Kräutergarten

Borretsch-Pflanze, Borago officinalis – Pflege & Trocknen


Borretsch

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Erfrischend, heilend und leicht zu pflegen – Borretsch wird auch in unseren Breiten immer beliebter. Das Gewächs, das häufig auch als Gurkenkraut bezeichnet wird, ist ursprünglich im Mittelmeergebiet heimisch, wächst aber zunehmend auch in Europa und in weiten Teilen Nordamerikas. Weil die Borago officinalis eine starke Neigung zur Selbstaussaat aufweist, ist das Gewächs auch verwildert zu finden.

Besonders dekorativ präsentiert sich Borretsch während der Blütezeit, in der die Pflanze als Bienenweide dient und zahlreiche Insekten anlockt. Insbesondere Gärtner mit einer naturnahen Grünanlage profitieren daher von dem beliebten Kraut, das zudem unkompliziert anzubauen und leicht zu pflegen ist.

Steckbrief

  • einjährige Würzpflanze
  • erreicht eine Gesamthöhe von 40 bis 80cm und wächst breit buschig
  • präsentiert behaarte Stängel
  • Blätter sind beiderseits behaart
  • sternförmige, nickende Blüten
  • Blütenfarbe ist meist blau; seltener sind auch rosa oder weiße Exemplare zu finden
  • Blütezeit: Mai bis August

Standort

BorretschDamit Borretsch optimal gedeihen kann, sollte das Kraut einen idealen Standort innerhalb der heimischen Grünanlage erhalten. Besonders gut wachsen Borago officinalis an einem besonders hellen Platz, der viel Sonne bietet; aber auch Halbschatten wird noch vertragen.

Borretsch sollte in jedem Fall vor dem Einfluss starker Winde geschützt werden.

Die Pflanze kann in direkter Nachbarschaft zu verschiedenen Gemüsesorten gepflanzt werden; vor allem Erdbeeren, Gurken, Zucchini und verschiedene Kohlsorten kommen in Frage. Die Kultivierung in demselben Beet ist ohne weiteres möglich. Das Gewächs fühlt sich dabei sowohl zwischen den einzelnen Reihen als auch am Rand des Beetes wohl.

Boden

Nicht nur der ideale Standort spielt für die erfolgreiche Kultivierung von Borretsch eine Rolle; auch der Boden sollte gewisse Eigenschaften aufweisen:

  • reich an Kalk
  • hohe Durchlässigkeit
  • reich an Humus
  • genügend Feuchtigkeit
  • locker

Als idealer Untergrund eignet sich beispielsweise ein Sandboden. Herkömmlicher Gartenboden sollte über eine geeignete Drainage verfügen. Zu nährstoffhaltige Substrate sind ebenso zu meiden wie überdüngte Varianten. Liegt ein dichter, wenig durchlässiger und lehmhaltiger Boden vor, sollte dieser durch die Zugabe von Bims, Perliten oder Quarzsand etwas gelockert werden.

Pflege

Damit der Borretsch optimal gedeiht, sollte man die Erde regelmäßig feucht halten. Insbesondere an heißen Sommertagen ist dem Kraut eine Extraportion Wasser zu gönnen. Auch eine regelmäßige Lüftung ist erforderlich; wer den Boden immer wieder einmal aufhackt und Unkraut entfernt, leistet hierzu einen wertvollen Beitrag.

Eine chemische Düngung erfolgt nicht, da das Kraut anschließend verzehrt werden soll; allerdings hat es sich als sinnvoll erwiesen, etwas Kompost und gelegentlich Brennnesseljauche zum Boden hinzuzugeben.

Der Hobbygärtner sollte außerdem das Wachstum der Borago officinalis sorgfältig beobachten; die Pflanze weist einen Hang zur Selbstaussaat auf, und falls der Borretsch zu Wuchern beginnt, sollte das Wachstum etwas eingedämmt werden.

Eine Überwinterung der Pflanze ist nicht möglich. Beim Borretsch handelt es sich um eine einjährige Pflanze, die jedes Jahr erneut ausgesät werden muss.

Vermehren und Pflanzen

BorretschDie Vermehrung von Borretsch gelingt am besten mit Hilfe von Samen. Das Saatgut wird aus bereits gezogenen Pflanzen gewonnen; nach der Blüte werden zu diesem Zweck die kleinen Nüsschen von der Borago officinalis gesammelt. Anschließend sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Trocknen des Saatgutes
  • dunkle Lagerung
  • Aufbewahrung bei Zimmertemperaturen

Für die Aussaat wird jeweils frisches Saatgut benötigt, da die Keimfreudigkeit der Samen bereits im zweiten Jahr nach der Lagerung deutlich eingeschränkt ist.

Die Aussaat der Samen kann während des ganzen Jahres erfolgen. Besonders gute Bedingungen herrschen allerdings zwischen April und Juni vor. Man steckt die vorbereiteten Samen, die etwa 5mm groß sind, direkt in den Gartenboden oder in das vorbereitete Substrat. Bei diesem Vorgang spielt die Einstecktiefe des Saatgutes eine besonders wichtige Rolle; die einzelnen Samen sollten etwa einen Zentimeter tief in das Substrat gedrückt werden, da es sich um Dunkelkeimer handelt. Erhalten die Samen zu viel Licht, besteht die Gefahr, dass die Keimung unterbunden wird. Pro laufender Meter sollten maximal 30 Samen ausgegeben werden, damit sich die entstehenden Pflanzen später nicht gegenseitig in ihrem Wachstum behindern.

Alternativ kann man die Samen auch in kleinen Schalen auf der Fensterbank oder aber in einem Minigewächshaus zum Keimen bringen. Die Keimdauer ist relativ kurz; bereits nach einer bis zwei Wochen ist dieser Vorgang abgeschlossen. Die kleinen Pflänzchen werden erst pikiert, wenn keine Nachfröste mehr zu erwarten sind.

Wer erwachsene Pflanzen in seine Gartenbeete integrieren möchte, sollte ebenfalls auf einen großzügigen Abstand achten; etwa 30cm bis 50cm Platz sollten zwischen den einzelnen Exemplaren bestehen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die einzelnen Gewächse gegenseitig zu Nährstoffkonkurrenten werden.

Auch auf dem Balkon oder der Terrasse fühlt sich Borretsch wohl. In diesem Fall hat es sich bewährt, auf besonders große und vor allem tiefe Pflanzengefäße, zum Beispiel Kübel, zurückzugreifen. Die Pflanze bildet im Laufe der Zeit lange Pfahlwurzeln mit ausgeprägten Ausläufern aus, die weit in die Tiefe wachsen.

Ein späteres Umpflanzen der Gewächse sollte unbedingt vermieden werden. Die langen Pfahlwurzeln vertragen ein Umsiedeln sehr schlecht.

Ernte und Trocknen

BorretschBorretsch kann ab Mai geerntet werden; die Erntezeit endet im August. Neben den Blättern werden auch die frischen Blüten gepflückt, die sich vielfältig in der Küche einsetzen lassen. Nach dem Abtrennen der einzelnen Pflanzenteile wächst der Borretsch schnell wieder nach und verzweigt sich, so dass die Ernte im angegebenen Zeitraum fortlaufend stattfinden kann.

Wer den Borretsch nicht in frischem Zustand verwenden möchte, kann das Kraut auch trocknen. Zu diesem Zweck werden zunächst vorsichtig die ganzen Zweige gewaschen und anschließend trocken getupft. Jetzt können die einzelnen Exemplare an den Enden zusammengebunden und getrocknet werden. Hierzu sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Zweige nach unten aufhängen
  • Lagerung an einem dunklen Ort
  • warme Aufbewahrung
  • Trocknungszeit: 7-14 Tage

Die vollständig getrockneten Kräuter werden am besten in einem lichtundurchlässigen, gut verschließbaren Gefäß aufbewahrt.

Alternativ kann man die im Juni und Juli gesammelten Blätter und Blüten der Borago officinalis zerkleinern und an einem warmen Ort trocknen. Auf diese Weise verliert das zarte Kraut jedoch sein Aroma.

Insgesamt sollt die Haltbarmachung des Borretsches nur im Ausnahmefall mit Hilfe der Trocknung erfolgen, um einen Würz- und Aromaverlust zu vermeiden.

Verwendung

BorretschBorretsch ist äußerst vielfältig und erfreut sich zahlreicher Verwendungsmöglichkeiten. Die rauen Blätter schmecken zart nach Gurke und stellen eine raffinierte Würze dar, zum Beispiel für Blattsalate. Aufgrund des leichten, erfrischenden Geschmacks eigen sich die Pflanzenteile auch zur Herstellung von Getränken. Daneben können Quarkgerichte entsprechend aufgepeppt werden.

Insbesondere in Hessen stellt der Borretsch eine echte Besonderheit da, da das Kraut einen wichtigen Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße liefert. Die charakteristische Würze der Borago officinalis macht die Pflanze zu einer unverzichtbaren Komponente innerhalb dieser Kräuterkomposition. Nicht zuletzt lohnt sich auch die Zubereitung als Blattgemüse; hier kommen der charakteristische Geschmack und das besondere Aroma besonders zur Geltung.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge treten beim Borretsch vor allem auf, wenn bei der Pflege Fehler aufgetreten sind. Insbesondere wenn die einzelnen Gewächse zu eng nebeneinander gepflanzt wurden, können sowohl Mehltau als auch Blattläuse auftreten.

Ist die Pflanze von der Blattlaus befallen, zeigen sich vor allem stark eingerollte oder gekräuselte Blätter, auf denen sich manchmal klebrige Anteile oder schwarzer Pilzbelag finden. Die Schädlinge selbst sind an den Unterseiten der Blätter zu finden, wo sie dicht gedrängt leben und als schwarze Punkte erscheinen. Oft sind die Läuse auch an den jungen Trieben zu sehen.

Um einen Befall mit den Schädlingen zu vermeiden, hat es sich als sinnvoll erwiesen, den Borretsch stets optimal zu wässern, da Trockenheit die Vergrößerung der Läusepopulation fördert. Darüber hinaus sollten bereits im Vorfeld diverse Blattlausfeinde gefördert werden, zum Beispiel Gallmilben oder Florfliegen. Wenn die Pflanze bereits befallen ist, hilft ein kräftiger Wasserstrahl mit dem Schlauch. Ist die Erkrankung bereits weit fortgeschritten, ist es jedoch häufig sinnvoll, die Pflanze komplett zu vernichten und neue Exemplare anzupflanzen.

Wenn Borretsch hingegen von Mehltau befallen ist, zeigt sich ein ganz anderes, aber dennoch charakteristisches Schadbild:

  • weiße oder graue Flecken auf und unter den Blättern
  • in späterem Stadium sind die Pflanzenteile von einer schimmelig-mehligen Schicht überzogen
  • Blätter rollen sich ein
  • mit der Zeit teils schmutzigbraune Verfärbungen der Beläge
  • Pflanze kümmert und zeigt Deformierungen

Auch die Gefahr eines Mehltaubefalls kann der Hobbygärtner bereits im Vorfeld minimieren. Zu den präventiven Maßnahmen gehört beispielsweise der ideale Pflanzenabstand zwischen den einzelnen Exemplaren. Hat der Borretsch zu wenig Platz, um sich frei zu entfalten, kann Mehltau leichter auftreten. Darüber hinaus hat es sich als sinnvoll erwiesen, insbesondere bei Temperaturschwankungen oder Hochdruckwetter diverse Pflanzenstärkungsmittel auszugeben, um das Gewächs insgesamt widerstandsfähiger zu machen.

Knoblauch für KnoblauchbrüheZu diesem Zweck eignet sich vor allem Knoblauchbrühe hervorragend. Doch auch bei einem Mehltaubefall gilt: Ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten, sollten die betreffenden Pflanzen entfernt werden. Der Hobbygärtner sollte stets bedenken, dass es sich um eine essbare Pflanze handelt. Aus diesem Grund ist auch grundsätzlich auf chemische Schädlingsbekämpfungsmittel und Fungizide zu verzichten.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es eine schonende Art der Haltbarmachung für Borretsch, bei der kein Aromaverlust zu befürchten ist?
Borago officinalis wird am besten durch Einfrieren haltbar gemacht. Zu diesem Zweck werden die frischen Pflanzenteile zunächst gewaschen und anschließend trocken getupft. Jetzt können Blätter und Blüten auf einem Holzbrettchen zerhackt werden. Am besten friert man das Schnittgut in kleineren Portionen ein, zum Beispiel in die Fächer eines Eiswürfelbehälters; auch komplette Kräutersträuße kann man einfrieren, indem man diese in Gefrierbeutel gibt. Wer Borretsch am liebsten zusammen mit Erfrischungsgetränken genießt, kann die Kräuter zusammen mit Wasser einfrieren und anschließend als exotischen Eiswürfel servieren.

Eine alternative Konservierung des Borretschs stellt auch das Einlegen mit Borretschöl oder Borretschessig dar.

Wie wirkt Borretsch als Heilpflanze?
Die Blätter und Blüten der Borretschpflanze können auch als Heilpflanze eingesetzt werden; die Inhaltsstoffe sollen vor allem eine entgiftende Wirkung erzielen. In der pharmazeutischen Industrie ist Borretsch auch als pflanzliche Zutat zur Herstellung von Hustensaft bekannt. Nicht zuletzt soll die Pflanze auch bei diversen Hautbeschwerden wirksam sein, zum Beispiel bei Ausschlägen.

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Tipps für Schnellleser

- Standort: warm, ausreichend Helligkeit, gedeiht am besten in sonnigen Lagen, aber auch im Halbschatten
- Pflanzenkombinationen: als Pflanzenpartner bieten sich Gurke, Erdbeeren, Zucchini und Kohl an
- Boden: humos, hohe Durchlässigkeit, feucht, reich an Kalk, locker
- Gießen: stets gut feucht halten, insbesondere bei Trockenheit ausreichend wässern
- Düngen: mit Kompost und Brennnesseljauche
- Pflege: Wachstum beobachten und gegebenenfalls eindämmen
- Vermehrung: mit Hilfe von getrockneten Samen (jedes Jahr frisch ernten)
- Pflanzen und Aussaat: zwischen April und Juni; ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Exemplaren
- Ernte: frische Blätter und Blüten fortlaufend ab Mai
- Konservierung: Trocknung (Gefahr von Aromaverlust), Einfrieren, Einlegen mit Essig oder Öl
- Verwendung: für Speisen und Getränke; als Heilmittel
- Krankheiten und Schädlinge: Mehltau und Blattläuse

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