Ziergarten

Wie giftig ist Ahorn? | Feldahorn, Japanischer Ahorn & Co


Feld-Ahorn - Acer campestre

Botanisch gesehen, sind Ahorne (Acer) eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Seifenbaumgewächse (Spindaceae). Die Anzahl der Ahornarten variiert je nach Autor zwischen 110 und 200 Arten. Im deutschsprachigen Raum der Spitz-, Berg-, Feld- und der Schneeball-Ahorn heimisch, d.h., sie kommen auch in der freien Natur vor. Viele andere Ahornarten findet man hierzulande nur in ausgepflanzter Form, etwa in Gärten oder Parks.

Dass einige Arten für Tiere giftig sind, wurde erst in den 2010ern von verschiedenen Universitäten in den USA und in Europa bestätigt. Ob noch weitere Arten als giftig eingestuft werden, werden weitere Forschungen zeigen.

Ungiftige Ahornarten

Zu den ungiftigen Ahornarten gehören:

  • Feldahorn oder Maßholder (Acer campestre)
  • Japanischer Ahorn (Thunbergs Fächer-Ahorn; Acer japonicum)
  • Schneeballblättriger Ahorn (Schneeballahorn, Frühlingsahorn; Acer opalus)
  • Spitzahorn (Spitzblättriger Ahorn; Acer platanoides)

Feldahorn

Feldahorn - Acer campestreAussehen

  • Wuchs: Großstrauch oder Baum (selten) mit einer Höhe bis zu 20 Metern
  • Blüte: gelbgrüne, unscheinbare Doldenblüten
  • Blütezeit: Mitte bis Ende Mai
  • Blätter: 3-5-lappig; wellig-gerundete Blattränder, Herbstfärbung, Milchsaft in den Blattstielen
  • Früchte: hellgrün mit Flügeln

Vorkommen

  • Laubwälder, Hecken, Feldgehölzen
  • bis zu einer Höhe von 800 Meter NHN (Normalhöhennull, früher: Höhe über dem Meeresspiegel)

Verwechslungsgefahr

  • mit anderen giftigen bzw. ungiftigen Ahornarten

Japanischer Ahorn

Aussehen

  • Wuchs: Zierbaum oder Strauch mit einer Höhe bis zu 5 Metern
  • Blüte: purpurrote Blüten
  • Blütezeit: April bis Juni
  • Blätter: 7-9-lappig, grün, Herbstfärbung: intensive rote bis orangerote Herbstfärbung
  • Früchte: 2 bis 2,5 Zentimeter lang mit Flügeln

Vorkommen

  • Gartenziergehölz

Verwechslungsgefahr

  • mit anderen giftigen bzw. ungiftigen Ahornarten

Schnellballblättriger Ahorn

Aussehen

  • Wuchs: Großstrauch oder Baum mit einer Höhe bis zu 10 Metern
  • Blüte: hellgelbe bis gelbgrüne Doldenblüten
  • Blütezeit: April
  • Blätter: 3-5-lappig; Oberseite: grün, Unterseite: graugrün
  • Früchte: 2,5 bis 3,5 Zentimeter lang mit Flügeln

Vorkommen / Verbreitung

  • im Garten oder als Wildpflanze
  • Waldpflanze

Verwechslungsgefahr

  • mit anderen giftigen bzw. ungiftigen Ahornarten

Spitzahorn

Spitzahorn - Acer platanoidesAussehen

  • Wuchs: 20 bis 30 Meter hoher Baum
  • Blüte: gelbgrün, in aufrechten Dolden
  • Blütezeit: im April vor dem Laubaustrieb
  • Blätter: grüne, lang zugespitzte Lappen, gelborange Herbstfärbung, Milchsaft in den Blattstielen
  • Früchte: hellgrün mit Flügeln

Vorkommen

  • im Garten oder als Wildpflanze
  • Waldpflanze: Laubmischwälder, Auwälder

Verwechslungsgefahr

  • mit anderen ungiftigen bzw. giftigen Ahornarten, besonders Acer pseudoplatanus (Bergahorn)

Giftige Ahornarten

Zu den giftigen Ahornarten gehören

  • Bergahorn oder Waldahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Eschenahorn (Acer negundo)
  • Silberahorn (Acer saccharium)
  • Samtahorn oder Persischer Bergahorn (Acer velutinum)

Da alle giftigen Ahornsorten den gleichen Giftstoff enthalten, werden die Arten zuerst beschrieben, bevor auf die Giftigkeit eingegangen wird.

Bergahorn

Aussehen

  • Wuchs: schnellwüchsiger Baum mit einer Höhe bis zu 40 Meter
  • Blüte: gelbgrüne, unscheinbare Traubenblüten
  • Blütezeit: ab Mai
  • Blätter: 5-lappig; gelbe Herbstfärbung; kein Milchsaft in den Blattstielen
  • Früchte: hellgrün mit Flügeln

Vorkommen / Verbreitung

  • Laub- und Bergmischwälder, Schlucht- und Auwälder (außerhalb des Überschwemmungsbereiches); als Solitär auf Wiesen
  • bis in hochmontane Lagen

Eschenahorn

Eschen-Ahorn - Acer negundoAussehen

  • Wuchs: bis 20 Meter hoher Baum mit hängenden Zweigen
  • Blüte: hängende Trauben bzw. Büschel
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Blätter: 3 bis 5-Teilblätter (lanzettlich); Oberseite lichtgrün, Unterseite heller und zumeist mit einer dünnen Behaarung
  • Früchte: gelb-weiß mit Flügeln

Vorkommen / Verbreitung

  • Gartenzierpflanze
  • in Parks
  • gelegentlich verwildert

Samtahorn

Aussehen

  • Wuchs: bis 25 Meter hoher Baum mit einer breiten Krone
  • Blüte: gelbgrün, rispenförmig
  • Blütezeit: im Mai nach dem Laubaustrieb
  • Blätter: 5-lappig; Oberseite: frischgrün, Unterseite: bläulich-grün und behaart, gelbe Herbstfärbung
  • Früchte: drei bis sechs Zentimeter groß, behaart mit Flügel

Vorkommen / Verbreitung

  • Gartenzierpflanze

Silberahorn

Aussehen

  • Wuchs: bis zu 30 Meter hoher Baum mit ausladender Krone; überhängende Zweige
  • Blüte: gelbgrün bis rötlich
  • Blütezeit: Februar bis März vor dem Laubaustrieb
  • Blätter: 5-lappig, sehr tief eingeschnitten, Oberseite: frischgrün, Unterseite: heller und silberweiß behaart, hell-bis goldgelbe
  • Herbstfärbung; kein Milchsaft in den Blattstielen
  • Früchte: Fruchtreife im Mai, drei bis sechs Zentimeter lange Flügel

Vorkommen / Verbreitung

  • Gartenzierpflanze

Giftigkeit

Giftstoff
PferdHypoglycin A (HGA), entsteht im Körper nach dem Verzehr bzw. der Aufnahme

Giftige Bestandteile

  • Blätter
  • Samen
  • Keimlinge

Tiergiftig

  • Haustiere: Pferde und Esel
  • möglichweiser auch für andere Tierarten

Vergiftungssymptome

  • Weidemyopathie (Muskelschwäche, – veränderungen, -zurückbildung, -verhärtungen; Muskel- und Sehnenschmerzen)
  • zu Beginn: Schwitzen, Koliken, Muskelzittern, schwankender Gang, hängengelassener Kopf, Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken, braun bis schwarzverfärbter Urin

Hinweis: Die höchste Vergiftungsgefahr besteht in den Monaten Oktober bis Dezember und im Frühjahr, wenn die Keimlinge wachsen.


Giftige Dosis
Vergiftungssymptome zeigen sich, wenn das Pferd 170 bis 8.000 Samen gefressen hat. Dies ist im Verhältnis zur Gesamtzahl der Samen eines Baumes gering, denn dieser trägt ungefähr 500.000 Samen.

Giftigkeit für Kinder
Vergiftungserscheinungen des Ahorns werden v.a. für Pferde beschrieben. Sie sind aber auch für den Menschen giftig. Die Vergiftungssymptome beim Menschen werden als ähnlich beschrieben. Das bloße Berühren der Blätter oder Samen führt zu keinen Vergiftungen, da Hypoglycin A auch beim Menschen erst im Körper nach dem Verzehr gebildet wird.

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