Buchsbaumzünsler, Cydalima perspectalis bekämpfen

BuchsbaumzünslerDer Buchsbaumzünsler ist ein ostasiatischer Falter mit einer Flügelspannweite von 40-45 mm. Seine bis zu 5 cm langen gefräßigen Raupen sind gelbgrün bis Dunkelgrün und schwarz-weiß gestreift. Sie fressen zunächst die Blätter und machen sich anschließend über die grüne Rinde an den Zweigen des Buchses her. Von den Blättern bleiben meist nur die Blattrippen oder die Blattstiele übrig. Bei einem Befall sterben alle Teile des Buchsbaumes ab, die sich über der Fraßstelle befinden. So können je nach Befallsstärke einzelne Triebe oder sogar die komplette Pflanze absterben.

Steckbrief
  • Buchsbaumzünsler ist ein ostasiatischer Falter.
  • Wissenschaftlicher Name Cydalima perspectalis.
  • Er wurde nach Europa eingeschleppt.
  • Breitet sich sehr schnell aus.
  • Fliegt in 2-3 Generationen.
  • Hat eine Flügelspannweite von 40-45 mm.
  • Flügeloberseiten seidig weiß mit braunem Rand.
  • Die Raupen sind der eigentliche Schädling.
  • Sie sind gelbgrün bis Dunkelgrün mit auffälliger Zeichnung.
  • Sie sind von dichten Gespinsten umhüllt.

Gelbtafeln und Pheromonfallen

buchsbaumzuensler 110960747 flUm einen möglichen Befall frühzeitig zu erkennen, können sogenannte Gelbtafeln und Pheromonfallen helfen, die man in unmittelbarer Nähe der Buchspflanzen aufstellt oder aufhängt. Die Gelbtafeln verfügen über einen Klebefilm auf denen die Falter des Buchsbaumzünslers kleben bleiben, sodass man einen Befall frühzeitig erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Auch mit speziellen Pheromonfallen kann ein Falterflug festgestellt und beobachtet werden, sodass eine gezielte und schnelle Bekämpfung eingeleitet werden kann. Diese Fallen enthalten Sexualduftstoffe, die die weiblichen Falter anlocken sollen. Diese bleiben dann darauf kleben und verenden.

  Sowohl Gelbtafeln als auch Pheromonfallen dienen ausschließlich der Erfassung, Beobachtung und Überwachung eines möglichen Falterfluges und nicht der Bekämpfung dieses Schädlings.

Biologische Bekämpfung 

Absammeln der Raupen und Puppen

Bei einem anfänglichen Befall sollten sowohl Raupen und Puppen als auch die Gespinste und Befallsnester abgesammelt werden, insbesondere im zeitigen Frühjahr. Das Entfernen der Gespinste ist wichtig, weil sie verhindern, dass mögliche Spritzmittel alle Bereiche der Pflanze erreichen können. Man kann die Raupen auch mit einem Stock von den Ästen oder Blättern klopfen. Anschließend sollten Raupen, Puppen und Gespinste im Hausmüll entsorgt werden. In der Regel reicht das Absammeln jedoch nicht aus, vor allem dann nicht, wenn mehrere Buchsbaumpflanzen betroffen sind, beispielsweise in einer Hecke.

  Die abgesammelten Schädlinge, ganz gleich in welchem Stadium, sollten möglichst immer in einem gut verschlossenen Sack oder Beutel in den Hausmüll gegeben werden, denn aus den Puppen können auch noch einige Tage später die Falter schlüpfen.

Rückschnitt
  • Bei Befallsbeginn kann das großzügige Entfernen befallener Äste förderlich sein.
  • Voraussetzung ist jedoch der richtige Zeitpunkt.
  • Der ist vor der Eiablage.
  • Ist ein Falterflug zu beobachten, sollte etwa 10 Tage später der Rückschnitt erfolgen.
  • So kann man sowohl die Eier als auch die jungen Larven bekämpfen.
  • Schnittgut in Säcke verpacken, gut verschließen und im Restmüll entsorgen.
  • Bei stärkerem Befall kann meist nur noch ein starker Rückschnitt helfen.
  • Ist die Rinde bereits stark geschädigt, ist ein Neuaustrieb relativ unwahrscheinlich.
  • Die betreffende Pflanze muss dann komplett entfernt und entsorgt werden.
Abspritzen betroffener Pflanzen

Buchsbäume im TopfAuch


das Abspritzen mit einem Hochdruckreiniger kann zur Bekämpfung beitragen. Am besten verwendet man eine Auffangfolie, auf der sich herabfallende Raupen und Puppen sammeln. Dort können sie dann aufgesammelt und ordnungsgemäß entsorgt werden.

Biologische Insektizide zum Spritzen


Sind Raupen, Puppen und Gespinste von Cydalima perspectalis weitestgehend abgesammelt, kann sich gegebenenfalls die Bekämpfung der jungen Raupen mit einem biologischen Insektizid anschließen. In diesem Stadium wirkt insbesondere das Bakterium Bacillus thuringiensis, das in einigen Insektiziden enthalten ist.

Insektizid 'Delfin'


Dieses biologische Insektizid wirkt sowohl gegen junge als auch ältere Raupen sehr gut. Seine Wirkung beruht auf dem Bakterium Bacillus thuringiensis bzw. dessen Sporen und einem Endodoxin (Zerfallsprodukte von Bakterien, die auch in der Natur vorkommen). Dieses Bakterium soll sogar eine bessere Wirkung haben als synthetische Pflanzenschutzmittel. Für eine bestmögliche Wirksamkeit sollte dieses nützlingsschonende Mittel nur bei Temperaturen über 15 Grad angewandt werden. Das liegt daran, dass die Raupen bei kühleren Temperaturen nur sehr wenig von diesem Bakterium fressen. Um es ausbringen zu können, verdünnt man es entsprechend den Angaben des Herstellers mit Wasser und spritzt die befallenen Pflanzen von allen Seiten sowie im Innern und unter den Blättern, bis sie tropfnass sind. Haben die Raupen das Mittel aufgenommen, hören sie innerhalb weniger Stunden auf zu fressen und verenden schließlich nach einigen Tagen. Entscheidend für den Erfolg eines jeden Präparates sind die frühzeitige Erkennung und der richtige Einsatz der entsprechenden Spritzmittel.

  Zum Spritzen jeglicher Mittel ist ein hoher Druck erforderlich, denn durch die Gespinste, die die Raupen umgeben, können die Spritzmittel nur schwer überall hingelangen.

Raupenfrei Xentari

Auch Raupenfrei Xentari basiert ebenso wie das Insektizid 'Delfin' auf dem Bakterium Bacillus thuringiensis, welches auch in der Natur vorkommt. Es wirkt nur gegen Schmetterlingsraupen also auch gegen den Buchsbaumzünsler und es ist ungefährlich für Bienen. Auch hier sollten die Temperaturen am Tag der Spritzung über 15 Grad liegen. Die Raupen stellen innerhalb weniger Minuten die Nahrungsaufnahme ein und sterben dann innerhalb von 3-5 Tagen ab.

NeemAzal-T/S


NeemAzal-T/S ist ein biologisches Insektizid bzw. ein Fraßgift, das sehr wirksam und umweltverträglich ist. Der naturbelassene Wirkstoff NeemAzal wird aus den Kernen des Neembaumes gewonnen. Für die meisten Nützlinge ist dieses Mittel nützlingsschonend. Auch hier stellen die Raupen innerhalb weniger Stunden die Nahrungsaufnahme ein. Im Unterschied zu anderen biologischen Insektiziden hat NeemAzal-T/S eine verzögerte Wirkdauer. Vom Beginn der Behandlung bis zum Absterben

der behandelten Larven vergehen etwa 27 Tage, sodass es innerhalb dieser Zeit noch zu weiteren Schäden kommen kann. Es wirkt vor allem gegen junge Raupen. Entsprechend der Herstellerangaben wird eine Spritzlösung hergestellt, die noch am selben Tag ausgebracht werden sollte.

Bio Schädlingsfrei Neem


Schädlingsfrei Neem wird aus nachwachsenden, natürlichen Rohstoffen des Neembaumes gewonnen. Es wirkt hauptsächlich gegen jüngere Raupen und sorgt dort innerhalb kurzer Zeit für einen Fraßstopp. Das führt dazu, dass der Buchsbaumzünsler keine lebensfähigen Nachkommen hervorbringen kann und schließlich verendet. Auch dieses Mittel gilt als nützlingsschonend und nicht bienengefährlich.

BuchsbaumzünslerPyrethrum

FS


Pyrethrum FS ist ein weiteres biologisches und breit wirkendes Insektizid aber nicht nützlingsschonend. Seine Wirkung basiert auf dem Stoff Pyrethrum, welcher aus den Blüten einer bestimmten Chrysanthemen-Art gewonnen wird. Auch mit diesem Mittel werden die Pflanzen bis zur Tropfnässe allseits gründlich eingesprüht. Dabei ist zu beachten, dass man die Pflanzen nicht bei Sonnenschein, sondern nur am Abend oder bei bedecktem Himmel damit behandelt, denn unter Sonneneinwirkung werden die wirksamen Substanzen sehr schnell abgebaut.

Nützlinge 

Nematoden Steinernema carpocapsae mit Netz- und Quellmittel

Zur Bekämpfung des Buchsbaumzünslers eignet sich auch die Nematodenart Steinernema carpocapsae. Allerdings müssen die Nematoden mit einem speziellen Haft- und Netzmittel kombiniert werden, was in der Regel mitgeliefert wird oder bereits enthalten ist. Diese Zusätze sind wichtig, damit die Nematoden gut auf der Pflanze haften bleiben und trotz der Gespinste, mit denen sich die Raupen umgeben, zu den Schädlingen vordringen können. Das Quellmittel soll die Nematoden vor einem zu schnellen Austrocknen schützen. Für eine optimale Wirkung müssen diese Nützlinge dreimal im Abstand von 3-4 Tagen ausgebracht werden.

Chemische Bekämpfung

Chemische Pflanzenschutzmittel sollten immer die letzte Wahl sein und immer nur dann eingesetzt werden, wenn alle anderen versagt haben. Zudem sollten sie ausschließlich von Profis genutzt werden. Sie sind zwar wirkungsvoll, können aber die Umwelt extrem belasten. Außerdem sind sie für viele Nützlinge wie beispielsweise Bienen giftig.

Calypso Schädlingsfrei


Calypso Schädlingsfrei ist sehr giftig für Wasserorganismen und auch allgemein sehr umweltgefährlich. Dieses Gieß- und Spritzmittel enthält Thiacloprid, ein systemischer Wirkstoff, der als Fraß- und Kontaktgift gegen den Buchsbaumzünsler eingesetzt wird. Bei der Verwendung dieses Mittels sollte man sich unbedingt an die Anwendungsvorschriften des Herstellers halten, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Reste dieses Mittels bzw. leere oder angebrochene Behälter müssen umweltgerecht entsorgt werden. Am besten ist es natürlich, auf derartige Mittel zu verzichten.

Schädlingsfrei Careo

  • Schädlingsfrei Careo ist ein Kontakt- und vollsystemisch wirkendes Mittel.
  • Es muss mit hohem Druck und in ausreichender Menge ausgebracht werden.
  • Nur so kann das Mittel auch die Gespinste der Raupen durchdringen.
  • Entsprechende Handsprühgeräte sind im Fachhandel erhältlich.
  • Schädlingsfrei Careo sollte maximal drei Mal pro Jahr und Kultur angewandt werden.
  • Das sollte zwischen März und November sein.

  Ganz gleich, für welches Mittel man sich letztendlich entscheidet, man sollte sich immer genauestens an die Vorgaben des Herstellers bezüglich Handhabung und Dosierung halten sowie sämtliche Sicherheitsvorschriften einhalten.

Befall vorbeugen

Die Vorbeugung beginnt bereits beim Kauf von Buchpflanzen. Denn schon jetzt sollte man unbedingt auf gesunde Pflanzen achten. Am besten kontrolliert man sie noch im Gartencenter auf einen möglichen Zünslerbefall. Auch nach der Pflanzung ist eine regelmäßige Befallskontrolle empfehlenswert. Diese sollte insbesondere im Frühjahr ab März, dann nach der zweiten Raupengeneration im Frühsommer und noch mal im Herbst erfolgen. In Deutschland treten pro Jahr 2-3 Gegenrationen des Buchsbaumzünslers auf. Um die Ausbreitung eines beginnenden Befalls zu stoppen, sollte vor allem die erste Generation im Frühjahr effektiv bekämpft werden. Auch ein Rückschnitt vor der Eiablage kann einer Ausbreitung entgegenwirken. Ansonsten sollte man die Ansiedlung von natürlichen Feinden wie dem Sperling fördern.

BuchsbäumeFrüherkennung


Die Früherkennung dieses Schädlings ist besonders wichtig, um mögliche Spritzmittel effektiv einsetzen zu können. Im Anfangsstadium ist ein Befall relativ schwierig zu erkennen. Zunächst sind nur die unteren Äste betroffen und die Schäden noch gering, sodass man sie nur bei genauem Hinsehen erkennt. Ist der Befall bereits fortgeschrittenen, ist auch das Innere des Buches betroffen, wo dann feine Gespinste zu sehen sind. Sowohl in den Gespinsten als auch unter der befallenen Pflanze findet man hellgrüne Kotkrümel. Eine Bekämpfung ist zu diesem Zeitpunkt meist nicht mehr sehr erfolgversprechend. Die Pflanzen sind dann in der Regel bereits von innen her kahl gefressen.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann ist der Buchsbaumzünsler aktiv?
Dieser Schädling überwintert in den Buchspflanzen. Steigen die Temperaturen über 8 Grad, etwa im März/April, verlässt er sein Winterquartier und beginnt zu fressen.

Macht es Sinn vorbeugend zu spritzen?

Eine vorbeugende Spritzung mit Insektiziden ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Das liegt daran, dass diese Mittel nur dann wirken, wenn der Schädling tatsächlich vorhanden ist, also wenn bereits ein Befall vorliegt.

Worauf muss beim Spritzen geachtet werden?

Die jeweiligen Spritzmittel sollten insbesondere im ersten und zweiten Raupenstadium ausgebracht werden, wenn die Raupen noch nicht größer als 1,5 cm sind. Besonders wichtig ist es, das jeweilige Mittel mit hohem Druck zu spritzen, sodass es auch die Gespinste der Raupen durchdringen kann. Zudem müssen  befallene Pflanzen außen und innen gespritzt werden sowie deren Blattunterseiten.