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Blattläuse an Paprika bekämpfen: 7 Hausmittel

Blattläuse an Paprika

Auch Paprikapflanzen können von Läusen befallen werden. Wie das aussieht und mit welchen Mitteln Sie die Blattläuse an Paprika erfolgreich bekämpfen, erklärt dieser Artikel.

Blattläuse an Paprika

Blattläuse sind kleine, meist ungeflügelte Insekten. Sie sind weiß, braun, grün oder schwarz und bilden meist ganze Kolonien an den befallenen Pflanzen. Oft sind sie mit bloßem Auge zu erkennen, manchmal sitzen sie aber auch versteckt an der Blattunterseite und saugen dort den Pflanzensaft.

Schadbild

  • hängende Blätter und Blüten
  • eingerollte Blätter
  • verkrüppelte Triebe
  • klebrige, leicht glänzende Flecken
  • eventuell fleckiger Pilzbefall
  • Ameisen, die emsig an der Pflanze hinauf und hinab laufen
Ameisen und Blattläuse

Hinweis: Die Ameisen pflegen und beschützen die Läuse, weil sie ihren Honigtau verwenden und die Schädlinge “melken”.

Hausmittel

Unter Hausmitteln versteht man solche Mittel, die fast jeder zu Hause oder leicht zur Hand hat und die in den meisten Fällen ungefährlich für den Anwender und die Umwelt sind. Trotzdem ist bei der Dosierung einiger Mittel Vorsicht angebracht, um den Pflanzen nicht zu schaden.

Absammeln

Das Absammeln der Schädlinge ist die einfachste und schnellste Methode, um sie loszuwerden. Sie lohnt sich insbesondere bei einem leichten Befall. Unterstützend können dabei die Triebe, die besonders stark befallen sind, mit einer Gartenschere entfernt werden. Bei größeren Pflanzen mit einem starken Befall, reicht bloße Handarbeit jedoch oft nicht mehr aus, denn sie würde endlos dauern.

Wasserstrahl

Da die Läuse nicht allzu festsitzen, hilft es oft schon, die Paprika mit Wasser abzuspritzen. Dafür reicht jedoch der Strahl aus der Gießkanne nicht aus. Besser ist ein schärferer Wasserstrahl aus dem Schlauch. Am besten geschieht dies, wenn die Paprika sowieso gegossen werden müssen. Es ist außerdem wichtig, dass das Laub anschließend gut abtrocknen kann. Die Läuse werden dabei nicht getötet, nur weggespült. Gewöhnlich finden sie trotzdem nicht zurück auf die Pflanze.

Natron

Päckchen Natron auf Tisch

Natron ist im Haushalt sehr vielseitig einsetzbar und deshalb auch in vielen Haushalten sowieso vorhanden. Auch im Garten kann es angewendet werden, um zum Beispiel Schädlinge zu vertreiben. Dazu ganz einfach:

  • 1 Teelöffel Natron mit 1 Liter Wasser mischen
  • in Sprühflasche füllen und auf Paprikapflanzen verteilen
  • bei Bedarf wiederholt anwenden

Seifenlauge

Sehr effektiv gegen Blattläuse und ihre klebrigen Rückstände ist eine Lauge aus Wasser und Kernseife. Es funktioniert auch mit Spülmittel. So stellen Sie die Seifenlauge her:

  • nur Seife ohne Zusätze verwenden
  • auf 1 Liter Wasser einen Spritzer Spülmittel oder 15 g Kernseife
  • in Sprühflasche füllen und schütteln
  • betroffene Pflanzenteile damit einsprühen
  • Seifenlauge darf nicht zu stark sein, Pflanze nimmt sonst Schaden

Tipp: Decken Sie bei der Anwendung den Wurzelbereich mit Folie ab. So nimmt die Pflanze die Seifenlauge nicht auf.

Pflanzensud

Auszüge aus Pflanzen unterschiedlicher Art sind im Garten sehr hilfreich. Sie vertreiben Schädlinge, schützen vor Krankheiten, machen Pflanzen widerstandsfähiger und stärken sie. Blattläuse an Paprika kann man mit Rainfarn- oder Zwiebelsud bekämpfen. So stellen Sie einen Pflanzensud her:

  • für 1 Liter Wasser reichen 50 g des Pflanzenmaterials
  • Pflanzen gründlich zerkleinern
  • Wasser und Pflanzenmaterial mischen, aufkochen
  • nach dem Abkühlen abseihen
  • mit der Lösung Paprika gründlich einsprühen
  • Anwendung kann wiederholt werden
Zwiebelsud ansetzen
Zwiebelsud

Öle

Verschiedene Pflanzenöle gibt es in jedem Haushalt. Es ist also ein leicht verfügbares Hausmittel und ebenso leicht anzuwenden. Allerdings hat Öl einen Nachteil, denn die Pflanze selbst könnte unter der Anwendung leiden, da das Wirkprinzip darauf beruht, dass die Läuse unter dem Ölfilm nicht mehr atmen können und ersticken. Das Öl kann dabei jedoch auch die feinen Spaltöffnungen der Pflanze verschließen. Setzen Sie es deshalb nur vorsichtig ein. So gelingt die Anwendung:

  • 500 ml Speiseöl auf 1 Liter Wasser
  • in Sprühflasche füllen
  • Wasser und Öl vermischen sich schlecht, deshalb gut schütteln
  • vor jeder Anwendung wiederholen
  • Pflanze mit Mischung einsprühen
  • Paprika einige Stunden nach der Anwendung gründlich mit Wasser abbrausen

Tipp: Neemöl ist zwar nicht in jedem Haushalt vorhanden, eignet sich jedoch gut zur Schädlingsbekämpfung. Es reicht ein Esslöffel für einen Liter Wasser.

Nützlinge

Besonders leicht geht das Bekämpfen von Läusen, wenn man sie nicht selbst bekämpft, sondern dass den Nützlingen überlässt. Dazu gehören nicht nur andere Insekten wie Marienkäfer oder Florfliegen, sondern auch kleine Singvögel wie Meisen. Grundsätzlich ist die Anwendung von Nützlingen kein eigentliches Hausmittel, aber sie ist leicht und effektiv. Werden die Paprika im Gewächshaus angebaut, können dort sogar ganz gezielt Nützlinge ausgebracht werden. Marienkäfer und Florfliegen gibt es beispielsweise im Fachhandel zu kaufen.

Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata)
Marienkäfer (hier: Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata)) haben Blattläuse zum Fressen gern.

Häufig gestellte Fragen

Müssen Blattläuse an Paprika bekämpft werden?

Das hängt zum einen von der Stärke des Befalls und zum anderen davon ab, wo die Paprikapflanze steht. Im Freien kann eine Bekämpfung nicht notwendig sein, wenn es genügend Nützlinge gibt, die sich darum kümmern. Im Gewächshaus ist es sinnvoller, Blattläuse zu bekämpfen, da die Kolonie dort schnell größer werden kann.

Was hilft, wenn Hausmittel nicht ausreichen?

Grundsätzlich sollten Hausmittel ausreichend helfen. Es ist nicht nötig, jede einzelne Laus zu entfernen. Wenn allerdings alles nichts hilft, gibt es entsprechende Pflanzenschutzmittel, häufig auf biologischer Grundlage, im Fachhandel.

Welche Nachsorge ist nach dem Entfernen der Läuse wichtig?

Besonders wichtig ist die anschließende Entfernung des Honigtaus. Das ist klebriger Saft, der von den Läusen ausgeschieden wird. Er muss entfernt werden, damit auf ihm keine Pilze siedeln können. Wird als Hausmittel eine Seifenlauge angewandt, verschwindet der Honigtau bei der Behandlung gleich mit. Andernfalls ist es notwendig, die Pflanze mit Wasser gut abzuspülen. Anschließend reicht es, wenn die Paprikapflanzen regelmäßig auf einen erneuten Befall hin kontrolliert werden.

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