Katzen aus dem Garten vertreiben - Katzenschreck & Co

Katzen-VerbotenFür so manche Gartenbesitzer ist eine fremde Katzen im eigenen Garten ein Problem, besonders, wenn sie feuchte Spuren hinterlässt ... Verbieten dürfen Sie der Katze den Zutritt nicht, wenn Sie auf die pragmatischste Lösung (kleine Grube mit feinem Sand oder schön weicher Erde als Ersatztoilette in ruhiger Ecke) keine Lust haben, gibt es jedoch einige Tricks, um Katzen aus dem Garten zu vertreiben. Erfahren Sie nachfolgend, warum Katzenschreck und Co. nicht die unbedingt die Lösung sind und wie Sie Ihren Garten vom Katzenparadies in eine Katzen eher abschreckende Umgebung verwandeln.

Kurzer Steckbrief: Katzen und Freilauf
  • Die Hauskatze gehört zu den beliebtesten Haustieren, jeder zehnte Deutsche hält eine Katze
  • Diese Hauskatze gehört innerhalb der Gattung Katzen zur Art der Wildkatzen und zur Ordnung der Raubtiere
  • Eine Art mit großem Bewegungsdrang und mit einem Jagdverhalten, das unseren Vogelbestand tatsächlich bedroht
  • Hauskatzen werden jedoch auch den schwächsten Vogel kaum erwischen, wenn sie ein Glöckchen um den Hals tragen
  • Verantwortliche Katzenbesitzer statten ihre Katze selbstverständlich dergestalt aus
  • Und sie halten ihre Katze von Mitte Mai bis Mitte Juli morgens, wenn die Küken Flugunterricht erhalten, möglichst im Haus
  • Ansonsten wird Katzenhaltern das Recht zugestanden, ihren Katzen Freilauf zu gewähren
  • Bei der Katzenvertreibung können Sie sich das große Lern- und Erinnerungsvermögen der Katzen zunutze machen

Katzenparadies Adé

Katzen-KotEs gibt durchaus Menschen, die sich über Katzen im eigenen Garten beschweren, aber eine Menge dafür tun, um die Katzen in den Garten zu locken. Ein (versehentlich) geschaffenes Katzenparadies lässt sich recht schnell in einen Garten verwandeln, der alle Katzen der Nachbarschaft nicht noch durch verlockende Lockangebote herbeiruft:
  • Präsentiert Ihr Vogelfutterplatz vielleicht die in Nahrungsaufnahme versunkenen Vögel den Hauskatzen aus der Gegend als leichte Beute?
  • Das lernen Katzen schnell (und vielleicht sagen sie sogar in der Nachbarschaft weiter, dass es sich lohnt, bei Ihnen im Garten auf Beute zu lauern)
  • Bringen Sie den Vogelfutterplatz so an, dass Katzen keinen Zugriff haben, auch das lernen Katzen schnell
  • Ihre Vögel werden Ihnen auch auf Ewigkeit zu Dank verpflichtet bleiben ...
  • Für die Vogeltränke gilt das Gleiche
  • Sehen Sie sich Ihren Kompost einmal genauer an - enthält er Katzenleckereien, auch in Form von Ratte oder Maus?
  • Haben Sie ein Igelhaus gebaut, mit größerem Eingang als 10 x 10 Zentimeter?
  • Dann verkleinern Sie diesen Eingang, Katzen schauen sich nämlich gerne einmal Igelwohnungen an
  • Auch eine Sandkiste sollte nach dem Spielen mit einer Abdeckung geschützt werden
  • Haben Sie vielleicht aus Versehen eine Zierpflanze in den Garten gesetzt, die auch Katzen ungewöhnlich toll finden?
  • Zu diesen Pflanzen gehören z. B. Baldrian, Kleine und Echte Katzenminze, Himmelsleiter, Muskatellersalbei, Nesselblatt, Poleiminze und Katzengamander

  Wenn Sie alle gerade genannten "Katzen-Schmankerl" abgeschafft haben und es die fremden Katzen immer noch unbeirrt in Ihren Garten zieht, könnte es dann noch daran liegen, dass Sie Ihren Garten noch nach "alter Schule" im Sinne von nicht sehr natürlicher, "ordentlicher" Gartengestaltung pflegen. Mit Beeten, in denen zwischen vereinzelten Gewächsen viel nackte Erde zu sehen ist, die dann auch noch regelmäßig mit einer Hacke schön aufgelockert


wird. Natürlich ist nicht das Geringste dagegen einzuwenden, wenn Sie solche Beete schön finden - Sie sollten nur wissen, dass auch Katzen solche Beete wunderschön finden, sie jedoch fälschlich für ein besonders nett vorbereitetes Angebot halten, um ihre Geschäfte zu erledigen. Mit Zierkieseln bestreute Gartenbereiche haben häufig den gleichen Effekt ... Längst nicht so anziehend für verzärtelte Hauskatzen ist ein naturgemäß gestalteter Garten, mit Bodendeckern in den Beeten, die möglichst auch noch schön kratzig sind (oder einer stachligen Mulche mit Zweigen von Berberitze, Lärche, Weissdorn).

Aktives Vertreiben

Katze liegt im GartenWie gerade ausgeführt, sind Katzen lernfähig - wie Menschen auch aber mehr oder weniger begabt, und so manche Katze braucht ziemlich lange, um zu entdecken, dass Ihr Garten kein Katzen-Vergnügungspark mehr ist. Dann müssen Sie Ihr Grundstück (vorübergehend) zu einem möglichst ungemütlichen Ort für Katzen machen, wofür es eine ganze Menge mitunter sehr einfache, unschädliche und kostengünstige Mittel gibt:
  • Dass Katzen kein Wasser mögen, ist wirklich wahr, besonders wenn es unvermutet und von oben kommt
  • Das tut es, wenn Sie Ihren Rasensprenger mit einem Bewegungsmelder kombinieren ...
  • Im Teich ist auch ein Springbrunnen eine gute Idee, der sein Wasser bis zum Ufer spritzt
  • Katzen hören fantastisch gut und mögen vor allem Lärm und Unruhe nicht, eine Horde fußballspielender Kinder ist z. B. eine echte Geheimwaffe
  • Sie können ruheliebenden Katzen aber auch durch einen Geräusche absondernden Bewegungsmelder stören
  • Nicht schlecht wäre es, wenn dieser Bewegungsmelder ein schönes Hundegebell ausstoßen würde
  • Auch gleich ein wenig Einbrecher-Schutz ist ein Bewegungsmelder, der bei Dämmerung bzw. Dunkelheit Licht ausstrahlt
  • Es gibt sogar Bewegungsmelder, die Katzen mit Lichtblitzen und einer markanten Raubvogelstimme erschrecken
  • Über frisch angesäten Beeten sind Drahtnetze oder kreuz und quer gespannte Fäden für Katzen echt lästig
  • Katzen riechen gut, wenn auch schlechter als Hunde, und bestimmte Gerüche überhaupt nicht gerne
  • Nicht jede Katzen hat den gleichen Geschmack, aber Sie können einiges ausprobieren
  • Katzenabwehr kann mit Essig und Gewürznelken gelingen, mit Kaffeesatz, Rasierwasser, Pfeffer, Zitronenöl ...
  • Ein Sud zum Sprühen, mit Essig, Eukalyptus, Lavendel, Nelken, Rosmarin, Zitrone, Zimt, Rosmarin und/oder Pfeffer, soll Katzenfluchten auslösen

  Sie können die Katzen-Vergrämung wirkungsvoll unterstützen, wenn Sie gegen den Katzenuringeruch vorgehen, was ohnehin eines Ihrer Hauptärgernisse sein wird: Sie können enzymhaltige Mittel kaufen, die aufgesprüht den Uringeruch neutralisieren, oder Sie nehmen ganz normales Backsoda (Natron, als Pulver oder in Wasser gelöst) und geben es auf die "befallenen"

Stellen (rund um Pflanzen, die basischen Boden mögen, pur, ansonsten nach einiger Einwirkungszeit mit Zitronenwasser neutralisieren).

Die Verpiss-dich-Pflanze

Wie es Pflanzen gibt, die Katzen anziehen, gibt es auch Pflanzen, die Katzen vertreiben. Allen voran wird auf diesem Gebiet die Verpiss-dich-Pflanze angeboten, deren Namen als Wortmarken geschützt wurde, was sich meist im Preis bemerkbar macht. In den USA ist die "Coleus canina"-Pflanze auch selbst durch Pflanzenpatent geschützt, bei uns wurde die Sortenschutz-Anmeldung abgelehnt, weil das Sortenamt keine Unterschiede zum südafrikanischen Harfenstrauch "Plectranthus ornatus" feststellen konnte. Wenn das Sortenamt bei der (sicher genetischen) Untersuchung keine Unterschiede feststellen konnte, wird also auch eine "Plectranthus ornatus" Katzen vertreiben.

Oder auch nicht, in Bezug auf diese Pflanzen sollen Katzen durchaus eigenen Geschmack zeigen. Außerdem ist die Verpiss-dich-Pflanze recht unscheinbar und wirkt erst, wenn die Duftstoffe durch Berührung frei gegeben werden, der ganze Garten müsste also voll von ihnen stehen ... Es gibt attraktivere Pflanzen, die einen Katzenvertreibungs-Versuch wert sind, weil sie auch für Menschen Nutzen bringen: Weinraute blüht hübsch und liefert auch gleich ein interessantes Küchengewürz, Storchschnabel bildet ganze Blütenteppiche, Pfefferminze stockt den Teevorrat auf. Sicher gibt es noch einige kräftig duftende Gewürzpflanzen, die als Katzenschreck taugen, die von den meisten Katzen abgelehnten Nelken gehören z. B. zu den Myrtengewächsen, ebenso wie der Eukalyptus und die Gewürz-Myrte, und Zitrusfrüchte für unsere Gärten gibt es auch, z. B. die Bitterorange "Poncirus trifoliata".

Im Zweifel Mittel kombinieren

Mit jeder dieser Vertreibungs-Ideen werden Sie frisch zugezogene Katzen meist recht schnell überzeugen, um Ihr Grundstück besser einen großen Bogen zu machen.

Wenn die Katzen das Grundstück schon besucht haben, bevor Sie eingezogen sind, könnte es länger dauern - ebenso bei sehr alten Katzen, die auf Ihrem Grundstück einmal den Festschmaus ihres Lebens genossen haben und nun (störrisch wie manche Alte sind) auf Wiederholung hoffen. Dann wird es wahrscheinlich notwendig sein, mehrere dieser Mittel zu kombinieren, bis die Katzen genervt auf das Nachbargrundstück ziehen (bei wirklich greisen, Argumenten nicht mehr zugänglichen Katzen könnte auch bloßes Abwarten erfolgreich sein ...).

  Wenn Sie nicht gerade gegen 20 verschiedene Katzen vorgehen müssen, lohnt es sich, vor Beginn einer "konzertierten Aktion" ein paar Tage lang einen Katzenreaktions-Testlauf zu fahren. Denn Katzen haben durchaus unterschiedliche Abneigungen, und meist finden Sie ziemlich schnell heraus, mit welcher Kombination Sie einer bestimmten Katze so richtig auf den Nerv gehen können ...

Katzenschreck

Katzenschrecks gibt es einige:

Katze im Garten1. Meist werden unter dieser Bezeichnung Ultraschallgeräte verkauft. Nicht unbedingt eine sichere Wahl für Menschen, die ihre eigenen Ohren gesund erhalten möchten und auch anderen unschuldigen Gartengästen, z. B. Kleinkindern, nicht schaden möchten: Bei Tests ergab sich, dass Ultraschallgeräte erst ab 120 Dezibel wirken, das ist in für Menschen hörbaren Frequenzen der Flugzeugstart direkt aus der eigenen Aktentasche. Medizinisch ist nicht geklärt, ob ein derartiger Lärm Menschen nicht auch dann schadet, wenn sie ihn nicht mehr bewusst hören können; dass er den Tieren schadet, die ihn hören können, ist zu vermuten. Ultraschallgeräte deutlich unter 120 Dezibel (ab 85 Dezibel ist Gehörschutz am menschlichen Arbeitsplatz vorgeschrieben) schaden dann vielleicht niemandem mehr, wirken tun sie aber auch nicht.

Um hierüber eine Entscheidung zu treffen, wäre jedoch Voraussetzung, dass Sie wissen, welche Frequenzen und Dezibel ein Gerät aussendet - und das wird fast nie verraten. Bei den im Versandhandel angebotenen Geräten ist zwar meist eine Produktbeschreibung von mindestens einer halben DIN A4-Seite dabei, aber zur Frequenz und den Dezibel ist nicht mehr zu erfahren als z. B.: Das Gerät gibt einen sehr lauten Ton auf einer Frequenz ab, die Katzen, Hunde und Füchse hören können, die meisten Menschen aber nicht.

Nun ja - Menschen hören im Ultraschallbereich ("nach oben") bis 15.000 Hertz, Babys bis 21.000 Hertz, Hunde bis ca. 50.000 Hertz, Katzen bis 65.000 Hertz - wenn die "meisten Menschen" das Gerät nicht hören, muss es also in einem Bereich irgendwo über 15.000 bis 20.000 Hertz senden. Nach der Logik dieser Produktbeschreibung und der Physiologie können es nur die älteren Menschen mit vollausgebildetem Gehör sein, die das Gerät nicht hören, während der Ultraschall jedem Baby ein eventuell bleibendes Gehörtrauma verpassen könnte - ob Katzenvertreibung solche Risiken wert ist, erscheint zweifelhaft.

2. Dann gibt es noch Katzenschrecks, die als "natürliche Fernhaltemittel auf der Basis rein pflanzlicher Duftstoffe" bestellt werden können, die Produktbeschreibung besteht aus der lapidaren Feststellung "Qualitätsprodukt", der Haftungsausschluss sagt dann aber "Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformationen lesen.", das klingt nicht nach einer Option ohne Risiken.

Diese Katzenschrecks verbreiten einen sehr intensiven Knoblauchgeruch, für 200 g zahlen Sie um 10,- Euro. Das bekommen Sie selbst preiswerter hin, eine ganze Knoblauchknolle kostet unter einem Euro ... Wenn Sie das überhaupt möchten - es könnte dazu führen, dass nicht nur Katzen, sondern auch menschliche Besucher Ihre Gartenanlage meiden.

Häufig gestellte Fragen

Habe ich nicht ein Recht darauf, dass fremde Katzen mein Grundstück nicht betreten?
Leider nicht: Die Katzenhaltung ist als Ausdruck des Rechts auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit grundgesetzlich geschützt, und die geringfügige Beeinträchtigung durch fremden Katzenbesuch müssen Sie dulden.

Was ist bei Allergie - kann ich dann verlangen, dass Katzen von mir komplett ferngehalten werden?
Ja, klar, ebenso wie die Menschen mit Pollen-Allergie verlangen können, dass in ihrem Heimatort alle Pflanzen herausgerissen werden. Das sind 43 Prozent der Deutschen, viele Pflanzen hätten wir dann nicht mehr ... Verzeihen Sie den Sarkasmus, eine Allergie ist bestimmt eine schwere Belastung, aber die Menschheit ist erfahrungsgemäß schon zu unvernünftig, die Belastung einzudämmen, die jedem Menschen schaden (Co2-Emmissionen, Verpackungsmüll, Antibiotika und Hormone im Grundwasser, usw.). Außerdem: Wenn wir alles verdammen wollten, was einem Individuum schadet, liefe das auf eine Quarantänehaltung des Einzelnen hinaus ... Sie könnten mit Ihren Nachbarn reden, ob diese (durch Sie unterstützt) ihre Katzenhaltung auf “gesicherten Freigang” umstellen, vielleicht ist auch eine "Spezifische Immuntherapie" (SIT) auf Katze eine Option, zwar wegen des in der Umwelt allgegenwärtigen allergieauslösenden spezifischen Katzeneiweißes nicht ganz einfach, aber mit einer Quote von 4 zu 1 erfolgreich ...