Lavendel, Lavandula - Pflege-Anleitung & Schneiden

SchopflavendelDiese Pflanze wächst als mehrjähriger, buschig verzweigter und aufrechter Halbstrauch. Er kann Wuchshöhen von bis zu 100 cm erreichen. Die anfangs krautigen Triebe verholzen später von unten her. Die stark aromatisch duftenden Blüten des Lavendels sind in Scheinähren angeordnet und erscheinen je nach Art von Juni bis August. Lavandula ist eine sehr vielseitige Pflanze. Sie kann sowohl im Beet ausgepflanzt als auch im Kübel kultiviert werden und eignet sich u.a. sehr gut für eine Zwischenpflanzung, aber auch als niedrige Blühhecke.

Kurzer Steckbrief
  • Lavendel ist ein aufrecht wachsender immergrüner Halbstrauch.
  • Maximale Wuchshöhe liegt bei 100 cm.
  • Sehr robust und pflegeleicht.
  • Blüht je nach Sorte von Juni bis August.
  • Blüten sind in langen Ähren angeordnet.
  • Bekannte Heil- und Würzpflanze.
  • Lavendel ist mehrjährig und meist winterhart.
  • Sehr gut zum Trocknen geeignet.

Pflanzen

Lavendel kann eigentlich das ganze Jahr über gepflanzt werden, vorausgesetzt es ist frostfrei. Der beste Zeitpunkt ist jedoch das Frühjahr nach den Eisheiligen. Dann blüht er vermutlich noch im selben Jahr. Möglich ist auch eine Vorkultur im Haus ab Februar. Beim Pflanzen sollte man auf ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen achten, damit Luft zwischen den Pflanzen gut zirkulieren kann. Je nach Sorte sollten die Pflanzabstände bei kleinen Arten etwa 50 cm, bei mittleren 70 cm und bei großen Sorten 100 cm betragen.
Ist der passende Standort gefunden, wird der Boden gründlich aufgelockert und sämtliche Unkräuter entfernt. Um der Bildung neuer Unkräuter vorzubeugen, kann man bei der Pflanzung ein entsprechendes Vlies einbringen. Ist der Boden gut vorbereitet, wird ein entsprechend großes Loch ausgehoben und die Pflänzchen eingesetzt. Anschließend wird gründlich gewässert.

Pflanzung im Kübel

Bei einer Kübelpflanzung ist es wichtig, dass das Pflanzgefäß nicht zu groß ist und das überschüssiges Wasser immer gut ablaufen kann. Dementsprechend ist es sinnvoll, in den Kübel oder Topf eine Drainageschicht z. B. aus Tonscherben zu geben. Für ein durchlässigeres Substrat kann man kleine Styroporkügelchen oder Sand unter das Substrat mischen. Ist der Lavendel eingepflanzt, wird gut gewässert.

Standort und Boden

Lavandula bevorzugt warme, sonnige und windgeschützte Standorte, am besten an einer nach Süden ausgerichteten Hauswand. Sehr gut ist auch eine Hanglage oder die Pflanzung in ein Hochbeet, da hier überschüssiges Wasser immer gut ablaufen kann. Der Boden sollte vor allem durchlässig, nährstoffarm, nicht zu sauer, trocken und kalkhaltig sein.
Lavendelbeet
Ideal sind in der Regel Böden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 8,3. Auch sandige und steinige Böden sind sehr gut geeignet, vorausgesetzt, das Wasser kann gut ablaufen. Viele Hobbygärtner bevorzugen ein Gemisch aus Kräutererde und etwas weniger Sand. Besonders schwere, lehmhaltige Böden können durch die Zugabe von Sand oder Kies lockerer und durchlässiger gemacht werden. Sauren Boden kann man durch Untermischen von Kalk verbessern. Es ist ohnehin ratsam, den Boden zweimal pro Jahr zu kalken.

Gießen

  • Der Wasserbedarf dieser Pflanze ist relativ gering.
  • Nach der Pflanzung sollte sie jedoch ausreichend gewässert werden.
  • So kann er gut anwachsen und die Wurzeln vertrocknen nicht.
  • Die erste Zeit nach der


    Pflanzung sollte der Boden immer leicht feucht gehalten werden.
  • Nasse Füße mag der Lavendel allerdings nicht.
  • Deshalb sollte Staunässe unbedingt vermieden werden.
  • Später reicht es aus, erst dann zu gießen, wenn der Boden trocken ist.
  • Auf eine Abdeckung mit Mulch sollte man bei Lavendel verzichten.
  • Kübelpflanzen müssen häufiger gegossen werden als Beetpflanzen.
  • Allerdings ist auch hier Staunässe zu vermeiden.

Düngen

Lavandula mag eher mageren Boden. Es ist ausreichend, einmal im Jahr etwas Kompost einzuarbeiten.  Zusätzliches zweimaliges Kalken im Jahr ist das optimal. Zu viel Dünger würde den Lavendel anfälliger gegenüber Frost machen. Hornspäne sind zur Düngung von Lavendel gänzlich ungeeignet. Das liegt an dem sehr hohen Stickstoffanteil, der dazu führen würde, dass die Pflanzen stark in die Höhe schießen und dann auseinanderfallen würden.

Schneiden

Lavendel sollte regelmäßig verschnitten werden. Verzichtet man auf den Schnitt, verkahlen die Stängel von unten her und fallen auseinander. Für einen kompakten Wuchs sollte man Lavendel jedes Jahr verschneiden. Empfehlenswert ist ein Sommerschnitt direkt nach der Blüte, und zwar ab dem ersten Standjahr. Dabei werden die Triebe um etwa ein Drittel zurückgeschnitten.
Lavendelstaude
Im darauffolgenden Frühjahr, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist und der Lavendel noch nicht austreibt, wird dann nochmals um zwei Drittel oder die Hälfte zurückgeschnitten. Jüngere Pflanzen können in der Regel kräftiger zurückgeschnitten werden als ältere.Wichtig beim Rückschnitt ist, dass nicht bis ins alte Holz geschnitten wird. Ansonsten kann es passieren, dass die Pflanze nicht wieder austreibt. Nach August sollte nicht mehr verschnitten werden, dann würden die Pflanzen vor dem Winter nicht mehr ausreifen, was sie wiederum empfindlicher gegenüber Frost macht.

Überwintern

Überwintern im Garten

Winterharte Sorten wie Strauch-Lavendel, Gartenlavendel oder Echter Lavendel  können problemlos im Garten überwintern, vorausgesetzt sie sind vor Wind, zu viel Sonne und Nässe geschützt. Ältere Pflanzen sind wesentlich frostresistenter als junge. Trotz allem ist auch bei älteren Exemplaren ein Winterschutz empfehlenswert.

Dazu kann man den Lavendel entweder anhäufeln oder mit trockenem Laub abdecken. Zum Schutz vor besonders strengen Frösten bietet sich eine zusätzliche Abdeckung mit Reisig, Kokosmatten, Vlies oder Stroh an. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Abdeckung trotz allem luftdurchlässig bleibt.

Junge und nur bedingt winterharte Pflanzen bzw. Sorten wie der Schopflavendel, der wollige Lavendel oder Speik-Lavendel sollten besser frostfrei überwintert werden, vor allem in stark frostgefährdeten Lagen. Hierfür eignet sich z. B. ein unbeheizter Wintergarten oder eine Garage.



Überwintern im Kübel


Winterharter Lavendel im Kübel muss besonders gut geschützt werden, da die Wurzeln bzw. die Erde im Kübel wesentlich schneller durchfriert als beispielsweise der Garten. Ein relativ großer Topf ist dabei von Vorteil, denn je größer der Anteil an Substrat ist, desto länger dauert es, bis dieses durchgefroren ist. Herkömmliche Blumenkästen sind demzufolge für die Überwinterung nicht geeignet. Schopflavendel im Topf

Den betreffenden Kübel stellt man möglichst auf Füße z. B. Holzleisten oder auf eine dickere Styroporplatte. Den Wurzelbereich deckt man mit trockenem Laub oder Stroh ab und umwickelt das Pflanzgefäß locker mit Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie. Den Zwischenraum zwischen Luftpolsterfolie und Kübel füllt man dann zur besseren Isolierung mit Stroh aus. Bei extrem frostigen Temperaturen sollten die Pflanzen dann besser in ein frostfreies Winterquartier umziehen.

Zur Überwinterung bedingt winterharter Lavendelarten im Topf oder Kübel eignet sich am besten ein Kalthaus mit Temperaturen bis maximal 12 Grad. Alternativen zum Kalthaus sind ein unbeheizter Wintergarten oder eine Garage. Auch im Winter muss gegossen werden. Dabei gießt man immer nur an frostfreien Tagen und immer nur so viel, dass die Pflanze nicht vertrocknet.

Vermehrung

Aussaat

Lavandula kann je nach Witterung ab Februar/März direkt im Freiland ausgesät oder ab Februar im Haus vorkultiviert werden. Um diese Pflanze im Haus vorzuziehen, sät man sie in entsprechende Aussaaterde, bestenfalls in einem Minigewächshaus aus und bedeckt die Samen ganz leicht mit Substrat. Dann drückt man die Erde leicht an, gießt das Ganze und deckt mit lichtdurchlässiger Folie oder einem entsprechenden Deckel ab. Jetzt sind Temperaturen von ca. 20 Grad ideal. Das Substrat muss gleichmäßig feucht gehalten aber auch regelmäßig belüftet werden, indem man die Folie kurzzeitig entfernt.

Unter optimalen Bedingungen keimen die Samen nach etwa 1-2 Wochen. Nach dem Keimen das Ganze an einen deutlich helleren Platz stellen. Haben sich nach den Keimblättern die ersten Laubblätter entwickelt, können die Pflänzchen vereinzelt werden. Damit sich die kleinen Wurzeln besser verzweigen und kräftiger werden, kann man sie beim Vereinzeln etwas einkürzen. Nach einer Abhärtungsphase können die Pflänzchen ab Mitte Mai entweder in den Garten oder Kübel ausgepflanzt werden.

Stecklinge


Nahansicht des LavendelsFür eine Stecklingsvermehrung schneidet man am besten im Frühjahr oder Sommer etwa 6-8 cm lange weiche oder halbreife Stecklinge von der Mutterpflanze. Bereits verholzte Triebe sind ungeeignet. Dann werden die unteren Blätter entfernt und die Stecklinge in kleine Töpfe in Anzuchterde gesteckt.
Über die Stecklinge bzw. den Topf stülpt man dann eine durchsichtige Plastiktüte, um für eine optimale Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Das Ganze stellt man dann an einen warmen und hellen Platz. Nach etwa 4-8 Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben, sodass man gegebenenfalls vereinzeln kann. Nach den Eisheiligen können die jungen Pflänzchen dann nach draußen gepflanzt werden.

Teilung


Für eine Teilung eignen sich vor allem ältere Pflanzen. Das kann man beispielsweise mit dem Umtopfen verbinden. Dazu werden die Pflanzen am besten im Herbst,  aus dem Kübel oder dem Gartenboden geholt und entsprechend geteilt. Jedes neue Teilstück sollte über ausreichend Wurzeln verfügen. Dann werden sie getrennt voneinander eingepflanzt.

Absenker


Über Absenker vermehrt man am besten im Frühjahr. Bei dieser Methode macht man zunächst neben der Pflanze eine etwa 10 cm tiefe Mulde in den Boden. Dann biegt man einen längeren Zweig bis zum Boden herunter in diese Mulde und bedeckt den Zweig mit Erde. Damit er nicht wieder aus dem Boden herausrutscht, kann man ihn z. B. mit einem Draht am Boden fixieren. Spätestens bis zum darauf folgenden Frühjahr sollten sich an dem Senker Wurzeln gebildet haben, sodass er von der Mutterpflanze abgetrennt und an seinem endgültigen Standort gepflanzt werden kann.

Krankheiten und Schädlinge

  • Von Krankheiten und Schädlingen bleibt Lavendel weitestgehend verschont.
  • Trotz allem kann es zu Schimmel und Wurzelfäule kommen.
  • Beide sind in der Regel die Folge von andauernder und vor allem zu viel Nässe.
  • Diese ist für Lavendel tödlich.
  • Richtige Standortwahl kann dem sehr gut entgegenwirken bzw. vorbeugen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Sorten sollte man am besten anbauen?
Für eine Pflanzung im Garten sind winterharte Sorten wie der Echte Lavendel, sicher von Vorteil. Wer Lavendel für gesundheitliche Zwecke anbauen bzw. nutzen möchte, für den bietet sich z.B. der bedingt winterharte Schopf- oder der Speiklavendel an, die man gegebenenfalls in Kübel pflanzt und falls erforderlich frostfrei überwintert.

Lässt sich Lavendel auch als Zimmerpflanze halten?
Lavendel als Zimmerpflanze zu halten, ist in der Regel etwas problematisch, da er eher zu den Kalthauspflanzen gehört. Wer es trotz allem versuchen möchte, sollte auf  bestmögliche Bedingungen achten, wie ausreichend Sonne im Sommer und kühle bis kalte Temperaturen sowie ein geschütztes Plätzchen im Winter.

Worauf sollte man beim Kauf von Lavendelpflanzen im Topf achten?
Am besten kauft man Lavendel in einer Gärtnerei. Man sollte darauf achten, dass die Pflanzen gesund sind, d. h. dass sie kompakt gewachsen und unbeschädigt sind und über viele Seitentriebe verfügen. Der Topf sollte gut durchwurzelt und die Wurzelspitzen weiß sein. Das kann man leicht überprüfen, indem man die Pflanzen vorsichtig aus dem Topf nimmt.  Die Pflanzen sollten einen frischen Duft abgeben und nicht muffig riechen, das könnte gegebenenfalls auf bereits faulende Wurzeln hindeuten. Bestenfalls sollte die betreffende Pflanze beschriftet sein, bzw. über ein entsprechendes Etikett verfügen, auf dem Hinweise zur Pflege, zum Standort, zur Blütezeit und Größe zu finden sind.