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Hasen: dürfen Kaninchen Apfel essen?


Dürfen Kaninchen Äpfel essen - Hase am Futtertrog

Hasen gehören zu den beliebtesten Haustieren. Sie gelten als pflegeleicht und sehr verträglich. Sie futtern ununterbrochen. Es macht Spaß, ihnen dabei zuzusehen. Dürfen Kaninchen auch Apfel essen?

Was fressen Hauskaninchen?

Was essen Kaninchen - Gemüse und Heu
Insbesondere Heu und Gemüse machen den Großteil der Kaninchennahrung aus.

Das Hauskaninchen (Oryctolagus cuniculus) stammt vom europäischen Wildkaninchen ab. Es gehört zur Ordnung der Hasenartigen (Lagomorpha). Der Energiebedarf der Tiere ist sehr hoch. Um diesen Bedarf zu decken, müssen die Pflanzenfresser große Mengen zu sich nehmen.

Das Verdauungssystem des Kaninchens ist so aufgebaut, dass es ständig aktiv sein sollte. Seine Darmmuskulatur ist deutlich schwächer ausgeprägt als bei Hunden und Katzen. Aus diesem Grund bewegt sich der Nahrungsbrei nur weiter, wenn genug Rohfaser nachkommt. Die kleinen Tiere sollten daher dauerhaft Gras und Heu zu fressen haben.

Die natürliche Kaninchennahrung umfasst zwei wichtige Aspekte:

  • ausreichend Rohfasern aus Gras und Wildkräutern
  • Gewährleistung des Zahnabriebs

Heu

Die Versorgung mit Heu muss dauerhaft sichergestellt werden. Wiesenheu macht den größten Anteil der Kaninchenernährung aus.

Frisches Grünfutter

Kaninchenfutter - Grünfutter
Auch frisches Grün verschmähen die Kaninchen im Normalfall nicht.

Frische Wildkräuter und Gräser können reichlich gefüttert werden. In der Vegetationszeit ist es möglich, Kaninchen und Hasen ausschließlich mit frischen Wildkräutern und Gräsern zu versorgen. Da diese jedoch schnell ihre Frische verlieren, empfehlen wir, zusätzlich Heu zur Verfügung zu stellen.

Hinweis: Gewöhnen Sie Jungtiere, die noch nie Frischfutter gefressen haben, langsam daran. Geben Sie zunächst nur einige frische Blättchen zum Heu dazu.

Geeignete Wildkräuter sind:

  • Löwenzahn
  • Kamille
  • Klee
  • Schafgarbe
  • Sauerampfer
  • Wilde Möhre

Gemüse

Vor allem im Winter erhalten Kaninchen zusätzlich zum Heu frisches Gemüse. Gut vertragen werden

  • Salat
  • Möhre
  • Artischocke
  • Blumenkohl
  • Chicoreé
  • Gurke
  • Fenchel
  • Kohlrabi
  • Kohlblätter in kleinen Portionen

Hinweis: Hasen sind in der Lage, alle erforderlichen Vitamine selbst herzustellen, sie benötigen dazu nicht zwingend Gemüse. Gemüse stellt nur eine Zugabe dar. Ein Drittel der Kaninchennahrung sollte aus verschiedenen Gemüsesorten stammen, den größten Teil der artgerechten Nahrung bilden Gras und Heu.

Obst nur als Leckerli

Kaninchen frisst Apfel
Obst, auch Äpfel, sollten immer nur einen geringen Teil des Kaninchenfutters ausmachen.

Kaninchen essen Äpfel gerne und vertragen sie recht gut. Allerdings enthalten Äpfel wie alle anderen Obstsorten Fruchtzucker. Äpfel dürfen ebenso wie Birnen, Orangen, Bananen oder Mango nur in geringen Maßen gefüttert werden. Verwenden Sie Obst deshalb grundsätzlich nur als Leckerli. Höchstens ein Viertel der Tagesportion eines Kaninchens darf aus verschiedenen Obstsorten stammen. Bei übergewichtigen Tieren muss der Gemüse- und Obstkonsum reduziert werden.

Schnelle Hilfe bei Durchfall

Wenn Hasen an Durchfall leiden, können geriebene Äpfel schnell Abhilfe schaffen. Reiben Sie dazu ein Viertel eines abgewaschenen, ungespritzten Apfels. Lassen Sie den Brei noch zehn Minuten lang stehen, bevor Sie ihn verfüttern.

Hinweis: Wussten Sie schon, dass das Schwänzchen des Kaninchens als “Blume” bezeichnet wird? Es dient der Kommunikation. Wenn Sie Ihre Tiere mit frischem Futter versorgen, gilt das Zucken der Schwänzchen als Ausdruck der Freude.

Häufig gestellte Fragen

Müssen die Apfelkerne vor der Fütterung entfernt werden?

Apfelkerne enthalten Blausäure. Allerdings besteht beim Verzehr üblicher Mengen keine Gefahr für Hauskaninchen.

Ist es bedenklich, wenn Kaninchen ihren Kot essen?

Alle Hasen essen Bestandteile ihres Kots, den sogenannten Blinddarmkot. Im Blinddarm werden Nahrungsbestandteile, die das Kaninchen nicht verdauen kann, durch Bakterien zersetzt. Es isst diese direkt nach der Ausscheidung auf. Auf diesem Weg gelangen sie in Magen und Darm, wo die wertvollen Vitamine und Nährstoffe aufgenommen werden können. Wenn der Blinddarmkot über längere Zeit nicht gegessen wird, sollte ein Tierarzt kontaktiert werden. Eine Erkrankung oder ein Befall mit Parasiten können die Ursache sein.

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