Die schönsten winterharten Stauden & Pflege-Tipps

GlockenblumeDamit das Staudenbeet wenig Pflegeaufwand verlangt und es auf Dauer ein wirkliches Highlight im eigenen Garten bildet, ist ein wenig Vorplanung notwendig. Die Gestaltung eines Staudenbeetes gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben, denen sich ein Gärtner stellen muss. Doch welche Stauden sind gut winterhart und benötigen wenig Pflege? Wir haben für Sie einige der schönsten winterharten Stauden ausgewählt, mit denen Sie nahezu immer richtig liegen.

Kurzer Steckbrief

  • Stauden sind meist nicht verholzende, mehrjährige Pflanzen
  • oft überstehen nur die Wurzeln oder unteren Pflanzenteile den Winter
  • oberirdische Pflanzenteile sterben ab
  • überwiegend sommergrüne Pflanzen
  • Wuchshöhen zwischen wenigen Zentimetern bis über einen Meter
  • bestechen meist durch eine üppige Blütenpracht
  • andere entwickeln interessant geformte oder gefärbte Blätter

  Wenn von mehrjährigen Stauden die Rede ist: Stauden sind immer mehrjährig. Es existieren keine einjährigen Stauden. Die einjährigen Pflanzen werden auch als solche bezeichnet.

Allgemeines

Als Stauden werden mehrjährige Pflanzen bezeichnet, deren oberen Triebe über den Winter ganz oder zumindest teilweise absterben. Sie treiben im Frühjahr jedoch aus den Wurzeln wieder aus. Die meisten Staudenpflanzen sind bei den Gärtnern wegen ihrer Blüten beliebt, einige Sorten bezaubern aber auch durch ihre Blattform oder -farbe. Bei der Auswahl von Stauden solle nicht nur ihre Schönheit ausschlaggebend sein, wichtig ist auch, dass die Pflanze am richtigen Standort steht. Damit der Garten pflegeleicht bleibt, sollte sie zudem ein paar weitere Eigenschaften aufweisen:
  • wenig anfällig für Krankheiten
  • gut winterhart
  • vom Blühzeitpunkt, Wuchshöhe und den Bodenverhältnissen zu den Nachbarpflanzen passen
  • stabile Blütenstängel (dürfen bei Regen oder Wind nicht umknicken)
  • geringer Ausbreitungsdrang (Verwilderung und Verdrängung anderer Pflanzen)

  Es existiert kein Bereich im Garten, für den es keine passende Staude gibt. Ob in der prallen Sonne oder im Schatten unter Bäumen, auf feuchtem Boden oder im Steingarten - für jeden dieser Bereiche haben sich Stauden zu Spezialisten entwickelt.

Robuste und dauerhaft schöne Stauden

Einzeln gepflanzt sehen die meisten Stauden etwas traurig und einsam aus. Am besten wirken sie in Gruppen von mehreren Pflanzen. Bei großen Beeten können gut verschiedene Stauden miteinander kombiniert werden. Im Hintergrund stehen immer die großen Leitstauden. Je nach Beetgröße reichen schon ein oder zwei Exemplare. Je weiter das Beet zum Rand hin bepflanzt wird, umso niedriger werden die Staudenarten.

  Eine zu große Artenvielfalt ist im Staudenbeet nicht gewünscht. Optisch attraktiver sind drei bis maximal fünf verschiedene Pflanzenarten, jeweils in Gruppen von drei bis fünf Pflanzen angeordnet.

Wir haben eine kleine Auswahl der schönsten winterharten Stauden zusammengestellt - geordnet nach Lichtbedarf:

1. Vollsonnig

Türken-Mohn (Papaver-Orientale-Hybriden)
  • Blüte: frühe Sorten im Mai/Juni, späte im Juni/Juli
  • Lichtbedarf: sehr hell (vertragen die Mittagssonne)
  • gut in Kombination mit spät treibenden Stauden wie Sonnenhut
  • Beauty of Livermere: kräftig rote Blüte, Spätblüher, bis 90 cm Wuchshöhe
  • Juliane: rosa Blüte, Frühblüher, bis 70 cm Wuchshöhe
SonnenbrautSonnenbraut (Helenium-Hybride)
  • zählt zu den blühfreudigsten Stauden
  • Blüte: je nach Sorte von Juni bis September
  • Lichtbedarf: sehr hoch
  • Boden: leicht feucht
  • Waltraut: früh blühend und großblumig, Wuchshöhe bis 100 Zentimeter
  • Rubinzwerg: mittelfrüh blühend, rubinrote Blüte,


    bis 80 Zentimeter Wuchshöhe
  • Septembergold: spät blühend, leuchtend gelbe Blüte, bis 100 Zentimeter
Salbei (Salvia nemorosa)
  • Blüte: aufrecht stehende blauviolette Blütenkerzen, duftend, ab Juni dauerhaft
  • Lichtbedarf: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: normaler, lockerer Gartenboden, wächst auch auf trockenen Sandböden gut
  • Blauhügel: blaue Blüte, bis 50 Zentimeter Wuchshöhe
  • Ostfriesland: violette Blüte, dicht wachsend, bis 40 Zentimeter Wuchshöhe
  • Marcus: violettblaue Blüte, sehr kompakter Wuchs, bis 30 Zentimeter Wuchshöhe
Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • wunderschön in Kombination mit Rosen, Duftpflanze
  • Blüte: violette Blütenkerze an langen Trieben, Juli bis August
  • Lichtbedarf: hoch, vollsonnig bis halbsonnig
  • Boden: nährstoffreiche, trockene Gartenböden
  • Rosea: Blüte violettrosa, bis 50 Zentimeter Wuchshöhe
  • Siesta: blauviolette Blüte, sehr robust, Wuchshöhe bis 35 Zentimeter
  • Grappenhall: hellviolette Blüte, starkwüchsige, altbewährte Sorte, bis 70 Zentimeter Wuchshöhe, gut zur Hintergrundbepflanzung
Katzenminze (Nepeta)
  • für alle Regionen perfekt, die für Lavendel zu kalt sind
  • sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten
  • Blüte: hellviolette Blütenkerzen von Juni bis September
  • Lichtbedarf: sonnig
  • Boden: keine besonderen Ansprüche
  • Walkers Low: hellviolette Blüte, bis 60 Zentimeter Wuchshöhe
  • Six Hills Giant: blauviolette Blüte, bis 50 Zentimeter Wuchshöhe
Sonnenhut (Rudbeckia und Echinacea)
  • Blüte: leuchtend gelb oder rosa, zwischen Juni und September
  • Lichtbedarf: vollsonnig
  • Boden: nicht zu trocken
  • Rudbeckia fulgida Goldsturm: große, gelbe Blüten, Wuchshöhe bis 70 Zentimeter
  • Echinacea purpurea: purpurfarbene Blüte, bis über einen Meter Wuchshöhe
Rittersporn (Delphinium-Hybriden)
  • Vorsicht, die Pflanze ist giftig
  • Blüte: aufrechte weiße, blaue oder violette Blütendolden, zwischen Juni und September
  • Lichtbedarf: verträgt die volle Sonne, gedeiht auch im Halbschatten
  • Boden: nährstoffreich, durchlässig, feucht
  • Lanzenträger: enzianblaue Blüte mit weißer Mitte, Juni bis September, bis 180 Zentimeter Wuchshöhe
  • Biene Dunkel: weiße Blüte mit dunkler Mitte, Juni bis September, bis 80 Zentimeter Wuchshöhe
  • Völkerfrieden: blaue Blüten im Juni bis Oktober, altbewährte Sorte, bis über einen Meter Wuchshöhe

2. Halbschatten

Frauenmantel (Alchema mollis)
  • robust und langlebig
  • Lichtbedarf: sehr anpassungsfähig, sonnig bis schattig
  • Boden: für alle Böden geeignet
  • wuchern gerne und verdrängen andere Pflanzen (Rückschnitt nach der Blüte)
StorchenschnabelStorchenschnabel (Geranium)
  • attraktiver Bodendecker
  • Lichtbedarf: sonnig bis halbschattig
  • Blüte: Weiß, Rosa- und Pinktöne bis Blau, von Juni bis August
  • Wuchshöhe: 20-60 Zentimeter
  • Boden: normaler, durchlässiger Gartenboden
  • Pyrenäen Storchenschnabel (Geranium endressi): rosa Blüte von Juni bis August
  • Kaukasus Storchenschnabel (Geranium renardii): weiße Blüten mit violetten Adern
Herbst-Anemone (Anemone hupehensis)
  • elegante Staude mit kompaktem Blätterbusch
  • Blüte: rot bis kaminrot, ab Ende August
  • Boden: humusreich
  • Honorine Jobert: weiße Blüte, lange Blütezeit, bis 80 Zentimeter Wuchshöhe
  • Septembercharme: blassrosa Blüte, sehr wuchsfreudig, bis 80 Zentimeter Wuchshöhe
Purpurglöckchen (Heuchera)
  • in warmen Lagen immergrün
  • Blüte: unscheinbar in Weiß, besticht durch Blattform und -farbe
  • Lichtbedarf: mittel, für halbschattige Standorte
  • Blätter in verschiedenen Grüntönen, Orangetönen und Brauntönen
  • Boden: feucht und humos
Knöterich (Polygonum)
  • gut als Leitstaude geeignet, sehr anspruchslos
  • Blüten: von Juni bis September (sehr lange Blütezeit)
  • Wuchshöhen:

    von 30 bis 180 Zentimeter
  • Boden: durchlässig, kalkfrei, eher feucht
  • Johanniswolke: üppige weiße Blütenpracht, kann wie ein Strauch verwendet werden, bis 180 Zentimeter
  • Atropurpureum: rote, filigrane Blüte, bis 90 Zentimeter Wuchshöhe
Vergissmeinnicht (Myosotis)
  • guter Bodendecker, kommt mit wenig Wasser zurecht
  • Blüten: verschiedene Blautöne
  • Wuchshöhe: bis 20 Zentimeter (Beetrand)
  • Boden: normaler Gartenboden   

3. Schattenverträglich

PrachtspierePrachtspiere (Astilbe arendsii)
  • Blüten meist ab Juli in den Farben Weiß, Rosa und Dunkelrot, sehr lange Blütezeit
  • Lichtbedarf: blühen selbst im tiefsten Schatten
  • Boden: feucht, darf niemals austrocknen
  • Aphrodite: hellrote Blüte, bronzefarbenes Laub, Wuchshöhen bis 50 Zentimeter
  • Cattleya: purpurrosa Blüte, grünes Laub, Wuchshöhen bis 80 Zentimeter
Funkie (Hosta)
  • wachsen auch gut unter Flachwurzlern (Birke, Ahorn)
  • Blüten: weiß oder hellviolett, Anfang Juni, nur von kurzer Dauer
  • Lichtbedarf: gering, ideale Schattenbeetpflanze
  • Hosta sieboldiana Elegans: großblättrige Sorte, bis 60 Zentimeter Wuchshöhe
  • Hosta fortunei Aureomarginata: gelbweißer Blattrand, bis 60 Zentimeter Wuchshöhe
  • Hosta sieboldiana Big Daddy: großblättrige Sorte, Blattfarbe graublau, weißviolette Blüte, bis 90 Zentimeter
Farne
  • idealer Bodendecker für dunkle Plätze
  • bildet keine Blüten, dafür aber wunderschön geformte Blätter
  • Lichtbedarf: gering
  • Boden: humos und feucht
  • Tüpfelfarn (Polypodium vulgare): gefiederte Wedel mit roten Punkten auf der Unterseite, wintergrün, Wuchshöhe etwa 20 Zentimeter
  • Glänzender Schildfarn (Polystichum aculeatum): wintergrün, bis 80 Zentimeter Wuchshöhe
  • Wurmfarne (Dryopteris): über 100 verschiedene Sorten
Bergenie (Bergenia)
  • sehr pflegeleicht, benötigen wenig Wasser und nahezu keinen Dünger
  • Lichtbedarf: gering, wachsen sogar im Wurzelbereich sehr großer Bäume
  • Blüte: meist kräftige Pinktöne, ab Ende April
  • Boden: humusreich, feucht
Vermehren durch Teilung

Stauden sind auch deshalb interessant, weil sie so einfach vermehrt werden können. Meist sind die Pflanzen nach nur wenigen Jahren so buschig und robust, dass sie einfach geteilt werden können. Das ist nicht nur völlig unproblematisch für die Pflanze, es tut ihr sogar richtig gut: Sie verjüngt sich durch die Teilung und treibt wieder frisches Laub und vor allem Blüten aus.

Pflege

Bei den genannten Stauden ist auch die Pflege kein Problem. Mit nur wenig Aufwand wachsen und blühen die Pflanzen ausdauernd über mehrere Jahre hinweg. Notwendige Maßnahmen:
  • gießen
  • düngen
  • gelegentlich schneiden
Rosa MalveDie meisten Stauden mögen einen humosen, lockeren Boden. Einige vertragen auch sandige oder sogar steinige Untergründe, die zur Trockenheit neigen. Halbschattige und schattige Plätze sind meist von Natur aus etwas feuchter. In Trockenperioden und bei großer Hitze müssen alle Pflanzen regelmäßig gewässert werden, und zwar auf den Boden - nicht über die Blätter. Dabei darf jedoch niemals Staunässe entstehen.

Nach dem Winter ist meist auch von den schönsten winterharten Stauden nicht mehr viel zu sehen. Doch zeigen sich Stauden als sehr kraftvolle Gewächse, die sich jährlich im Frühjahr in kürzester Zeit wieder neu aufbauen. Für diese Aufgabe benötigen sie eine enorme Menge an Nährstoffen. Bewährt haben sich Kompostgaben im Frühling und Langzeitdünger. Insofern kein Langzeitdünger verwendet wird, wird etwa alle zwei Wochen gedüngt.

  Mulch hilft nicht nur gegen Unkräuter im Beet, sondern reguliert auch den pH-Wert im Boden, indem er wertvolle Säuren liefert. Zudem wirkt er wie ein Dünger.

Schneiden

In der Regel werden Stauden während der Wachstumsperiode nicht geschnitten. Lediglich die Entfernung verblühter Blütenstände oder vertrockneten Laubs ist sinnvoll, damit die Pflanzen besser wirken. Bei einigen früh blühenden Arten führt ein Rückschnitt nach der Blüte zu einer zweiten Blüte im Spätsommer. Das Laub der meisten Stauden beginnt spätestens mit den ersten Frösten zu welken. Doch Vorsicht, es darf nicht zu früh von der Pflanze entfernt werden! Nach dem Sommer und der Blüte sammelt die Pflanze Kraft in den unterirdischen Pflanzenteilen. Viele Stauden bilden dazu verdickte Wurzeln oder Knollen, in denen Zucker und Nährstoffe gespeichert werden. Schneidet man zu früh die Blätter ab, ist eine solche Speicherung nicht möglich und die Pflanze treibt im Extremfall im nächsten Frühjahr nicht aus, weil ihr die Kraft fehlt.

  Das Laub erst dann entfernen, wenn die Blätter schon richtig braun und vertrocknet sind.

Überwintern

In der Regel sind die genannten Stauden gut winterhart. Damit die unterirdischen Teile vor Frösten geschützt sind, bietet es sich an, die verwelkten Blätter bis zum zeitigen Frühjahr an der Pflanze zu belassen. Zudem kann im Wurzelbereich etwas zusätzlicher Winterschutz aufgebracht werden:
  • Laub
  • Reisig
  • Stroh
Noch bevor die Stauden neu austreiben (Februar bis März), muss der Winterschutz dann wieder entfernt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist auch der Schnitt der verwelkten oder erfrorenen Triebe sinnvoll. Zum Schutz vor späten Frösten - und natürlich als Nährstofflieferant - eignet sich eine dicke Schicht Kompost.

Häufig gestellte Fragen

Müssen Stauden nach der Blüte zurückgeschnitten werden?
Ein Auslichten oder Rückschnitt der Blüte (nicht der gesamten Pflanze!) hat folgende Gründe: Zum einen bilden viele Stauden nach dieser Maßnahme eine zweite, späte Blüte, sodass die Staude nahezu die gesamte Wachstumsperiode blüht. Zweitens verhindert das Entfernen der Blüte, dass sich Samen bilden und sich die Staude von selbst im Beet verbreitet. Die Nachkommen, die aus Samen entstehen, sind in der Regel nicht sortenrein und ähneln der Mutterpflanze oft nicht im Aussehen und den Eigenschaften, die gewünscht sind. Damit sich das Aussehen des Beetes nicht innerhalb weniger Jahre völlig verändert, sollten die verblühten Triebe also zeitnah entfernt werden.

Wann sollten Stauden geteilt werden?
Immer dann, wenn sie entweder zu groß geworden sind oder nur noch in Teilbereichen (meist am Rand) blühen. Der beste Zeitpunkt ist ein paar Wochen nach dem Verblühen bis in den Herbst hinein. Hierzu wird die Pflanze ausgegraben und entweder mit der Hand auseinandergezogen oder mit dem Spaten geteilt. Alle abgestorbenen Triebe und Wurzeln mit einem scharfen Messer entfernen und mit ein wenig Kompost an neuer Stelle wieder einpflanzen. In der ersten Zeit muss häufiger gegossen werden.