Zimmerpflanzen

Aloe vera Blätter haben gelbe Spitzen: was tun?


Aloe Vera gelbe Blattspitzen

Die Aloe vera hat sich als Nutz- und Zierpflanze als fester Bestandteil zahlreicher Gärten etabliert. Doch immer wieder entdeckt man gelbe Spitzen an den Blättern der Aloe vera. Das können Sie jetzt tun.

Alter der Triebe

Den ersten Blick bei gelb verfärbten Spitzen der Blätter sollten Sie unbedingt auf das Alter des betroffenen Blattes richten. Denn je nach Alter besteht dringender Handlungsbedarf, oder eben auch nicht. Im Laufe ihres Lebens bildet die Aloe vera einen Stamm aus. Das bedeutet, dass sie die alten Blätter von unten her abwirft und oben neue, junge Triebe entwickelt. Bevor ein altes Blatt abfällt, trocknet es ein und wird von der Spitze her erst gelb und dann braun. Entdecken sie die vergilbenden Blattspitzen daher an den untersten Blättern ihrer Pflanze, sind diese lediglich Anzeichen einer funktionierenden Verjüngung. Handlungsbedarf besteht nicht.

Wasserhaushalt

Zeigen dagegen die jungen, oder sogar alle Triebe der Aloe Vera gelbe Spitzen, sollten Sie dringend handeln. Eine der häufigsten Ursachen für diese Veränderung der Blätter ist ein ungünstiger Wasserhaushalt.

Gießen

Aloe Vera mit Gießkanne

Hauptursache für einen ungünstigen Wasserhaushalt ist ein falsches Gießverhalten. Sowohl zu viel, als auch zu wenig Wasser kann zu Veränderungen der Blattspitzen führen. Achten Sie daher auf angemessene Wassergaben:

  • allgemein: moderate Gießmengen, eher häufiger und dann weniger, als selten große Mengen
  • immer Erdreich direkt gießen, keine Wassergaben über die Blätter
  • sonst: erhöhte Gefahr von Pilzen
  • über die Wachstumsphase (Frühjahr bis Herbst): ca. 1-mal wöchentlich
  • bei intensiver Besonnung im Sommer: gießen, wenn obere Substratschicht ausgetrocknet ist (Fingerprobe)
  • in der Winterruhe: ca. alle 4 bis 6 Wochen

Tipp: Die Aloe vera speichert als Sukkulente große Wassermengen in ihren Blättern. Stellen sich erkennbare Anzeichen zu hoher Trockenheit ein, ist der Wassermangel bereits weit fortgeschritten und die Reserven sind aufgebraucht. Handeln sie dann rasch, um dauerhaft geschädigte Pflanzenteile zu vermeiden!

Erhält die Aloe vera zu wenig Wasser, entwickeln ihre Triebe von der Spitze her eine zunehmende Gelbfärbung. Stellen Sie diese fest, sollte sich bereits kurz nach der Wassergabe wieder das typische Blassgrün einstellen.

Substrat

Anders sieht es dagegen bei zu viel Wasser aus. Neben zu häufigem Gießen kann vor allem ein ungünstiges Pflanzsubstrat zum Problem werden. Ist er Boden nicht durchlässig genug, bildet sich Staunässe um den Wurzelballen. Auf Dauer können sich hier Schimmelsporen und Fäulnisbakterien festsetzen. In der Folge werden Sie auch hier gelbe Blattspitzen erkennen. Denn die Pflanze kann über die geschädigten Wurzeln Wasser und Nährstoffe nur noch unzureichend aufnehmen und weitergeben.

Aloe Vera Substrat

Stellen Sie bei gelben Blattspitzen eine hohe Bodenfeuchte fest, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  • Wassergaben einstellen
  • Pflanze umtopfen
  • ideales Substrat: trocken, locker, sandig mit guten Drainageeigenschaften
  • Topfboden mit ausreichend Drainageöffnungen wählen
  • weitere Wassergaben wie beschrieben durchführen

Krankheiten

Ganz allgemein gesprochen ist die Aloe vera sehr robust und wird selten von Krankheitserregern befallen. Leidet sie doch einmal unter Bakterien oder Pilzen, handelt es sich in aller Regel um die bereits erwähnten Schimmelpilze und Fäulnisbakterien. An Stelle sporizider oder antibakterieller Mittel sollten Sie unbedingt einen angemessenen Wasserhaushalt ins Zentrum Ihrer Bemühungen rücken. Ansonsten bekämpfen Sie zwar die Symptome. Die Ursachen bleiben aber weiter bestehen.

Hinweis: Zwar wird die Aloe vera auch hin und wieder von Läusen heimgesucht. Allerdings sind die Auswirkungen dieses Befalls andere. Entdecken sie gelbe Triebspitzen und Läuse, handelt es sich hier um zwei unabhängige Befunde, die Sie auch unabhängig voneinander betrachten und behandeln sollten.

Abgrenzung

Aloe Vera verfärbte Blattspitzen

Es bestehen zahlreiche weitere Ursachen für Verfärbungen der Aloe. Bei genauer Betrachtung werden Sie aber feststellen, dass es sich dann entweder um allgemein auftretende Flecken oder flächig erscheinende Verfärbungen zu gelb und braun handelt. Beobachten Sie daher genau die Ausbreitung und den Verlauf der Veränderungen, um Rückschlüsse über Ursachen und erforderliche Gegenmaßnahmen zu ziehen.

Häufig gestellte Fragen

Sobald meine Pflanze in der Sonne steht, entwickelt sie erst gelbe, später braune Triebspitzen. Ist hier auch Wasser das grundlegende Thema?

Wenn Sie die weitere Entwicklung betrachten, werden Sie feststellen, dass die Braunfärbung das ganze Blatt umfasst. Hierbei handelt es sich nicht um eine echte Verfärbung der Blattspitzen. Stattdessen beginnt ein natürlicher Schutzmechanismus der Aloe an den Spitzen und breitet sich dann über das ganze Blatt aus. Handlungsbedarf besteht hier nicht.

Trotz neuem, trockenem Substrat werden die Blattspitzen weiter gelb. Was kann ich tun?

Wenn Ihre Pflanze auch nach Beseitigung der übermäßigen Feuchtigkeit noch gelbe Spitzen entwickelt, ist die Schädigung der Wurzeln möglicherweise bereits zu weit fortgeschritten. Nährstoffe und Wasser können nicht mehr aufgenommen werden. Achten Sie auf optimale Bedingungen, um den verbliebenen Wurzeladern eine bestmögliche Basis für die Regeneration zu bieten.

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