Nanaminze - Anbau und Pflege der Marokkanischen Minze


NanaminzeDie Marokkanische Minze zeichnet sich durch einen besonders hohen Anteil an ätherischen Ölen aus. Nana bedeutet nichts anderes als Minze. Sie erfreut sich dank ihres erfrischenden Aromas großer Beliebtheit. Duft und Aroma dieser Minzearten sind umso kräftiger je intensiver die Sonneneinstrahlung ist. Ihr Geschmack ist wesentlich nachhaltiger als der heimischer Arten. Die Marokkanische Minze sowohl aus Nordafrika als auch aus Vorderasien sind sich äußerlich sehr ähnlich. Die Hybride ist deutlich kleiner und ist häufig in Duftgärten zu finden. Der Anbau  der Nanaminze im Garten oder Kübel ist relativ unproblematisch.


Steckbrief
  • Marokkanische Minze wächst aufrecht, buschig und polsterförmig.
  • Nanaminze bildet Ausläufer.
  • Blütezeit ist von Juli bis September.
  • Blüten sind weiß oder violett.
  • Blätter der dieser Minze sind gezahnt.
  • Sie wird zwischen 30 und 60 cm hoch.
  • Winterhärte ist sehr gut.
  • Kann im Freiland und im Kübel kultiviert werden.

Pflanzung im Garten

Beste Pflanzzeit ist von März bis Oktober. Vor der Pflanzung sollte der Boden gründlich umgegraben und sämtliche Wurzelunkräuter entfernt werden. Gekaufte Pflanzen zunächst in einen Eimer mit Wasser stellen und wässern, solange bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Nachdem das Pflanzloch ausgehoben ist, pflanzt man die Minze so tief ein, wie sie zuvor im Topf gestanden hat. Bei mehreren Exemplaren ist ein Pflanzabstand von etwa 40 cm einzuhalten.  Anschließend wird der Boden gut angedrückt und gründlich gewässert.

  Da Minze allgemein stark Ausläufer bildet, ist es ratsam, sie gleich in einen großen Kübel zu pflanzen und mitsamt diesem Kübel in den Boden einzusetzen, sozusagen als Wurzelsperre.

Pflanzung im Kübel oder Kasten

Zur Bepflanzung eignet sich nahezu jedes Gefäß vorausgesetzt es verfügt über Abzugslöcher im Boden, ist frostfest und witterungsbeständig. Da sich die Minze stark ausbreitet, ist es wichtig, das das Pflanzgefäß nicht zu schmal ist, sondern eher etwas breiter. Ein größerer Kübel ist ohnehin vorteilhafter für diese Pflanze. Auf eine Drainageschicht aus Kies oder Splitt legt man zunächst ein Vlies und darauf kommt dann ein geeignetes Substrat, in welches die Pflanzen eingesetzt werden. Die Erde um die Pflanze herum wird fest angedrückt und das Ganze gut gewässert.

  Nanaminze, die zunächst im Kübel kultiviert wurde, sollte nach 3-4 Jahren in den Garten umgepflanzt werden.

Standort und Boden

  • NanaminzeNanaminze benötigt sowohl im Garten als auch dem Balkon vor allem Sonne.
  • Sonniger Standort ist ideal.
  • Auch Halbschatten wird vertragen.
  • Dabei sollten sich Sonne und Schatten im Laufe des Tages abwechseln.
  • Ansonsten muss Standort warm und vor allem frei von Wurzelunkräutern sein.
  • Marokkanische Minze mag feuchten und frischen Boden.
  • Ideal sind sandig-humose bis sandig-lehmige Böden.
  • PH-Wert schwach sauer bis neutral.
  • Erde bzw. Substrat sollte locker und durchlässig sein.
  • Schwere, lehmige Böden durch Untermischen von Sand auflockern.
Fruchtfolge einhalten

Nanaminze ist mit sich selbst unverträglich, d.h., dass man sie etwa  alle 2-5 Jahre an einen anderen Standort pflanzen sollte. An Standorten, an denen bereits Minze oder andere Lippenblütler wie Melisse oder Thymian angebaut wurden, ist eine Anbaupause von mindestens 4 Jahren einzuhalten. Eine gute Vorfrucht ist die Kartoffel und als Nachfrucht eignet sich


Getreide besonders gut. Weiterhin sollte man auf die richtige Nachbarbepflanzung achten. So sollte man Minze nicht in direkter Nachbarschaft zu Kamille pflanzen. Dagegen sind Kartoffeln, Karotten, Brokkoli, Kohl oder Tomaten gute Partner für diese Pflanze.

  Wird die Marokkanische Minze unter oder neben Wein gepflanzt, kann sie vor Mehltau schützen und eine unmittelbare Nachbarschaft zu Brennnesseln kann wiederum das Aroma der Minze positiv beeinflussen.

Gießen und Düngen

Das regelmäßige Gießen und Düngen ist für die Nanaminze besonders wichtig. Zunächst wird nach der Pflanzung großflächig reichlich gewässert. Am besten verwendet man eine Gießkanne mit Gießaufsatz, um zu verhindern, dass die Erde weggeschwemmt wird. Ansonsten sollte man das Gießverhalten der jeweiligen Witterung anpassen und wenn möglich immer abends gießen. Der Boden bzw. das Substrat muss immer gleichmäßig feucht sein. Allerdings sollte Staunässe vermieden werden.

Gedüngt werden muss in der Regel nur, wenn der Boden besonders nährstoffarm ist oder die Minze im Kübel kultiviert wird. Wird der Boden regelmäßig mit Kompost versorgt, sind nur sehr geringe Mengen zusätzlichen Düngers notwendig. Bei der Wahl des Düngers sollte man darauf achten, dass er organischen Ursprungs ist wie z.B. Hornspäne oder Dungpellets. Am besten nimmt man im Frühjahr eine Grunddüngung beispielsweise mit Hornspänen vor, die man eventuell nach der Blüte oder zwischen Juni und Juli nochmals wiederholt. Gut geeignet sind auch spezielle Kräuterdünger. Im Kübel kultivierte Exemplare sollten regelmäßiger gedüngt werden, etwa alle 6 Wochen, da das Substrat im Kübel schneller auslaugt.

Schneiden

NanaminzeUm zu gewährleisten, dass auch an die untersten Blätter ausreichend Sonnenlicht gelangen kann, sollte man die Marokkanische Minze hin und wieder etwas zurückschneiden. Dabei schneidet man auf eine Höhe von etwa 15-30 cm herunter. Diesen Rückschnitt sollte man idealerweise im zeitigen Frühjahr durchführen, dann wächst sie üppiger nach. Ansonsten ist ein Rückschnitt zur Eindämmung des Wuchses jederzeit möglich und kann mehrmals im Jahr vorgenommen werden. Ab Oktober sollte nicht mehr geschnitten werden. Bei jüngeren Pflanzen ist es sinnvoll, die Spitzen abzuschneiden, damit sich die Pflanze besser verzweigt. Verzichtet man komplett auf einen Rückschnitt, wächst die Nanaminze wie wilde Minze, sie wird aufgrund von Lichtmangel sparrig und auch das Aroma wird dadurch beeinträchtigt.

Überwintern im Garten

  • Nanaminze ist wie nahezu alle Minzearten sehr robust und gut winterhart.
  • Sie kann problemlos im Garten überwintern.
  • Trotz allem sollte der Wurzelbereich geschützt werden.
  • Wurzelbereich mit

    einer Mulchschicht oder trockenem Laub abdecken.
  • Die oberirdischen Pflanzenteile zusätzlich mit einem Vlies umwickeln.
  • An frostfreien Tagen auch im Winter ab und zu etwas gießen.

Überwinterung im Kübel

Pflanzen im Kübel sind natürlich nicht so frosthart, können aber in milden Lagen mit entsprechendem Schutz auch draußen überwintern. In kälteren Lagen sollte man den Kübel besser ins Haus holen und dort in einem dunklen Raum bei Temperaturen zwischen 8 und 10 Grad frostfrei überwintern. Wer diese Pflanze trotz allem draußen überwintern möchte oder muss, muss sowohl den Topf als auch die oberirdischen Pflanzenteile gut einpacken. Zum Schutz vor Kälte von unten kann man den Kübel auf eine dickere Styroporplatte stellen. Den Kübel umwickelt man dann mit Jute oder Vlies und zusätzlich mit einer Noppenfolie. Den Raum zwischen Vlies und Pflanze kann man zusätzlich noch mit trockenem Laub auffüllen. Auch hier sollte das Gießen nur an frostfreien Tagen erfolgen und auf ein Minimum reduziert werden.

  Kübelpflanzen, die draußen überwintern, sollten im Winter möglichst nicht in praller Sonne stehen, da die Wintersonne durch das schnelle Auftauen und wieder Einfrieren am Pflanzengewebe große Schäden hervorrufen kann.

Vermehren

Aussaat

Die Marokanische Minze lässt sich gut durch Aussaat vermehren mit Ausnahme der Hybride Mentha x piperita, die sich ausschließlich vegetativ, d.h. durch Stecklinge oder Ausläufer vermehren lässt. Für die Aussaat werden zwischen Mitte März und Ende Mai die Samen in ein Aussaatgefäß mit Aussaaterde gegeben und leicht angedrückt. Sie Samen sollten nicht mit Erde bedeckt werden, da sie zu den Lichtkeimern gehören. Das Ganze befeuchtet man dann und stellt es an einen hellen und warmen Platz beispielsweise auf die Fensterbank. Bis zur Keimung dauert es in der Regel zwischen 10 und 21 Tage. Ab Mitte Mai können die jungen Pflänzchen vereinzelt und ins Freie gepflanzt werden. Dabei sollte man auf einen ausreichenden Pflanzabstand von mindestens 25 x 30 cm achten, um Nährstoffkonkurrenz zu vermeiden.

Stecklinge

NanaminzeFür die Stecklingsvermehrung können von Mitte April bis Anfang August etwa 10 cm lange Triebspitzen abgeschnitten werden, von denen die untersten Blätter entfernt werden, sodass die vier obersten erhalten bleiben. Anschließend werden die Stecklinge in ein feuchtes Substrat gesteckt, das z.B. aus Pflanzerde und Sand bestehen kann. Das Ganze deckt man dann mit einer lichtdurchlässigen Folie ab und hält es für die nächsten Wochen gleichmäßig feucht. Nach etwa 10 Tagen haben sich an den Stecklingen feine Wurzeln gebildet, sodass die Folie entfernt werden kann. Um die jungen Pflänzchen abzuhärten, stellt man sie nun für etwa eine Woche in einen kühleren Raum. Danach können sie in den Garten oder einen entsprechenden Kübel verpflanzt werden.

Stolone/ Ausläufer


Diese Form der Vermehrung ist im Frühjahr und Herbst möglich, allerdings ist sie im Herbst ertragsstabiler. Die jeweiligen Ausläufer werden spätestens Mitte Oktober von der Pflanze getrennt und in 10-20 cm lange Stücke geteilt werden. Dabei sollte jedes Stück über mindestens drei bewurzelte Knoten verfügen. Diese Teilstücke legt man dann  in Abständen von etwa 30 cm in ca. 10 cm tiefe Furchen und bedeckt sie mit Erde. Anschließendes Anhäufeln der Erde wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Stolone aus. Anschließend das Ganze wieder gießen.

  Ausläufer sollten immer nur von gesunden Pflanzen entnommen werden, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.

Ernte

Minze so auch Nanaminze kann man während der gesamten Vegetationsperiode ernten. Geerntet werden die Blätter am besten früh morgens, wenn der Tau abgetrocknet ist, denn dann sind sie besonders aromatisch. Man sollte möglichst vor der Blüte ernten oder die Blüte unterbinden, da die Blätter durch die Blüte an Aroma verlieren. Die Ernte kann per Hand oder mit einer Gartenschere erfolgen. Nach der Ernte kann die Minze getrocknet oder eingefroren werden.

  Man sollte immer nur so viel Minze trocknen, wie man bis zum nächsten Jahr auch verbrauchen kann und jedes Jahr wieder frische Minze trocknen, denn je länger man die Nanaminze lagert, um so weniger Aroma bleibt erhalten.

Krankheiten

Minzrost

Der Minzrost ist die gefährlichste Krankheit von der die Nanaminze  betroffen sein kann. Überdüngung, verdichteter oder schwerer Boden aber auch unsachgemäßes Gießen können einen Befall begünstigen. Er zeigt sich an bräunlichen bis rostfarbenen Sporenlagern an den Blattunterseiten und an verdickten Trieben. Bei einem anfänglichen Befall sollten betroffene Pflanzenteile abgeschnitten und entsorgt werden. Gegebenenfalls kann die Pflanze auch komplett zurückgeschnitten werden. Ansonsten sollte auf den richtigen Standort geachtet und die Pflegeansprüche berücksichtigt werden.

Echter Mehltau


Echter Mehltau zeigt sich zunächst an einem fleckigen, weißlichen Belag auf den Blättern, der sich dann über die komplette Pflanze ausbreitet. Ist der Befall gering, können betroffene Pflanzenteile abgeschnitten werden. Bei fortgeschrittenem Befall kann man die Pflanze komplett zurückschneiden oder entfernen. Vorbeugend kann man ab Austriebsbeginn mit pflanzenstärkenden Brühen sprühen, Unkräuter immer wieder entfernen und im Herbst die Triebspitzen entfernen, in denen dieser Pilz überwintert.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Marokkanische Minze winterhart?
Die Winterhärte Marokkanischer Minze ähnelt der von einheimischen Minzearten. In milden Lagen ist sie gut winterhart, in kälteren ist ein Winterschutz empfehlenswert. Minze im Kübel am besten frostfrei überwintern. Die Überwinterung sollte kühl erfolgen und ab und zu gegossen werden.

Wie ist eine zu starke Ausbreitung vermeidbar?
Um eine zu starke Ausbreitung zu verhindern, ist eine Wurzelsperre wie man sie beispielsweise vom Bambus kennt, empfehlenswert. Oder man pflanzt die Minze gleich in einen Kübel und setzt diesen dann in den Boden ein, sodass der Kübel als Wurzelsperre dient.