Adonisröschen, Adonis vernalis - Pflege

Adonisröschen im FrühlingMit dem Adonisröschen hält ein kleines Juwel aus der Schatulle von Mutter Natur Einzug in Ihrem Garten. Bis sich die wildhafte Staude im Beet etabliert, fordert sie unsere gärtnerischen Fähigkeiten heraus. Hat sich ein Adonis vernalis hingegen erst einmal eingewöhnt, gewinnt sein leuchtend gelber Blütenflor ohne viel Aufwand von Jahr zu Jahr an magischer Ausdruckskraft. Die folgende Anleitung zur Pflege beschreibt alle wichtigen Rahmenbedingungen, um die vom Aussterben bedrohte Staude erfolgreich anzusiedeln. Lesen Sie hier, worauf das Hahnenfußgewächs wirklich Wert legt, um über Jahrzehnte hinweg im naturnahen Landhausgarten zu gedeihen.

Steckbrief
  • Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • Gattung: Adonisröschen (Adonis)
  • Mehr als 30 in Europa beheimatete Arten
  • Krautige, ausdauernde Pflanze
  • Wuchshöhen von 10 bis 60 cm
  • Aufrechter, verzweigter bis buschiger Habitus
  • Fiederteilige bis fadenförmige grüne Blätter
  • Gestielte Schalenblüten in Gelb oder Rot, selten Weiß
  • Hoch giftig in allen Teilen
  • Trivialnamen: Teufelsauge, Blutströpfchen, Marienauge, Blutauge, Margaretenröschen
Der extreme Giftgehalt bewahrte das Adonisröschen nicht davor, heute vom Aussterben bedroht zu sein. In Deutschland unterliegt die Wildblume dem strengen Schutz der Bundesartenschutzverordnung. Die Pflanzen dürfen in freier Natur nicht gepflückt oder ausgegraben werden. Ein Adonis vernalis zum Garten anzusiedeln, leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung.

Standort

Die richtige Wahl des Standortes zählt zu den tragenden Säulen einer erfolgreichen Pflege von Adonisröschen. Schenken Sie den folgenden Kriterien Ihre besondere Beachtung:
  • Sonnige bis absonnige Lage
  • Idealerweise mit mindestens 4 Sonnenstunden täglich
  • Warm und windgeschützt
Adonisröschen BlüteWählen Sie den Standort nicht nur mit Blick auf die Licht- und Temperaturverhältnisse. Je zuverlässiger hier sichergestellt ist, dass ein Adonisröschen seine Ruhe hat, desto aussichtsreicher gestaltet sich die dauerhafte Ansiedlung. Für die Topfkultur ist das Teufelsauge alleine aus diesem Grund wenig geeignet, da es nach einem Umtopfen erfahrungsgemäß Wachstum und Blüte einstellt.

Bodenbeschaffenheit

Die adäquate Standortwahl für das anspruchsvolle Adonisröschen ist stets eine gelungene Kombination aus Licht- und Temperaturverhältnissen mit der perfekten Bodenbeschaffenheit. In dieser Hinsicht ziehen die verschiedenen Arten nicht an einem Strang. Die markanten Unterschiede haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis)
  • Mäßig-trockenes bis trockenes Erdreich
  • Sandig-lehmig und kalkhaltig
  • Ideal für Steingarten- und Kiesböden
Amur-Adonisröschen (Adonis amurensis)
  • Frisches bis feuchtes Erdreich
  • Nährstoffreich und humos
  • Frei von Kalk und mit leicht sauerem pH-Wert
Sommer-AdonisröschenSommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis)
Herbst-Adonisröschen (Adonis annua)
  • Kräftiger, feuchter Boden ohne Staunässe
  • Gerne Lehm-, Ton- oder Lössboden
  • Kalkhaltig, humos und nährstoffreich
An Anbetracht dieser deutlichen Differenzen hinsichtlich der geeigneten Bodenbeschaffenheit, fragen Sie daher beim Erwerb von Jungpflanzen genau nach. Ein Frühlings-Andonisröschen wird sich in schwerer, saurer Erde ebensowenig etablieren, wie ein Sommer-Adonisröschen in kalkreichem Sandboden.

Gießen und Düngen

Findet ein Blutströpfchen den idealen Standort vor, begnügt es sich mit dem natürlichen Regenaufkommen für die Wasserversorgung. Einzig im Jahr der Pflanzung wird regelmäßig gewässert, um die Verwurzelung zu fördern. Darüber hinaus nimmt die Wildblume eine organische Startdüngung in Form von Kompost, Hornspänen oder Rindenhumus gerne an. Das früh blühende Adonis vernalis erhält seinen Dünger bereits im Herbst, da bei Temperaturen unter 10-12 Grad Celsius das organische Material nicht verwertet werden kann. Sommerblühende Adonisröschen düngen Sie vorzugsweise im


April/Mai. Alternativ überbrausen Sie die Beetstelle während der Blütezeit wiederholt mit Brennnesseljauche. Im August und September stärken Sie die Winterhärte mit Beinwelljauche.

Tipp: Teufelsaugen mit einer Vorliebe für kalkfreie Erde, wie das Amur-Adonisröschen, gießen erfahrene Hobbygärtner mit gesammeltem Regenwasser. Alle anderen Arten und Sorten können unbesorgt mit normalem Leitungswasser versorgt werden.

Schneiden

AdonisPutzen Sie verwelkte Blüten regelmäßig aus, schaffen Sie Platz für eine Nachblüte. Unmittelbar nach der Blütezeit ziehen die Wildblumen sich vollkommen zurück. Sofern Sie sich durch das optische Erscheinungsbild gestört fühlen oder die Selbstaussaat nicht erwünscht ist, schneiden Sie die Staude bodennah ab. Andernfalls überlassen Sie diesen Prozess der Pflanze selbst, da sie die restlichen Nährstoffe aus Trieben und Blättern assimiliert, um daraus Reserven anzulegen für die nächste Saison. Nehmen Sie jegliche Schnittmaßnahmen bitte erst dann in Angriff, wenn Sie feste Handschuhe und langärmelige Kleidung angelegt haben zum Schutz vor den toxischen Pflanzensäften.

Überwintern

Hat sich das Margaretenröschen erst einmal vollständig zurückgezogen, bereiten dem Wurzelballen und den Rhizomen frostige Temperaturen keine Probleme. Im Pflanzjahr sowie in winterrauen Lagen empfehlen wir dennoch die Abdeckung mit Nadelreisig. Mit Blick auf die frühe Blütezeit eines Adonis vernalis, entfernen Sie den Winterschutz bitte rechtzeitig, um den Austrieb nicht zu behindern.

Vermehren

Als einzige Methode der Vermehrung kommt im Hobbygarten die Aussaat infrage. Die für Stauden klassische Teilung des Wurzelballens führt zumeist nicht zum Erfolg. Die Aussaat birgt zumindest die Hoffnung auf Jungpflanzen, ist indes mit einer hohen Ausfallquote belastet. Mögen Sie das Experiment dennoch wagen, gehen Sie in diesen Schritten vor:
  • Nach der Blütezeit die reifen Sammelnussfrüchte mit 30-40 eiförmigen Nüsschen ernten
  • Das Saatgut möglichst frisch aussäen auf magerem Substrat
  • Für 2-4 Wochen bei 18-24 Grad Celsius konstant leicht feucht halten
  • Anschließend für 4-6 Wochen bei kühlen - 4 bis + 4 Grad Celsius aufstellen
  • In der Folge schrittweise an höhere Temperaturen gewöhnen, während die Keimung einsetzt
Adonisröschen PflanzeEs ist von Vorteil, wenn das Saatgut die erforderliche Kühlperiode auf dem winterlichen Balkon verbringen kann. Eingeschneite Samen erweisen sich später als keimfreudiger, da der schmelzende Schnee die Samenschale poröser macht. Innerhalb von 4-6 Wochen nach der Keimung sind die Sämlinge soweit ausgereift, dass sie in Einzeltöpfe pikiert werden können. Am halbschattigen, warmen Fensterplatz halten Sie weiterhin die Erde leicht feucht. Nach weiteren 10-12 Wochen halten Sie vitale Jungpflanzen

in Händen, die ausgepflanzt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Welche Arten sind für den Garten empfehlenswert?

Die große Gemeinschaft der Hobbygärtner favorisiert die folgenden 4 Arten Adonisröschen: Den Anfang im Jahr macht das Amur-Adonisröschen (Adonis amurensis) mit gelben Blüten von Februar bis April, dicht gefolgt vom  Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), mit einer Blütezeit von März bis April. Kurz darauf setzt sich das Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) in Szene mit roten Blüten von Mai bis Juni. Jetzt lässt das Herbst-Adonisröschen (Adonis annua) uns nicht mehr lange warten, denn es erblüht von Juni bis September.

Sind alle Adonisröschen winterhart?

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AdonisröschenVon den in deutschen Ziergärten häufig anzutreffenden Arten, sind das Amur-, Frühlings- und Sommer-Adonisröschen angelegt als langlebige, vollkommen winterharte Stauden. Das Herbst-Adonisröschen übertrumpft seine Artgenossen zwar in Puncto Blütezeit, gedeiht hingegen nur einjährig, da es den mediterranen Regionen entstammt.

Wann ist die beste Pflanzzeit?

Zwischen Anfang September und Mitte Oktober ist die ideale Zeit, um Adonisröschen zu pflanzen. Im sonnenwarmen Boden finden die empfindlichen Wurzeln perfekte Bedingungen vor, um sich zu etablieren. Lockern Sie das Erdreich gründlich auf, um es mit Kompost und Hornspänen anzureichern. Regelmäßiges und ausgiebiges Gießen unterstützt die heikle Wildstaude zusätzlich bei der Verwurzelung. Ein leichter Winterschutz aus Laub oder Reisig bewahrt die jungen Pflanzen im ersten Winter vor Erfrierungen.