Maden in der Biotonne bekämpfen - die besten Hausmittel


KompostDie Temperaturen klettern und die Natur erwacht mit all ihren Facetten. Doch mit der warmen Sommerzeit kommen auch unerwünschte Schädlinge zurück, wie beispielsweise Schmeiß- und Stubenfliegen. Biotonnen sind in dieser Zeit ein besonderer Magnet für die geflügelten Plagegeister. Durch den langsamen Zersetzungsvorgang und den dabei entstehenden Faulgasen bieten besonders die Mülltonnen den Fliegen eine ergiebige Nahrungsquelle und ideale Brutstätte. Mit einfachen Hausmitteln können Sie die Maden in der Bio-Tonne jedoch wirkungsvoll und dauerhaft bekämpfen. Anstelle von chemischen Insektiziden kommen hierbei Salz, Kalk und Sägespäne zum Einsatz.

Steckbrief
  • Fliegenlarven besitzen stummelartige Beine, mit denen sie sich fortbewegen.
  • Bevorzugte Brutstätte für einige Zweiflügler-Arten sind Fleisch, Käse und Aas.
  • Bereits kurze Zeit nach der Eiablage können die Maden schlüpfen.
  • Maden und adulte Tiere können schädliche Mikroorganismen übertragen, welche auch den Menschen gefährlich werden.
  • Von Larven befallene Nahrungsmittel sind nicht mehr für den Verzehr geeignet.

Vermeidung von Maden

Allein ihr bloßer Anblick ruft bei vielen Menschen ein Ekelgefühl und Gänsehaut hervor. Doch so abstoßend Stubenfliegen auch sein mögen, in der freien Natur besitzen die Tiere eine unverzichtbare Rolle, sind sogar von hohem ökologischem Nutzen. Die Nachkommen der Stubenfliegen tragen zur Zersetzung von organischem Material bei. So verschwinden beispielsweise Tierkadaver oder verrottendes Obst innerhalb kürzester Zeit und werden mithilfe der Fliegenlarven zu wertvollen Nähr- und Mineralstoffen umgewandelt. Auch in der Forensik und bei medizinischen Anwendungen sind die Maden zu einem wertvollen Hilfsobjekt geworden.

Fliegenlarven in der eigenen Mülltonne sind jedoch ein verzichtbares Übel. Besonders in den heißen Sommermonaten steigt die Gefahr, dass der Inhalt von Müll- und Biotonne Fliegen anlockt, welche als Gastgeschenk ihre Eier hinterlassen. Innerhalb kürzester Zeit schlüpfen aus diesen dann die ekelhaft aussehenden Maden, welche sich am Inhalt der Tonnen gütlich tun. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen beginnt dieser Zyklus bald von neuen und die nächsten Generationen von Maden und Fliegen sind an und in den Tonnen anzutreffen. Wie immer, wenn Schädlinge ins Spiel kommen, gilt jedoch auch hier: Vorbeugen ist besser, als bekämpfen. Mit einfachen Mitteln können Sie bereits im Vorfeld verhindern, dass die Fliegen zur Eiablage kommen und die Maden ihre Biotonne bevölkern. Küchenabfälle

Küchenabfälle einwickeln

Häufig ist es unvermeidbar, Essensreste in der Mülltonne zu entsorgen. Natürlich haben Fleisch- und Wurstwaren normalerweise nichts in der Biotonne verloren. Doch bereits der verlockende Geruch von faulenden Bananen- oder Orangenschalen lockt die geflügelten Schädlinge an. Wickeln Sie Biomüll in Zeitungspapier ein oder verwenden Sie spezielle, kompostierbare Tüten. Illustrierte und Plastiktüten sind für diesen Zweck allerdings vollkommen ungeeignet. Ein weiterer Vorteil: Überschüssige Flüssigkeit wird in diesem saugfähigen Material gebunden und lagert sich somit nicht als stinkende und schmutzige Brühe in der Biotonne ab.

  Tierische Produkte haben weder auf dem Kompost noch in der Biotonne etwas verloren. Wickeln Sie diese in Zeitungspapier ein und entsorgen Sie alles komplett über die Restetonne.

Standort

Auch der richtige Standplatz der Bio- und Mülltonnen kann erheblich zu einer Minimierung


des Madenbefalls beitragen. Meiden Sie einen Ort in der prallen Sonne, denn dieser führt zu einer Wärmebildung im Inneren der Tonnen und fördert die Zersetzung und Verwesung des Inhalts.

Hygiene


Auch nach erfolgter Leerung der Biotonne sind noch Reste vorhanden. Diese zersetzen sich weiter und sind eine ideale Brutstätte für Maden und Krankheitserreger. Reinigen Sie die leeren Tonnen mit einem Hochdruckreiniger oder, sofern Sie kein derartiges Gerät zur Hand haben, mit einem Gartenschlauch. Porentiefe Reinheit muss nicht sein, verzichten Sie dabei auch auf den Einsatz aggressiver, chemischer Mittel.
  • BiotonneDurch gründliches Ausspülen mit Wasser Essensreste entfernen.
  • Die Reinigung auch bei kühlen Temperaturen und Regen durchführen.
  • Kopfüber die Tonne einige Stunden lang trocknen lassen.
  • Mit verdünnter Essigessenz den Deckel und Rand großzügig abwischen.
Der penetrante Geruch von Essig, der für menschliche Nasen schnell verfliegt, hält Fliegen fern und durch die Reinigung entfernen Sie Krankheitserreger und Eier gleich mit.

Verschließen


Achten Sie darauf, dass der Deckel der Biotonne immer richtig schließt, sodass durch etwaige Öffnungen keine Fliegen in das Innere gelangen können. Im Fachhandel erhalten Sie auch einen speziellen Dichtgummi dafür.

Fliegengitter


Die vorbeugenden Maßnahmen vor Madenbefall fangen nicht erst bei der Mülltonne an. Denn die besten Vorkehrungen helfen nichts, wenn Sie die Fliegeneier bereits mit dem Biomüll in die Tonne werfen. Bringen Sie Fliegengitter an den Fenstern an und verschließen Sie auch im Haus die Biotüten und den -Mülleimer.

Gartenabfälle

Verwenden Sie trockenes Material, wie beispielsweise Katzenstreu oder angewelkten Rasenschnitt, um feuchte Lebensmittel in der Biotonne damit abzudecken. Auch Holzeinstreu von Kaninchen und Mäusen hat sich dafür bewährt. Idealerweise werden die trockenen Abfälle immer wieder als "Zwischenmaterial" zwischen die anderen Bio-Reste gestreut.

Duftstoffe
Lavendel

Mit dieser Methode können Sie zumindest einen Großteil der geflügelten Plagegeister und deren Nachkommen fernhalten. Verwenden Sie einen Baumwollstoff und beträufeln Sie diesen mit Essig, Orangen, Lavendel- oder Teebaumöl. Bringen Sie den Stoff im Innenbereich des Deckels an und erneuern Sie die Duftstoffe regelmäßig.
Regelmäßige Leerung: Auch viertel- oder halbgefüllte Bio-Tonnen sollten zu den regelmäßigen Abfuhr-Terminen an den Straßenrand gestellt werden. Damit verhindern Sie nicht nur eine unnötige Geruchsbelästigung, sondern bieten gleichzeitig den Fliegen auch keine paradiesische Brutstätte.

Maden-Deckel


Ein spezieller "Bio-Filterdeckel" schließt die eigene Tonne ab und verhindert durch einen Enzym-Filter das

Entweichen von Faulgasen. Das Filtermaterial muss erst nach etwa 2 Jahren ausgewechselt werden. Besonders gut geeignet für Biotonnen, welche an einem sonnigen Standort oder in direkter Nähe zum Wohnhaus stehen. Den Maden-Deckel erhalten Sie günstig im Internet oder in gut sortierten Bau- und Gartenmärkten.

Mittel zur Bekämpfung

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Fliegen in der warmen Jahreszeit nicht vollständig von Biotonnen fernhalten. Das Entfernen der Maden ist nicht kompliziert, jedoch müssen Sie den eigenen Ekelfaktor überwinden und sorgfältig vorgehen, um Eier mitsamt dem bereits geschlüpften Nachwuchs komplett zu beseitigen. Die besten Hausmittel gegen Maden in der Biotonne sind folgende:
Branntkalk:

Dieser Name kommt nicht von ungefähr. Denn in Verbindung mit Wasser wirkt diese Kalksorte ätzend. Besondere Vorsicht ist deswegen bei der Anwendung und der Dosierung geboten:
  • Branntkalk nur in geringen Mengen verwenden.
  • Auch das Material der Tonne kann bei der Anwendung Schaden nehmen.
  • Mund- und Atemschutz dabei tragen.
  • Handschuhe sind ebenfalls unverzichtbar.
  • Die Maßnahme nicht in geschlossenen Räumen durchführen.
Doch auch herkömmlicher Kalk und Gesteinsmehl wirken bei einem bereits bestehenden Fliegenlarven-Befall. Die Materialien, welche im Baumarkt und Gartencenter erhältlich sind, lassen die Maden buchstäblich austrocknen. Kalk hat sich auch auf dem Kompost bewährt, um den Verrottungsprozess zu beschleunigen und um unliebsame Besucher wie Ratten fernzuhalten.

Natürliche Fressfeinde

Einige Menschen zahlen Geld für den Erwerb von Fliegenmaden. Denn die proteinreichen Larven sind begehrtes "Lebendfutter" für eine Vielzahl von Reptilien, Fischen und Raubinsekten. Wenn Sie selbst eines dieser exotischen Tiere halten, so züchten Sie im Sommer das Futter doch einfach selbst. Es mag verlockend erscheinen, den Deckel der Bio-Tonne für Vögel offen zu lassen. An einem ungestörten Standort nutzen die geflügelten Gartenbewohner das reichhaltige Essensangebot. Jedoch lockt ein unbegrenzt freier Zugang zum Inhalt der Bio-Tonne weitere Fliegen, so wie im ungünstigsten Fall auch Ratten und Marder an. Sinnvoller wäre es, die Tonne für 1 oder 2 Stunden am frühen Morgen offen stehen zu lassen.

Salz

Ähnlich wie Kalk entzieht auch Salz den Maden die wertvolle Körperflüssigkeit und trocknet diese aus. Als erste wirkungsvolle, sofortige Gegenmaßnahme hat sich das Mittel auf alle Fälle bewährt. Streuen Sie das Salz großzügig über die Maden im Deckel und über den Inhalt der Bio-Tonne. Um es gezielter auszubringen, können Sie das Gewürz auch in Wasser auflösen und mittels eines Wasserzerstäubers über die Larven sprühen.

Fliegenfallen

FliegenUm die Fliegen an der Eiablage in oder an der Eiablage zu hindern, können Sie mit einfachen Mitteln aus dem Haushalt eine flüssige Fliegenfalle zusammenstellen. Aus einer Mischung aus 2 Teilen Wasser, 3 Teilen Fruchtsaft und einem Teil Essig und einigen Tropfen Spülmittel wird ein verlockender, aber tödlicher Cocktail für die fliegenden Plagegeister zusammengestellt. Auch eine Mischung aus 50 Milliliter Wasser und Zucker hat sich gegen die Fliegen bewährt. Die Tiere ertrinken in dem klebrigen Sud und es kommt erst gar nicht zur Maden-Plage. Stellen Sie die Behältnisse in der direkten Nähe zur Bio-Tonne auf. Diese Bekämpfungsmaßnahme sollten Sie allerdings nur ergreifen, wenn Ihre Tonne sowieso bereits ein magischer Anziehungspunkt für Fliegen geworden ist.

Wirkungsvolle aber verzichtbare Mittel

Die Bekämpfung von Maden mit Hausmitteln ist häufig aufwendig, wie beispielsweise das Ausspülen der Tonne nach jeder Leerung oder das Einwickeln der Abfälle in Zeitungspapier. Der Griff zu chemischen Produkten ist deswegen häufig überaus verlockend. Auch wenn Sie der Anblick von Maden in der eigenen Bio-Tonne in Panik versetzt, so verzichten Sie auf den Einsatz von Insektiziden. Viele dieser Mittel wirken nicht nur toxisch auf Insekten und deren Nachkommen, sondern sind auch eine potenzielle Gefahr für Menschen und Vierbeiner. Ein weiterer Grund: Insektizide sind im Erdreich häufig nicht schnell genug abbaubar. Nur wenig Zeit wird auf der Deponie aufgewandt, um den organischen Müll in nährstoffreichen Humus umzuwandeln. Falsch eingesetzt oder überdosiert bleiben die Giftstoffe noch lange im verrotteten Bio-Müll erhalten. Wenn Sie regelmäßig Maden in den Mülltonnen vorfinden, müssten Sie auch öfter das Insektizid wechseln. Denn die gefräßigen Larven entwickeln innerhalb kürzester Zeit eine Resistenz gegen das Mittel und geben diese auch an die nachfolgenden Generationen weiter.

  Lassen Sie sich beim Kauf eines Bio- oder Insektizids für Biotonnen deswegen genaustens im Fachhandel beraten und wenden Sie die Produkte strikt nach Anleitung an.

Häufig gestellte Fragen

Könnte man statt der braunen Bio-Papiertüten auch kompostierbare Plastiksäcke verwenden, um Maden zu vermeiden?
Der Einzelhandel macht so manchen Trend mit. Mittlerweile können Sie vielerorts kompostierbare Biokunstoff-Mülltüten käuflich erwerben. Die Beutel werden aus Mais gefertigt und verrotten innerhalb weniger Wochen - sofern eine große Hitzeeinwirkung vorhanden ist - vollständig. Ob diese Bio-Mülltüten sinnvoll sind, ist heftig umstritten. Nicht in allen Städten und Gemeinden ist auch die Verwendung dieser Beutel zugelassen. Etwa 12 Wochen benötigt das Material bis zu seiner vollständigen Zersetzung. Die Kompostierungsanlagen müssen jedoch wirtschaftlich arbeiten und somit steht dem organischen Müll erheblich weniger Zeit zur Zersetzung zur Verfügung. Mit viel Aufwand und Kosten müssen die noch vorhandenen Bio-Tüten aus dem Humus heraussortiert werden. Entscheiden Sie selbst, ob Sie diese Materialien in Ihrer Bio-Tonne einsetzen möchten.

Wie sinnvoll ist die Verwendung von herkömmlichem Insektenspray bei der Bekämpfung von Maden?
Wie bei anderen chemischen Produkten gilt: Hände weg oder zumindest nur im äußersten Notfall verwenden. Mit gesprühten Insektiziden erwischen Sie häufig nur einen Bruchteil der Larven, darüber hinaus sind die Mittel hochgradig giftig. Besonders in der Nähe der Bio-Tonne haben diese chemischen Stoffe nichts zu suchen.