Kakerlaken im Haus bekämpfen - Mittel gegen Schaben


Kakerlake Einmal da, wird man die schwarz-braunen Krabbeltiere so schnell nicht wieder los. Sie aufzuspüren, gleicht einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen, denn sie lieben die Dunkelheit und meiden das Licht. Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, dass die Schaben äußerst flink unterwegs sind und in regelrechten Invasionen auftreten. Um ihnen den Garaus zu machten, sollte man sich auf die Suche begeben und ihre Verstecke enttarnen. Mit Vehemenz und einer gewissen Regelmäßigkeit ist es durchaus möglich, die Plagegeister für immer aus dem Wohnbereich zu entfernen.

Steckbrief
  • Vorratsschädlinge, die Allesfresser sind
  • großer Artenreichtum
  • wurden aus wärmeren Regionen nach Europa eingeschleppt
  • einige Arten (Amerikanische Schabe) sind flugfähig
  • Körperfarbe: von rotbraun bis schwarz
  • leben in großen Gruppen
  • meiden Licht, sind dunkelheitsaktiv
  • Körpergröße je nach Art zwischen 12 bis 44 Millimeter
  • können extrem schnell laufen
  • besitzen Strickleiternervensystem
  • legen Eier in Eipaketen ab
  • übertragen Krankheiten
  • Lebensdauer: 200 Tage bis zu einem Jahr
  • Gewicht: ca. 5 Gramm

Wesentliche Unterscheidungsmerkmale

Die am häufigsten vorkommenden Schädlinge sind
  • die Deutsche Schabe (Blattella germanica)
  • die Amerikanische Großschabe (Periplaneta americana)
  • die Gemeine Küchenschabe (Blatta orientalis) auch Bäckerschabe.
Es existieren in Europa auch noch andere Arten von Schaben und Kakerlaken, welche sich aber kaum in Gebäude verirren und somit auch für den Menschen kein Problem darstellen.

Deutsche Schabe

Die Deutsche Schabe misst zwischen 12 bis 15 Millimeter und ist an den zwei dunklen Streifen, die den Brustteil bedecken, erkennbar. Ihre Flügeldecken verdecken den gesamten Körper und stehen meist etwas über. Auf Grund ihrer geringen Körpergröße hinterlassen die Deutschen Schaben kaum auffallende Fraßschäden. Die  Blattella germanica gilt als äußerst kälteempfindlich. Räume, mit einer sehr niedrigen Raumtemperatur bedeuten den  Tod der Deutschen Schabe.

Amerikanische Großschabe

Die Periplaneta americana ist auf Grund ihrer imposanten Größe kaum zu übersehen. Zwischen 28 bis 44 Millimeter an Länge kann sie erreichen und fällt damit den Betrachter sofort ins Auge. Ihre Farbgebung ist rotbraun, mit einem auf der Vorderbrust gut sichtbaren blassgelben Bereich. Die Flügel der Amerikanischen Großschabe sind sehr gut ausgebildet und damit gilt sie als flugfähig. Genau wie die Deutsche Schabe verträgt auch die Amerikanische Großschabe keine Kälte.

Gemeine Küchenschabe (Kakerlake)

Halten sich die Schäden, die die anderen bereits benannten Schabenarten hinterlassen, durchaus in Grenzen, so kommt mit der Gemeinen Küchenschabe ein wirklicher Feind in das Zuhause. Sie misst zwischen 25 und 30 Millimeter; ihre Farbgebung ist dunkelbraun fast schwarz und ihr Äußeres ist von einem Chitinpanzer umgeben. Die Gemeine Küchenschabe kann eine erstaunliche Geschwindigkeit an den Tag legen. Die Blatta orientalis fühlt sich in unseren Breiten mittlerweile heimisch, demzufolge hat sie sich auch den hier vorherrschenden klimatischen Bedingungen angepasst. Sie gilt als äußerst kälteresistent und kann auch in kühlen Räumlichkeiten überleben.

Lebensbedingungen

Um zu wissen, wie man den Schädlingen den Kampf ansagen kann, ist es vorteilhaft, etwas über ihre idealen Lebensbedingungen zu wissen. Wohnräume speichern Wärme und gerade Ofenheizung oder Zentralheizungen sorgen für eine gemütliche Wohlfühlatmosphäre. Hinzu kommt, dass gerade im Küchenbereich kleine Krümel oder Nahrungsmittelreste herunterfallen. Manche


davon sind für unser menschliches Auge kaum wahrnehmbar, die Kakerlaken jedoch entdecken jeden noch so kleinen Krumen und schwelgen im Genuss. Als Meister der Tarnung verbergen sich die kleinen Krabbler in winzig kleinen Ritzen oder Fugen; mit Vorliebe hinter schwer zugänglichen Bereichen wie hinter Kühlschränken oder Küchenzeilen. Hier im Verborgenen können sich die Schädlinge rasant vermehren und nach und nach angrenzende Räume befallen. Ein besonderes Risiko stellen Kabel- und Rohrleitungsschächte dar. Vor allem in Mehrfamilienhäusern gelingt es den flinken Gesellen über diese Fluchtwege Zugang zu jeder Ecke zu finden.

Schadwirkung

Schaben und Kakerlaken gelten als Allesfresser. So sind nicht nur die Nahrungsmittel einer Gefährdung ausgesetzt, auch organische Materialien wie Leder, Papier oder Textilien können der Gefräßigkeit zum Opfer fallen. Ihr endlos scheinender Hunger ist aber nur das eine Problem. Weiterhin gelten die Krabbeltiere auch als Überträger von pathogenen Keimen und damit von  Krankheiten. Hervorzuheben wären hier besonders
  • Wurmerkrankungen
  • Hepatitis
  • Magen-Darm-Grippe
  • Cholera
  • Gelbfieber
  • Tuberkulose
  • Asthma
  • Ekzeme
  • Allergien

Fortpflanzung

Schaben und Kakerlaken gelten als äußerst vermehrungsaktiv. Wenn man glaubt, alle sichtbaren Schädlinge vernichtet zu haben, dann krabbeln aus diversen Ecken schon wieder die nächsten hervor. Ein schier auswegloser Teufelskreis beginnt.  Die Weibchen der Kakerlaken besitzen einen Duftstoff, der die Männchen anlockt. Diese wiederum können über die Duftdrüsen auch einen Duftstoff abgeben, der ihre Bereitschaft zur Paarung signalisiert. Die eigentliche Paarung stellt sich als äußert schwierig dar, da sich die Fortpflanzungsorgane der männlichen Kakerlake in die weiblichen einklinken müssen. Die Eier werden dann in speziellen Eipaketen abgelegt. Dieses Wissen ist unentbehrlich für die Bekämpfung der Tiere. Allerdings gibt es auch Schabenarten, die ihre Eier in einer Genitaltasche bei sich tragen. Die Gemeine Küchenschabe produziert Eikapseln, in welche sie jeweils 16 Eier ablegt.

Bekämpfung

KakerlakeUm zu wissen, welche Mittel gegen die Schaben helfen, sollte man feststellen, welche Art ihr Unwesen in den Räumlichkeiten treibt. Mit einem einfachen totschlagen oder -treten kommt man nicht weit, denn die Kakerlake birgt ein Geheimnis. Sie ist so zäh und widerstandsfähig, dass sie selbst ohne Kopf überleben kann. Dieser Umstand resultiert aus ihrem körperlichen Aufbau. Das Gehirn der Kakerlake besteht aus einem Strickleitersystem, welches sich durch den gesamten Körper zieht. So arbeiten die lebenswichtigen Funktionen einfach weiter. Da allerdings der Mund fehlt, verhungern oder verdursten die Krabbler nach einiger Zeit. Trotz allem keine eine Fortpflanzung und damit eine Eiablage auch in diesen Zeitraum stattfinden.

Prävention

Sicherer als jede Bekämpfungsart ist es natürlich, den Schaben erst gar keine

Möglichkeit zu geben, sich den in Wohnräumen niederzulassen.
  • Sauberkeit in allen Räumen ist oberstes Gebot
  • Nahrungsmittelreste sowie offene Müllbeutel nicht liegenlassen
  • Einkäufe immer auf mitgebrachte Schädlinge kontrollieren
  • gebrauchte Verpackungen sofort entsorgen
  • im Urlaub den Koffer kontrollieren, zu Hause dann nochmals.

Bekämpfung der Schaben (Deutsche Schabe)

Auch wenn man die Deutsche Schabe nicht gleich sieht, bemerkbar macht sie sich durch einen muffigen, relativ unangenehmen Geruch, der sich in den befallenen Räumen ausbreitet. Verantwortlich dafür sind Pheromone, die durch die Hinterleibsdrüse abgesondert werden. Bemerkt man die ersten Anzeichen  von Befall, dann ruhig Blut. Die Widerstandsfähigkeit der Deutschen Schabe ist relativ gering, genauso wie ihre Lebensdauer. Auch überträgt

sie bei Weitem nicht so viele Krankheiten wie die Gemeine Küchenschabe oder Kakerlake. Anders sieht es bei einem Befall von Berufsstätten aus wie Großküchen, Kindergärten etc. Hier kommen viele Menschen zusammen, diese idealisieren die Lebensbedingungen der Schabe. Eine sofortige Bekämpfung ist in diesem Falle gesetzlich geregelt.

Wer die Deutsche Schabe bekämpfen möchte, der sollte sich ausreichend über die Tiere informieren. Bei einem ersten Verdacht kann in bestimmten Läden eine Art Klebefalle erworben werden, die mit einem Lockstoff ausgerüstet sind, der die Tiere magisch anzieht. Kleiner Tipp: Sinnvoll ist es, mehrere Fallen an verschiedenen Plätzen des Wohnbereiches aufstellen. Mit dieser Methode kann man zwar die Schabenpopulation etwas eindämmen, einen Effekt auf Eiergelege oder das Nest selbst hat dieser Vorgang aber nicht. Anhand der gefangenen Exemplare lässt sich aber rasch feststellen, um welche Art von Schaben oder Kakerlaken es sich handelt.

Ist sicher, dass die Deutsche Schabe für den Befall verantwortlich ist, kann diese nun ganz gezielt bekämpft werden. Sogenannte Köderfallen sind ebenfalls im Fachhandel erhältlich. Diese werden an Orten platziert, die von der Deutschen Schabe mit Vorliebe frequentiert werden wie zum Beispiel Vorratskammern, der Spülbereich der Küche sowie dunkle Ecken und Nischen. Wichtig ist, die Köderfalle so nah wie möglich an das Nest zu bringen. Die Schaben essen das Gift und transportieren es auf diese Weise zu dem Nest. Andere Schaben kommen damit in Kontakt und sterben ebenfalls.  Damit die Methode auch wirksam ist, müssen die Köderfallen mehr als 3 Monate am Platz stehen bleiben, denn es kann einige Wochen dauern, bis alle Schädlinge umkommen. Nachdem die erste Generation der Schaben tot ist, können immer noch ihre Eier schlüpfen. Erst wenn das Nest komplett besiegt ist, ist man die Quälgeister wirklich los.

Während die Fraßgifte ausgelegt werden, ist Großreinemachen angesagt. Den Schaben müssen jegliche andere Nahrungsquellen entzogen werden. Dazu gehört, jeden Ecke und jedes eventuelle Versteck gründlich zu reinigen. Dazu gehören auch schwer zugängliche Bereiche unter Schränken oder Waschbecken. In jeder noch so kleinen Ritze können die Schädlinge ihre Eier verteilt haben. Der Entzug der Nahrung ist er erste wichtige Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Bekämpfung. Im Fachhandel sind Sprays erhältlich, die sich problemlos in schwer zugängliche Zwischenräume sprühen lassen.

Bekämpfung von Kakerlaken (Gemeine Küchenschabe)

Die Gemeine Küchenschabe gilt als äußerst widerstandsfähig und genau das macht sie so gefährlich. Sie übersteht große Temperaturschwankungen, ernährt sich von alles und jedem und gilt als größter Hygieneschädling. Ihr wird nachgesagt, dass sie selbst einen Atomkrieg überstehen würde und damit sogar den Menschen überlebt.  Bei der Bekämpfung der Kakerlake sollten zuerst wieder Klebefallen ausgelegt werden, um genau zu erkennen, welche Schädlingsart sich ausgebreitet hat. Sollte es tatsächlich die Gemeine Küchenschabe sein, kommt man mit einfachen Köderfallen nicht sehr weit. Die Kakerlaken finden in Wohnräumen ideale Lebensbedingungen vor. Beheizte Räume schaffen Wohlfühltemperaturen, Wasser ist immer vorhanden, Küchenabfälle oder Verpackungen dienen als Nahrungsquelle. Im Notfall fressen Kakerlaken auch geschwächte Mitgenossen. Sie zwängen sich durch alle Ecken und Ritzen und gelangen auf Grund ihrer Schnelligkeit in jedem Raum. Als Erste-Hilfe-Maßnahme können alle Ritzen mit einem Dampfreiniger bearbeitet und dann geschlossen werden. Meist breiten sie sich aber so rasant aus, dass man in diesem  Fall nicht ohne  professionelle Hilfe weiterkommt. Eine  Kakerlakenbeseitigung durch den Fachmann bereitet dem Spuk ein rasches Ende.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkannt man, dass Kakerlaken oder Schaben im Wohnbereich vorhanden sind?
Die schnellen Tierchen werden ganz selten gesehen, aber sie hinterlassen Spuren. Diese können ganz unterschiedlich ausfallen. Zum einen können Krümel am Boden, die wie Kaffeepulver aussehen, Ausscheidungen der Tiere sein. Auch Fraßspuren an Verpackungen oder ein muffiger Gestank, der durch die Pheromone entsteht, sind Anzeichen für ein Vorhandensein der Krabbler.

Wenn ein Kakerlakenbefall festgestellt wird, wer übernimmt die Kosten des Kammerjägers?
Vermieter sind immer verpflichtet, ihre Wohnungen schädlingsfrei zu vermieten. Ist eine Ausbreitung der Schädlinge über mehrere Wohnungen erfolgt, dann hat der Vermieter die Kosten für die Bekämpfung zu übernehmen.

Wie bereitet man sich auf eine Kakerlakenbekämpfung vor?
Zuerst sollten in allen behandelnden Räumen sämtliche Nahrungsreste entfernt werden. Danach wird eine Grundreinigung aller Oberflächen, Böden sowie Geräte und Küchenzeilen durchgeführt. Im Anschluss daran müssen alle sichtbaren Kokonreste, Ausscheidungen sowie Eipäckchen mit einem  Staubsauger entfernt werden. Der Staubsaugerbeutel ist danach umgehend zu entsorgen.