Amarant-Pflanze, Amaranthus - Fuchsschwanz im Garten pflegen

amaranth FuchsschwanzMit floraler Extravaganz entfaltet die Amarant-Pflanze im Garten ihre eindrucksvolle Präsenz, als sei ihr die knapp bemessene Zeit von einer einzigen Sommersaison bewusst. Mit Vehemenz bringt die einjährige Sommerblume ihre dekorativen Blütenschnüre hervor, kontrastreich untermalt von sattgrünen Schmuckblättern. Hinter ihrem auffälligen Erscheinungsbild verbirgt sich freilich eine pflegeleichte Blume, die ihrem Gärtner nur wenig abverlangt. Wie Sie den Fuchsschwanz im Garten richtig pflegen, vermittelt Ihnen die folgende Anleitung kompakt und nachvollziehbar.


Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
  • Gattung Amarant mit mehr als 100 Arten
  • Krautige, zumeist einjährige Pflanze
  • Beheimatet auf allen Kontinenten, abgesehen von der Antarktis
  • Wuchshöhe 90 bis 170 cm
  • Stehende oder hängende, schnurähnliche Blütenstände
  • Blütezeit von Mai bis Oktober
  • Grüne, gelbe, rotbraune oder purpur überhauchte Blätter 1-10 cm lang, 0,5 bis 6 cm breit
  • Elliptische Kapselfrüchte mit Hirse-ähnlichen Samen
  • Trivialnamen: Fuchsschwanz, Inka-Weizen, Garten-Fuchsschwanz
Da bereits die Azteken und Inkas die Samen des Amaranthus für die Herstellung von Speisen nutzten, trägt die Pflanze bis heute den Beinamen Inka-Weizen. Hobbygärtner, die auf eine biogene Ernährung schwören, bauen den Fuchsschwanz als Nutzpflanze und weniger zur Zierde an.

Standort und Bodenbeschaffenheit

Damit eine Amarant-Pflanze alle floralen Erwartungen erfüllt, will der Standort mit Bedacht ausgewählt sein. Halten Sie Ausschau nach einem Platz, der diese Kriterien erfüllt:
  • Vollsonnige, sonnige bis absonnige Lage
  • Warm und windgeschützt
  • Humoses, tiefgründiges Erdreich mit mäßigem Nährstoffgehalt
  • Mäßig-trocken bis frisch-feucht, ohne Gefahr von Staunässe
Amaranth im GartenDamit die Sommerblume im Kübel gedeiht, stellt eine hochwertige Blumenerde auf Kompostbasis die Weichen. Entscheiden Sie sich für ein Produkt mit geringem oder keinem Torfanteil und geben eine Handvoll Perlite oder Lavagranulat hinzu für beste Durchlässigkeit.

Tipp: Entspricht die Qualität der Erde am favorisierten Standort nicht den Idealbedingungen, gleichen Bodenhilfsstoffe das Manko aus. Zu sandige, magere Erde reichern Sie an mit Kompost, Rindenhumus, Hornspänen oder Lauberde. Fehlt es an Durchlässigkeit, geben Sie Sand oder feinen Splitt hinzu.

Gießen

Kurzzeitige Trockenheit wird von einer Amarant-Pflanze zwar toleriert, wirkt sich gleichwohl nachteilig auf die Wuchskraft und Blütenfülle aus. Gießen Sie die Sommerblume immer dann, wenn die Erdoberfläche angetrocknet ist. Die morgendliche Daumenprobe gibt näheren Aufschluss zum aktuellen Gießbedarf. Drücken Sie den Finger in die Erde. Fühlen sich die oberen 1-2 cm trocken an, wird gewässert. Geben Sie das Wasser aus der Kannentülle unmittelbar auf die Wurzelscheibe, denn eine Überkopf-Beregnung beeinträchtigt die dekorative Blütenpracht. Unter direkter Sonneneinstrahlung sollte nicht gewässert werden. Gelangen Wassertropfen auf die Schmuckblätter, verwandeln sie sich in kleine Brenngläser und fügen dem Laub schweren Schaden zu.

Kultiviert im Kübel, erweist sich der Wasserbedarf eines Amaranthus in der Regel höher, da die Feuchtigkeit rascher verdunstet. An warmen Sommertagen ist es keine Seltenheit, dass die Gießkanne täglich zum Einsatz kommt. Bitte behalten Sie einen Untersetzer im Auge, um überschüssiges Gießwasser zeitnah auszuschütten, damit sich keine Staunässe bildet.

Düngen

Geben Sie im Mai eine Portion Kompost mit Hornspänen ins Pflanzloch, sind diese Nährstoffvorräte nach 4-6 Wochen verbraucht. Ein Fuchsschwanz im Beet erhält daher idealerweise im Juli, August und September jeweils einen Nachschlag, damit ihm nicht vorzeitig die florale Puste ausgeht. Die geballte Stickstoff-Ladung eines mineralischen Volldüngers treibt zwar das Wachstum der Blätter voran, was in der Regel zu Lasten der Blütenfülle


verläuft.

Fuchsschwanz PflanzeIm knapp bemessenen Substratvolumen des Kübels empfehlen wir ab Juli die Gabe von Flüssigdünger im 2-Wochen-Rhythmus. Wahlweise verabreichen Sie im Juli einen organischen Langzeitdünger in Stäbchen- oder Kegelform. Bitte beachten Sie, dass Düngepräparate nicht auf trockenes Substrat appliziert werden. Gießen Sie bei Bedarf zunächst mit klarem Wasser an, um erst anschließend zu düngen.

Schneiden

Schneiden Sie verwelkte Blütenstände und verdorrte Blätter regelmäßig heraus, um ein gepflegtes Erscheinungsbild zu bewahren. Zugleich schaffen Sie dank dieser Pflegemaßnahme Platz für einen frischen Austrieb. Um die schönsten Blütenstängel für die Vase zu schneiden, wählen Sie soeben erblühte Triebe. Nicht zuletzt gehen Schneiden und Ernten an einem Amaranthus Hand in Hand. Um die Blätter zu schmackhaften Speisen zu verarbeiten, schneiden Sie diese vor Beginn der Blüte. Die Blütenähren mit den reifen Samenkapseln schneiden Sie ab September vorzugsweise in den Abendstunden. Ist eine Selbstaussaat nicht erwünscht, wird der Termin für den Schnitt vorverlegt auf August, rechtzeitig bevor die Kapselfrüchte platzen die das Saatgut freigeben.

Vermehren

Als einjährige Sommerblume ist die erste Wahl für die Vermehrung eine Aussaat hinter Glas. Im März öffnet sich das Zeitfenster für die Anzucht, damit Sie bis Mitte/Ende Mai kräftige Jungpflanzen in Händen halten. So machen Sie es richtig:
  • Kleine Töpfchen oder eine Saatschale füllen mit Torf-Sand oder handelsüblicher Saaterde
  • Die feinen Samen mit Vogelsand vermischen und ausstreuen
  • Dünn mit Sand oder Vermiculite übersieben, andrücken und mit feiner Brause befeuchten
Stellen Sie die Saatgefäße in ein beheizbares Zimmergewächshaus an einen halbschattigen Standort. Bei 18 bis 22 Grad Celsius nimmt die Keimung 10 bis 20 Tage in Anspruch. Steht kein Minitreibhaus zur Verfügung, stülpen Sie den Töpfen eine transparente Haube über, die ebenfalls für das erwünschte feucht-warme Mikroklima sorgt. Gegossen wird vorzugsweise von unten, indem die Töpfe für einige Minuten in Wasser gestellt werden, bis die Feuchtigkeit zur Substratoberfläche aufgestiegen ist. Die kräftigsten Sämlinge werden pikiert, wenn sie über mindestens 2 Blattpaare verfügen. Pflegen Sie Ihre Zöglinge auf der warmen Fensterbank, damit sie mit einer Wuchshöhe von 30-60 cm ab Mitte Mai ausgepflanzt werden können.

Tipp: Eine Direktaussaat von Amaranthus ist ab Mitte Mai möglich. Freilich nimmt diese Vorgehensweise eine deutlich längere Kulturzeit in Anspruch. Angesichts der knapp bemessenen Vegetationsperiode eines mitteleuropäischen Sommers wird die Pflanze ihr volles Wachstums- und Blütenpotenzial nur selten entfalten.

Krankheiten und Schädlinge

Amaranthus PflanzeEine

gesunde, kräftige Amarant-Pflanze weiß sich zu wehren gegen Krankheiten und Schädlinge. Wird sie indes geschwächt durch Versäumnisse in der Pflege oder ungünstige Witterungsbedingungen, kann es zu folgenden Problemen kommen:

Mehltau

Breitet sich auf den Unter- und Oberseiten der mächtigen Blätter eine mehlig-weiße Patina aus, haben Sie es mit der Pilzinfektion Mehltau zu tun. Diese zählt zu den häufigsten Pflanzenkrankheiten im Zier- und Nutzgarten, denn sie verschont kaum ein Gewächs. Schneiden Sie unverzüglich alle befallenen Pflanzenteile ab und entsorgen diese im Hausmüll. Statt zu einem chemischen Fungizid zu greifen, empfehlen wir die Bekämpfung mit einem alt bewährten Hausmittel. Geben Sie auf einen Liter Wasser einen Achtel Liter Frischmilch (keine H-Milch). Diese Mixtur bringen Sie wiederholt auf die befallene Amarant-Pflanze auf, bis keine Symptome mehr auftreten.

Blattläuse

Mit Beginn der Saison sind die Blattläuse zur Stelle und breiten sich explosionsartig aus. Kontrollieren Sie daher täglich den Fuchsschwanz auf einen Befall mit den winzigen Plagegeistern. Im frühen Befallsstadium vertreiben Sie die Schädlinge mit der klassischen Schmierseifenlösung. Hierzu vermischen Sie 1 Liter Wasser mit je 1 Esslöffel reiner Schmierseife und Spiritus. Besprühen Sie die Pflanze alle 2-3 Tage auf den Ober- und Unterseiten der Blätter und behandeln Sie ebenso die Triebe. Setzen Sie diese Behandlung so lange fort, bis keine Blattläuse mehr zu sehen sind.

Tipp: Wiederholte Spritzungen mit einem Sud aus Ackerschachtelhalm stärken die Konstitution einer Amarant-Pflanze, um sich aus eigener Kraft gegen Krankheiten und Schädlinge zu erwehren.

Empfehlenswerte Arten und Sorten

Um Ihnen die Qual der Wahl im großen Fundus der Amaranthus-Gattung zu erleichtern, haben wir im Folgenden eine Selektion schöner Arten und Sorten zusammengestellt:

Garten-Fuchsschwanz - Inka-Weizen (Amaranthus caudatus)
Eine der populärsten Amarant-Pflanzen im Hobbygarten, die aus den Anden im 19. Jahrhundert nach Europa kam. Die straff aufrechte Statur und die samtigen, purpurroten Blütenähren ziehen alle Blicke auf sich. Im Gemüsegarten ist der Garten-Fuchsschwanz häufig anzutreffen, da die reifen Samen - ähnlich wie Weizenkörner - in der gesunden Küche vielfältige Verwendung finden.

Weißer Fuchsschwanz (Amaranthus albus)
Die Art punktet mit wollig behaarten Trieben und weißlich-gelben Blütenähren von Juni bis Oktober. Mit einer Wuchshöhe von 10 bis 70 cm, bietet sich Weißer Fuchsschwanz an für den kleinen Garten und die Kübelkultur.

Grüner Fuchsschwanz (Amaranthus lividus)
Das dezente Gegenstück zum auffälligen Garten-Fuchsschwanz. Die Blütenstände behalten eine grüne Farbe, die sich in jede Gartengestaltung harmonisch einfügt. Mit einer Wuchshöhe von 70 bis 100 cm nimmt die Blume sowohl im Beet als auch im Kübel gerne Platz.

Rotblättriger Fuchsschwanz (Amaranthus cruentus)
Die Art und alle daraus hervorgegangenen Sorten inszenieren sich mit leuchtend roten Blättern und straff aufrechten, tiefroten Blütenständen. Eine Augenweide für jeden Sommergarten und eine stattliche Ergänzung im Staudenbeet. Mit einer Wuchshöhe von 150 cm ein unübersehbarer Blickfang entlang des Zaunes.

Elefantenkopf (Amaranthus-Hybride)
Eine majestätische Sorte, die bei guter Pflege satte 200 cm Wuchshöhe erreicht. Die dunkelroten Blütenähren baumeln von Juni bis Oktober an der Pflanze herab und erinnern an einen Elefantenrüssel. Die schmackhaften Blätter können zubereitet werden wie Spinat

Illumination (Amaranthus-Hybride)
Eine Premium-Züchtung, die sich mit dreifarbigen Blättern in grün, rot und gelb unter roten Blütenständen in Szene setzt. Treffenderweise bietet der Fachhandel diese Schönheit auch unter dem Namen Papageienkraut an. Dank einer Wuchshöhe von 60 cm, gedeiht die Sorte ausgezeichnet im Kübel und liefert einen prachtvollen Vasenschmuck.

Hot Biscuits (Amaranthus-Hybride)
Hier stand unverkennbar als ein Elternteil der Zimtrote Fuchsschwanz bereit, um beizutragen zu einem farbenprächtigen Erscheinungsbild. Die bräunlich-zimtfarbenen Blütenschnüre stehen straff aufrecht über gelblich angehauchtem Laub. Eine Rarität, die bislang erst bei ausgesuchten Züchtern zu ergattern ist.

Häufig gestellte Fragen

Sind die Blätter einer Amarant-Pflanze essbar?

Mit einem Fuchsschwanz haben Sie nicht nur eine ungemein dekorative Sommerschönheit vor sich, sondern zugleich eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Der Grüne Fuchsschwanz (Amaranthus lividus) beispielsweise liefert mit seinen Blättern ein schmackhaftes Gemüse, das an Spinat erinnert. Wer das Aroma von Artischocken mag, bereitet aus den Blättern des Amaranthus dubius eine warme Speise, die zugleich reich an Vitaminen, Kalzium, Eisen und Mineralien ist. Nicht zuletzt zielt Gemüse-Amarant (Amaranthus tricolor) in eine ähnliche Richtung, wobei die zarten Stiele wie Spargel verspeist werden können.

Welche Pflanznachbarn harmonieren mit einem Fuchsschwanz?

Kombinieren Sie die Amarant-Pflanze mit Männertreu oder Tagetes zu ihren Füßen, kreieren Sie ein farbenprächtiges Erscheinungsbild. Eine malerische Nachbarschaft geht der Amaranthus ein mit Strauch-Mageriten und Silberblatt. Von schöpferischer Kreativität zeugt die Kombination mit der Kardinals-Lobelie, die es an Wuchshöhe mit dem Fuchsschwanz aufnimmt und zeitgleich erblüht.
Mit welchen Maßnahmen verhindere ich, dass sich die Amarant-Pflanze zur Plage entwickelt?
Es ist der Zurückgebogene Amarant (Amaranthus retroflexus), dem der Ruf eines Neophyts anhaftet. Aufgrund seiner vehementen Wuchskraft breitet sich diese Art unkontrolliert im Garten aus, wenn Sie diesem Treiben keinen Riegel vorschieben. Da der Ausbreitungsdrang über die unzähligen Samen realisiert wird, schneiden Sie die Blütenstände im Herbst rechtzeitig ab. Warten Sie nicht, bis die Fuchsschwänze vollkommen verwelkt sind, da sich dann bereits die ersten Samen auf den Weg machen könnten. Möchten Sie auf Nummer sicher gehen, lassen Sie die Pflanze erst gar nicht zur Blüte kommen.