Yucca im TopfBeheimatet ist die Palmlilie in Mittelamerika, wo sie sich angesichts recht karger Umweltbedingungen behaupten muss. Dieser Umstand erklärt, warum die Yucca-Palme so pflegeleicht ist und in den hiesigen Regionen hauptsächlich in Zimmerkultur gehalten wird. Mit ihrem runden, zumeist unverzweigten Stamm und den schwertähnlichen Blättern, die häufig gleich mehrere Kronen bilden, assoziiert sie beim Betrachter das Bild eines Palmenhains entlang einer Küste. Was spricht also dagegen, sich solch ein Symbol von Fernweh und Freiheit nach Hause zu holen und als ausgewachsenes Exemplar im Sommer auf dem Balkon als dekorativen Schattenspender zu nutzen?


Inhaltsverzeichnis
Kurzer Steckbrief
  • Mehrjährige, verholzende Pflanzen.
  • Je nach Art einstämmig oder mehrfach verzweigt.
  • Rosettenartige Kronen mit lanzett- oder schwertförmigen Blättern.
  • Erreicht im Kübel Wuchshöhen von 1 bis 5 Metern
  • Die meist ungezahnten Blätter werden bis zu 40 cm lang.
  • Der braune Stamm hat eine raue Oberfläche.
  • Die Mehrzahl der Yucca-Palmen ist nicht winterhart.
  • Einige Palmlilien sind frostbeständig bis -20° Celsius.
  • Es bilden sich Kapselfrüchte oder Beeren.
  • Einige Arten blühen ab einem Alter von 10 Jahren.

Pflanzen und Pflege im Kübel

Obgleich die zunehmend wärmeren Winter eine Anpflanzung der Yucca-Palme im Freiland interessant machen, tendiert die Mehrzahl der Hobbygärtner nach wie vor zur Kultivierung im Kübel. Daher liegt der Fokus der Pflanz- und Pflegehinweise zunächst auf Palmlilien im Topf, ohne die Anforderungen einer im Beet ausgepflanzten Yucca-Palme zu vernachlässigen, indem diese später noch aufgegriffen werden. Die Haltung des palmenähnlichen Gewächses im Kübel ist nicht nur unkomplizierter, sondern bietet eine deutlich flexiblere Handhabung.

Standort

Bevor die Anschaffung einer Palmlilie in Angriff genommen wird, ist es ratsam die Wohnung auf einen geeigneten Standort hin zu inspizieren.
  • Helle, nicht vollsonnige Lage.
  • Direktes Sonnenlicht wird durch einen Vorhang abgeschwächt.
  • Idealerweise erhält die Palmlilie morgens und abends Sonnenschein.
  • Lichter Halbschatten wird auch akzeptiert.
  • Temperaturen bewegen sich zwischen 10° und 27° Celsius.
  • Im Freien schrittweise an die Sonne gewöhnen.
Wird ein zu dunkler Platz für die Palmlilie gewählt, streckt sie sich in Richtung des Lichts, was zu einem schief wachsenden Stamm führt.

Pflanzen und Substrat

Erfahrene Gartenfreunde raten dazu, die Yucca-Palme gleich nach dem Erwerb aus dem zumeist viel zu engen Anzuchttopf zu befreien und in einen hohen, tiefen Kübel zu pflanzen.
  • Nur Kübel verwenden mit einer Bodenöffnung für überschüssiges Gießwasser.
  • Über diesem Ablaufloch eine Drainage anlegen aus zerstoßenen Tonscherben.
  • Grober Kies, Perlite oder ähnliches Material eignen sich ebenfalls.
  • Idealerweise die Drainage mit einem wasser- und luftdurchlässigen Vlies bedecken.
  • Gutes Substrat besteht aus einem Gartenerde-Kompost-Gemisch mit etwas Sand.
  • Torfhaltige Pflanzerde verursacht schnell Fäulnisbildung an den Wurzeln.
  • Eine 5 cm dicke Schicht des Substrats einfüllen.
  • Die Yucca-Palme mittig im Kübel platzieren und mit der Pflanzerde umgeben.
  • Einen Gießrand freilassen, damit später nichts überschwappt.
  • Die Palmlilie gut angießen und den Untersetzer nach 30 Minuten entleeren.

  Es ist keine Seltenheit, dass die wirklich schönen Kübel über keine Öffnung im Boden verfügen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. In diesem Fall sorgt ein Steinbohrer für Abhilfe. Der Topf wird umgedreht auf eine leicht federnde Unterlage, wie beispielsweise dem Rasen, gestellt. Am besten werden mehrere kleine Löcher gebohrt, statt eines großen, um die Gefahr des Zerberstens zu minimieren.

Gießen und Düngen

Yucca BlattDie Palmlilie benötigt nur wenig Wasser, sodass sie keinen Schaden nimmt, wenn ihr stolzer Besitzer für einige Zeit auf Reisen geht. In gleicher Weise ist sie bemerkenswert genügsam hinsichtlich ihres Nährstoffbedarfs.
  • Nur gießen, wenn die Oberfläche angetrocknet ist.
  • Kein Wasser im Untersetzer stehen lassen.
  • Abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser nutzen.
  • An heißen Sommertagen morgens mit kalkfreiem Wasser besprühen.
  • In der Wachstumsphase alle 2 Wochen Grünpflanzendünger verabreichen.
Ist nicht beabsichtigt, dass die Yucca-Palme mehrere Meter hoch wächst, wird entweder überhaupt nicht gedüngt oder nur alle 2 Monate.

Überwintern

Die Palmlilie legt gerne von Oktober bis März eine Winterpause ein bei etwas kühleren Temperaturen, als es für uns Menschen angenehm ist. Daher ist das Wohnzimmer im Prinzip nicht für die Überwinterung geeignet.
  • Im Winterquartier herrschen Temperaturen von 5° bis 10° Celsius.
  • Es ist hell, jedoch ohne die Gefahr von direkter Sonneneinstrahlung.
  • Etwas Sonnenschein morgens und abends schadet nicht.
  • Nur sehr wenig gießen und nicht düngen.
  • Regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten untersuchen.

  Wer seine Yucca-Palme im Winter nicht umquartieren möchte, sorgt für regelmäßige Frischluftzufuhr, ohne dass schädliche Zugluft entsteht. Dann spricht nichts dagegen, die Pflanze im Wohnzimmer zu belassen, vorausgesetzt, es wird nicht zu stark geheizt.

Schneiden

Die Palmlilie zählt zwar zu den langsam wachsenden Pflanzen, dessen ungeachtet erreicht sie mitunter eine Größe, die nicht erwünscht ist. Spätestens dann weiß der Hobbygärtner die gute Schnittverträglichkeit der Yucca zu schätzen.
  • Nur bei Bedarf schneiden.
  • Bester Zeitraum ist das Frühjahr.
  • Den Stamm so weit kürzen, wie gewünscht.
  • Die Schnittwunde mit Baum- oder Kerzenwachs versiegeln.
Selbst nach einem Radikalschnitt treibt die Yucca-Palme wieder aus. Bei einigen Sorten vertrocknet der untere Blätterkranz, wenn sich in der Krone neue Blätter bilden. Dieser Vorgang ist normal und kein Grund zur Besorgnis. Die verwelkten Palmlilienblätter werden einfach mit einem scharfen Messer nahe am Stamm abgeschnitten und die Wunde mit Holzkohleasche behandelt.

Pflanzen im Garten

Yucca Palme MakroEchte Palmen in den hiesigen Regionen im Beet anzupflanzen, ist mit einem hohen Risiko verbunden, denn selbst einen milden Winter werden sie nicht heil überstehen. Wie gut, dass die Yucca-Palme einige Arten und Sorten hervorgebracht hat, die selbst frostigen Temperaturen von -20° Celsius tapfer die Stirn bieten.
  • Yucca rigida mit blauen Blättern und weißen Blüten.
  • Yucca rostrata mit kugelförmigem Blattschopf.
  • Yucca glauca, der kleinste Vertreter der winterharten Sorten.
  • Yucca aloifolia, auch spanisches Bajonett genannt wegen der spitzen Blätter.
  • Yucca faxonia, ein Riese mit 10 Metern Höhe und 4 Metern Stammdurchmesser.
  • Yucca filamentosa, stammlos, mit perlweißen Blüten, ähnelt einem zu groß geratenen Maiglöckchen.
Allen Palmlilien gemein ist, dass sie ihre teils wunderschönen Blüten erst im höheren Alter erscheinen lassen. Dafür verbleiben ihre grünen oder blauen Blätter das ganze Jahr hindurch am Stamm. Einige Arten, wie die Yucca aloifolia, bilden nur einen Stamm mit mehreren Kronen. Andere Arten, wie die Yucca glauca, verzweigen so stark, dass im Laufe der Zeit ein kleines Wäldchen entsteht.

Standort und Bodenqualität

Die Entscheidung, an welcher Stelle im Garten die Yucca-Palme eingepflanzt werden soll, ist von großer Bedeutung für eine gelungene Kultivierung.
  • Wasser- und windgeschützter Standort an der Hauswand.
  • Ideal ist ein Platz unter einem Vordach oder Carport.
  • Gut drainierte Pflanzerde ohne die Gefahr von Staunässe.
  • Beetuntergrund sorgfältig mit grobem Kies oder Tonscherben bedecken.
  • Eine leichte Hanglage fördert die Entwässerung.
  • Schöne Pflanze für den Steingarten oder das Kiesbeet.

  Der schlimmste Feind der ausgepflanzten Palmlilie ist das Wasser. Daher ist es ratsam, zusätzlich zur Drainage im Pflanzloch, die Fläche rund um die Yucca mit Kies oder Splitt zu bedecken. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Feuchtigkeit wird ferngehalten vom Wurzelhals und das Unkraut wird effizient unterdrückt.

Pflege

Die winterharten Yuccas entwickeln sich am besten im Beet, weil sie hier ihr teils weit verzweigtes Wurzelsystem ungehindert entwickeln können. Ist der Standort gut gewählt, sind die Ansprüche an die Pflege nur noch minimal.
  • Junge Yuccas in der ersten Zeit regelmäßig gießen.
  • Haben die Wurzeln Fuß gefasst, genügt die natürliche Regenmenge.
  • Düngen ist nicht erforderlich.
Verschiedene erfahrene Yucca-Experten plädieren dafür, die Pflanzen frühestens im Alter von 3 Jahren im Garten auszupflanzen. Bis dahin können sie in einem Kübel gehalten werden, der unbedingt groß genug sein sollte, damit sich die Wurzeln mühelos ausbreiten können.

Überwintern

Es sind nicht die frostigen Temperaturen, die eine Überwinterung der Yucca-Palme im Freiland so aufwändig gestalten, sondern das verstärkte Aufkommen von Regen- und Schmelzwasser. Für den Fall, dass die Palmlilie nicht unter einem Vordach gepflanzt wurde, ist es ratsam, sie mit einem Regenschutz zu versehen. Dieser kann ganz einfach selbst gebaut werden, indem Holzpfosten um die Pflanze herum in den Boden geschlagen und mit Folie bedeckt werden. Wichtig zu beachten ist, dass unter dem Regenschutz genügend Luftzirkulation stattfindet. Daher sollte der Überbau mindestens an einer, besser an zwei Seiten offen sein. Noch stabiler wird die Konstruktion, wenn lichtdurchlässige Materialien, wie Kunststoff-Platten oder alte Glasfenster verwendet werden. Sollte sich die Garten-Yucca in einem Kübel befinden, gelten folgende Voraussetzungen für eine gelungene Überwinterung:
  • Den Kübel auf einen Holz- oder Styroporblock stellen.
  • Unter einem Dach oder in einem hellen Raum, wie der Garage, platzieren.
  • Das Gefäß mit Folie oder Vlies umwickeln.
  • Den Wurzelballen mit Reisig, Stroh oder Tannenwedeln vor Nässe schützen.
  • Stamm und Krone nicht vollständig einwickeln.

  Bei aller Mühe für eine erfolgreiche Überwinterung, kann es trotzdem vorkommen, dass die Yucca-Palme im Winter Schaden nimmt. Das ist jedoch kein Grund, sie sogleich zu entsorgen. Lediglich die beschädigten Pflanzenteile werden abgeschnitten. Die Chancen stehen gut, dass sie aus ihrem kräftigen Wurzelsystem wieder neu austreibt.

Vermehren

Yucca PalmeSo unkompliziert, wie die Pflege, stellt sich in gleicher Weise die Vermehrung dar. Entweder wird das Schnittgut als Stecklinge verwendet oder die Nebensprossen, auch Kindel genannt.
  • Stecklinge in ein Glas Wasser stellen und bewurzeln lassen.
  • Alternativ Kindel mit mindestens 5 Blättern abschneiden.
  • Die Nebensprossen in ein Kompost-Sand-Gemisch setzen.
  • An einem hellen, nicht sonnigen Ort platzieren.
  • Substrat und Stecklinge leicht feucht halten.
Zeigen sich die ersten Blätter, können die jungen Yuccas in Töpfe mit normaler Pflanzerde gesetzt und ab diesem Zeitpunkt wie erwachsene Palmlilien kultiviert werden. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass Yucca-Palmen nur sehr langsam wachsen, sodass bei der Vermehrung viel Geduld erforderlich ist.

Häufig gestellte Fragen

Warum hat meine Yucca-Palme braune Spitzen bekommen?
Braun verfärbte Blattspitzen deuten auf eine zu trockene Luft hin. Einfach mit einer Sprühflasche die Blätter wiederholt mit kalkfreiem Wasser einnebeln, sorgt für Abhilfe. Eine weitere Ursache kann eine zu geringe Gabe von Gießwasser sein, was ebenfalls einfach zu beheben ist. Stimmt der Wasserhaushalt, ist noch zu untersuchen, ob die Spitzen der Palmlilie irgendwo anstoßen, denn daraufhin färben sich die Spitzen ebenfalls braun.

Ich bin häufig auf Reisen. Kann ich trotzdem eine Palmlilie zu Hause halten?
Ja, insbesondere die anspruchslose Palmlilie eignet sich hervorragend für Pflanzenfreunde, die immer wieder einmal mehrere Tage unterwegs sind, denn sie benötigt nur ab und zu eine Dosis Wasser. Wird die Yucca-Palme in einem Lechuza Gefäß mit integriertem Bewässerungssystem gepflanzt, versorgt sie sich sogar über mehrere Wochen selbst mit Wasser.

Meine Yucca-Palme steht in einem hellen, kühlen Winterquartier und geht trotzdem ein. Was kann ich tun?
Selbst wenn in der Winterpause die äußeren Bedingungen stimmen, droht der Palmlilie von unten her Wurzelfäule, wenn sie in zu nassem Substrat steht. Wurde der Schaden rechtzeitig erkannt, kann ein sofortiges Umtopfen in ein trockenes, durchlässiges Gartenerde-Sand-Gemisch die Pflanze noch retten. Bereits verfaulte Stellen und Wurzeln werden großzügig abgeschnitten und mit Baumwachs behandelt. Mit etwas Glück treibt die Yucca wieder neu aus.