Pflanzenlexikon

Australischer Teebaum, Melaleuca alternifolia – Pflanzen & Pflege


australischer teebaum

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Australische Teebaumpflanzen gehören bei uns zu den Exoten und werden unter Liebhabern als Raritäten gehandelt. Als Pflanze sind sie fast nie erhältlich, meist nur als Samen. Dabei lässt sich der hübsche Busch mit seinen filigranen Blüten auch bei uns hervorragend im Kübel kultivieren. Im Sommer liebt der Teebaum einen sonnigen, windgeschützten Platz auf dem Balkon oder der Terrasse. Seine Pflege benötigt nicht viel Aufwand, jedoch darf sein Wurzelballen niemals austrocknen.

Steckbrief

  • gehört in die Familie der Myrtengewächse (Myraceae)
  • botanischer Name: Melaleuca alternifolia
  • immergrüner Strauch
  • kleine weiße Blüten im Mai/Juni (flaschenbürstenartig)
  • schmale, feste, dunkelgrüne Blätter, bis zu 3 Zentimeter Länge (ähneln Rosmarin)
  • Verwendung: als Zierpflanze im Kübel
  • nicht winterhart (verträgt keine Temperaturen unter 1 Grad)
  • mehrjährig
  • bildet im Alter einen knorrigen Stamm
  • Rinde: papierähnliche Schichten
  • Wuchshöhe bis zu 7 Meter

Arten und Vorkommen

Seinen Ursprung hat der Australische Teebaum in Australien und Tasmanien. Fast alle der etwa 150 verschiedenen Teebaumarten sind in Australien endemisch. In seiner Heimat kommt der Melaleuca alternifolia vorwiegend in den sumpfigen Gebieten oder entlang der Flüsse von New South Wales und Queensland vor. Australische Teebäume gehören wie auch Myrte und Eukalyptus zu den Myrtengewächsen, deren Vertreter ätherische Öle in Sekretbehältern im Inneren der Pflanzenorgane bilden.

Weniger bekannt ist, dass die Teebaumplantagen in Australien sehr streng bewacht werden. Es ist verboten, Stecklinge, Samen oder ganze Pflanzen zu entfernen. Man könnte sich hierbei fast ins Mittelalter zurück versetzt fühlen. Bis ins 20. Jahrhundert sind von Holländern oder Engländern ganze Gewürzinseln abgeschottet worden, um sich das Monopol auf Pfeffer oder Muskatnuss zu sichern. Sein englischer Trivialname Tea Tree, der auch ins Deutsche übersetzt wurde, stammt der Legende nach aus dem Jahr 1770, als James Cook die aromatisch duftende Pflanze an der Ostküste Australiens fand und ihre Blätter (mit Wasser gekocht) einen aromatischen Tee ergaben.

Der Teebaum darf nicht mit dem Teestrauch (Camelila sinensis) verwechselt werden, der zur Gewinnung von Schwarzem Tee kultiviert wird.

Standort

Australische Teebäume benötigen einen warmen und hellen Standort, der vor kalten Winden schützt. Den Sommer genießt der Strauch gerne im Freiland auf einer Terrasse oder dem Balkon.

  • Lichtbedarf: sonnig bis vollsonnig
  • Boden: kalkarm und humos
  • pH-Wert: 5-6
  • gut wasserdurchlässig

Wasser und Nährstoffe

Am liebsten hat es Melaleuca alternifolia warm und feucht. Während der Wachstumszeit im Frühjahr bis Herbst ist reichlich zu wässern, Staunässe sollte aber unbedingt vermieden werden. Steht die Pflanze im Freiland, gilt: Je sonniger sie steht, umso mehr muss gegossen werden. Am besten gießt man mit kalkarmem Wasser (Regenwasser oder enthärtetes Wasser). In der Natur bevorzugt der Teebaum nährstoffreiche Böden, die niemals austrocknen. Zwischen April und September freut sich der Strauch über eine 14-tägige Düngung mit handelsüblichem Kübelpflanzendünger, der einen geringen Phosphat- und Stickstoffanteil aufweist.

Ein Teebaum toleriert viele Pflegefehler, nur austrocknen darf er wirklich nie!

Schneiden

Der Australische Teebaum wächst zwar von Haus auf buschig, lässt sich durch Rückschnitte aber gut auf beliebiger Höhe halten und wird zudem dichter. Auf den Plantagen in Australien werden die Pflanzen, wenn sie eine Größe von 1,5-2 Metern erreicht haben, zur Ernte einfach maschinell kurz über dem Boden gekappt. Die robuste Pflanze schafft es dann in den folgenden zwei Jahren wieder, dieselbe Wuchshöhe zu erreichen. Ein Teebaum wächst immer wieder nach, selbst wenn alle überirdischen Teile vernichtet wurden (beispielsweise durch ein Buschfeuer oder durch Radikalschnitt). Der Busch hat eine sehr tiefgründige Wurzel, aus der er stets wieder neu austreibt.

Vermehren

australischer teebaum ZweigDa der Australische Teebaum noch nicht weit verbreitet ist, erfolgt seine Anzucht hierzulande meist über Samen. Die Aussaat ist ganzjährig im Haus möglich. Da die Samen sehr klein sind, besteht die Gefahr, dass sie zu dicht gesät werden und später schwer pikierbar sind. Aus diesem Grund ist es einfacher, die Samen zunächst mit etwas feinem Sand zu mischen und erst dann auf die Erde auszubringen. Die Keimlinge des Teebaums sind sehr empfindlich. Deshalb sind gute Belüftung und Hygiene entscheidend für den Anzuchterfolg.

  • Substrat: Anzuchterde, Kakteenerde, Kokohum
  • Substrat anfeuchten
  • Samen auf die Erde streuen
  • nur leicht mit Küchenbrettchen oder Ähnlichem andrücken
  • nicht oder nur mit dünner Schicht feinem Sand bedecken
  • Keimtemperatur: 18-20 Grad
  • Anzuchttöpfchen in Untersetzer mit etwa einem Zentimeter Wasser stellen
  • am besten keimen die Samen in einem warmen Gewächshaus mit hoher Luftfeuchtigkeit
  • Gießen von oben schwemmt die feinen Samen weg!
  • immer nur von unten nachgießen (Töpfe dürfen immer ein wenig im Wasser stehen)
  • gelegentlich lüften, wenn die Töpfe abgedeckt wurden
  • hell aufstellen (keine direkte Sonne)
  • Keimdauer: etwa 4-5 Wochen
  • wenn die Keimlinge 0,5 Zentimeter hoch sind, aus dem Untersetzer das Wasser entfernen
  • frühestens eine Woche später pikieren

Die Vereinzelung erfolgt, wenn die Keimlinge mindestens zwei Blattpaare (nach den Keimblättern) gebildet haben. Dabei die kleinen Pflanzen ein wenig tiefer einsetzen. Samen und Keimlinge reagieren empfindlich auf hohe Nährstoff- und Salzgehalte. Deshalb sollte immer eine düngerfreie Erde für die Anzucht verwendet werden und in den ersten Monaten auf keinen Fall zusätzlich Dünger ins Gießwasser gegeben werden.

Der Australische Teebaum wächst als Keimling anfangs extrem langsam und bleibt lange Zeit sehr klein. Für das erste Umtopfen (Pikieren) sollte sich daher ruhig Zeit genommen werden. Hat der Keimling jedoch die ersten Monate überstanden, beschleunigt sich plötzlich die Entwicklung.

Hygiene bei der Anzucht

Vor allem bei Samen, die zur Keimung eine sehr lange Zeit benötigen, ist es wichtig, von Anfang an gewisse Maßnahmen zu ergreifen, die die Samen oder den Keimling vor Befall mit Viren, Bakterien oder Schimmelsporen schützen. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sind folgende Maßnahmen anzuraten:

  • Substrat: nur frisches Substrat verwenden (kein Recycling von bereits verwendeter Erde!)
  • geeignet ist beispielsweise Kakteenerde
  • mineralische Substrate sind meist keimfrei: Perlit, Seramis oder zerstoßene Hydrokultur
  • im Zweifelsfall im Backofen oder der Mikrowelle sterilisieren
  • Töpfe/Schalen: Neuware oder sterilisierte Töpfe verwenden (mit Wurzelbürste und heißem Wasser gereinigt)
  • viel frische Luft schützt vor Schimmel (häufig lüften, falls die Töpfe abgedeckt sind)

Vermehrung aus Stecklingen

Wer selbst schon einen Teebaum aus Samen gezogen hat oder eine der seltenen Teebaumpflanzen ergattern konnte, kann diese auch über Stecklinge vermehren. Hierzu werden in den Sommermonaten leicht verholzte Triebspitzen von etwa 15 Zentimeter Länge geschnitten. Während grüne Triebe noch nicht ganz ausgereift sind, sind verholzte Stecklinge nicht mehr so aktiv und bilden schlechter Wurzeln. Optimal zur Vermehrung sind daher halb verholzte Triebe geeignet.

  • Triebspitze kappen (etwa ein Drittel)
  • eventuell Blüten entfernen
  • im unteren Drittel Blätter entfernen
  • Rinde in den unteren ein bis zwei Zentimetern schräg einschneiden
  • alternativ mit einem Messer die Rinde abschaben
  • den unbelaubten Teil in feuchte Erde setzen
  • Gefrierbeutel um den Topf binden
  • hell und warm (ohne direkte Sonne) aufstellen
  • Temperatur: 20-25 Grad
  • Folie häufig lüften
  • wurzelt nach etwa vier Wochen
  • zu erkennen an neuen Trieben oder Blättern

Als Substrate für Stecklinge des Teebaums haben sich sandige Erden mit geringem Torfanteil bewährt.

Umtopfen

Erst wenn die filigrane Jungpflanze mindestens 10-15 Zentimeter hoch ist und schon etwas stabiler, wird sie in saures Substrat gestellt. Am besten wird zu einer gängigen Blumenerde etwas Rhododendron- oder Azaleen-Substrat hinzugefügt.

Während der folgenden Zeit muss immer dann umgetopft werden, wenn der alte Topf zu klein geworden ist und die Erde keine Nährstoffe mehr liefern kann. Spätestens, wenn die Wurzeln unten aus dem Entwässerungsloch herauswachsen, sollte dringend umgetopft werden. Zur Überprüfung, wie weit das Wurzelwerk schon die Erde durchdrungen hat, kann die Pflanze vorsichtig aus dem Topf gezogen werden. Sind außen oder im unteren Bereich des Ballens noch keine oder nur wenige Wurzeln erkennbar, kann der Teebaum noch für einige weitere Monate im selben Topf verbleiben. Ist allerdings schon ein dichtes Geflecht zu erkennen, wird es höchste Zeit für mehr Platz und frische Erde.

  • Wurzeln auf Schäden überprüfen
  • abgestorbene Wurzeln mit scharfem Messer entfernen
  • neuen Kübel mit Drainageschicht versehen (Blähton, Kies)
  • Wurzelballen einsetzen und ringsherum mit frischem Substrat auffüllen
  • leicht andrücken
  • auf gleiches Niveau des Ballens achten (nicht tiefer als vorher einpflanzen)
  • Erde leicht andrücken und wässern

Wer mit kalkhaltigem Wasser gießt, sollte häufiger umtopfen! Da der pH-Wert im Wurzelballen durch den Kalk im Wasser permanent ansteigt, entwickeln sich mit der Zeit ungünstige Bedingungen für den Teebaum, der eigentlich saure Böden bevorzugt. Abhilfe schafft hier ein jährliches Umtopfen in torfhaltiges, sandiges Substrat. Die alte Erde dabei sehr vorsichtig zwischen den Wurzeln entfernen.

Überwintern

Melaleuca alternifolia sind nicht frostresistent. Deshalb müssen Freilandpflanzen im Kübel vor den ersten kalten Temperaturen ihr Winterquartier beziehen. Ein heller Platz mit Temperaturen zwischen acht und 15 Grad ist optimal. Im Winter muss auch weiterhin gegossen werden, da die Pflanze ihr Laub behält. Allerdings reicht ein gelegentliches Wässern etwa alle zwei Wochen (je nach Umgebungstemperatur) völlig aus. Am einfachsten ist es, mit dem Daumen zu prüfen, ob die Erde noch feucht ist. Erst dann, wenn die oberste Schicht schon trocken ist, darf erneut gegossen werden. Austrocknen darf der Ballen jedoch nie.

Krankheiten und Schädlinge

Der Australische Teebaum ist sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und wird nahezu nie von Schädlingen befallen. In seiner Heimat kann er sogar Buschfeuer und Überschwemmungen überleben. Steht der Baum in Winter jedoch im beheizten Wohnzimmer, ist auch er nicht vor Spinnmilben oder anderen gängigen Schädlingen sicher.

Häufig gestellte Fragen

Ich habe immer Probleme beim Pikieren. Die Pflänzchen gehen bei mir nach dem Pikieren immer ein. Was mache ich falsch?
Zunächst sollte immer erst dann pikiert werden, wenn sich das zweite Blattpaar zeigt. Zudem muss beim Vereinzeln wirklich vorsichtig vorgegangen werden. Meist ist es tödlich für das junge Pflänzchen, wenn es am Stiel aus der Erde gezogen wird, weil dann die Wurzeln reißen. Lieber die gesamte Erde aus dem kleinen Topf mit einem Messer herausholen und dann vorsichtig von der Seite her teilen. Alternativ kann auch in Pflanzgranulat (wie Seramis) ausgesät werden, daraus können die Pflänzchen problemlos mit einem Hölzchen herausgeholt werden.

Ich habe kein Regenwasser zum Gießen, was kann ich alternativ verwenden?
Zu beachten ist, dass der Kalk, der im Trinkwasser enthalten ist, auf Dauer den pH-Wert des Substrates anhebt, was der Teebaum nicht gut verträgt. Neben Regenwasser ist auch das Gießen mit einem Tee (kalt) aus Ackerschachtelhalm und Zinnkraut möglich. Dieser Tee liefert Kieselsäure und stärkt so die junge Pflanze. Alternativ kann auch ein Aufguss aus einer Handvoll Rhododendronerde oder Torf in einigen Litern Wasser hergestellt werden. Vor dem Gießen die Erde abfiltrieren. Die Substrate geben in geringen Mengen Säure an das Gießwasser ab.

Meine Teebaum-Keimlinge schießen unter der Folie immer stark in die Höhe und werden sehr dünn. Was kann ich dagegen tun?
Lange, dünne Triebe deuten auf Lichtmangel hin. Bekommt die Pflanze unter der Folie oder dem Gewächshausdeckel zu wenig Licht, schießen sie in die Höhe und werden instabil. Besser ist es in diesem Fall, komplett auf eine Abdeckung zu verzichten und stattdessen lieber häufiger zu gießen. Am besten wird der Anzuchttopf dazu in eine flache Schale mit Wasser gestellt, sodass sich die Erde ein paar Minuten lang vollsaugen kann. Möglicherweise liegt das schnelle Wachstum auch an einem zu frühen Aussäen, denn erst ab Mitte März sind in unseren Breitengraden ausreichend Sonnenstunden für ein gesundes Wachstum zu erwarten.

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Tipps für Schnellleser

- immergrüner Strauch
- im späten Frühjahr weiße Blüten
- Blätter produzieren das berühmte Teebaumöl
- Verwendung: als Zierpflanze im Kübel
- Standort: sonnig bis vollsonnig
- Boden: kalkarm und humos, pH-Wert 5-6
- Erde immer leicht feucht halten
- vorzugsweise mit kalkarmem Wasser gießen (Regenwasser)
- verträgt weder Trockenheit noch Staunässe
- im Frühjahr und Sommer 14-tägig düngen (phosphatarm)
- sehr gut schnittverträglich, treib aus völligem Rückschnitt wieder neu aus
- Vermehrung durch Aussaat (selten durch Stecklinge)
- Überwintern: nicht frostresistent, ins Kalthaus stellen (hell und frostfrei)
- im Winter etwas weniger gießen
- Umtopfen: alle 2-3 Jahre in saures Substrat (Torf oder Rhododendronerde untermischen)
- wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge

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