Ziergarten

Chinaschilf im Kübel pflanzen: Pflege von A-Z


Chinaschilf im Kübel

Es gibt viele verschiedene Schilfarten, zu denen auch der Chinaschilf wiederum mit verschiedenen Arten gehört. Wer keinen großen Garten hat, oder den Chinaschilf aus anderen Gründen auf Terrasse oder Balkon stellen möchte, der kann die Pflanze auch ohne Probleme in einem Gefäß kultivieren.

Auch bei der Pflege ist bei den im Topf kultivierten Pflanzen nicht wesentlich mehr zu beachten, als im Freiland. Hinzu kommt, dass die Rhizomenbildung und somit die ungehinderte Vermehrung in einem Kübel immer besser eingedämmt werden kann. Was alles bei der Pflege zu beachten ist, wird im folgenden Artikel näher erklärt.

Steckbrief

  • Süßgrasart, bot. Name Miscanthus
  • ursprünglich in Asien beheimatet
  • zwischen 80 cm und vier Metern hoch
  • viele verschiedene Sorten erhältlich
  • unterschiedliche Blattfarben
  • Ähren rispenartig oder fedrig
  • bis 30 Zentimeter lang
  • wächst in dichten Horsten
  • vermehrt sich über Rhizome
  • winterhart

Pflegeanleitung

Chinaschilf - Miscanthus sinensis purpurascens Chinaschilf ist hervorragend für die Kultivierung in einem Topf geeignet, wenn hier die Pflege stimmt. Hat die Pflanze hingegen nicht genügend Platz, bekommt zu wenig Wasser oder Dünger, dann könnte es hingegen zu einem Verkümmern kommen. Doch insgesamt ist die Pflege recht einfach und wenig intensiv, so dass auch Hobbygärtner mit wenig Zeit zum Beispiel einen dekorativen Sichtschutz mit dem Chinaschilf auf der Terrasse setzen können oder einen Kübel als Solitär mittig auf eine Wiese.

Bodenbeschaffenheit & Standort

Wer Chinaschilf kultivieren will, muss sich vor dem Einpflanzen in den Kübel Gedanken über das verwendete Substrat sowie den Standort machen. Die Pflanze ist gut geeignet für eine Terrasse oder einen Balkon, der nicht gerade nach Süden ausgerichtet ist. Denn ein heller, lichter und halbschattiger Standort wird bevorzugt. Der Boden sollte humos, durchlässig und feucht sein. Daher sehen Bodenbeschaffenheit und Standort idealerweise wie folgt aus:

  • Substrat für Kübel aus Handel nutzen
  • alternativ Gartenerde mit Kompost mischen
  • wenig Lehm für Feuchtigkeit zugeben
  • alternativ Blähton untermischen
  • Standort windgeschützt
  • in Ecke von Terrasse oder Balkon
  • im Hauseingang im Vorgarten
  • in einer Ecke auf der Wiese
  • unter einem großen, sonnendurchlässigen Baum

Düngen & Gießen

GießkanneWenn junger Chinaschilf eingepflanzt wurde, benötigt dieser mehr Wasser als die ältere Pflanze. Gedüngt wird immer nur bei Bedarf, im ersten Jahr im Kübel mit der entsprechend vorbereiteten Erde ist keine Düngung erforderlich. Daher sollte beim Gießen und Düngen auf das Folgende entsprechend geachtet werden:

  • immer leicht feucht halten
  • junge Pflanzen öfters gießen
  • an heißen Tagen täglich
  • in frühen Morgen- und späten Abendstunden
  • nur an Wurzeln
  • Mulch hält Feuchtigkeit im Boden
  • unbedingt Staunässe vermeiden
  • im Topf mit Flüssigdünger versorgen
  • ab zweitem Jahr regelmäßig alle vier Wochen
  • auf Herstellerangaben achten

Hinweis: Alle Pflanzen, die im Kübel kultiviert wurden, benötigen auch bei Regen regelmäßige Wassergaben, auch wenn sie draußen stehen. Das Regenwasser gelangt meist kaum bis in den Topf und an die Wurzeln. Auch gedüngt werden müssen Kübelpflanzen häufiger, da die Nährstoffe mit dem Gießwasser ausgeschwemmt werden.

Krankheiten & Schädlinge

Der Chinaschilf gilt als sehr resistent gegen Krankheiten und Schädlinge, bislang sind hier noch keine bekannt. Leidet die Pflanze unter gelben oder braunen Blättern oder wächst schlecht, liegt dies in der Regel an einem Pflegefehler. Es wurde zu wenig gegossen, Miscanthus steht in Staunässe, wurde zu viel oder zu wenig gedüngt oder hat den falschen Standort. In einem solchen Fall muss die Pflege überprüft und geändert werden.

Pflanzen

Chinaschilf im KübelChinaschilf im Kübel kann zu jeder Jahreszeit gepflanzt werden, allerdings bieten sich hier Frühjahr oder Frühsommer an. Das Gefäß muss genügend groß gewählt werden, da die Pflanze mit der Zeit Rhizome bildet und viel Platz benötigt. Daher sollte der Topf etwa dreimal so groß gewählt werden, wie der Wurzelballen ist. Chinaschilf wird in der Regel als fertige Pflanze im Handel angeboten. Aber auch Ableger von eigenen Pflanzen im Haushalt werden ebenso wie folgt in einem Kübel kultiviert:

  • Drainage anlegen
  • Tonscherben oder Kies über Abflussloch
  • darüber Pflanzenvlies
  • Hälfte der vorbereiteten Erde einfüllen
  • Chinaschilf mit Wurzeln kurz in Wasser tauchen
  • in Topf setzen
  • Rhizome sollten acht Zentimeter unter Erde sein
  • restliche Erde einfüllen und gut andrücken
  • gut wässern
  • in nächsten Wochen ausreichend gießen

Schneiden

Chinaschilf muss regelmäßig geschnitten werden, um dem neuen Austrieb im Frühjahr Platz zu machen. Idealerweise wird die Pflanze vor dem Umtopfen geschnitten, denn dann geht diese Arbeit später leichter, da nur noch die Rhizome mit dem gekürzten Horst umgetopft werden müssen. Beim Schneiden der Gräser sollte auf das Folgende geachtet werden:

  • Gartenhandschuhe für eigenen Schutz
  • einzelne Gräser können sehr scharf und spitz sein
  • desinfizierte und scharfe Gartenschere nutzen
  • alle Blätter eine Handbreit über Boden abschneiden
  • zeigen sich bereits neue Gräser nur bis zu dieser Höhe schneiden
  • vertrocknete alte Halme später entfernen

Hinweis: Schneiden Sie versehentlich die Spitzen des Neuaustriebes ab, kommt es zu braunen Spitzen, die das gesamte Vegetationsjahr über sehr undekorativ aussehen werden. Daher sollten Sie hier viel Feingefühl einsetzen und genau schauen, bevor Sie den Schnitt ansetzen.

Überwintern

ChinaschilfChinaschilf ist winterhart, das gilt für alle Arten. Dennoch müssen Pflanzen, die in einem Kübel kultiviert wurden, im Winter ein wenig geschützt werden. Dies gilt vor allem für den Topf, weil hier leichter der Frost an die Wurzeln gelangen kann, die hier nicht so geschützt sind, wie ein einem Gartenbeet. Daher sollte Miscanthus für eine Überwinterung auf der Terrasse, im Garten oder auf dem Balkon wie folgt vorbereitet werden:

  • Halme mit einer Schnur aus Sisal locker zusammenbinden
  • beste Zeit im Oktober oder November
  • schützt Mitte des Horsts vor Feuchtigkeit
  • Erdoberfläche mulchen
  • alternativ Reisigmatten auflegen
  • Topf insgesamt mit Pflanzenvlies einwickeln
  • Reisigmatten wirken dekorativer
  • Topf auf Styropor oder Holzlatten stellen
  • in geschützte Ecke auf Terrasse oder Balkon schieben
  • mäßig gießen, nicht düngen

Tipp: Steht ein unbeheizter Wintergarten zur Verfügung, dann können Sie den Topf über den Winter nach hier verbringen und müssen sonst nichts weiter für einen Schutz unternehmen.

Umtopfen

Chinaschilf muss aufgrund der gebildeten Rhizome, die sich sehr schnell im Topf ausbreiten können, regelmäßig umgetopft werden. Hierzu sollte die Pflanze jedes Jahr im Frühling direkt nach dem Schneiden dem Topf vorsichtig mit allen Wurzeln und gebildeten Rhizomen entnommen werden. Jetzt ist auch die Zeit für die Teilung, wenn gewünscht. Es kann aber auch die gesamte Pflanze mit allen Rhizomen in ein größeres Gefäß umziehen.

Alternativ verbleibt der ursprüngliche Topf, in den ein Teil der Rhizome wiedereingesetzt wird, die weiteren Rhizome ziehen in andere Gefäße um. Folgendes sollte beim Umtopfen noch beachtet werden:

  • immer frisches Substrat nutzen
  • auch bei Verwendung von altem Topf
  • diesen kurz säubern
  • mit lauwarmem Wasser und weicher Bürste
  • danach mit Drainage und frischer Erde vorbereiten
  • ebenso die neu gewählten Kübel vorbereiten

Hinweis: Wenn der Chinaschilf jedes Jahr umgetopft wird und ein neues, frisches Substrat erhält, müssen Sie die Pflanze in dem Umtopfjahr nicht mehr weiter düngen. Wird daher jedes Jahr umgetopft, entfällt eine weitere Düngung ganz.

Vermehren

Chinaschilf-BlüteWer sich eine Chinaschilf-Pflanze anschafft, kann bereits im nächsten Jahr viele Ableger entnehmen. Die Teilung wird idealerweise während des Umtopfens durchgeführt, da die Pflanze hierfür mit den Wurzeln und allen Rhizomen der Erde entnommen werden muss. Bei der Teilung wird dann wie folgt vorgegangen:

  • scharfes, desinfiziertes Messer nutzen
  • alle gewünschten Rhizome abtrennen
  • jede Sprossachse muss zwei Augen besitzen
  • neue Horste rund um Mutterpflanze ebenfalls trennen
  • in eigene Töpfe wieder einpflanzen
  • hierbei wie unter Punkt “Pflanzen” vorgehen

Tipp: Beginnen Sie im ersten Jahr mit einer Pflanze, die Sie im Handel erwerben. Bereits nach drei bis vier Jahren können Sie hiermit einen langen Sichtschutz in Kübeln und Gefäßen entlang der Terrasse oder einem anderen Sitzplatz im Garten bilden. Haben Sie daher etwas Geduld, entstehen Ihnen hierfür nur die Kosten für eine einzige Pflanze.

Häufig gestellte Fragen

Warum muss ich meinen Chinaschilf vor dem Winter zusammenbinden?
Dies ist nicht zwingend notwendig, wenn der Kübel an einem geschützten Platz steht, zum Beispiel in einer Ecke einer überdachten Terrasse, in einem Hauseingang oder sogar im Wintergarten. Diese Maßnahme wird nur durchgeführt, damit der Holst im Inneren der Gräser vor zu viel Nässe im Winter geschützt wird. Steht die Pflanze daher auch im Winter im Kübel im Freien ohne Schutz von oben, sollten Sie die langen, äußeren Grashalme auf jeden Fall locker zusammenbinden.

Wann ist die beste Zeit für einen Schnitt?
Der Schnitt sollte im Frühjahr durchgeführt werden, bevor der Horst aus der Mitte neu austreibt. Nachdem dieser im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, nicht mehr durch die zusammen gebundenen Gräser geschützt werden muss, können diese geschnitten werden. Idealerweise wird dieser Schnitt auch vor dem Umtopfen und Teilen durchgeführt, weil die Pflanze dann für diese Arbeiten besser zu handhaben ist.

Was sollte ich bei der Düngung beachten?
Chinaschilf benötigt nur wenig Dünger. Im ersten Jahr nach der Pflanzung in einem frischen Substrat, das mit vielen Nährstoffen bereits angereichert ist, sollte die Pflanze gar nicht gedüngt werden. Ab dem zweiten Jahr wird alle vier Wochen Flüssigdünger zugefügt. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Pflanze jedes Jahr neu umgetopft wird. Dann können Sie auf weitere Düngungen ganz verzichten, denn Miscanthus erhält durch das jährliche Umtopfen jedes Mal auch ein frisches Substrat mit genügend Nährstoffen. Würde dann noch zu gedüngt, käme es zu einer Überdüngung, die der Pflanze schaden könnte.

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