Andentanne, Chilenische Araukarie - Steckbrief und Pflege

Andentanne AraukarieFans ungewöhnlicher Gewächse werden optisch schnell gefallen an der Andentanne finden. Die schuppenförmigen und sich teilweise überlappenden Blätter sind spiralförmig an den Ästen angeordnet und sitzen sehr dicht aneinander. Das verleiht der Chilenischen Araukarie eine ausgesprochen dekorative Erscheinung. Hinzu kommt, dass der immergrüne Baum langsam wächst und ein hohes Alter erreichen kann. Hierdurch eignet er sich über eine lange Zeit hinweg als Kübelpflanze. In Regionen mit sehr milden Wintern und allgemein warmem Klima darf die Andentanne sogar ins Freie gepflanzt werden und kann so den Garten bereichern.


Steckbrief

  • natürliche Verbreitungsgebiete sind Südchile und Patagonien
  • erreicht in ihrer Heimat Stammdurchmesser von bis zu 2 Metern und Höhen von bis zu 50 Metern
  • in den Herkunftsgebieten stark bedroht
  • weibliche Exemplare tragen essbare Samen
  • ungewöhnliche, schuppenförmige Blätter beziehungsweise Nadel
  • für die Kübelkultur und teilweise das Auspflanzen ins freie geeignet

Standort

Die auch als Chilenische Schmucktanne bekannte Araukarie bevorzugt entsprechend ihrer Herkunft einen sonnigen Standort. Starker Wind und Kälte setzen dem immergrünen Gewächs hingegen schnell zu. Ob sie im Kübel kultiviert oder in das Freiland gepflanzt wird, die südamerikanische Tanne sollte als unbedingt geschützt und hell stehen.  

Bei der Standortwahl ist zudem zu bedenken, dass die Andentanne auch in hiesigen Gefilden eine Höhe von 15 Metern und drei bis vier Metern Breite erreichen kann. Sie benötigt auf lange Sicht also reichlich Platz und sollte weder zu nah an Wänden und Zäunen noch anderen größeren Gewächsen stehen. Ein freier Umreis von mindestens drei Metern sollte dem immergrünen Nadelbaum geboten werden.

Substrat

Locker, humos, frei von Kalk und reich an Nährstoffen sollte das Substrat für die Andentanne sein. Zudem leicht sauer. Optimal sind pH-Werte zwischen 5,5 und 6,8.

junge Araucaria araucana PflanzeEmpfehlenswert ist daher Moorbeet- oder Rhododendronerde, die mit einer Zugabe aus Lavamulch beziehungsweise -granulat aufgelockert wird.  Der Granulat-Zusatz verringert zudem den Pflegeaufwand.

Tipp: In Freiland und Kübel kann der Pflanze mit Laub- oder Nadelkompost auf die Sprünge geholfen werden. Auf die Baumscheibe gegeben oder direkt in die Erde gemischt stellt der Kompost auch eine ideale Art der Düngung dar.

Pflanzen

Aufgrund ihrer kälteempfindlichen Natur sollte die Chilenische Araukarie erst Ende März oder im April ins Freiland gepflanzt werden. Ein Auspflanzen im Herbst ist nicht empfehlenswert, da das Gewächs hiermit nicht ausreichend Zeit zum Anwachsen und Abhärten erhält. Selbst milde Winter können dann zum Absterben führen.

Beim Pflanzen wird wie folgt vorgegangen:
  1. Abhängig von der Erdbeschaffenheit wird ein Pflanzloch ausgehoben, das mindestens 50 Zentimetern in Tiefe und Durchmesser bemisst. Muss das Substrat angepasst werden, sollte das Loch entsprechend größer sein.
  2. Eine Mischung aus dem Aushub, Rhododendronerde, Nadel- beziehungsweise Laubkompost und Lavagranulat wird auf den Boden gegeben.
  3. Der Baum wird so eingesetzt, dass die Wurzeln mit der Oberfläche abschließen und mit Substrat bedeckt werden können.
  4. Das Loch ist mit der Erdmischung aufzufüllen und diese abschließend so zu verdichten, dass die Andentanne einen stabilen Stand erhält.
  5. Durchdringendes Gießen direkt nach dem Einpflanzen beschleunigt das Wurzelwachstum und damit das Anwachsen.

Kübelkultur

Da sich das Auspflanzen der Andentanne ins Freiland nur in sehr warmen Regionen mit milden Wintern empfiehlt, ist die Kübelkultur meist vorzuziehen.



/>Andentanne im KübelHierbei sollte beachtet werden, dass von Anfang an ein sehr großes Pflanzgefäß gewählt wird. Späteres Umtopfen gestaltet sich schwierig und wird von der Chilenischen Araukarie meist nur schlecht vertragen. Davon abgesehen, muss der Kübel über einen guten Wasserablauf verfügen. Staunässe verträgt der Baum nicht.

Tipp: Um den Pflanzkübel samt Erde und Andentanne mobil zu halten und einen Standortwechsel zu erleichtern, bietet sich das Aufstellen auf einen Pflanzen- oder Möbelroller an. Hierdurch ist es auch möglich, ein sehr großes und schweres - und damit stabilisierendes Gefäß zu wählen.

Gießen und Düngen

Wer das Substrat mit Lavamulch und Kompost vorbereitet hat, hat den Pflegeaufwand der Andentanne bereits im Vorfeld erheblich reduziert. Das Granulat sorgt zugleich für ein längeres Feuchthalten der Erde und lockert diese auf. Laub- und Nadelkompost bietet hingegen wichtige Nährstoffe, die erst nach und nach freigesetzt werden.

Während der Wachstumsphase benötigt die Chilenische Schmucktanne reichlich Wasser, das jedoch sehr weich sein muss. Gegossen wird daher mit Regenwasser, unbehandeltem Teichwasser oder abgestandenem Leitungswasser. Ist das Leitungswasser sehr kalkarm, kann es auch direkt und frisch aus dem Hahn verwendet werden.

Gewässert wird schwemmend, sodass die Erde durchdringend feucht ist. Staunässe ist, wie bereits erwähnt, dringend zu vermeiden. Das Gießen erfolgt daher auch nur, wenn die oberste Substratschicht gut abgetrocknet ist.

Gedüngt wird von März bis August oder maximal September einmal monatlich. Geeignete Düngemittel sind spezielle Araucaria-Produkte aber auch Nadelreisig, Laub und Kompost daraus sowie Teichwasser. Bei Kompost, Reisig und Laub reicht das Auflegen auf die Baumscheibe und ein leichtes Einarbeiten aus.

Überwinterung

Araucaria araucanaBei der Kübelkultur sollte die Andentanne nach drinnen verbracht werden, wenn die nächtliche Temperatur auf 10 ° C sinkt. Im hellen Winterquartier sollte die gleiche Mindesttemperatur herrschen. Das Düngen wird vollkommen eingestellt, das Gießen in Menge und Häufigkeit so beibehalten, dass die Erde zwischen den Wassergaben nur oberflächlich ab- aber nie völlig austrocknet.
Im Freiland benötigt die Chilenische Araukarie auch in milden Wintern etwas Schutz. Für die Baumscheibe reicht eine Auflage aus Stroh, Reisig, Mulch oder Laub, die mit Gartenvlies abgedeckt wird. Ein leichtes Umhüllen des Baums mit Gartenvlies ist ebenfalls sinnvoll, da es Frostschäden und Verbrennungen verhindern kann.

Extra-Tipp: Ist im eigenen Heim kein geeigneter Platz für die Überwinterung der Anden Araukarie vorhanden, kann sie auch professionell betreut

erfolgen. Einige Gärtnereien bieten diesen Service an.

Vermehren

Die Vermehrung der wintergrünen Schmucktanne erfolgt über Samen. Eine Stecklingsvermehrung ist nicht möglich. Um das vom Aussterben bedrohte Gewächs erfolgreich aus den Samen zu ziehen, wird wie folgt vorgegangen:
  1. Die aus den Zapfen gewonnenen Samen müssen zunächst stratifiziert werden, benötigen also einen Kältereiz. Hierfür werden sie für anderthalb bis zwei Monate bei etwa 0 bis 4° C gelagert. Empfehlenswert ist ein Aufenthalt im Kühlschrank, da die Temperatur hier kontrolliert werden kann.
  2. Im Anschluss an die Stratifikation werden sie auf ein zuvor erhitztes und damit sterilisiertes Substrat oder Anzuchterde gegeben. Hier kann die gleiche Mischung wie obig beschrieben verwendet werden.
  3. Leicht mit dem Substrat bedeckt und angefeuchtet wird das Anzuchtgefäß nun an einen sonnigen bis halbschattigen Platz gestellt. Für die Keimung sind Temperaturen zwischen 23 und 25° C und etwas Geduld von Nöten - denn sie nimmt selbst bei optimalen Bedingungen mindestens drei Monate in Anspruch.
  4. Das Substrat ist stets leicht feucht zu halten. Samen die nach sechs Monaten noch nicht gekeimt haben, sollten aussortiert werden.
  5. Bei einer Höhe von etwa fünf Zentimetern können die Keimlinge mit größter Vorsicht separat in Pflanzgefäße gesetzt werden. Ebenso wie die Keimung selbst kann dies jedoch einige Monate in Anspruch nehmen.

Pflegefehler, Krankheiten und Schädlinge

Chilenische Araukarie abgestorbenEin Schädlingsbefall ist bei der exotischen Andentanne selbst bei der Kultur im Freiland nicht zu befürchten. Hiesige Parasiten finden an ihr einfach keinen Geschmack. Ähnliches gilt für Krankheiten. Lediglich Pilze können der Chilenischen Araukarie gefährlich werden. Diese sind aber ebenso wie sonstige Probleme auf Pflegefehler zurückzuführen. Die folgenden Faktoren sollten daher unbedingt beachtet werden:
  • Die Andentanne mag Feuchtigkeit aber reagiert empfindlich auf Staunässe. Ein Abfluss muss am Pflanzgefäß oder Standort also sichergestellt werden.
  • Wind, Kälte oder gar Frost setzen dem Gewächs sehr schnell zu. Ein geschützter Standort und isolierende Materialien im Winter sind daher ein Muss.
  • Basische Erde oder ein Substrat, das sich verdichtet verringert nicht nur das Wachstum - es kann sogar zum Absterben führen. Gleiches gilt für kalkhaltiges Wasser. Sinnvoll sind daher, vor allem im Freiland, regelmäßige Prüfungen der pH-Werte.
Häufig gestellte Fragen

Was tun, wenn die Andentanne braun wird?

Hier sollte zunächst die Ursache gefunden werden. Erfahrungsgemäß findet sich diese in Trockenheit. Diese kann wiederum auf unzureichendes Gießen oder aber auf Bodenfrost zurückzuführen sein. Während sich das Wässern schnell anpassen lässt, sollte bei gefrorenem Boden zunächst eine dickere Schutzschicht auf die Baumscheibe aufgetragen und im Anschluss bei Tauwetter ausreichend gewässert werden, um schlimmere Schäden zu verhindern.

Die braunen Nadeln sollten werden abgeschnitten noch anderweitig entfernt werden. Bei Erholung, ersetzt das Gewächs sie von selbst.

Darf die Chilenische Araukarie verschnitten werden?

AndentanneNein! Einen Verschnitt verträgt die Andentanne nicht. Daher ist es auch von Anfang an wichtig, einen Standort mit ausreichendem Abstand zu anderen Gewächsen und sonstigen Bauwerken oder Gegenständen zu wählen.

Eine Ausnahme bilden abgestorbene Zweigspitzen. Zeigen sich hier auch nach mehreren Monaten keine neuen Blätter, dürfen diese vorsichtig entfernt werden. Dabei sollte jedoch nicht in noch lebende Abschnitte geschnitten werden.

Ist ein Umpflanzen oder Umtopfen der Andentanne möglich?

Theoretisch ist das Umsetzen ebenso wie das Umtopfen möglich. Allerdings bilden die Chilenischen Araukarien sehr lange und tiefreichende Pfahlwurzeln aus und reagieren überaus empfindlich auf Verletzungen des Wurzelballens.

Lässt sich ein Wechsel nicht vermeiden, muss beim Umpflanzen daher ausgesprochen vorsichtig vorgegangen werden. Der Aushub sollte je nach Alter des Gewächses und Zeit am Standort ein Minimum von zwei Metern betragen. Ohne entsprechende Geräte ist das nicht zu bewerkstelligen und aufgrund des damit verbundenen Aufwands meist auch wenig sinnvoll.

Beim Umtopfen ist der Aufwand zwar deutlich geringer, das Risiko des Absterbens aber dennoch gegeben. Die Wurzeln und Zweige dürfen keinesfalls verletzt werden. Am günstigsten ist es daher, lediglich den Erdballen zu berühren und in ein größeres Gefäß zu setzen.

Allein und für Laien ist das ein sehr schwieriges Unterfangen. Es kann sich also wiederum bewähren, die Maßnahme in einer Gärtnerei durchführen zu lassen.