Schneeglanz, Sternhyazinthe, Schneestolz - Pflege-Anleitung

SternhyazinthenVon einer Schneedecke lassen sich diese Zwiebelblumen den floralen Schneid nicht abkaufen. Als Frühlingsblüher schiebt Schneeglanz seine aparten Sternenblüten kurzerhand durch die weiße Pracht den ersten Sonnenstrahlen entgegen. Dieser Meisterleistung verdankt die zierliche Staude ihren volkstümlichen Namen. Wer sich zum Auftakt in die Garten-Saison ein buntes Blütenfestival wünscht, kombiniert die facettenreichen Chionodoxa-Sorten miteinander, die wir Ihnen hier in einer handverlesenen Selektion vorstellen. Die Pflege-Anleitung erläutert klipp und klar, wie Sie in Ihrem grünen Reich das zauberhafte Szenario hervorlocken.

Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Spargelgewächse (Asparagaceae)
  • Gattung: Sternhyazinthen (Chionodoxa)
  • Volkstümliche Namen: Schneeglanz, Schneestolz
  • Beheimatet in Kleinasien und am Mittelmeer
  • Ausdauernde, krautige Zwiebel-Blumen
  • Wuchshöhen von 10 bis 15 cm
  • Endständige, traubenförmige Blüten mit 6 Hüllblättern
  • Blütezeit im März und April
  • Je Zwiebel 2-3 schwertförmige, grundständige, aufrechte Laubblätter
  • Verwendung: Zierpflanze und frühe Bienenfutterpflanze

Chionodoxa-Sorten

SternhyazinthenInnerhalb der kleinen Gattung tummeln sich 8 Arten, aus denen wunderschöne Hybriden hervorgegangen sind. Da jede Sternhyazinthe am liebsten ein Bad in der Menge nimmt, entwickeln sich aus den folgenden Sorten im Laufe der Zeit dichte Blütenteppiche in jedem Jahr.
  • Blue Giant (Chionodoxa forbesii) - Mit extra großen, himmelblauen Blüten kündet diese Premium-Sorte vom nahenden Frühling. Die standfeste Sorte gedeiht mit kräftigen Blütenstielen, die Gestecken einen besonderen Reiz verleihen. Wuchshöhe 10-12 m
  • Pink Giant (Chionodoxa forbesii) - Die rosa-farbene Sorte setzt sich mit edlen Porzellan-Blüten in Szene. Zeichnen Sie mit den beiden Giant-Hybriden malerische Gartenbilder in Ihren Frühlingsgarten, die alle Blicke auf sich ziehen. Wuchshöhe 10-12 cm
  • Alba (Chionodoxa gigantea) - Es sind stets die weiß blühenden Blumensorten, die den Farbenzauber ihrer blauen, violetten und rosafarbenen Artgenossen zur Geltung bringen. In Puncto Blütengröße ist Alba kaum noch zu überbieten, was ihren Schmuckwert unterstreicht. Wuchshöhe 12-15 cm
  • Rosea (Chionodoxa luciliae) - Die violett-rosa bis lavendelblau blühende Gewöhnliche Sternhyazinthe punktet mit einer zügigen Verwilderung. Wo im Garten in möglichst kurzer Zeit flächendeckende Blütenteppiche angestrebt werden, schlägt die Stunde dieser emsigen Chionodoxa-Sorte. Wuchshöhe 10-15 cm
  • Dunkler Schneeglanz (Chionodoxa sardensis) - Eingewandert aus dem Westen der Türkei, verfügt die Wildform über eine unübertroffene Widerstandskraft. Ihre unzähligen, enzianblauen Blüten erscheinen im unmittelbaren Anschluss an Märzenbrecher und Krokusse. An nahezu allen Standorten im Garten bleibt Ihnen dieser florale Überlebenskünstler über Jahrzehnte hinweg treu. Wuchshöhe 5-10 cm, selten bis 40 cm

Pflege-Anleitung

Aus den 1,5 cm bis 2,5 cm kleinen Zwiebelchen erheben sich im Frühling mehrere Blütenstiele, an deren Ende sich die Blüten entfalten. Die 6 farbenprächtigen Perigonblätter nehmen dabei einen Durchmesser von 4-5 cm an. Damit den kleinen Schönheiten diese florale Power über viele Jahre erhalten bleibt, kommt es auf eine umsichtige Pflege an, die sich um einige wenige Kriterien dreht. Erkunden Sie hier die tragenden Säulen für die fachgerechte Kultivierung der bezaubernden Sternhyazinthen.

Standort

Am sonnigen bis halbschattigen Standort fühlt Schneeglanz sich bestens aufgehoben. Gerne breitet die Frühlingsblume ihre Blüten zu Füßen von Laubgehölzen aus. Da diese zum Zeitpunkt der Blütezeit noch ohne Laub dastehen, gelangen genügend Sonnenstrahlen hindurch. Zur Sommerzeit beschattet das dichte Laubdach dann die im Boden ruhenden Stauden. Ferner hin setzen Sternhyazinthen im Topf und Blumenkasten auf dem Balkon frühlingsfrische


Farbtupfer. Solange die adretten Blumen nicht unter den Einfluss intensiver Mittagssonne geraten, halten sie bis Anfang Mai mit unermüdlicher Blütenfülle durch.

Boden und Substrat

SchneestolzSchneeglanz gedeiht in jeder guten Gartenerde, die nicht von Staunässe bedroht ist. Sein Optimum erzielt der Frühlingsbote in diesem Boden:
  • Humos, locker und sandig-lehmig
  • Frisch bis feucht
  • Leicht saurer, neutraler bis gering alkalischer pH-Wert
Für die Kultivierung im Kübel und Balkonkasten kommt somit eine handelsübliche Blumenerde infrage. Geben Sie noch ein wenig Sand oder Perlite hinzu, um Verdichtungen und stauender Nässe vorzubeugen.

Tipp: Sein sonniges Gemüt qualifiziert Schneestolz zum perfekten Frühlingsblüher im Steingarten. Während hier die klassischen Stauden erst langsam aus dem Winterschlaf erwachen, setzen Sternhyazinthen farbenfrohe Akzente im Kiesbeet und Japangarten.

Gießen

Die Witterungsverhältnisse geben den Gießbedarf vor. Schmelzender Schnee und wiederholte Regengüsse decken den Wasserbedarf vollkommen ab. Kommt der Frühling hingegen mit wolkenlosem Himmel über mehrere Wochen daher, ist Schneeglanz durch Trockenstress bedroht. Die dünne Haut bewahrt die Zwiebeln nur kurze Zeit vor einer Austrocknung. Gießen Sie daher bei Trockenheit regelmäßig. Für Blumen im Topf ist dies in der Regel häufiger erforderlich, da das Substrat auf dem luftigen Balkon rasch austrocknet. Prüfen Sie mit dem Finger, ob die oberen 1-2 cm trocken sind, um sogleich mit einem Schluck Wasser für Abhilfe zu sorgen.

Düngen

Geben Sie bei der Pflanzung im Herbst reifen Kompost und Hornspäne an die Erde, ist der Nährstoffbedarf im ersten Jahr gedeckt. Gut etablierte Chionodoxa-Sorten freuen Sie im Laufe ihres Blumenlebens über eine organische Startdüngung. Diese erhalten die Stauden bereits im späten Herbst in Form einer Mulchschicht aus Kompost. Bis zum Beginn der Blütezeit im März haben die Bodenorganismen das organische Material soweit aufbereitet, dass es von den Wurzeln aufgenommen werden kann.

Schneiden

SchneeglanzIhre Schneeglanz-Schönheiten bilden die prächtigsten Blütenteppiche, wenn Sie den Pflanzen ihre Ruhe lassen. Schneiden Sie die verwelkten Blüten nur dann ab, wenn die Aussamung nicht erwünscht ist. Andernfalls bilden sich am Ende der Blütezeit winzige Kapselfrüchte mit mehreren Samen. Diese Samen sind ausgestattet mit einem kleinen Leckerli für Ameisen. Dieser Köder motiviert die Insekten, das Saatgut mit sich herumzutragen und einen Beitrag zur Verbreitung zu leisten.
Sofern die eingezogenen Laubblätter das optische Bild im Garten beeinträchtigen, schneiden Sie diese erst ab, wenn sie vollkommen

vergilbt sind. Bis dahin zieht die Blumenzwiebel die restlichen Nährstoffe aus den Blättern ein, um daraus ein Vorratslager für die nächste Blütezeit anzulegen.

Tipp: Beim Schnitt der schönsten Blütenstängel für Blumensträuße oder Gestecke sollten einige Blätter an der Pflanze verweilen, da die Zwiebel ansonsten keine Nährstoffe einziehen kann.

Überwintern

Die Zwiebelchen mögen nur klein sein, wie eine Haselnuss. Dennoch sind sie als Überdauerungsorgan vollkommen winterhart. Sofern Sie unserer Empfehlung folgen und im Herbst mit Kompost mulchen, kann selbst klirrender Frost einem Schneeglanz nichts anhaben.

Im Balkonkasten befinden sich die Blumenzwiebeln hinter den recht dünnen Wänden hingegen in einer angreifbaren Position. Umwickeln Sie daher bitte Kübel und Blumenkasten vor dem ersten Frost mit Jutebändern, Vlies oder Luftpolsterfolie. Von Vorteil ist überdies ein warmer Fuß aus Holz oder Styropor.

Tipp: Pfiffige Hobbygärtner setzen Schneeglanz im Herbst in Töpfe ein, die in der Erde eingegraben werden. Im Februar holen sie die Töpfe aus dem Boden und stellen diese für 8-10 Tage in einen leicht erwärmten, hellen Raum. Innerhalb kurzer Zeit sprießen die Blüten.

Vermehren

Die Sternhyazinthe verlässt sich nicht einzig auf die Vermehrung durch Aussamung. Eine vitale Mutterzwiebel ist in jedem Jahr darum bemüht, Tochterzwiebeln hervorzubringen. Diese entwickeln sich an der Knollenbasis und eignen sich ausgezeichnet für die gezielte Nachzucht. So machen Sie es richtig:
  • Am Ende der Blütezeit abwarten, bis das Laub vollständig eingezogen ist
  • Die Mutterzwiebel ausgraben, um die Tochterzwiebeln mit einem desinfizierten Messer abzuschneiden
  • Die Schnittwunden mit Holzkohlepulver versiegeln
SchneeglanzSetzen Sie die Tochterzwiebeln sogleich in die Erde oder bewahren sie am kühlen, dunklen Platz bis zum Herbst trocken auf. Die Pflanzung geht unkompliziert von der Hand. Heben Sie im Abstand von 6-8 cm kleine Löcher aus mit einer Tiefe von 10 cm. Darin setzen Sie jeweils eine Zwiebel mit aufwärts gerichteter Spitze ein und gießen an.

Schädlinge

Während Krankheiten im Rahmen der Kultivierung von Schneestolz keine Rolle spielen, darf die Gefahr gefräßiger Schädlinge nicht unterschätzt werden. Hier rücken Wühlmäuse in den Fokus, die alle Hoffnungen auf einen prächtigen Blütenflor zunichte machen. Treiben sich die Biester in Ihrer Gegend herum oder richteten bereits Schaden im Garten an, beugen Sie mithilfe von Wühlmauskörben wirksam vor. Die engmaschigen Drahtkörbe können im Fachhandel erworben oder selbst hergestellt werden. So wird der Schädlings-Schutz in die Pflanzung integriert:
  • Die Pflanzlöcher mit 12 cm um 2 cm tiefer ausheben
  • Darin einen Wühlmauskorb einsetzen
  • Auf der Sohle eine dünne Sandschicht von 1-2 cm ausbreiten
  • Den mit Kompost angereicherten Aushub einfüllen und die Schneeglanz-Zwiebeln einsetzen
Drücken Sie die Erde mit den Händen an und gießen an. Da Wühlmäuse erfahrungsgemäß nicht an die Oberfläche vordringen, ist ein Deckel für den Drahtkorb nicht zwingend erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Mit welchen Pflanznachbarn ergänzen sich die Chionodoxa-Sorten?

Kombinieren Sie Schneeglanz vorzugsweise mit anderen Zwiebelblumen. Richten Sie dabei Ihren Blick auf Krokusse (Crocus), Winterlinge (Eranthis), Schneeglöckchen (Galanthus), Frühlings-Anemonen (Anemone blanda), Traubenhyazinthen (Muscari) und Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris).

Wann ist Pflanzzeit für Schneeglanz?

Für Zwiebelblumen empfehlen wir eine Pflanzung im Herbst. Setzen Sie die Knollen zwischen Ende August und Ende November in die Erde. Solange das Erdreich nicht gefroren ist, finden Schneeglanz-Arten und Sorten ideale Rahmenbedingungen vor, um sich rechtzeitig vor dem Winter zu etablieren.