Riesen-Palmlilie, Yucca elephantipes - Pflanzen und Pflege

Yucca PalmeDekorativ, exotisch und leicht zu pflegen - die Riesen-Palmlilie, die unter dem botanischen Namen Yucca elephantipes bekannt ist, gehört auch in unseren Breiten längst zu den beliebtesten Grünpflanzen. Die Riesen-Palmlilie stammt ursprünglich aus Mexiko und ist bis heute in den Staaten Yucatan, Campeche, Chiapas und  Quintana Roo heimisch. Dort gedeiht sie in dichten Wäldern in Höhenlagen von 2000 Metern. Für die steigende Beliebtheit bei den heimischen Hobbygärtnern ist jedoch nicht nur der dekorative Aspekt verantwortlich; auch die Robustheit des Gewächses sorgt für eine breite Akzeptanz. Dabei ist die Pflanze mit den charakteristischen palmähnlichen Blättern durchaus auch für jeden Anfänger geeignet; weil sich die Riesen-Palmlilie besonders pflegeleicht präsentiert, kommt jeder Hobbygärtner mit der opulenten Pflanze zurecht.

Inhaltsverzeichnis
Kurzer Steckbrief zur Yucca elephantipes
  • Die Riesen-Palmlilie wird zwischen 2 und 10 Meter hoch
  • sie bildet aus der verdickten Basis zahlreiche Stämme aus
  • präsentiert weiche, variable gezahnte Laubblätter von grüner Farbe aus
  • Blätter erreichen eine Länge von 110cm und eine Breite von bis zu 3cm
  • Blütenstand wird bis zu einem Meter hoch und beginnt in den Blättern
  • weiße, glockenförmige Blüten sind bis zu 5cm
  • Blütezeit: von August bis September

Standort und Boden

In der freien Natur ist die Yucca elephantipes an ein warmes Klima gewöhnt. Auch in unseren Breiten sollte deshalb für das Gewächs ein entsprechender Standort gesucht werden. Der gewählte Bereich, in dem die Riesen-Palmlilie kultiviert wird, sollte dabei nicht nur ausreichend warm, sondern vor allem auch hell sein. Als passende Standorte kommen Plätze im Freien in Frage, aber auch Bereiche im Haus. Wer das Gewächs im Freien kultivieren möchte, sollte wissen, dass die Riesen-Palmlilie in unseren Breiten lediglich die Sommertemperaturen ungeschützt verträgt. Dann kann die dekorative Pflanze sowohl im Freiland als auch an einem warmen und hellen Platz auf dem Balkon oder der Terrasse gehalten werden. Wenn die Temperaturen zum Herbst hin jedoch allmählich absinken, sollte man die Yucca elephantipes ins Haus holen.

  Spätestens wenn die Temperaturen 15°C unterschreiten, ist der Umzug in ein geeignetes Winterquartier angezeigt. Alternativ zur Kultivierung im Freien kann die


Yucca-Palme auch ganzjährig in der Wohnung gehalten werden. Dann sollte man einen hellen und warmen Platz aussuchen; optimal ist ein Fenster gen Osten, Süden oder Westen. Hier erhält die Pflanze ausreichend Licht.

Doch egal ob die Kultivierung des Gewächses im Freien oder im Haus erfolgt: Stets sollte man auch daran denken, dass die Pflanze bereits im jungen Alter einen beträchtlichen Umfang aufweisen kann. Bei der Pflanzung ist deshalb genügend Platz einzuplanen. Neben einem optimalen Standort ist für die erfolgreiche Kultivierung der Riesen-Palmlilie auch das richtige Substrat entscheidend. Das Substrat, das zu diesem Zweck zum Einsatz kommt, sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
  • hohe Durchlässigkeit
  • locker
  • gewisse Wasserspeicherfähigkeit
  • tiefgründig
Wer eine Riesen-Palmlilie anbauen möchte, verwendet am besten Palmenerde oder aber ein spezielles Substratgemisch, das man sich aus Blumenerde, Sand und Kokosfaser selbst herstellen kann. Diese drei Bestandteile werden zu gleichen Teilen miteinander gemischt.

Gießen und Düngen

Yucca PalmeZu den wichtigsten Pflegemaßnahmen der Yucca elephantipes gehört eine sorgfältige Bewässerung. Das Gewächs muss vor allem während der warmen Jahreszeit stets mäßig feucht gehalten werden. Man gießt immer dann, wenn die oberste Erdschicht schon etwas angetrocknet ist. Verwendet wird am besten gesammeltes Regenwasser, das Zimmertemperatur aufweisen sollte. Alterativ eignet sich jedoch auch abgekochtes, abgestandenes oder entkalktes Wasser. Wer Wasser aus der Leitung verwenden möchte, sollte dieses mindestens eine Woche offen stehen lassen, bevor es verwendet wird. Die optimale Bewässerung der Riesen-Palmlilie erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. Sowohl eine Über- als auch eine Unterversorgung mit Wasser schaden dem Gewächs. Viele Hobbygärtner gießen nach, wenn sie an der Pflanze braune oder gelbe Blätter finden, weil sie eine Austrocknung befürchten. Das Gegenteil ist jedoch meist der Fall: Diese Blattfärbung kommt häufig zustande, wenn die Pflanze zu viel Wasser erhalten hat. Besondere Vorsicht ist außerdem gegeben, wenn die Yucca-Palme auf einem Untersetzer oder in einem Übertopf gehalten wird. Hier sammelt sich gerne das überschüssige Wasser, das nach der Bewässerung nicht mehr von der Pflanze benötigt wird.

  Es ist sehr wichtig, den Untersetzer etwa 20 Minuten nach der Bewässerung zu entleeren, um Staunässe zu vermeiden.



Neben der optimalen Bewässerung spielt bei der Pflege des Gewächses auch die Versorgung mit zusätzlichen Nährstoffen eine wichtige Rolle. Denn obwohl die Riesen-Palmlilie recht langsam wächst, benötigt sie zwischen Frühjahr und Herbst einen Dünger. In diesem Zusammenhang eignen sich flüssige Volldünger besonders gut, die zusammen mit dem Gießwasser ausgegeben werden. Die Gabe erfolgt im Idealfall im Abstand von drei bis vier Wochen. Alternativ ist jedoch auch eine Düngung mit Hilfe von speziellen Stäbchen möglich; da es sich um eine Langzeitmethode handelt, ist hier eine seltenere Gabe möglich. Alle drei bis vier Monate sollte das Gewächs dann mit den Nährstoffen versorgt werden.

Schneiden

Bei der Yucca elephantipes können folgende Gründe für einen Schnitt vorliegen:
  • Blattschnitt durch Vertrocknung
  • Größenschnitt
  • um Ableger zu gewinnen
Jedes Jahr sterben etliche Blätter an dem Gewächs ab, die dann mit Hilfe eines gezielten Schnitts entfernt werden. Zu diesem Zweck wird das Messer direkt am Stamm angesetzt. Insbesondere bei älteren Exemplaren kann es darüber hinaus notwendig sein, die Gesamthöhe des Gewächses etwas einzukürzen; notwendig ist diese Maßnahme jedoch nicht, die ausschließlich dekorative Zwecke erfüllt. Nach dem Schnitt muss die Schnittstelle mit einem speziellen Wundverschluss behandelt werden, um den Befall von Krankheiten und auch Austrocknung zu vermeiden. Das Kopfteil verwendet man dann zur gezielten Vermehrung.

Überwinterung

Yucca PalmeWenn die Yucca-Palme die Sommermonate im Freien verbracht hat, muss sie bei Anbruch der kalten Jahreszeit in ein Winterquartier umsiedeln. Hierzu eignet sich ein Raum, der normale Zimmertemperatur aufweist, vollkommen aus. Wird das Gewächs ganzjährig im Haus gehalten, ist die Umsiedelung in ein bestimmtes Winterquartier nicht nötig; die Pflanze kann die kalte Jahreszeit an der gewohnten Stelle verbringen. Der Winterruhe der Riesen-Palmlilie geht eine gewisse Vorbereitung voraus; diese besteht in der schrittweisen Verringerung der Gießmenge im Herbst. In der Winterzeit ist dann die Bewässerung weiter zu reduzieren; allerdings darf die Yucca-Palme nicht komplett austrocknen. Zusätzlich hat es sich bewährt, die Blätter einmal wöchentlich mit Wasser zu besprühen, um einen Schutz vor Krankheiten und Schädlingen zu erzielen. Gedüngt wird im Winter nicht.  

Vermehren und Pflanzen

Die Vermehrung der Yucca elephantipes kann erfolgen durch
  • Stammstecklinge
  • gezielte Aussaat
  • Verwendung von Kopfstecklingen
Besonders einfach gelingt die Vervielfältigung der Yucca-Palme mit Hilfe von Samen. Das Saatgut wird zunächst in lauwarmes Wasser gelegt; dort quellen die Samen einen Tag lang auf. In der Zwischenzeit kann die Pflanzenerde vorbereitet werden; besonders gut eignen sich spezielle Anzuchterden oder aber Kokosfasern. Man legt die Samen auf die Substratmischung und bedeckt sie anschließend dünn mit der Erde. Die Bewässerung sollte mit viel Fingerspitzengefühl erfolgen; am besten verwendet man am Anfang eine Sprühflasche, die eine feinere Dosierung ermöglicht.

  Ein herkömmliches Gießen sollte vermieden werden, um Ausschwemmungen zu vermeiden!

Das Anzuchtgefäß ist gut abzudecken; am besten eignet sich hierzu ein Glas oder aber eine lichtdurchlässige Folie. In der ersten Zeit ist die Gefahr der Schimmelbildung im Pflanzentopf besonders hoch. Um diesen Vorgang zu vermeiden, sollte man das Gefäß alle 3 Tage kurz lüften. Die Keimung erfolgt insgesamt recht zögerlich; vielfach zeigen sich die ersten Keime erst nach zwei Monaten. Wer das Substrat jedoch stets leicht feucht hält, kann das Wachstum erheblich beschleunigen. Etwa fünf bis acht Wochen nach dem Austrieb sind die Sämlinge vorsichtig zu pikieren. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, die feinen Wurzeln nicht zu beschädigen! Vor allem in den ersten sechs Wochen nach dem Austrieb muss man die Gewächse außerdem vor der prallen Sonne schützen. Erst wenn die Jungpflanzen eine Höhe von etwa 15cm erreicht haben, erhält jedes Exemplar schließlich einen eigenen Pflanzentopf. Neben der Anzucht des Gewächses durch Samen gelingt auch die Vermehrung mit Hilfe von Stecklingen. Diese können sowohl in einer geeigneten Anzuchterde als auch in Wasser gezogen werden. Sind die Jungpflanzen groß genug, können sie in einen Topf gesetzt und im Sommer auch auf den Balkon oder die Terrasse bzw. ins Freiland umgesiedelt werden.   

Krankheiten und Schädlinge

Mitunter wird die Riesen-Palmlilie von Krankheiten und Schädlingen befallen; diese treten jedoch vor allem auf, wenn das Gewächs falsch gepflegt wird. So reagiert die Yucca elephantipes beispielsweise empfindlich auch wechselnde Temperaturen und unterschiedliche Luftfeuchtigkeit. - Pilzinfektionen können die Folge sein. Diese erkannt man an dem typisch muffigen Geruch, aber auch an Belägen an den Blättern und auf der Erde. In Regionen, in denen das Wetter häufig umschlägt, ist die Pflanze deshalb am besten ganzjährig im Haus zu halten. Wenn das Gewächs bereits befallen ist, hilft ein geeignetes Fungizid. Außerdem muss in jedem Fall das Substrat ausgetauscht werden. Insbesondere in der kalten Jahreszeit treten darüber hinaus häufig auch Schädlinge auf, insbesondere bei sehr trockener Haltung. Zu den wichtigsten Arten gehören:
Als präventive Maßnahme eignet sich das regelmäßige Besprühen der Pflanze mit frischem Wasser. Auch die allgemeine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit kann das Risiko eines Befalls minimieren. Manchmal helfen jedoch auch diese Maßnahmen nicht. Insbesondere wenn die Yucca-Palme zusätzlich unter Nährstoffmangel leidet, kann sich dort vor allem die Spinnmilbe einnisten. Diese saugt den Saft aus der Pflanze, die anschließend gesprenkelt erscheint und eintrocknet. Bei einem Befall sind die betroffenen Blätter zu entfernen; außerdem helfen Raubmilben, die als natürliche Gegenspieler des Schädlings eingesetzt werden können. Hat die Yucca-Palme mit der Schildlaus zu kämpfen, zeigen sich als charakteristisches Schadbild hingegen deckel- oder napfförmige, pustelähnliche Schilde auf den Blättern, dazu häufig Honigtauausscheidungen. Insbesondere in einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium können dann Wachstumsstörungen und Verkrüppelungen die Folge sein. Abhilfe schaffen wiederum natürliche Feinde, zum Beispiel die Schlupfwespe, aber auch der Marienkäfer. Mit einer Bürste werden die befallenen Blätter von den Schilden befreit. Außerdem helfen Spritzungen auf Ölbasis, zum Beispiel Paraffinöl oder Rapsöl. Die Läuse ersticken unter dem dichten Ölfilm. Nicht zuletzt kann auch der Triebbohrer einigen Schaden bei der Yucca-Palme anrichten. Der Schädling bohrt sich in die Triebe der Pflanze und sorgt für welkende und verdorrende Pflanzenteile. Hier hilft vor allem ein gezielter Rückschnitt, bei dem die betroffenen Stellen entfernt werden. Im Zweifelsfall ist zusätzlich auf ein chemisches Schädlingsbekämpfungsmittel zurückzugreifen. 

Interessante Fragen

Die Blätter der Yucca-Palme hängen schlaff herab. Welche Ursache könnte diesem Phänomen zugrunde liegen?
Häufig zeigt das Gewächs diese Symptomatik, wenn akuter oder langfristiger Lichtmangel vorliegt. Dann ist der Standort der Pflanze zu wechseln.

Ist die Yucca elephantipes giftig?
Für erwachsene Menschen ist die Pflanze unbedenklich, aber kleine Kinder und Tiere sollten von dem Gewächs ferngehalten werden; hier können sich die enthaltenen Stoffe durchaus reizend auswirken.

Wann beginnt die Riesen-Palmlilie zu blühen?
In der Regel muss man mehrere Jahre warten, bis das Gewächs zu blühen beginnt.