Schneckenkorn richtig anwenden - Hersteller und Haustiere

Schneckenkorn im Garten ausstreuenSchneckenkorn ist hilfreich im Kampf gegen die schleimigen Plagegeister, die ganze Beete kahl fressen können. Allerdings gibt es recht unterschiedliche Produkte, die sich hauptsächlich durch ihren Wirkstoff unterscheiden. Einige von diesen sind sehr umstritten, da sie auch auf andere Lebewesen schädliche Einflüsse haben. Bienen, Vögel, Igel und auch Haustiere wie Hunde und Katzen können ebenfalls sterben. Die Nervengifte sind nicht ohne und viele Gartenbesitzer gehen sehr sorglos mit ihnen um. Was es in Bezug auf die Anwendung von Schneckenkorn zu beachten gibt und wie man es richtig macht, haben wie für Sie zusammengetragen. Lesen Sie weiter!

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schneckenkorn?

Schneckenkorn ist ein Ködermittel für Schnecken. Es zieht die schleimigen Kriecher an. Bei Berührung oder bei Aufnahme (fressen) werden die Wirkstoffe freigesetzt. Die Schnecken verenden. Die meisten Schneckenkorn-Mittel wirken sowohl gegen Nacktschnecken, als auch gegen Gehäuseschnecken, wie beispielsweise die geschützte Weinbergschnecke. Man unterscheidet Fraß- und Kontaktgifte. Viele Schneckenkorn-Produkte sind nicht regenfest. Das ist ein großer Nachteil, vor allem in sehr nassen Zeiten, gerade, wenn die Schnecken dadurch zur Plage werden.

Zusammensetzung – Wirkstoffe

In der Regel wird zwischen drei Wirkstoffen unterschieden:

Eisen-III-Phosphat
  • Becher mit SchneckenkornVerursacht Zellveränderungen im Kropf und Mitteldarm
  • Schneller Fraßstopp nach Köderaufnahme
  • Schnecken ziehen sich zum Sterben in ihre Höhlen zurück
  • Es gibt keine Ausschleimung, keine Schleimspur
  • Wirkstoff wird in der Erde in die Pflanzennährstoffe Eisen und Phosphat umgewandelt
  • Gutes Produkt – Neudorff Ferramol
Metaldehyd
  • Schädigt schleimbildende Zellen
  • Dadurch wird der Hautschutz der Schnecken zerstört
  • Verdauung und Fortbewegung werden verhindert
  • Zellmembranen und Organellen werden geschädigt
  • Zerstört Schleimzellen
  • Die Schnecken versuchen durch Ausschleimen, den Wirkstoff


    auszuscheiden. Das gelingt aber nicht.
  • Sie sterben an Ort und Stelle
  • Wirkstoff wird in der Erde biologisch zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut
  • Mittel – Limex - Celaflor
Methiocarb
  • Greift das Nervensystem der Schnecken an
  • Die Tiere werden erst hyperaktiv
  • Schnell verlieren sie den Muskeltonus
  • Sie sterben an Ort und Stelle
  • Mittel – Bayer Mesurol 
Metaldehyl- und methiocardhaltige Mittel stehen in Verdacht, auch für andere Lebewesen, insbesondere für Regenwürmer, Bienen, Igel und Vögel schädlich zu sein. Es wurden auch Vergiftungsfälle von Hunden und Katzen bekannt. Eisen-III-Phosphat ist dagegen sehr biologisch und wurde auch von der Zeitschrift Ökotest mit sehr gut bewertet.

  Der Wirkstoff Methiocarb ist sowohl für Tiere, als auch für Menschen giftig. Bei unsachgemäßer Anwendung kann das Gift auch ins Grundwasser gelangen. Mittel auf dieser Basis sind nicht zu empfehlen. Die Schnecken sondern bevor sie sterben noch jede Menge giftigen Schleim ab. Dieser kann natürliche Fressfeinde wie Igel, Vögel, Kröte und Spitzmaus töten. Auch Haustiere und Kinder sollten damit nicht in Kontakt kommen. Die Giftstoffe wurden auch schon in Gemüse nachgewiesen, die Mittel sind also meiner Meinung nach wirklich nicht empfehlenswert.

Anwendung von Schneckenkorn

Schnecke am SchneckenkornSchneckenkorn ist leicht anzuwenden. Man sollte sich immer an die Packungsbeilage halten. Dort stehen die genauen Dosen und wie man es macht.
  • Schneckenkorn muss so früh wie möglich angewendet werden, bevor die Tiere sich zu stark vermehren.
  • 18 bis 40 Korn je Quadratmeter sind in der Regel ausreichend, aber natürlich sollte unbedingt die Packungsbeilage beachtet werden.
  • Die Körner werden zwischen den Pflanzen ausgestreut oder ausgelegt.
  • In jedem Fall sparsam verwenden!!!
  • Gleichmäßig über die Fläche verteilen!
  • Keine Häufchen bilden!
  • Bei Methiocarb und Metaldehyl sind maximal zwei Anwendungen je Befall erlaubt.
  • Zwischen den Anwendungen sind 14 Tage Wartezeit einzuhalten!
  • Bei Mitteln auf Eisen-III-Phosphat-Basis nutzt man etwa 5g/m², in etwa einen gehäuften Teelöffel voll
  • Diese Mittel dürfen bis viermal pro Saison angewendet werden
  • Die beste Zeit, Schneckenkorn auszubringen, ist abends. Dann werden die Schnecken aktiv und kommen aus ihren Verstecken. 
  • Am besten Dosierhilfe nutzen. Sie ist in vielen Packungen enthalten. 
  • Unbedingt mit Handschuhen arbeiten!
  • Reste in Packungen gut sichern und vor Kindern geschützt lagern!

Vorteile von Eisen-III-Phosphat

Ich bin kein Freund von Gift im Garten, nicht nur, weil ich einen kleinen Hund habe. Wenn ich aber müsste, würde ich mich für ein Mittel mit diesem Wirkstoff entscheiden, denn es scheint mir die ungefährlichste Variante für andere Lebewesen und für die Natur allgemein.
  • Eisenphosphat ist eine Verbindung, die auch

    natürlich im Boden vorhanden ist, wenn auch nicht so konzentriert.
  • Die Pellets quellen beim Kontakt mit Bodenfeuchtigkeit und Regen zwar auf, sie bleiben aber formstabil und weiterhin attraktiv für die Schnecken
  • Bei Trockenheit geht das Korn in den Ausgangszustand zurück.
  • Sehr schimmelfest
  • Kein Ausschleimen der Schnecken
  • Gutes Umweltprofil
  • Ungiftigkeit
  • Bei Gemüse keine Wartezeiten vor der Ernte
  • Gut für naturnah orientiertes Gärtnern, wenn nicht auf Schneckenkorn verzichtet werden kann

Nachteile von Eisen-III-Phosphat

Wie überall im Leben gibt es nicht nur positives zu berichten. Der Wirkstoff oder die Mittel haben auch einige Nachteile, aber im Vergleich zu den Vorteilen sind es wirklich wenig.
  • Um zu verenden, muss eine Schnecke genügend Körner aufnehmen.
  • Eine ausgewachsene Wegschnecke benötigt etwa 20 der kleinen Körner (Ferramol).
  • Man muss regelmäßig nachstreuen.

  Schnecken lieben Brekkies, das Katzenfutter. Damit kann man sie prima anlocken. Auch Basilikum ist geeignet. Man mischt die Schneckenkörner mit den Brekkies und platziert sie unter einem Dachziegel oder etwas ähnlichem. Hierher ziehen sich die Schnecken gern zurück und fressen sich voll. Deshalb muss immer wieder kontrolliert und nachgefüllt werden. Natürlich nicht viel Katzenfutter verwenden, sonst reicht die Dosis Gift nicht. Diese „Schneckenfalle“ hat auch den Vorteil, dass Weinbergschnecken nicht unter den Dachziegel gelangen und somit geschützt sind. Ihre Häuser passen nicht darunter.

Hersteller

Es gibt zahlreiche verschiedene Produkte. Je nach Hersteller unterscheiden sich Wirkstoff, Wirkungsstärke, Packungsgröße, Preis und eben die Hersteller.

Bayer
  • Biomol – Wirkstoff Eisen-Ortho-Phosphat
  • Mesurol – Wirkstoff Methiocarb
  • Schneckenkorn Protect – Wirkstoff Metaldehyd
Compo
  • Schneckenkorn – Wirkstoff Metaldehyd
  • Bio Schneckenkorn – Wirkstoff Eisen-III-Phosphat
Celaflor
  • Limex – Wirkstoff Metaldehyd
Neudorff
  • Ferramol – Wirkstoff Eisen-III-Phosphat

Schneckenkorn und Haustiere

Schneckenkorn in einem BecherEs kursieren recht viele Berichte im World Wide Web, in denen von Vergiftungen und auch Todesfällen von Haustieren berichtet wird. Ich selbst bin Hundebesitzer und würde daher sowieso nie auf solche Mittel zurückgreifen, aber wir haben in unserem recht sandigen Boden damit auch kein Problem. Man muss auf alle Fälle unterscheiden. Nicht jedes Schneckenkorn stellt eine Gefahr für unsere Vierbeiner dar. Metaldehyd und Methiocarb würde ich keinem Tierbesitzer empfehlen und auch keinen Familien mit Kindern, die im Garten spielen. Da müssen Alternativen her. Eisen-III-Phosphat ist aber anders. Zwar können auch hier Vergiftungen auftreten, aber nur, wenn gleich ganze Packungen gefressen werden. Das muss man eben verhindern. Die kleinen Mengen sollen ungefährlich sein, das wird immer wieder bestätigt.
Mir ist das alles nichts. Mein Hund wiegt nur 2 kg, da reicht vielleicht doch eine geringe Dosis. Ich lasse es, aber es ist das unbedenklichste Wirkstoffprinzip und man kann es meiner Meinung nach probieren.

Alternativen zu Schneckenkorn

Schneckenkorn ist leicht anzuwenden und wird deshalb gern genutzt. Es gibt aber Alternativen. Einige haben einen deutlich höheren Aufwand, aber man kommt auch ans Ziel. Beharrlichkeit und rechtzeitiges Eingreifen, bevor es zur Schneckenplage kommt, das sind hier die zwei wichtigsten Dinge.
  • Bierfallen aufstellen
  • Schneckenzaun anbringen
  • Schneckenkragen um einzelne, besonders bedrohte Pflanzen
  • Salathauben, hier muss verhindert werden, dass die Schnecken unten durchkriechen können. Deshalb muss Erde angehäufelt werden.
  • Absammeln, immer morgens
  • Natürliche Fressfeinde fördern – Igel, Frösche, Eidechsen, Blindschleichen, Spitzmäuse
  • Laufenten lösen das Schneckenproblem, sind aber nicht in jedem Fall eine gute Wahl. Man muss schon Platz haben und den Enten das gesamte Jahr über ein gutes Zuhause bieten können, vor allem auch mardergeschützt.

  Ein Prof. Dr. Jan-Peter Frahm vom Botanischen Institut der Universität Bonn hat eine tier- und umweltfreundliche Methode gefunden, Schnecken auszutricksen. Man muss die Pflanzen mit einer Lösung aus Lebermoosextrakt und Wasser besprühen. Schnecken meiden die so behandelten Pflanzen wie die Pest. Sie gehen selbst dann nicht ran, wenn es sonst nichts zu fressen gibt. Einen Nachteil hat die Methode. Der Schutz muss nach Regen erneuert werden.
Lebermoosextrakt hilft auch bei anderen Problemen. Es ist ein ausgesprochen vielseitiges Produkt, dient auch der Pflanzenstärkung. Das Moos wird allerdings mit reichlich Alkohol angesetzt. Der Alkoholprozentsatz liegt meist bei 70 Prozent, aber es wird ja verdünnt. Dadurch ist der Preis auch niedrig. Wenn man mit so einfachen Mitteln den Schnecken beikommen kann, sollte man auf Gift verzichten!


  • Ein simples Brett kann auch helfen, Schnecken zu bekämpfen. Es wird einfach mitten in die Schneckenregion gelegt. Die Plagegeister suchen tagsüber darunter Schutz und können so problemlos abgesammelt werden.

Schneckenbefall vorbeugen

Man kann schon vorbeugen, aber ganz verhindern kann man Schnecken im Garten kaum, da sie ja auch ständig einwandern können. Oft werden die Eier auch mit gekauften Pflanzen eingeschleppt. Man muss es den Plagegeistern aber nicht zu einfach und bequem machen. Wenn sie sich nicht richtig wohl fühlen, suchen sie sich eine andere Bleibe, vielleicht beim Nachbarn?
  • Nie abends gießen. Nachts sind die Schnecken aktiv. Wenn es dazu feucht ist, ist das für sie paradiesisch.
  • Nur nach Bedarf gießen, nicht regelmäßig. Boden gut abtrocknen lassen.
  • Saatbeete mit feiner Krümelstruktur anlegen. Da fühlen sich Schnecken nicht so wohl.
  • Boden immer locker halten, das zerstört die Schlupfwinkel. Im Frühjahr und Herbst ist dies besonders wichtig, weil dann die Eigelege der Schnecken im Boden überwintern und zerstört werden können.
  • Kein Unkraut zulassen, immer schnell entfernen.
  • Schneckenzäune
  • Tiefe Bodenbearbeitung im späten Herbst, nach der Eiablage
  • Nach den ersten Frösten den Boden gut lockern, das zerstört die Schneckenbrut.
  • Kauf von schneckenresistentem Saatgut.
  • An sehr sonnigen Plätzen aussäen.
  • Kies oder ähnlich raue Materialien zwischen den Beeten
  • Zwischenpflanzung von schneckenabweisenden Pflanzen wie Pfefferminze, Thymian und Knoblauch
  • Pflanzen mit Lebermoosextrakt besprühen
  • Boden nicht zu feucht halten
  • Bei Mulchbelag Quarzsand, Urgesteinsmehl oder zerbrochene Eierschalen untermischen

Häufige Fragen

Warum wirken Mittel auf Eisen-III-Phosphat-Basis oft nicht zuverlässig?
Die mangelnde Wirkung, die den Mitteln manchmal vorgeworfen wird, beruht ausschließlich darauf, dass die Menge zu gering dosiert war. Die Schnecken können nicht genügend fressen. Jede benötigt etwa 20 Körner. Wenn sie diese nicht aufnehmen, können sie die Vergiftung überleben.

Wirkt Ferramol auch gegen Weinbergschnecken?
Ja leider. Das Mittel unterscheidet nicht zwischen den einzelnen Schneckenarten. Allerdings haben Weinbergschnecken einen anderen Lebensraum und zeigen ein unterschiedliches Fressverhalten. Nacktschnecken bleiben auf dem Boden und fressen dort. Weinbergschnecken halten sich meist auf Pflanzen auf, oft in einer Höhe von über einem Meter. Sie mögen gemischte Kost. Deshalb fressen sie in der Regel nicht so viel von dem Schneckenkorn, dass sie daran sterben. Sie sind auch größer als Nacktschnecken, so dass sie eine größere Menge Korn benötigen.

Reicht es, Schneckenkorn nur um einzelne Pflanzen im Kreis auszustreuen, um diese speziell zu schützen?
Nein, das reicht nicht. Die erste Schnecke frisst ein Loch in diesen Kreis und die anderen Schnecken freuen sich, dass ihnen Tür und Tor geöffnet wurde. Schneckenkorn muss breitwürfig ausgestreut werden.