oleanderkrebs.

Tipp: Der exorbitante Giftgehalt in Oleander macht es erforderlich, dass sämtliche Pflegearbeiten mit Handschuhen und langärmeliger Kleidung ausgeführt werden sollten.

Blattläuse bekämpfen

OleanderblüteDie entlastende Wirkung des Rückschnitts kranker Triebe verläuft im Sande, wenn sich Blattläuse auf Ihrem Oleander tummeln.


Diese Schädlinge gelten - neben infizierten Schneidwerkzeugen - als zentrale Vektoren des Bakteriums Pseudomonas. Befinden sich auf den Unter- und Oberseiten der Blätter oder in den Blattachseln die 2 mm kleinen, hellgelben Oleander-Blattläuse, legen Sie den Schädlingen das Handwerk mit der klassischen Schmierseifenlösung. Hierzu vermischen Sie 1 Liter Wasser mit 1-2 Esslöffeln reiner Schmierseife oder flüssiger Kernseife sowie einem Schuss Spiritus. Diese Lösung sprühen Sie im Abstand von 2-3 Tagen auf den erkrankten Oleander, bis die Plage bezwungen ist.  

Trockenfäule - Ascochyta

Die Pilzinfektion Ascochyta wird hervorgerufen durch einen Schlauchpilz, der sämtliche Teile des Oleanders befällt. Vornehmlich im Winterquartier schlägt diese häufige Krankheit gnadenlos zu. Während eines verregneten Sommers bleiben die Blütengehölze auch im Freien nicht verschont. Fatalerweise kann Trockenfäule einen Rosenlorbeer dergestalt in die Mangel nehmen, dass die Pflanze vollständig abstirbt. Rechtzeitig erkannt, wenden Sie das florale Waterloo noch ab.

Symptome
  • Die Blüten scheinen zu vertrocknen und fallen ab
  • An Teilen der Triebe bilden sich lokale Trockenzonen
  • Die Bereiche über den trockenen Stellen sterben ab
Erreichen die desaströsen Trockenzonen die verholzte Pflanzenbasis, ist der Oleander dem Tode geweiht. Solange die Pilzsporen noch nicht so weit vorgedrungen sind, stehen Ihnen einige rettende Optionen offen.

Behandlung
Von Trockenfäule befallene Triebe werden umgehend aus dem Strauch herausgeschnitten. Somit nehmen Sie den Pilzsporen die Chance, bis zur Basis vorzudringen. Im nächsten Schritt behandeln Sie den erkrankten Oleander mit einem der folgenden Fungizide:
  • Spezial-Pilzfrei von Aliette
  • Rosen-Pilzfrei Baymat Plus AF von Bayer
  • 2in1 Rosenschutz von Neudorff
weisser OleanderSprühen Sie den Rosenlorbeer mit dem gewählten Produkt so nass ein, dass die Lösung an den Trieben herabläuft. An benachbarten Oleandern empfehlen wir eine vorbeugende Spritzung im Herbst.

Vorbeugung
Die Erreger der Trockenfäule nutzen jede noch so kleine Schnittwunde als Eintrittspforte zur Pflanze. Da Oleander während der Überwinterung explizit gefährdet ist, nehmen Sie bitte von einem Rückschnitt vor dem Einräumen Abstand. Stattdessen kürzen Sie den Blütenstrauch erst im zeitigen Frühjahr ein. Sofern Sie im Winterquartier nicht um einen Schnitt herumkommen, werden die entstandenen Wunden mit einem der oben genannten Fungizide bepinselt.

Kommt der Sommer mit permanent feuchter Witterung daher, lauern die listigen Pilzsporen auf weiche Blätter und Triebe, um den Rosenlorbeer zu überfallen. Es ist von Vorteil, wenn Sie Kübelpflanzen unter einem Regenschutz platzieren. Ein Dachvorsprung oder eine Markise halten einen Großteil der Feuchtigkeit ab.

Tipp: Oleandersträucher mit einer intensiv verholzenden Basis sind

besser gewappnet gegen die Trockenfäule. Aus Stecklingen gezogene Pflanzen verfügen von Natur aus über dieses Attribut.

Grauschimmel - Botrytis cinerea

Diese Pilzkrankheit reiht sich mit deutlichem Abstand hinter den zuvor genannten Krankheiten an Oleander ein. Da die Sporen einzig die Blüten heimsuchen, können Sie unsere größte Freude an einem Rosenlorbeer vernichten. Das gilt insbesondere dann, wenn sie sich mit den Ascochyta-Erregern verbünden. Mehrheitlich sind es die wunderschönen Sorten mit gefüllten Blüten, die der Grauschimmelfäule zum Opfer fallen. Während des Sommers nisten sich die Pilze auf den verwelkten Blütenblättern ein. Während der Überwinterung werden die Erreger aktiv und breiten sich über den gesamten Blütenstrauch aus.

Behandlung
Sie entziehen Grauschimmel die Lebensgrundlage, indem Sie die verwelkten Blüten konsequent abschneiden. Oleander mit einfachen Blüten wirft diese eigenständig ab. Es sind die prachtvollen, gefüllten Sorten, die nach dieser Vorkehrung verlangen. Spätestens vor dem Einräumen ins Winterquartier sollte alles Verblühte entfernt werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie dünge ich einen Oleander richtig?

OleanderpflanzeDas südländische Blütengehölz zählt zu den Starkzehrern. Um das fulminante Blüten- und Blätterkleid hervorzubringen, ist ein Oleander auf die permanente Zufuhr von Nährstoffen angewiesen. Düngen Sie von März bis August ein bis zwei Mal wöchentlich. Bis Juni empfehlen wir einen Stickstoff-betonten Dünger, um anschließend auf ein Kalium-reiches Präparat umzustellen. Bitte beachten Sie, dass zum Gießen die Verwendung von normalem Leitungswasser von Vorteil ist, damit die Versorgung mit Kalk nicht zu kurz kommt.

Soll ich meinen Rosenlorbeer zurückschneiden, auch wenn er gesund ist?

Der Rückschnitt an einem Oleander verfolgt das Ziel, einer Verkahlung von innen heraus entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck schneiden Sie im zeitigen Frühjahr einige der ältesten Triebe bis auf 10, 20 und 30 cm zurück. Daraufhin sprießen neue Triebe aus der Basis heraus. Dank der unterschiedlichen Höhen erzeugen Sie einen lockeren Habitus, da die Neutriebe oberhalb der Schnittstellen gedeihen. Unterjährig schneiden Sie lediglich die verwelkten Blüten an gefüllten Oleandersorten heraus.

Kann ich Oleander draußen überwintern?

Beheimatet in den Regionen des Mittelmeeres, erträgt Oleander keinen klirrenden Frost. Da er immerhin Temperaturen bis - 5 Grad Celsius unbeschadet überdauern kann, bestehen in milden Weinbauregionen gute Aussichten für eine Überwinterung unter freiem Himmel. Dies gilt indes einzig für einen Blütenstrauch im Beet. Breiten Sie auf der Wurzelscheibe eine 20-30 cm hohe Laubschicht aus, abgedeckt mit Tannenwedeln. Die Zweige erhalten eine Haube aus atmungsaktivem Material, wie Gartenvlies oder Jute. Rosenlorbeer im Kübel tragen Sie bitte in ein helles, frostfreies Winterquartier mit Temperaturen von 5 bis 10 Grad Celsius.