Glanzmispel als Hochstamm oder Hecke - Pflege-Tipps

glanzmispel Red RobinHalten Sie Ausschau nach einem modernen Ziergehölz jenseits festgetretener Gestaltungs-Pfade, rückt die Glanzmispel in den Fokus. Als Hochstamm oder Hecke erobert die verholzende Blüten- und Fruchtschmuckpflanze mit immergrünen, edel glänzenden Blättern die Herzen der Hobbygärtner im Sturm. Mit Blick auf die mannigfaltigen Vorzüge, ist diese Entwicklung kaum verwunderlich. Das prächtige Kernobstgewächs trumpft auf mit einer atemberaubenden Wuchsgeschwindigkeit und ist ganz einfach zu schneiden. Als aparter Solitär oder schmucke Heckenkomponente geht die gesamte Kultivierung des asiatischen Strauchs unkompliziert von der Hand. Die folgenden Pflege-Tipps bringen alle wichtigen Aspekte auf den Punkt.


Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Rosengewächse (Rosaceae)
  • Unterfamilie der Kernobstgewächse (Pyrinae)
  • Gattung: Glanzmispeln (Photinia)
  • Immergrüne Sträucher oder Bäume
  • Beheimatet in Asien
  • Wuchshöhen von 200 bis 400 cm
  • Zumeist mit dornenbesetzten Zweigen
  • Weiße Blütenrispen von Mai bis Juni
  • Dunkle, apfelförmige Früchte im Herbst, 4 bis 12 mm groß

Pflege

Wenngleich die Glanzmispel als anspruchslos deklariert wird, sind einige fundamentale Pflegemaßnahmen zu beachten. Zu den tragenden Säulen einer erfolgreichen Kultivierung zählen ein ausgewogener Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie ein regelmäßiger Form- und Erhaltungsschnitt. Dies gilt sowohl für einen Hochstamm als auch für eine Hecke. Die folgenden Hinweise beleuchten die zentralen Kriterien näher:

Gießen

PhotiniaIn frisch-feuchter Erde, deren Oberfläche zwischenzeitlich 1-2 cm tief antrocknet, fühlt sich die Glanzmispel bestens aufgehoben. Während einer regenreichen Frühjahrs- und Herbstzeit deckt in der Regel das natürliche Regenaufkommen den Wasserbedarf weitgehend ab. Im Verlauf trockener Sommerperioden kommt hingegen die Gießkanne regelmäßig zum Einsatz. Prüfen Sie alle paar Tage per Daumenprobe, ob der Boden angetrocknet ist. Geben Sie bei Bedarf das Wasser langsam unmittelbar auf die Wurzelscheibe. Auf diese Weise erkennen Sie rechtzeitig, wenn keine Feuchtigkeit mehr aufgenommen wird, damit es nicht zu Staunässe kommt.

Düngen

Vitalität, Attraktivität und Lebensdauer einer Glanzmispel profitieren von einer organischen Nährstoffversorgung. Da natürliche Dünger, wie Kompost, Pferdedung, Guano und Hornspäne nur langsam abgebaut werden, findet eine gleichmäßige Abgabe an die Pflanze statt. Demgegenüber wirkt die geballte Ladung eines mineralischen Düngemittels vehement und kurzfristig. Das birgt die Gefahr einer Überdosierung, da der Effekt nicht lange anhält, was dazu verleitet, immer wieder nachzudüngen. So düngen Sie das Ziergehölz sachgemäß:
  • Von März bis August alle 2-3 Wochen einen organischen Dünger mit der Harke leicht einarbeiten
  • Anschließend reichlich bemessen nachgießen
  • Ab Mitte/Ende August nicht mehr düngen, damit die Pflanze vor dem Winter ausreift
Sie stärken die Winterhärte einer Photinia zusätzlich, wenn Sie im Juli und August wechseln von einem Stickstoff-betonten Dünger zu einem Kalium-reichen Mittel. Ausgezeichnet geeignet ist Beinwell-Jauche. Wo diese nicht zur Verfügung steht, empfehlen wir ein Spezial-Präparat aus dem Fachhandel, wie Azet Vital-Kali von Neudorff.

Tipp: Eine gelungene Pflege basiert immer auch auf einem klug gewählten Standort. Die Glanzmispel erzielt ihr Optimum an sonnigen bis halbschattigen Lagen, die warm und windgeschützt liegen.

Schneiden

Glanzmispel im GartenUngeschnitten erzielt eine Glanzmispel die erhoffte Wuchshöhe und den angestrebten Kronenumfang zwar innerhalb kürzerer Zeit.  Allerdings geht der kompakte Habitus verloren und weicht einer zunehmend lockeren Struktur. Darüber hinaus drohen die Zweige von unten her zu verkahlen. Mit einem alljährlichen Rückschnitt fördern Sie eine buschige, dichte Verzweigung, eine üppige Blüte und einen reichen Fruchtbehang. So machen Sie es richtig:
  • Bester Zeitpunkt für den Rückschnitt ist


    im Juni/Juli, unmittelbar nach der Blütezeit
  • Feste Handschuhe und langärmelige Kleidung anlegen zum Schutz vor den Dornen
  • Zweige um ein Drittel oder die Hälfte einkürzen
  • Ein Schnitt ins alte Holz ist problemlos möglich
  • Alles abgestorbene Holz an der Basis auslichten
Belassen Sie einige der verwelkten Blüten am Gehölz, um sich im Herbst an den dunklen Fruchtständen zu erfreuen. Da die Beeren bis weit in den Winter den Hochstamm und die Hecke zieren, dienen sie zugleich als wichtige Nahrungsquelle für Vögel.

Tipp: Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, von den kleinen Beerenfrüchten einer Glanzmispel zu naschen. Diese sind giftig und verursachen unangenehme Vergiftungserscheinungen.

Überwintern

Da eine junge Glanzmispel sich ihre Winterhärte erst erarbeiten muss, raten wir in den ersten beiden Jahren zu einem Winterschutz. Dieser sollte überdies an etablierten Bäumen und Hecken eingesetzt werden, wenn mit Temperaturen von deutlich unter - 15 Grad Celsius zu rechnen ist.
  • Das Gehölz ab Mitte August nicht mehr düngen
  • Vor dem ersten Frost die Baumscheibe bedecken mit Herbstlaub, Nadelreisig, Lauberde oder Stroh
  • Die Krone respektive die Strauchzweige umhüllen mit atmungsaktiver Folie oder Jutebändern
Bitte beachten Sie, dass eine immergrüne Pflanze permanent Wasser verdunstet. Gießen Sie eine Glanzmispel bei Kahlfrost an milden Tagen, denn Trockenstress verursacht weitaus häufiger einen Winterschaden als klirrender Frost.

Krankheiten

Leider ist die wunderbare Glanzmispel als Kernobstgewächs nicht gefeit gegen Feuerbrand. Dabei handelt es sich um eine gefürchtete Bakterienkrankheit, die meldepflichtig ist. Übertragen werden die Erreger über verschiedene Wege, wie Wind, Regen, Insekten, kontaminiertes Schneidwerkzeug oder Vögel, die von den infizierten Früchten gefressen haben. An diesen Symptomen erkennen Sie einen Befall:
  • Blüten und Blätter färben sich an den Stielen braun bis schwarz
  • Die Spitzen der Zweige krümmen sich hakenförmig nach unten
  • Die gesamte Pflanze erscheint so, als sei sie verbrannt
  • Im Winter sinkt die Rinde stellenweise ein
Glanzmispel PhotoniaJunge Gehölze sterben innerhalb weniger Tage und Wochen ab. An adulten Pflanzen dauert der Todeskampf mitunter einige Jahre an. Schneiden Sie beim geringsten Verdacht einer Infektion die Photinia bis weit ins gesunde Holz zurück. Ziehen Sie im Zweifel einen Fachmann zu Rate, der eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen kann.

Schädlinge

Im Gegensatz zu der Bedrohung durch die Pflanzenkrankheit Feuerbrand, erweist sich der mögliche Befall durch Schädlinge als harmlos. Es sind zumeist die allgegenwärtigen Blattläuse, die sich skrupellos auf den glänzend-grünen Blättern einer Glanzmispel niederlassen. Im frühen Stadium bestehen gute Chancen, der Plage einen Riegel vorzuschieben mit einem

alt bewährten Hausmittel. Hierzu vermischen Sie 1 Liter Wasser mit 1 Esslöffel reiner Kernseife und geben einige Spritzer Spiritus hinzu. Besprühen Sie damit die Ober- und Unterseiten des Laubs, bis keine Läuse mehr zu entdecken sind.

Häufig gestellte Fragen

Wenn ich eine junge Glanzmispel als Hochstamm jetzt anpflanze, mit welcher Höhe kann ich in 5-10 Jahren rechnen?

Am idealen Standort und unter Beachtung dieser Pflege-Tipps, können Sie ausgehen von einem jährlichen Zuwachs zwischen 30 und 50 cm. Nach 5 Jahren erzielt die Glanzmispel somit einem Durchmesser von 150-200 cm, bei einer Wuchshöhe von 250 cm. Mit Blick auf einen alljährlichen, mäßigen Pflegeschnitt, präsentiert sich der Baum nach 10 Jahren mit einem Kronendurchmesser um 250 cm, bei einer Höhe von 350-400 cm.

Kann ich die Glanzmispel jetzt im März umpflanzen?

Innerhalb der ersten 5 Standjahre verkraftet die Glanzmispel einen Standortwechsel problemlos. Nehmen Sie die Arbeit während der laublosen Zeit in Angriff, zwischen Mitte Oktober und Ende März. Es ist von Vorteil, den Wurzelballen weiträumig abzustechen und ohne Zeitverzögerung wieder in die Erde zu setzen. Ein Rückschnitt unterstützt das Gehölz bei der erneuten Verwurzelung. Bitte achten Sie auf eine ausreichende Wasserversorgung.