Goldfruchtpalme, Dypsis lutescens - Pflege-Tipps

goldfruchtpalmeDie Goldfruchtpalme Dypsis lutescens kommt zwar aus dem fernen Madagaskar, wächst aber dort in einer recht schattigen Umgebung und kommt deshalb mit deutscher Lichtarmut vergleichsweise gut klar. Wenn der richtige Standort gewählt wird, ist das schon der halbe Pflegeerfolg, was die Goldfruchtpalme sonst noch zu ihrem Glück braucht, wird nachfolgend dargestellt.

Steckbrief der Goldfruchtpalme:
  • Familie: Palmengewächse
  • Gattung: Dypsis
  • Art: Goldfruchtpalme
  • Wissenschaftlicher Name: Dypsis lutescens
  • Herkunft: Tropisches Madagaskar
  • Wird am Naturstandort um 10 m hoch und ist dort gefährdet
  • Die Kulturform wird in großem Umfang produziert
  • Die Goldfruchtpalme ist die am häufigsten verkaufte Zimmerpalme der Welt
  • In Hauskultur erreicht sie eine Höhe von bis zu 4 Metern
  • Aber erst nach Jahren, Goldfruchtpalmen wachsen sehr langsam
  • Die Maximalgröße der Goldfruchtpalme lässt sich beschränken
  • Sie ist deshalb auch für kleinere Wohnstätten geeignet

Standort: Ein wenig Freiraum muss sein

Die Goldfruchtpalme wird bei Freiwuchs um 10 m hoch, was ihrer Schönheit nicht unbedingt aufhilft: 9 Meter dünner Stamm mit ein paar grünen Wedeln hoch oben am äußersten Ende: upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/06/Starr_050107-2890_Chrysalidocarpus_lutescens.jpg. Den langen Stamm bildet die Goldfruchtpalme in freier Natur, indem die jeweils unteren Wedel nach der Welke abfallen, was beim langsamem Wachstum der Goldfruchtpalme eine beträchtliche Zeitspanne in Anspruch nimmt.

Die als Zier- und Zimmerpflanze verkaufte Kulturform der Goldfruchtpalme bleibt deutlich niedriger als 10 Meter und ist deutlich dekorativer als die Naturform: Mehrere junge Triebe wachsen zum dichten grünen Palmengewächs aus bis 2 m langen Palmwedeln (die botanisch Fiederblätter heißen) heran und werden lange vor Einsetzen der Stammbildung in dieser Gestalt verkauft. Meist in Größen um 1 m, wirkt nicht so, als wenn er demnächst das Wohnzimmer sprengen würde. Damit täuscht dieser zarte grüne Palmenbusch ein wenig, sobald er nur ein wenig seine Fiederblätter glättet, ausbreitet und in die Gegend streckt, nimmt die Goldfruchtpalme schnell einmal um 2 m2 ein: www.baldur-garten.de/medias/sys_master/root/8835682140190/zoom.jpg.

Die Fiederblätter bewegen sich bei leichtestem Wind, die Goldfruchtpalme ziert nicht nur, sondern bereichert den Raum mit lebendigem Grün und reinigt die Luft – der Platz, den sie verbraucht, wird also bestens genutzt.

Tipp - Damit sich die Blätter im leichtesten Wind bewegen können, braucht die Goldfruchtpalme von Anfang an einigen Platz und vor allem etwas Raum um sich herum. Damit fällt sie für kleine Wohnungen nicht unbedingt aus, wird aber recht schnell sehr präsent, wenn sie erstmal die Wedel ausbreitet ... die Bewohner müssen schon gerne "so richtig viel Grün" um sich haben. Große Räume passen immer, hier kann sich die Goldfruchtpalme im Laufe der Zeit zu einem prächtigen Gewächs entwickeln, das in hellen Wintergärten anders als im Zimmer oft auch ziemlich schnell einen kleinen Stamm bildet.

Lichtansprüche und Wärmebedarf

Die Goldfruchtpalme wächst in Madagaskar in Lichtungen feuchter Wälder und den Ufern der Flüsse, die diese Wälder durchziehen. Sie ist die hohe Lichtintensität Madagaskars gewohnt, das sehr viel näher am Äquator liegt als Deutschland, aber dieser Lichtintensität immer nur im Schatten höherer Pflanzen ausgesetzt.

Aus dieser Herkunft erklärt sich, dass die Goldfruchtpalme einmal als "lichthungrige Tropenpflanze" und ein anderes Mal als "Palme


für dunkle Räume" beschrieben wird; dass sie "unbedingt sehr hell stehen" soll und doch "auf keinen Fall direkte Sonne" bekommen soll. Geht man nach dem Wachstum unter heimatlichen Bedingungen, ist die Goldfruchtpalme unbedingt eine Palme für dunkle Räume, bei Kultur in Deutschland steht sie aber schon im Freien "in einem dunklen Raum". Der noch dunkler wird, wenn eine Fensterscheibe zwischen Palme und Licht sitzt, und zu dunkel, wenn die Fensterscheibe nach Norden geht oder die Palme zu weit vom Fenster weg steht.

Direkt hinter einem hell belichteten Fenster sollte die Goldfruchtpalme tatsächlich nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden – Fensterglas und Wassertropfen können wie Brenngläser wirken. Wenn sie im Frühjahr aus den "trüben Innenräumen" ins Freie darf, darf sie auch nicht sofort in der Sonne braten. Der Pflanzenstoffwechsel muss sich erst an höheres Lichtangebot und direkte Sonneneinstrahlung anpassen und sollte nach und nach an die Sonne gewöhnt werden.

Den Aufenthalt im Freien sollten Sie Ihrer Goldfruchtpalme unbedingt gönnen: Betrachtet man die Lichtmenge insgesamt gesehen, kann die Goldfruchtpalme jeden Strahl deutscher Sommersonne gebrauchen, bevor sie ins dunkle Winterquartier umzieht.

goldfruchtpalmeAus Madagaskar ist die Goldfruchtpalme durchschnittliche Temperaturen von etwa 28°C gewohnt und möchte auch bei uns recht warm gehalten werden. Die Sommertemperaturen bei uns passen gut, in Hitzewellen kann sogar Sonnenschutz empfehlenswert sein. Im Winter sollten es mindestens 15 °C sein, kältere Haltung verkraftet die Pflanze auf Dauer nicht.

Tipp
Wenn Sie am vorgesehenen Standort nur direkte Sonneneinstrahlung zu bieten haben, ist das (nach Gewöhnung) für eine Dypsis lutescens in deutschem Klima auf jeden Fall besser als zu dunkler Halbschatten. Sie wird dann die typische Reaktion zeigen, wegen der sie auch Goldblattpalme genannt wird: Die Blätter verfärben sich nach und nach irreversibel goldgelb, unumkehrbar und ausgesprochen dekorativ: www.palmeninfo.de/palmpic/dyplut2g.jpg.

Substrat, Kübel & Umtopfen

Keine besonderen Ansprüche:
  • Normale Blumenerde und jedes Erdgemisch auf der Basis von Kompost
  • Jeweils mit etwas Sand/Kies schön locker und durchlässig einstellen
  • Die Goldfruchtpalme verträgt eher leicht saures Substrat als Erde mit zu hohem pH-Wert/Kalkgehalt
  • Umgetopft wird sie das erste Mal meist gleich nach dem Kauf
  • Denn ein 24-cm-Verkaufstopf reicht einer Palme von 1,20 m Höhe nicht wirklich
  • Setzen Sie sie in einen mindestens doppelt so großen Kübel
  • übel, desto besser das Wurzelwachstum, desto größer die Pflanze
  • Umtopfen, wenn die Topferde gut durchwurzelt ist
  • Erfahrungsgemäß muss die Palme alle 2 bis 3 Jahre in ein größeres Gefäß umgesetzt werden
  • Am besten

    im Frühjahr, immer in frische Erde
Tipp
Die Goldfruchtpalme begegnet Ihnen nicht nur unter dem botanischen Namen Dypsis lutescens, sondern sehr häufig als Chrysalidocarpus lutescens. So hieß sie von 1878 bis 1995, dann wurde sie mit anderen madagassischen Gattungen neu eingestuft und in die Gattung Dypsis gestellt. In Gartencentern taucht sie auch als Areca lutescens auf, eigentlich ein Synonym für die seltene Fiederpalme Hyophorbe indica, das für die Goldfruchtpalme aus unerfindlichen Gründen übernommen wurde.

Pflege

Die Pflege der Goldfruchtpalme wird sehr einfach, wenn Sie im Wissen um die Bedingungen in der Heimat der Pflanze handeln:
  • Dypsis lutescens ist feuchte Erde

    gewohnt
  • Der Erdballen im Kübel sollte immer leicht feucht sein
  • Dazu bei gerade angetrockneter Erde gründlich gießen, bis das erste Wasser im Ablauf landet
  • Gut abtropfen lassen, überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer entfernen
  • Denn feucht heißt nicht nass, in gestauter Nässe stehen nur Wasserpflanzen gerne
  • Die Goldfruchtpalme ist auch hohe Luftfeuchtigkeit gewohnt
  • Bei trockener Raumluft deshalb öfter ansprühen
  • Nährstoffzufuhr: In der Wachstumssaison alle 14 Tage düngen
  • Mit speziellem Palmendünger oder Flüssigdünger mit ähnlichen NPK-Werten
  • Empfohlenes NPK-Verhältnis: 3:1:3 (z. B. 15 % N = Stickstoff, 5 % P = Phosphat, 15 % K = Kalium)
Tipp - Die Goldfruchtpalme kann als bekannter Säufer von einiger Robustheit sehr gut in Hydrokultur gehalten werden. Allerdings sollten Sie dann eine in Hydrokultur gezogene Jungpflanze kaufen; nachträglich auf Hydrokultur umstellen soll wegen der empfindlichen Wurzeln meist schief gehen.

Schneiden

Wenn eine Goldfruchtpalme sich wohl fühlt, kann sie bis zu 4 m hoch und breit werden. Je besser sie gepflegt wird, desto schneller wird sie zu groß für kleine und mittelgroße Wohnungen/Häuser. Wenn Ihre Goldfruchtpalme zu mächtig zu werden droht, muss und kann sie gebremst werden.

Das funktioniert auch ohne waagerechten Schnitt, der einsame Stängel zurücklassen würde: Sie können die Palme so niedrig halten, wie Sie möchten, indem Sie jeweils die zu weit ausladenden bzw., hochragenden Blattwedel ganz dicht am Stamm wegschneiden. Bis auf ein ca. 5 cm langes Stück vom Stiel, das am Stamm stehen bleibt.

Ansonsten müssen/können Sie nur welke Blattwedel entfernen, wie gerade beschrieben dicht am Stamm abschneiden. Zeigt die Goldfruchtpalme durch Fehlversorgung oder nach Aufenthalt im Winterquartier wenige braune Blattspitzen, können Sie den braunen Teil vorsichtig abschneiden (gesundes Gewebe stehen lassen). Ist schon das halbe Blatt braun, sollten Sie mit der Entfernung warten, bis das gesamte Blatt eingetrocknet ist.

Vermehrung

Sehr einfach lassen sich Goldfruchtpalme durch Ableger vermehren:
  • Die Goldfruchtpalme bildet gewöhnlich Bodentriebe
  • Im Frühjahr von der Mutterpflanze trennen
  • Bodentriebe um 30 cm haben meist eigene Wurzeln
  • Bodentriebe einzeln in kleine Töpfe setzen
  • Mit Mischung aus Sand und Komposterde 1:3 füllen
  • Transparente Folie mit Belüftungslöchern über Anzuchttopf stülpen
  • 4 bis 6 Wochen an einen warmen hellen Platz ohne unmittelbare Sonneneinstrahlung stellen
  • Wenn neue Wedel austreiben, hat eine ausreichende Wurzelbildung stattgefunden
  •   Die Folie kann nun entfernt werden
  • Die kleinen Goldfruchtpalmen werden ab jetzt wie ausgewachsene Exemplare gepflegt
  • Dünger gibt es aber erst nach vier Monaten
Sie können Goldfruchtpalmen durch Samen vermehren, empfohlen wird das allerdings nicht unbedingt. Die Keimzeit ist sehr lang (30 bis 40 Tage) und die Gefahr von Pilzbefall damit hoch. Wenn die Keimung geglückt ist, dauert es mehrere Jahre, bis eine Palme von Format herangewachsen ist ...

Überwintern

Die Goldfruchtpalme kann nur in tropischen Gebieten (USDA-Klimazone 11, 10b) im Freien überleben, muss bei uns also immer im geschützten Innenraum überwintern.

Die Temperaturen im Winterquartier sollten zwischen 15 und 20 Grad liegen. Eingeräumt wird, wenn die Außentemperaturen mit den Temperaturen des Winterquartiers übereinstimmen, je nach Zeitpunkt drinnen zunächst normal weiter versorgen.

In den Monaten Dezember bis Februar bekommt die Goldfruchtpalme eine Ruhezeit, sie soll den Stoffwechsel zurückfahren, Wachstum in der lichtärmsten Zeit wäre sehr kräftezehrend. Die Pflanze wird in dieser Zeit weniger gegossen und nicht gedüngt, das reicht aus, um die für das Überleben wichtigen Stoffwechselvorgänge aufrecht zu erhalten.

Krankheiten & Schädlinge

Wie anderen im deutschem Winterklima leidenden Tropenpflanzen fehlt es Goldfruchtpalmen im Winterquartier häufig an Widerstandskraft, was diverse Schädlinge gerne ausnutzen:
  • Zu viel Trockenheit ist Stress für die Goldfruchtpalme
  • Auch große Temperaturschwankungen schwächen die Palme
  • Erhöhte Gefahr für Befall mit Spinnmilben, Schildläusen, Wollläusen, weiße Fliegen
  • Die wichtigste Schädlingsabwehr ist bei tropischen Zimmerpflanzen gute Überwachung
  • Sobald sich etwas tummelt, Pflanze separieren und Schädlinge mechanisch angehen
  • Absammeln, Abduschen, Abbürsten, Geldtafeln aufstellen, ggf. in neue Erde umtopfen
Wenn Sie spät einen schlimmen Schädlingsbefall bemerken, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie eine langwierige, kostenintensive und arbeitsaufwendige Schädlingsbekämpfung mit möglicherweise problematischen Pflanzenschutzmitteln beginnen oder einige Bodentriebe eintopfen und sich daraus neue Goldfruchtpalmen ziehen. Die Goldfruchtpalme soll viele Schädlingsbekämpfungsmittel nicht sehr gut vertragen.

Häufig gestellte Fragen

Ich habe gelesen, dass die Goldfruchtpflanze viele verschiedene Unterarten hat – sehen diese Sorten auch anders aus?

Von vielen verschiedenen Unterarten der Goldfruchtpalme ist tatsächlich öfter zu lesen, was aber nur zu verstehen ist, wenn gleichzeitig von den Änderungen in der botanischen Nomenklatur rund um die Goldfruchtpalme berichtet wird. Die Goldfruchtpalme heißt botanischen Dypsis lutescens, ist eine Art und hat keine Unterarten. Über 60 Arten bisher anders eingestufter Palmen wurden jedoch vor einigen Jahren aufgrund genetischer Merkmale zur neuen Gattung  "Dypsis" zusammengefasst. Damit sind nun auf einmal Palmen miteinander verwandt, die sich in Wuchsgestalt und Habitus zum Teil sehr stark voneinander unterscheiden (siehe z.B. Dypsis decaryi, die Triangel-Palme), aber alle aus der Umgebung von Madagaskar stammen. All diese neuen Arten der Dypsis sind also eigene Arten und keine Unterarten oder Sorten der Goldfruchtpalme.

Sind die Früchte der Goldfruchtpalme tatsächlich golden, oder woher hat sie ihren Namen?

Genau daher, von den ausgereift goldgelben Früchten. Sehen werden Sie diese Früchte an der Zimmerpflanze in Deutschland aber wahrscheinlich nie, Blüten- und Fruchtbildung überfordern die Pflanze in unserem Klima. Was Sie wenig ärgern muss, auf die riesigen fahlgelben Blütenstände, die irgendwann voller mehr schmutzig brauner als goldener Früchte hängen, können Sie wahrscheinlich gut verzichten: www.mikroskopie-bonn.de/Bilder-Host/Goldfruchtpalme/150104_Goldfruchtpalme_Frucht_Ian_Edwards_pacsoa_org_au.jpg (für die Perspektive: jede Frucht hat ungefähr Walnussgröße).