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Aloe Vera Pflanze – Haltung & Pflege-Anleitung


Aloe vera Pflanze
Aloe Vera Pflanze

Nur wenig Zeit? Dann lies unsere Tipps für Schnellleser.

Es gibt ca. 250 Aloe Arten, aber nur eine Aloe Vera. Diese vielseitige Pflanze überzeugt mit ihrem Aussehen, ihrer Robust- und Pflegeleichtigkeit und auch noch mit ihren Heilfähigkeiten. Aloe Vera hilft bei vielen Wehwehchen, aber auch bei ernsthaften Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und vielen anderen. Wer Naturmedizin bevorzugt, sollte sich unbedingt solch eine Pflanze anschaffen. Uns geht es hier um die Pflege, aber Sie sollten sich unbedingt mit der Heilpflanze beschäftigen. Es lohnt sich. Wie die Aloe Vera kultiviert wird und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie im Folgenden.

Steckbrief

  • wahrscheinliche Heimat: Arabische Halbinsel
  • heute oft Südafrika
  • in allen tropischen und subtropischen Regionen der Welt zu Hause
  • wächst stammlos oder nur mit sehr kurzem Stamm
  • sprossend und rosettenbildend
  • Blattspreite: 40 bis 50 cm lang und 6 bis 7 cm breit
  • Blätter graugrün, manchmal rötlich überhaucht
  • bildet dichte Gruppen
  • Blattränder: etwa 2 mm lange, feste Zähne im Abstand von 10 bis 20 mm
  • kräftig gelber (wenn getrocknet) Blattsaft typisch für Aloe Vera
  • Blütenstand: ein- oder zweimal verzweigt, 60 bis 90 cm lang
  • auffällige gelbe Blüten an langen Blütenstielen

Standort

Die Aloe Vera wächst bevorzugt in tropischen und subtropischen Gebieten. Das macht ihren Wunsch nach Wärme und Sonne klar. Wichtig zu wissen ist, dass man die Pflanzen immer erst langsam an die Sonne gewöhnen muss, egal ob nach der Überwinterung im Haus oder bei einer frisch gekauften Pflanze.

  • im Sommer im Freien
  • möglichst sonnig und unbedingt etwas geschützt, vor allem vor Regen, aber auch vor Wind
  • Pflanze rechtzeitig einräumen
  • junge Pflanzen vertragen Sonne nur bedingt
  • besser im Halbschatten
  • Abend- und Morgensonne kein Problem, aber Mittagssonne kann empfindliche Blätter verbrennen
  • Aloe mag keine hohe Luftfeuchtigkeit (Badezimmer ungeeignet)

Pflanzsubstrat und Pflanzgefäße

Aloe Vera - Close-up Substrat

Das Pflanzsubstrat muss durchlässig, recht trocken und nach Möglichkeit etwas kalkhaltig sein. Da stehendes Wasser und auch nasse bzw. feuchte Erde nicht gut vertragen werden, muss die Erdmischung besonders gut zusammengestellt werden.

  • Kakteen- oder Sukkulentenerden geeignet
  • normale Erde mit Granitsplit, Perlite und grobem Sand durchlässiger machen
  • nährstoffarme Erde

Tipp: Ein möglichst schweres Gefäß verwenden und auch eines, dass nach unten hin nicht schmaler wird. Gefäße mit der Aloe-Pflanze fallen häufig um und dabei brechen Blätter ab. Da die Rosetten meist nicht gerade nach oben wachsen, kommt es häufig zu einem Übergewicht auf einer Seite und alles kommt ins Kippen. Um das zu verhindern, ist ein entsprechend schweres Gefäß mit guter Standfestigkeit wichtig.

Pflanzen

Aloe vera umtopfen

Das Pflanzen der Aloe Vera ist einfach. Wichtig ist eine Drainage im Pflanzgefäß, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann und die Erde nicht zu nass ist. Beim Pflanzen ist darauf zu achten, die Blätter nicht zu verletzen. Aus den Wunden läuft wertvoller Pflanzensaft und die „Narben“ bleiben sichtbar. Man sollte also vorsichtig mit dem Gewächs umgehen. Da diese Aloe wie viele andere Arten recht schnell wächst, muss sie auch regelmäßig umgetopft werden. Man merkt schnell, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist: Beim Gießen lässt sich kaum noch ein Eckchen Erde finden, auf welches das Gießwasser gegossen werden kann.

  • Umtopfen meist nach zwei bis maximal drei Jahren notwendig
  • Erde schön austrocknen lassen
  • Pflanze immer so weit unten wie möglich greifen
  • keinesfalls an Blättern
  • vorsichtig aus altem Gefäß lösen
  • dabei gleichzeitig Kindel von Pflanze lösen
  • Aloe vorsichtig in neues Gefäß setzen und Erde auffüllen
  • Gefäß öfters auf feste Oberfläche klopfen, damit Erde nachrutscht
  • Pflanze braucht Halt in fester Erde
  • notfalls in ersten Wochen mit Stäben an allen Seiten stützen
  • Wurzelballen komplett mit Erde bedecken
  • nach Einpflanzen gut wässern, aber überschüssiges Wasser entfernen

Hinweis: Aloe bildet gern Kindel oder Ableger. Diese entziehen der Mutterpflanze Kraft und Nahrung und sollten beizeiten aus dem Topf entfernt werden. Man kann sie separat einsetzen. Sobald also diese Kindel Blätter von ca. 10 cm Länge besitzen, werden sie aus der Erde gezogen, möglichst ohne sie zu verletzen. Im Notfall muss die Mutterpflanze umgetopft werden. Dabei lassen sich diese Ableger gut abtrennen.

Gießen und Düngen

Aloe vera gießen

Wichtig ist, dass die Aloe Vera nie zu nass gehalten wird. Zu nasses Pflanzsubstrat ist die Todesursache Nummer 1 bei sukkulenten Pflanzen. Sie können Wasser in ihren Blättern speichern und lange von diesem Vorrat zehren. Besser als zu viel zu gießen ist, deutlich zu wenig zu gießen. Mangel fällt durch schlaffe Blätter auf und lässt sich leicht und ohne Folgen beheben. Wurzelfäule durch Nässe wird meist erst sichtbar, wenn es zu spät ist und die Pflanze verfault von unten heraus.

  •  Sommer: Pflanzballen nur ganz leicht feucht halten
  •  Winter: fast austrocknen lassen (alle 4 bis 6 Wochen ausreichend)
  •  überschüssiges Gießwasser muss ablaufen können
  •  Staunässe unbedingt vermeiden

Tipp: Die Aloe Vera niemals von oben gießen. Wasser in den Blattrosetten ist absolut ungünstig und oft auch tödlich. Es führt zu Fäulnis, ebenso, wenn direkt über die Blätter gegossen wird. Also, immer nur auf die Erde um den Stamm gießen!

  • Düngen mit Spezialdünger für Sukkulente oder mit Universaldünger
  • Düngen während Wachstumszeit im Sommer (alle zwei bis vier Wochen)
  • wer Pflanze zu medizinischen Zwecken nutzt, sollte unbedingt Biodünger verwenden

Schneiden

Aloe vera schneiden

Es ist nicht zwingend notwendig, eine Aloe Vera zu schneiden. Will man Blätter verwenden, müssen diese natürlich entfernt werden und das möglichst fachgerecht. Ansonsten werden auch Blätter, die beschädigt sind oder von der Spitze her trocken werden, entnommen.  Es kann auch Sinn machen, die Wurzel zu schneiden, nämlich, um das starke Wachstum zu kontrollieren. Ein unkontrollierter Schnitt verunziert die Pflanze und kann ihr gesundheitlichen Schaden zufügen.

  • Gel-Gewinnung: äußersten, untersten Blätter vorsichtig mit scharfem Messer so nah wie möglich an Basis abtrennen
  • welke und kranke Blätter herausschneiden
  • verblühte Blüten ebenfalls entfernen
  • entziehen Pflanze Kraft und Energie
  • Ausnahme: Samenbildung ist gewollt

Überwintern

Die Aloe Vera mag es warm. Unsere kalten Winter sind nichts für sie. Wenn die Außentemperaturen unter 10° C sinken, wird die Pflanze ins Winterquartier gebracht. Lieber zu früh einstellen, als zu spät. Bei Temperaturen ab +4°C stirbt die Aloe Vera ab.

  • nicht winterhart
  • verträgt Temperaturen unter 10°C nicht wirklich gut
  • Temperaturen unter 4°C töten Pflanze
  • wird weich und geht ein
  • Aloe benötigt viel Licht und Temperaturen zwischen 12 und 15°C
  • warmes Wohnzimmer also nicht ideal

Vermehren

Aloe vera vermehren
Kindel

Die Aloe Vera zu vermehren ist ganz einfach. Die Pflanze bildet Kindel aus und das meist ziemlich reichlich. Diese können ganz leicht abgetrennt und separat eingepflanzt werden. Alternativ kann man Ableger von der Pflanze abtrennen.

Ableger

  • Ableger (Seitentrieb) ohne Wurzel von Mutterpflanze abtrennen
  • 30 bis 40 Stunden bei trockener Luft lagern, damit Schnittwunde gut abtrocknet
  • Ableger dann in entsprechendes Substrat pflanzen
  • regelmäßig wässern, bis sich Wurzeln und neue Blätter gebildet haben
  • anschließend wie erwachsene Pflanze weiterpflegen

Kindel

  • Mutterpflanze aus Topf nehmen und leicht Erde abschütteln
  • Kindel vorsichtig abziehen, ohne Wurzeln zu verletzen
  • beide Pflanzen separat eintopfen
  • jedes Kindel bekommt eigenes Gefäß

Aloe Vera ernten

Aloe vera ernten - Pflanzensaft auf Hand

Bis geerntet werden kann, vergehen meist mindestens drei bis vier Jahre. So lange dauert es, bis sich die wertvollen Wirkstoffe vollständig entfalten. Die Blätter kann man das gesamte Jahr über ernten. Man schneidet die ältesten Außenblätter ab, mit einem sehr scharfen und sauberen Messer und immer so nah am Stamm, wie möglich. Man muss etwas vorsichtig vorgehen, denn die Blätter haben scharfe Blattspitzen an den Rändern.

  • Blätter enthalten rötlich-gelben, unangenehm riechenden Saft
  • schützt Pflanze vor Fressfeinden
  • Blatt oder Blätter waschen
  • geernteten Blätter 1,5 bis 2 Stunden senkrecht nach unten in Behälter stellen, damit Saft herauslaufen kann

Krankheiten und Schädlinge

Eigentlich ist die Aloe Vera nicht anfällig für Krankheiten. Sie treten eher selten auf und sind meist auf Pflegefehler zurückzuführen. In der Regel liegt es an zu vielen Wassergaben, ständig feuchtem Substrat und der damit einhergehenden Wurzelfäule. Diese Erkrankung ist nicht behandelbar und führt zum Absterben der Pflanze. Man kann noch versuchen, mit dem vollständigen Einstellen der Wassergaben etwas zu retten, aber meist ist es zu spät. Schädlinge treten leider öfter auf als Krankheiten.

Wurzelläuse an Aloe vera
  • Schmierläuse lieben Sukkulente, also auch die Aloe Vera. Allen voran wäre da die Wolllaus zu nennen. Diese Insekten bilden auf Blättern oder meist auf den Ansätzen weiße Nester und Nachwuchs. Ab einer bestimmten Größe sind diese mit bloßem Auge zu erkennen. Wollläuse saugen Pflanzensaft und entziehen der Aloe Kraft. Außerdem schwächen sie die Pflanzen und sie werden anfälliger für Keime. Das Absammeln der Wollläuse ist nur bedingt empfehlenswert, denn meist erwischt man nicht alle, weil sie sich gut verstecken. Oft bleibt nur der Rückgriff auf chemische Mittel. Wer die Blätter verwenden möchte, muss damit natürlich äußerst vorsichtig umgehen. Meist muss man längere Zeit auf das Ernten verzichten, bis sich die Gifte abgebaut haben. Besser ist das Abwischen befallener Regionen oder ganzer Pflanzen mit einem alkoholgetränkten Wattebausch. Diesen Vorgang sollte man einige Male wiederholen.
  • Auch Wurzelläuse können Schaden an den Pflanzen anrichten. Diese sitzen für uns unsichtbar an den Wurzeln, stechen diese an und ernähren sich ebenfalls vom Pflanzensaft. Zu erkennen sind Wurzelläuse an ihren ebenfalls weißen Nestern am Boden, den Wurzeln und an den Innenseiten des Pflanzgefäßes. Bekämpft werden Wurzelläuse wie Wollläuse.

Häufig gestellte Fragen

Warum lässt meine Aloe Vera die Blätter hängen?

Das kann verschiedene Gründe haben. Oft handelt es sich bei der vermeintlichen Aloe Vera um eine andere Aloeart und die wachsen einfach nicht so aufrecht, sondern mit ausgebreiteten Blättern. Da ist alles in Ordnung, es ist eine andere Art. Ansonsten liegt es meist an zu viel Wasser. Die Pflanze schwächelt und fault bereits, die Blätter klappen nach unten, werden immer weicher und sterben mitsamt der Wurzel ab. Außerdem kann es Lichtmangel sein, vor allem im Winter.

Die Aloe Vera hat nach dem Umtopfen ihre Farbe verändert. Woran liegt das und ist das schädlich für sie?

Nach dem Umpflanzen bzw. umtopfen verändert die Aloe Vera ihre Farbe häufig ins bräunliche. Auch werden die Blätter manchmal etwas dünner. Das ist normal und liegt am Eingewöhnungsprozess. Man muss sich keine Sorgen machen. Die Pflanze bildet einfach erst einmal Wurzeln aus, damit sie Halt hat und sich mit Wasser versorgen kann. Schon nach recht kurzer Zeit sieht die Pflanze wieder normal aus.


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Tipps für Schnellleser

- Gehört zu den Sukkulenten
- speichert Wasser in ihren Blättern
- 250 Aloearten, aber nur eine Aloe Vera!!!
- Standort – mag Sonne und Wärme und einen Schutz vor Regen und Wind
- Verträgt weder Frost noch Temperaturen unter 5°C
- Mag keine hohe Luftfeuchtigkeit
- Nährstoffarme Erde, z.B. Kakteen- oder Sukkulentenerde
- Schwere Pflanzgefäße verwenden – kopflastig 
- Drainage im Gefäß
- Wenig gießen, meist reicht ein- bis zweimal im Monat
- Keine stehende Nässe – Niemals von oben gießen!
- Schneiden – kann man, muss aber nicht
- Überwintern – hell und bei 12 bis 15°C
- Vermehren- Ableger oder Kindel
- Ernten – erst nach 3 bis 4 Jahren die ältesten Blätter ernten
- Krankheiten selten – Pflegefehler
- Schädlinge – Schmier- und Wurzelläuse

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