Kirschlorbeer, Lorbeerkirsche, Prunus laurocerasus - Pflege-Anleitung

Blüte des KirschlorbeerDekorativ, leicht zu pflegen und ideal als Sichtschutzhecke - die Lorbeerkirsche, auch Kirschlorbeere genannt, erfreut sich in heimischen Gärten zunehmender Beliebtheit. Das Gewächs, das wild sowohl in Südosteuropa als auch in Klein- und Vorderasien wächst, gehört zur Familie der Rosengewächse und stellt die einzige immergrüne Art aus der sehr artenreichen Gattung Prunus dar; am richtigen Standort kultiviert und optimal gepflegt, wächst die Hecke schnell heran und dient dann zur Umgrenzung von Grünanlagen. Doch Vorsicht: Alle Pflanzenteile der Lorbeerkirsche sind giftig!

Kurzer Steckbrief
  • immergrüner Strauch
  • Wuchs: je nach Sorte aufrecht kegelig bis flach niederliegend
  • Gesamthöhe: zwischen einem und drei Metern
  • präsentiert dunkelgrüne, glänzende, ledrige Blätter
  • Blüten verströmen ein intensives Aroma
  • weiße Blüten und kleine schwarze Steinfrüchte
  • blüht von Mai bis Juni

Standort und Boden

Damit die Lorbeerkirsche optimal gedeiht, sollte zunächst ein passender Standort für das Gewächs ausgewählt werden. Grundsätzlich wächst die Pflanze in unterschiedlichen Bereichen im Garten und kommt sowohl mit halbschattigen als auch mit schattigen und sonnigen Bereichen zurecht; allerdings bevorzugt die Lorbeerkirsche eindeutig Standorte, die zur Hälfte im Schatten liegen. Bereiche innerhalb der Grünanlage, die im Tiefschatten liegen, werden hingegen in der Regel schlecht vertragen. Um die Gefahr starker Frostschäden während der kalten Jahreszeit zu minimieren, hat es sich als sinnvoll erwiesen, der Lorbeerkirsche einen windgeschützten Bereich im Garten anzubieten.

Das Gewächs findet Verwendung als Hecke und wird gerne auch innerhalb von Gehölzgruppen gepflanzt. Flach wachsende Sorten eignen sich hingegen auch als Bodendecker. Besonders dekorativ wirkt die Lorbeerkirsche in der Nähe von Rhododendren oder Azaleen sowie Farnen und Nadelgehölzen. Nicht zuletzt ergibt der Kirschlorbeer mit Maiglöckchen und Herzblattlilien ein sehr dekoratives Bild.

Blätter des KirschlorbeerNeben dem optimalen Standort ist bei der Kultivierung der Kirschlorbeere auch das verwendete Substrat von Bedeutung. Die Erde, die bei der Bepflanzung zum Einsatz kommt, sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
  • durchlässig
  • humos
  • reich an Nährstoffen
  • mäßig sauer bis alkalisch
  • keine Bodenverdichtung
Das verwendete Substrat sollte mäßig feucht sein; selbst sandige oder lehmige Böden werden vertragen. Je trockener sich der Boden präsentiert, umso frosthärter ist das Gewächs. Auch längere Trockenperioden werden problemlos vertragen. Allerdings gedeiht die Pflanze nicht, wenn Staunässe vorliegt. Aus diesem Grund sollte der Boden stetes optimal entwässert sein; notfalls ist eine Drainage in die Erde einzubauen.

Gießen, Düngen und Überwintern

Sowohl während der Sommermonate als auch in der kalten Jahreszeit benötigt der Kirschlorbeer Flüssigkeit. Allerdings ist insgesamt eher zurückhaltend zu gießen; eine erneute Bewässerung sollte erst erfolgen, wenn die Oberfläche des Substrats vollständig ausgetrocknet ist.

Um ein optimales Gedeihen zu gewährleisten, kann darüber hinaus die gezielte Gabe von Nährstoffen hilfreich sein. Zu diesem Zweck hat es sich bewährt, Hornmehl oder Hornspäne auszugeben.

  Nach August darf keine Düngung mehr erfolgen; der Kirschlorbeer würde andernfalls kurz vor Einbruch des Winters noch einmal Blätter ausbilden, deren weiches Gewebe leicht erfriert.


Die Überwinterung der Lorbeerkirsche erfolgt in der Regel ohne


Probleme. Grundsätzlich präsentiert sich das Gewächs winterhart; allerdings variiert die Unempfindlichkeit gegenüber Frost zwischen den unterschiedlichen Sorten. Darüber hinaus spielt auch die Region, in der das Gewächs kultiviert wird, eine Rolle: Insbesondere in rauen Lagen und bei Minustemperaturen von 20°C ist ein zusätzlicher Winterschutz nötig. Kübelpflanzen können dann in Bastmatten eingewickelt und auf eine Styroporplatte gestellt werden; man verbringt die Gewächse außerdem an einen Ort, an dem sie vor Wind geschützt stehen.

Während der kalten Jahreszeit muss das Gewächs zusätzlich mit Feuchtigkeit versorgt werden, die über die immergrünen Blätter stetig verdunstet. Einen besonderen Flüssigkeitsbedarf weisen Exemplare auf, die auf sandigen Boden gepflanzt wurden sowie bei anhaltender Trockenheit und an sonnigen kalten Tagen. Dann erhält die Pflanze aus dem gefrorenen Boden nicht ausreichend Wasser; es muss zügig für Nachschub gesorgt werden. - Sobald sich der Boden an frostfreien Tagen öffnet, ist dann eine Bewässerung durchzuführen.

Gezielter Rückschnitt

Einen gezielt durchgeführten Pflanzenschnitt verträgt der Kirschlorbeer ausgesprochen gut. Hierzu eignen sich folgende Termine:
  • kurz vor dem Austrieb im Frühjahr
  • Ende Mai bis Anfang Juni
  • Anfang August
Besonders der Erstschnitt im Frühjahr vermindert die Entstehung eines ausladenden oder sperrigen Wachstums. Dabei werden jedoch auch Radikalschnitte gut vertragen, bei denen der Schnitt bis ins Holz erfolgen kann. Auf diese Weise können unförmige und alte Sträucher auch nach vielen Jahren noch verjüngt und auf die gewünschte Breite und Höhe gestutzt werden. Für den Schnitt wird ein Tag ausgewählt, der weder zu nass noch zu heiß ist. Auf diese Weise können sowohl Sonnenbrand als auch die Entstehung von Pilzinfektionen effektiv verhindert werden.

Verschneiden des KirschlorbeerDen Schnitt selbst darf man keinesfalls mit der elektrischen Heckenschere ausführen, auch wenn gerade Hecken gerne auf diese Weise gekürzt werden. Doch wenn das Gerät beim Schnitt der Lorbeerkirsche zum Einsatz kommt, zerreißen schnell die Blätter, die sich durch die Verletzung verfärben und anschließend abfallen. Für die Schneidemaßnahmen sollten deshalb vorwiegend scharfe Handscheren zum Einsatz kommen; lediglich die Heckenkrone kann mit einer Motorsäge bearbeitet werden.

Beim Schneiden sollten vorrangig die Seitentriebe, die sich unterhalb der Blätter befinden, gekappt werden. Keinesfalls sollte in die Blätter hinein geschnitten werden. Zwar gestaltet sich diese Methode als recht aufwändig, verhindert aber die Entstehung von braunen Stellen oder halbierte Blätter. Die oberen Triebe kann man zunächst ruhig bis zur gewünschten Endhöhe der Pflanze wachsen lassen. Damit alle Heckenbereiche ausreichend

mit Licht versorgen, sollte das Schneiden so erfolgen, dass sich die Seiten nach oben hin insgesamt etwas verjüngen; im Gegensatz zu Liguster oder Hainbuche bleibt die Lorbeerkirsche im Wachstum dabei immer etwas buschiger. Dabei kann die Krone etwas rund geschnitten werden. Wenn innerhalb der Hecke längere Triebe entstehen, kann man diese einzeln entfernen.

Pflanzen und Vermehren

Die Vermehrung der Lorbeerkirsche kann mit Hilfe  unterschiedlicher Methoden erfolgen:
  • durch Aussaat
  • durch Selbstaussaat
  • mit Hilfe von Absenkern
  • mit Hilfe von Stecklingen
Die Pflanzung von Gewächsen, die im Handel erworben wurden, gestaltet sich problemlos. Neben getopften Pflanzen wird auch Ballenware angeboten, die direkt gepflanzt werden sollte. Auch Containerware kann zum Einsatz kommen, die zu jeder Jahreszeit - mit Ausnahme der Wintermonate - gesetzt werden kann. Bevorzugt erfolgt die Pflanzung allerdings im Frühjahr.

Bei der Pflanzung sollte unbedingt die außergewöhnliche Wuchsfreudigkeit der Lorbeerkirsche mit bedacht werden. So eignet sich das Gewächs genau aus diesem Grund zwar als recht brauchbare Heckenpflanze zur Eingrenzung des Gartens, allerdings kann sich das schnelle Wachstum mit bis zu 40cm pro Jahr auch als Problem auswirken, wenn große Flächen überdeckt und für die Kultivierung anderer Pflanzen unbrauchbar gemacht werden.

  Die Ausdehnung der Pflanze wird nicht zuletzt durch den Pflanzenabstand bestimmt, der zwischen 80 und 100cm betragen sollte.


Bevor das Gewächs in die Erde gesetzt werden kann, ist eine ausreichende Wässerung wichtig. Zu diesem Zweck stellt man den kompletten Ballen in einen Topf mit Wasser und wartet, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Anschließend kann das Pflanzenloch ausgehoben werden, das etwas größer sein sollte als der Wurzelballen. Die Erde kann zusätzlich mit etwas Humus angereichert werden, bevor das Einsetzen erfolgt. Jetzt wird das Loch zugeschüttet; die Kirschlorbeere benötigt reichlich Wasser zum Anwachsen. Auch in den Folgewochen muss immer wieder darauf geachtet werden, dass

der Boden nicht austrocknet. 

Krankheiten und Schädlinge

Die Lorbeerkirsche kann von unterschiedlichen Krankheiten befallen werden; besonders häufig tritt die Schrotschusskrankheit auf, bei der ab dem Frühjahr rötliche Flecken auf den Blättern zu sehen sind, die später ausbrechen und schrotschussartig verteilte Löcher hinterlassen. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zum Abfallen der Blätter. Abhilfe schafft der gezielte Rückschnitt der befallenen Triebe bis ins gesunde Holz hinein und die Behandlung mit einem Fungizid. Daneben tritt häufig auch Mehltau auf, der an dem weißlich grauen samtigen Überzug auf den Blattunterseiten zu erkennen ist. Vorbeugend helfen diverse Pflanzenstärkungsmittel, zum Beispiel Knoblauchbrühe, sowie keine zu enge Bepflanzung. Bei starkem Befall werden spezielle Fungizide auf Lecithinbasis eingesetzt.

Neben diversen Krankheiten treten auch diverse Schädlinge am Kirschlorbeer auf. In diesem Zusammenhang kommt dem Dickmaulrüssler eine besondere Bedeutung zu. Der Befall des Schädlings ist anhand eines charakteristischen Schadbildes zu erkennen:
  • große, bogenfrömige Kerben am Rand der Blätter (Käferfraß)
  • plötzliches Welken trotz ausreichender Wasserversorgung (Fraß der Larven an den Wurzeln)
  • bei starkem Befall Absterben der gesamten Pflanze
Als vorbeugende Maßnahme können die natürlichen Feinde des Schädlings gezielt gefördert werden, zu denen beispielsweise der Igel und die Spitzmaus gehören. Es hat sich außerdem als sinnvoll erweisen, regelmäßig den Boden zu lockern. Die Käfer selbst können nachts im Schein der Taschenlampe abgesammelt werden. Bei starkem Befall lohnt sich zusätzlich die Bekämpfung der Larven mit Hilfe parasitärer Nematoden.

Giftigkeit

KirschlorbeerstrauchBei der Kultivierung der Lorbeerkirsche sollte bedacht werden, dass alle Teile der Pflanze giftig sind, wobei insbesondere die Samen und die Blätter ein hohes Giftpotential aufweisen. Die enthaltenen Glykoside, die in den Pflanzenteilen enthalten sind,  setzen nach dem Verzehr Blausäure im Magen frei; Übelkeit, Erbrechen und Krämpfe sind die Folge. Eine Dosis von  mehr als 10 Samen gilt als tödlich. Aufgrund des hohen Giftpotentials sollten insbesondere kleine Kinder von der Lorbeerkirsche ferngehalten werden.

Sorten der Lorbeerkirsche

Je nach gewünschtem Einsatzgebiet können Gartenbesitzer zwischen unterschiedlichen Sorten der Lorbeerkirsche wählen. Wer besonders schnell einen optimalen Sichtschutz benötigt, der sich darüber hinaus gut winterhart präsentiert, wählt am besten die Lorbeerkirsche Caucasica (Prunus laurocerasus Caucasica), die eine Gesamthöhe von bis zu vier Metern erreichen kann und insgesamt als sehr robust gilt. Zu den besonders pflegeleichten und anspruchslosen Arten gehört die Kirschlorbeere Herbergii (Prunus laurocerasus Herbergii), die zu den aufrecht wachsenden Exemplaren gezählt wird. Sie wächst ähnlich stark wie Caucasica, erreicht allerdings eine maximale Höhe von drei Metern. Für den klassischen Heckenschnitt eignet sich hingegen der Kirschlorbeer Rotundifolia (Prunus laurocerasus Rotundifolia), der schnell wächst und bis zu vier Metern hoch werden kann. Allerdings präsentiert sich das Gewächs weniger winterhart und braucht während der kalten Jahreszeit besondere Zuwendung. Wer eine kleinere Lorbeerkirsche bevorzugt, wählt entweder die Sorte Otto Luyken, die maximal 150cm hoch wird, oder greift zu der portugiesischen Kirschlorbeer; diese präsentieren eine abweichende Blattform; die beiden Sorten Etna und Diana werden bis zu zwei Meter groß und wachsen mit einer mittleren Geschwindigkeit. Beeindruckend sind vor allem die neuen neuen Triebe, die sich in einem schönen rötlichen Farbton präsentieren.  

Häufig gestellte Fragen

Welche Ursache liegt der Braunverfärbung der Blätter während der Wintermonate zugrunde?
Hierbei handelt es sich häufig um eine Reaktion auf Wassermangel, der insbesondere bei anhaltenden Frösten und Trockenheit auftritt. Häufig hilft dann ein gezielter Rückschnitt, der im darauf folgenden Frühjahr durchgeführt wird.

Wie wird das Schnittgut der Lorbeerkirsche fachgerecht entsorgt?
Je nach Größe der Kirschlorbeere und Häufigkeit des Rückschnittes ist die Menge des Schnittgutes häufig enorm. In diesem Zusammenhang erweist sich vor allem die schlechte Verrottbarkeit der Pflanze als großes Problem. Im Privatgarten funktioniert die Entsorgung nur, wenn ein bunt gemischter und optimal geschichteter Kompost vorhanden ist. Hierbei sollte besonders darauf geachtet werden, dass zwischen den verschiedenen Pflanzenabfällen immer wieder einmal Erde gegeben wird. Ist kein gut funktionierendes Kompostiersystem in der eigenen Grünanlage vorhanden, muss das Schnittgut meist in einer speziellen Kompostieranlage entsorgt werden.

Wie können gelbe Blätter an der Lorbeerkirsche erklärt und behandelt werden?
Die Ausbildung gelber Blätter erfolgt manchmal nach einem Standortwechsel, der für die Pflanze mit erheblichem Stress verbunden ist. Nach dem Eingewöhnen reduziert sich die Symptomatik, so dass Gegenmaßnahmen meist nicht erforderlich sind. Präsentieren sich die Blätter gelb, wobei die Blattadern jedoch grünlich gefärbt bleiben, kann eine Chlorose vorliegen, die häufig durch Staunässe, zu dichtem Boden oder einem zu hohen Kalkanteil im Substrat verursacht wird. Dann ist eine Aufbereitung des Bodens sinnvoll. Auch mangelnde Feuchtigkeit kann zur Ausbildung von gelben Blättern führen; auf eine optimale Wasserversorgung ist deshalb unbedingt zu achten.