Thripse, Thysanoptera - Bekämpfung der Fransenflügler


Orchidee ist häufig von Thripsen befallenZu einem Befall kommt es vor allem während der kalten Jahreszeit bei zu trockener Heizungsluft, wobei warme und trockene Luft die Ausbreitung der Thripse noch begünstigen. Diese geflügelten oder flügellosen Insekten sind etwa 1-2 mm lang, je nach Art mit gelblichen bis schwarzen Querstreifen und haben eine längliche Form. Sowohl die Larven als auch die ausgewachsenen Tiere saugen den Pflanzensaft und geben dabei Speichelsekrete in die Pflanze ab, die dann zu Deformierungen der Blätter und Blüten und gegebenenfalls auch der Früchte führen und so enorme Schäden anrichten können.

Steckbrief
  • Fransenflügler sind 1-2 mm kleine geflügelte oder flügellose Insekten.
  • Sie haben meist eine gelbe bis schwarze Färbung.
  • An Zimmerpflanzen treten meist Drazänenthripse oder Blütenthripse auf.
  • Sie sitzen vermehrt unter den Blättern.
  • Flügel sind schmal und fransenartig behaart.
  • Sie verfügen über 3-9 gliedrige Antennen.
  • Sie besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge.
  • Der Name 'Blasenfüße' kommt von Haftblasen an ihren Füßen.
  • Diese dienen zum besseren Festhalten.
  • Thripse saugen sowohl Pflanzensaft als auch an Blattläusen und Milben.
Einen Befall erkennen

Ein Befall mit Thripse Thysanoptera zeigt sich an kleinen schwarzen Kothaufen und den Saugstellen mit gelblicher nadelstichartiger Sprenkelung die sich durch eindringende Luft später silbrig weiß verfärbt. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man gegebenenfalls die länglichen cremefarbenen Larven oder die erwachsenen Tiere an der Pflanze erkennen. Bei einem offensichtlichen Befall sollten schnellstmöglich Maßnahmen zur Bekämpfung ergriffen werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Bekämpfung durch Abwischen oder Abbrausen

Wird der Befall rechtzeitig bemerkt, kann man als erste Maßnahme die betreffende Pflanze isolieren und mit Wasser abbrausen, um eine Verbreitung des Fransenflüglers zu vermeiden. Um zu verhindern, dass der Schädling oder seine Larven auf das Substrat gelangen, sollte man die Erde mit einer Folie oder eine Plastiktüte schützen. Am besten stellt man den Topf in die Plastiktüte und verschließt diese, sodass der komplette Topf samt Substrat geschützt ist. Beim Abduschen müssen vor allem die Blattunterseiten gründlich behandelt werden. Mit dieser Methode kann der Befall bereits deutlich reduziert werden, vorausgesetzt, er war noch nicht zu weit fortgeschritten.

Thripse mit Pflanzensuden bekämpfen

Brennnesselsud

Brennnesseln sind ein natürliches Mittel, dass häufig zur Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen aber auch zur Pflanzenstärkung oder als pflanzliches Düngemittel verwendet wird. Zur Herstellung eines Pflanzensudes benötigt man Wasser, am besten Regenwasser und frisches oder getrocknetes Kraut. Dabei rechnet man auf 10 l Wasser entweder 1 kg frische oder 100-200 g getrocknete Brennnesseln. In der Regel entsprechen 100 g getrocknetes Kraut etwa 600-800 g Frischkraut. Diese frischen oder getrockneten Brennnesseln weicht man in Regenwasser ein. Nach 24 Stunden kocht man das Ganze etwa 20-30 Minuten auf. Danach lässt man das Gemisch abkühlen und gibt es durch ein Sieb. Der gewonnene Sud wird dann 1:10 mit Wasser verdünnt und die befallenen Pflanzen damit besprüht, was


in 14-tägigen Abständen mehrmals wiederholt werden sollte.Brennessel und Löwenzahn

Sud aus Zwiebeln oder Knoblauch

Um einen Sud aus Zwiebeln oder Knoblauch herzustellen, rechnet man auf 5 l Wasser etwa 500 g zerkleinerte Zwiebeln oder Knoblauchzehen, wobei man auch die Schalen verwenden kann. Man gibt Zwiebeln oder Knoblauch und Wasser in einem Topf und lässt das Ganze etwa 20 Minuten lang köcheln. Nach dem Abkühlen schüttet man den Sud durch ein Sieb und verdünnt ihn 1:10 mit Wasser. Nun kann er in eine Sprühflasche gefüllt und die Pflanzen damit besprüht werden. Auch diese Prozedur muss man mehrmals wiederholen.

  Bei Zwiebeln und Knoblauch unterscheidet man ebenso wie bei der Brennnessel zwischen einem Sud und einer Jauche. Während der Kräutersud zum Sprühen verwendet wird, wird mit Jauche gegossen. Die Jauche ist Düngemittel und wird vorbeugend gegen Schädlingsbefall eingesetzt.

Einsatz von Neemprodukten

  • Neemextrakte sind natürliche Wirkstoffe aus dem gleichnamigen Neembaum.
  • Je nach Pflanzenart wird der Wirkstoff von den Blättern aufgenommen.
  • Dabei werden sowohl Larven von Thysanoptera als auch erwachsene Tiere bekämpft.
  • Während der Behandlung sollten die Pflanzen nicht in der Sonne stehen.
  • Das Produkt Schädlingsfrei Neem muss im Wasser aufgelöst werden.
  • Damit werden befallene Pflanzen eingesprüht.
  • Neempresskuchen ist Pulver aus entölten Neemsamen.
  • Aus ihm kann eine Gießlösung hergestellt und damit gegossen werden.
  • Mit Neemöl sollte man vorsichtig sein.
  • Zu viel davon verstopft die Poren, darauf reagieren viele Pflanzen sehr empfindlich.
  • Möglich ist auch der Einsatz von entöltem Neempulver im Brühbeutel.
  • Dieses ist als Neemcoins oder Neemdiscs erhältlich.
  • Neemcoins sind eher für kleinere Topfpflanzen geeignet, Neemdiscs für größere.
  • Aus Neemcoins und Brühbeuteln werden Lösungen zum Gießen hergestellt.
  • Neemdiscs können auch unter die Blumenerde bzw. das Substrat gemischt werden.
  • Sie enthalten Kokosfasern und müssen vorher im Wasser aufquellen.

  Neemprodukte können sehr wirkungsvoll sein bei der Bekämpfung des Fransenflüglers, bei einem stärkeren Befall sind sie aber als alleinige Maßnahme meist nicht ausreichend. Bei hohen Temperaturen macht eine Behandlung mit diesen Produkten kaum Sinn, da der Spritzbelag zu schnell antrocknet und dadurch die Aufnahme durch die Pflanze behindert wird.

Natürliche Fressfeinde

Raubmilben

Amblyseius cucumeris und Amblyseius barkeri

AmeisenDiese beiden Raubmilbenarten wirken vor allem gegen Blütenthripse (Frankliniella occidentalis) und Tabakthrips (Thrips tabaci). Beide werden auch als Raubmilbenmischung angeboten. Sie stellen keine besonderen Ansprüche an die klimatischen Bedingungen und kommen mit normalen Raumtemperaturen

sehr gut zurecht. Wichtig ist nur eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 75 und 80 %. Dementsprechend sollte man die Pflanzen am besten regelmäßig mit Wasser besprühen. Bei einer Luftfeuchtigkeit unter 60 % und Temperaturen unter 15 oder über 35 Grad ist der Einsatz von Raubmilben in der Regel nicht Erfolg versprechend.
Diese beiden Raubmilben vernichten ausschließlich Blütenthripse im Jung- und Nymphenstadium, gegen die erwachsenen Tiere haben sie keine Chance. Da sie sich relativ langsam vermehren, sollte ihr Einsatz so früh wie möglich erfolgen. In geschlossenen Räumen können sie das ganze Jahr über eingesetzt werden. Diese Raubmilben werden meist in

kleinen Tütchen geliefert, die man sofort nach Erhalt im oberen Drittel der betreffenden Pflanzen anbringt. Die Tütchen werden so in die Pflanzen gehangen, wie sie sind, und sollten dort mindestens 8 Wochen hängen bleiben. Je nach Befallstärke muss ein derartiger Nützlingseinsatz in 6-wöchigem Abstand wiederholt werden.

  Bei der Verwendung von Raubmilben bietet sich der gleichzeitige Einsatz von sogenannten Blautafeln an. Mit ihnen lässt sich der Thripse-Befall gut überwachen.

Amblyseius californicus
Diese robuste Raubmilbenart wird meist zur Akutbehandlung eingesetzt. Ihr bereiten weder hohe Temperaturen Probleme noch kommt sie kurzzeitig auch mit einer geringeren Luftfeuchtigkeit zurecht. Die optimale Raumtemperatur für diese Raubmilbe liegt jedoch bei 24 Grad und die Luftfeuchte auch hier zwischen 75 und 80 %. Die Temperatur sollte möglichst nicht unter 8 Grad fallen und die Luftfeuchtigkeit nicht dauerhaft unter 50 %.
Die Raubmilbe Amblyseius californicus bekämpft Larven und Eier der Thripse und eignet sich auch für einen vorbeugenden Einsatz. Auch sie kann ganzjährig zum Einsatz kommen. Auch diese Nützlinge sollten unverzüglich nach Erhalt entsprechend ausgebracht werden. Begleitend können auch hier Blautafeln sehr hilfreich sein.

Hypoaspis miles und aculeifer

  • Diese Raubmilbenarten eignen sich besonders für einen vorbeugenden Einsatz.
  • Sie vertilgen ausschließlich Thripspuppen.
  • Auch sie sollten immer nach Herstellerangaben ausgebracht werden.
  • Wichtig ist eine Raumtemperatur zwischen 18 und 25 Grad.
  • Das Substrat sollte locker, gut durchlüftet und leicht feucht sein.
  • Temperaturen sollten nicht unter 15 und über 35 Grad liegen.
  • Das Substrat darf nicht zu nass sein.

Raubwanzen (Orius laevigatus und Orius majusculus)

Raubwanzen, auch Blumenwanzen genannt, vertilgen im Gegensatz zu Raubmilben auch die erwachsenen Thripse. Beide Arten sollten möglichst frühzeitig eingesetzt werden. Auch hier handelt es sich um lebende Tiere, sie sofort nach Lieferung ausgebracht werden sollten. Beide können auch vorbeugend zum Einsatz kommen. Empfehlenswert ist ein Einsatz von März bis Ende August bei Temperaturen zwischen 15 und 35 Grad und einer Luftfeuchte zwischen 60 und 95 %.

Florfliegenlarven Chrysoperla carnea

FlorfliegeAuch Florfliegenlarven können zur Bekämpfung der Thripse genutzt werden, am besten in Verbindung mit Raubmilben. Sie beginnen sofort nach dem Aussetzen mit ihrer Arbeit. Eine dieser Larven kann etwa 300 Thripse abtöten und lebt etwa 3 Wochen. Ist der Befall bereits stärker, ist es ratsam, vor dem Einsatz von Florfliegenlarven den Befall mit Spritzmitteln auf Rapsölbasis zunächst zu reduzieren. Eine Behandlung mit Florfliegenlarven sollte im Abstand von 2 Wochen mindestens drei Mal wiederholt werden. Für den Einsatz dieser Nützlinge sind Temperaturen von mindestens 16 Grad tagsüber und maximal 8 Grad nachts Voraussetzung.

Blautafeln (Klebetafeln)

Blautafeln sind vor allem dazu geeignet, einen Befall mit Thysanoptera frühzeitig zu erkennen, diesen zu überwachen aber auch zur Bekämpfung. Sie sind mit einem insektizidfreien und geruchlosen Leim beschichtet, auf denen die geflügelten Thripse kleben bleiben. Die blaue Farbe der Klebetafeln lockt die Insekten an.

  Der Leim dieser Blautafeln lässt sich problemlos mit Speiseöl oder handelsüblichem Reinigungsbenzin entfernen.

Chemische Mittel

Natürlich bietet der Fachhandel auch chemische Mittel an, die sowohl vorbeugend als auch zur Bekämpfung eingesetzt werden können und die eine gute Wirksamkeit aufweisen. Dazu gehören u.a. Schädlingsfrei Neem, Schädlingsfrei Eftol, Spruzit AF Schädlingsfrei oder Spruzit-Zimmerpflanzenspray. Nach einer Behandlung mit chemischen Pflanzenschutzmitteln muss in der Regel eine mehrwöchige Wartezeit eingehalten werden, bevor man beispielsweise Nützlinge einsetzen kann. Wurden diese Mittel nur gespritzt, kann auf eine Wartezeit verzichtet werden. Allerdings sollte man auf derartige Mittel möglichst verzichten und diese nur verwenden, wenn nichts anderes geholfen hat.

Einem Befall vorbeugen

Neben dem vorbeugenden Einsatz einiger Raubmilben- und Raubwanzenarten und einiger Neemprodukte kann man einem Befall auch entgegenwirken, indem man beispielsweise zusätzlich sogenannte Blautafeln aufhängt. Zusätzlich kann man die Raumtemperatur gegebenenfalls etwas herabsetzen oder die Luftfeuchtigkeit entsprechend erhöhen z.B. durch regelmäßiges Besprühen der Pflanzen mit Wasser, denn Thripse fühlen sich in trockener und warmer Umgebung besonders wohl. Außerdem bietet es sich an, die Pflanzen ab und zu gründlich abzuduschen, vor allem neu gekaufte Exemplare. Ansonsten sollte man immer für ausreichende Belüftung sorgen und die Zimmerpflanzen mit stärkenden Pflanzenbrühen gießen bzw. besprühen. Durch regelmäßige Kontrolle der Pflanzen, vor allem an den Blattunterseiten, kann ein Befall mit Thysanoptera frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden.

Häufig gestellte Fragen

Können Thripse auch Orchideen befallen?
Orchideen werden relativ oft befallen. Meist liegt es an einer zu geringen Luftfeuchtigkeit, denn Orchideen fühlen sich bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 % besonders wohl. Es ist ratsam, die Blätter der Orchideen regelmäßig mit Wasser zu besprühen, allerdings nicht die Blüten.

Wie kommt es zu einem Befall?
Oft schleppt man den Schädling beim Kauf neuer Pflanzen mit ein. In den meisten Fällen tritt er hauptsächlich durch ungünstige Standortbedingungen oder Pflegefehler auf. Dementsprechend sollte man die Ansprüche, die je nach Pflanzenart stark variieren können, unbedingt berücksichtigen. Stellt man dann doch einen Befall fest, sollte man betroffene Pflanzen schnellstens von den gesunden trennen und unverzüglich mit der Bekämpfung beginnen. Am erfolgversprechendsten ist das Ganze, wenn man die Ursache für den Befall findet und beseitigt.