Zikaden bekämpfen - Hilfe bei Schaum- und Rhododendronzikaden

ZikadeWer trockene Knospen an seinen Rhododendren entdeckt, Flecken auf den Blättern oder sogar unerwarteten Abfall der Blätter bemerkt, der hat unter Umständen einen lästigen Schädling in seinem Garten. Die Rhododendronzikade, Graphocephala fennahi, ist ein eingeschleppter Schädling, der nur den Rhododendron befällt. Hingegen ist die Schaumzikade, Philaenus spumarius, fast überall präsent. Als saugende Schädlinge schädigen sie unsere Pflanzen nachhaltig. Wie man sie am besten bekämpft, erklären wir Ihnen hier ausführlich und übersichtlich.

Steckbrief Rhododendronzikade
  • Graphocephala fennahi, aus der Familie der Rundkopfzikaden
  • Körperform länglich
  • 8 bis 9 mm groß
  • auffällige Färbung, kräftiges grün mit orangefarbenen Streifen, Flügelspitzen in violett
  • erzeugt pro Jahr eine neue Generation
  • Überwinterung erfolgt als Ei in der Knospe
  • beim Schlüpfen gelbliche Larven
  • durch mehrere Häutungen sind mehrfach im Jahr leere Larvenhüllen unter den Sträuchern
  • Zikaden können Pilzerkrankungen übertragen
Steckbrief Schaumzikade
  • Philaenus spumarius aus der Familie der Rundkopfzikaden
  • Größe bis zu 12,5 mm
  • Vorkommen überall bis auf Arktis und Antarktis
  • Farbe unauffällig strohfarben bis schwarz
  • grüne Larven leben einzeln in selbst erzeugtem Kuckucksspeichel, daher der Name Schaumzikade
  • wenig wählerisch in Bezug auf Wirtspflanzen, bevorzugt jedoch Obstbäume und Hecken
  • ist in geringem Auftreten kaum schädlich, wirkt jedoch optisch lästig
  • größere Populationen können durch das Saugen zu Verkümmerungen an den Pflanzen führen
  • alle Zikadenarten zeichnen sich durch lautstarke, anhaltende Gesänge aus
  • alle Arten gelten als Bioindikatoren für eine gesunde, intake Umgebung
Eigenschaften und Geschichte

Die Rhododendronzikade wurde erst 1978 erstmals eindeutig in Deutschland nachgewiesen. Es wird vermutet, dass sie in den 1930er Jahren über England in Europa eingeschleppt wurde. Eine der herausragenden Eigenschaften des Insekts ist die Lautstärke. Zikaden können sehr laut und anhaltend zirpen, was die Menschen in ihrer Umgebung als lästig empfinden. Gleichzeitig ist das Auftreten der bis zu 107 Dezibel lauten Gesänge ein sicheres Zeichen, dass sich in der Umgebung die Schädlinge aufhalten. Wer sich also durch das durchdringende Geräusch gestört fühlt, sollte dringend die eigenen Gartenpflanzen auf den Befall durch die Zikade untersuchen. Da der Rhododendron im Herbst bereits die Knospen für das kommende Frühjahr ausbildet, ist es hier notwendig, im Frühling die Pflanze auf möglichen Befall zu überprüfen.

Vorkommen und Auffälligkeiten

Die Rhododendronzikade ist ein Sonnenanbeter und liegt oft auf der Vorderseite der Blätter, so kann sie relativ leicht entdeckt werden. Charakteristisch ist das dachartige Zusammenlegen der oberen Flügel. Allerdings sind die Tiere sehr sensibel und wachsam. Bei Störungen verschwinden sie sofort auf die Unterseite der Blätter oder fliegen und springen ganz einfach davon. Auf der Unterseite der Blätter sitzen auch die Larven, die meist im Mai schlüpfen, sie saugen aus den Blättern die Nährstoffe. Die Eier werden im Herbst in die Knospen der Rhododendren abgelegt, dabei kann auch der Pycnostysanus azaleae übertragen werden. Die Zikaden schneiden winzige Öffnungen in die Knospen, um die Eier zu platzieren, dabei werden die Pilzsporen übertragen. Die Eier überwintern in der Knospe und schlüpfen im kommenden Frühjahr. Zu Anfang sind die Larven noch leuchtend gelb, die auffällige Färbung der Insekten setzt erst nach den mehrmaligen Häutungen ein.Schaumzikaden Beim Pycnostysanus azaleae handelt es sich um einen


Pilz, der hauptsächlich Pflanzen aus der Azaleenfamilie befällt. Die derart abgestorbenen Knospen fallen nicht ab, sie bleiben am Strauch erhalten, nach einiger Zeit wachsen aus ihnen kleine Stäbchen, ein sicheres Anzeichen für Pilzbefall. Die Schaumzikaden legen ihre Brut in den kleinen Schaumkugeln an Zweigen, Stielen und Blättern der besuchten Gewächse ab, so dass die grünen Larven ihre Nahrung direkt aus den Pflanzen saugen können.
  • Beobachten Sie besonders im Frühjahr Ihre Pflanzen genau, ob leere Larvenhüllen an oder unter Sträuchern zu finden sind
  • Untersuchen Sie abgestorbene Blütenknospen auf möglichen Befall durch Zikaden oder Pilze, entfernen Sie die toten Knospen
  • Kompostieren Sie die entfernten Knospen nicht, Pilzsporen breiten sich auch nach dem Absterben der Wirtspflanze durch die Luft aus
  • Falls Sie die kleinen Schaumkugeln bemerken, beobachten Sie das Vorkommen. In kleinen Populationen muss die Schaumzikade nicht bekämpft werden

  Schneiden Sie die abgestorbenen Blütenknospen nicht direkt am Ansatz ab. Mit einer großzügigen Entfernung von 5 bis 10 cm verhindern Sie auf jeden Fall eine Ausbreitung des Pilzes, außerdem treibt die Pflanze danach wieder neu aus.

Standort

Die Rhododendronzikade befällt in erster Linie alle Pflanzen aus der Familie der Azaleen, scheut sich aber auch nicht davor, in Ausnahmefällen auch Efeu, Linden und andere Gartenpflanzen zur Nahrungsaufnahme zu benutzen. Hauptsächlich wird sie jedoch eben am Rhododendron zu finden sein. Eine gemischte Bepflanzung im Garten ist immer sinnvoll und lockert auch die Optik auf. Sie kann helfen, den Befall durch die Schädlinge geringer zu halten. Da es sich jedoch um Insekten handelt, die speziell Rhododendron befallen, lässt sich ein Befall kaum vermeiden, wenn die Zikade diesen Standort erst einmal entdeckt hat. Schaumzikaden gelten als wenig gefährliche Schädlinge. Ihre überall hinterlassenen Schaumkugeln werden jedoch als unschön empfunden. Es gibt keine Pflanzen als Nachbarn, die die Zikaden fernhalten könnten. Sie gelten allerdings auch als Indiz für eine gesunde Umwelt. Wer ein ideales Umfeld für andere Tiere schafft, kann Zikaden von Nützlingen vertreiben lassen. In vielen Fällen genügt schon das Bestäuben der befallenen Pflanzen mit verdünnter Essiglösung.

  Trotz der Schäden, die die Rhododendronzikade anrichtet, ist sie eine auffallend schöne Art der Insekten und bietet dem Hobbyfilmer dankbare Motive.

Bekämpfung

Sobald der Befall durch Zikaden, gleich welcher Art, festgestellt wird, sollten Gelbtafeln angewendet werden. Dabei handelt es sich um Leimtafeln, die aus Pappe oder Kunststoff hergestellt sind und mit ihrer Signalfarbe die Zikaden anlocken. Diese biologische Art der Schädlingsbekämpfung kommt

ohne Giftstoffe aus und betrifft andere Insekten und Nützlinge nur in geringem Maße. ZikadenAuf den Tafeln befindet sich ein hochwirksamer Kleber, der die aufspringenden oder auffliegenden Insekten sofort festhält und damit ihre Ausbreitung vermindert. Der Kleber gilt als nicht giftig und kann auch beim Kontakt mit Lebensmitteln keine Schäden beim Menschen hervorrufen. Es handelt sich um Kleber, der teilweise auch als Aufkleber für verschiedene Obstsorten zum Einsatz kommt und unbedenklich ist. Allerdings können besonders sensible Personen mit leichter Hautreizung reagieren. Es gibt verschiedene Sorten der Gelbtafeln,

einige von ihnen können mit Waschbenzin nach Gebrauch gereinigt und wiederverwendet werden.
  • Achten Sie darauf, das richtige Produkt für speziell die Zikaden aufzuhängen, es gibt Tafeln in verschiedenen Farben, die für andere Insekten hergestellt werden
  • Benutzen Sie, wenn erhältlich, Gelbtafeln mit zusätzlichem Lockstoff, um die Plage schneller zu beseitigen
  • Reinigen Sie die Gelbtafeln regelmäßig, empfehlenswert ist einmal pro Woche, bei starkem Befall auch häufiger
  • Tragen Sie den Leim vorsichtig und gleichmäßig auf
  • Achten Sie durch das Zählen darauf, ob der Befall geringer wird
  • Wer die Schädlinge mit Pestiziden bekämpfen will oder muss, sollte unbedingt darauf achten, dass das Gift gegen saugende Insekten aktiv und nur sparsam eingesetzt wird
Falls der Rhododendron mit dem Pilz infiziert wurde, sollten die betroffenen Triebe großzügig gekappt werden. Das Schnittgut darf nicht kompostiert werden, weil Pilzsporen sich unbemerkt weiter verbreiten können. Eine Bekämpfung der Pilzerkrankung beim Rhododendron mit Fungiziden ist nicht möglich. Hier hilft nur, die Schäden auszuschneiden und auf die Selbstheilungskraft der Pflanzen zu vertrauen. Zikaden können auch durch Nützlinge bekämpft werden. Raubwanzen, Spinnen, Vögel oder Ameisen sind eifrige Helfer bei der Bekämpfung. Es lohnt sich, Ameisen mit Zuckerwasser anzulocken oder Spinnen von anderen Standorten umzusiedeln. Zikaden mögen außerdem den Geruch von Essigwassser nicht, stark verdünnte Essiglösung auf den befallenen Pflanzen kann die Insekten bereits vertreiben.

  Zählen Sie die Zikaden auf den Gelbtafeln. Wenn die Bekämpfung wirkt, werden die Insekten nach einigen Wochen deutlich weniger. Da die Zikade nur eine Generation pro Jahr hervorbringt, ist die Chance groß, sie völlig zu entfernen, wenn sie nicht mehr zur Eiablage kommt. Einige Hersteller bieten Gelbtafeln mit Rastern an, so dass die Zählung leichter erfolgen kann.

Alternativen

Nicht alle Rhododendronarten sind gefährdet, von der Zikade befallen zu werden. Es gibt durchaus Sorten, die gar nicht erst als neue Heimat angesehen werden und den Garten trotzdem mit beeindruckender Pracht verschönern. RhododendronDabei handelt es sich meist um Hybriden, die sich als äußerst resistent gegen die Schädlinge erweisen. So sind zum Beispiel die Williamsianum oder die Repens-Hybriden, wie auch die Yakushimanum nicht betroffen. Schaumzikaden hingegen fallen alle Pflanzen an, die ihnen optimale Bedingungen zum Leben und zur Brutpflege bieten, daher ist es ratsam, die Pflanzen im Garten regelmäßig auf Befall zu kontrollieren. Das gilt besonders für Obstgehölze, die als besonderer Leckerbissen bei Schaumzikaden gelten.

Häufige Fragen und Antworten

Sind Zikaden giftig für Menschen?
Nein. Sie sind lästige Schädlinge und können die Sträucher im Garten nachhaltig schaden.

Können Gelbtafeln auch im Wintergarten eingesetzt werden?
Grundsätzlich ja. Da sie in erster Linie mit Klebstoff bestückt sind und kein Gift enthalten, ist der Einsatz auch im Wintergarten und Treibhaus unbedenklich.

Müssen die befallenen Pflanzen radikal entfernt werden?
Nein. In der Regel werden sich die Sträucher erholen, sobald der Befall beseitigt wurde.

Wie lange dauert es, bis die Pflanze sich erholt?
Es kann zu einer kleinen Geduldsprobe werden, weil die Natur nun einmal langsam, aber dafür nachhaltig arbeitet. Zwei bis drei Jahre sind jedoch durchaus realistisch, bis sich ein Rhododendron wieder komplett erholt hat und erneut zu einer Zierde für den Garten wird. Andere Pflanzen erholen sich ebenfalls wieder, nachdem sie ausgesaugt wurden.

Müssen Zikaden in jedem Fall bekämpft werden?
Nein, einige Arten stehen sogar unter Naturschutz. Geringes Vorkommen zeugt von einer intakten Umwelt, diese Insekten gelten als Bioindikatoren.