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Besonderheiten an Eichhörnchen: 12 Merkmale


Eichhörnchen

Bevorzugt leben Eichhörnchen in Nadel-, Laub- und Mischwäldern mit einem alten Baumbestand. Häufig sind sie auch in Gärten und Parks anzutreffen. Ihr Aussehen ist unverkennbar. Daneben haben sie noch viele weitere Eigenschaften. Hier finden Sie 12 Besonderheiten an Eichhörnchen.

Äußerliche Merkmale

Eichhörnchen (Sciurus) gelten als Kulturfolger der Menschen. Sie fühlen sich in deren Nähe sichtlich wohl, solange sie dort ausreichend Nahrung und Unterschlüpfe finden. Die Tiere sind nicht nur an ihren tollen Kletterkünsten erkennbar, sondern es gibt noch verschiedene typische Merkmale im Aussehen:

  • Körpergröße 20 bis 25 cm
  • Körpergewicht 200 bis 400 g
  • buschiger, behaarter bis 20 cm langer Schwanz
  • typische Pinselohren
  • kräftige, muskulöse Hinterbeine
  • kurze Vorderpfoten mit fingerartigen Zehen
  • scharfe Krallen
  • bewegliche Greifzehen an Vorder- und Hinterpfoten

Daneben gibt es auch einige Besonderheiten an Eichhörnchen, die Sie vielleicht noch nicht kennen. Lassen Sie sich einfach, von einigen zusammengestellten Fakten überraschen.

Hinweis: Männchen und Weibchen sind anhand der Körpergröße und Fellfarbe nicht zu unterscheiden.

Einige interessante Fakten

Eichhörnchen mit Winterfell
Eichhörnchen mit Winterfell

Es gibt einige Eigenschaften, Merkmale und Besonderheiten über Eichhörnchen zu berichten, die Sie leicht ins Staunen versetzen können. Manche Merkmale der Tiere werden einfach nur wahrgenommen, aber sie haben auch spezielle Funktionen. Diese Besonderheiten sehen für uns mitunter nur putzig aus, sind für Eichhörnchen aber lebenswichtig. 

Variable Fellfarbe

Das Fell der kleinen Nager kann unterschiedliche Farben aufweisen. Die Nuancen reichen von hellrot über dunkelbraun bis schwarz. Lediglich der Bauch ist stets weiß. Interessant zu wissen:

  • Farbe einerseits genetisch bedingt
  • ebenfalls abhängig von der Umwelt, beispielsweise dem Klima
  • Farbe auch wichtig zur Tarnung vor Feinden
  • im Frühjahr und Herbst Fellwechsel
  • dadurch Anpassung an Außentemperaturen
  • Winterfell dichter und dunkel gefärbt
  • Haarpinsel an Ohren im Winter länger
  • fallen im Frühjahr beim Fellwechsel aus

Hinweis: Schwarzes Fell ist dichter und länger und isoliert besser. Solche Tiere sind meist in höheren, feuchteren und kühleren Lagen anzutreffen.

Buschiger Schwanz

Eichhörnchen-Schwanz

Er ist typisch für das Aussehen der Nagetiere und hat aber auch verschiedene Funktionen zu erfüllen. Er dient als

  • Balance-, Steuer-, und Ruderhilfe
  • Kommunikationsmittel zwischen den Artgenossen, beispielsweise bei der Balz
  • Temperaturregulator

So ist ein seitliches Schwanzwedeln Ausdruck für Nervosität und Erregtheit. Weiterhin verleiht der Schwanz dem Eichhörnchen die Fähigkeit mit Leichtigkeit Bäume hoch und runter zu klettern und zu springen. Beim Sprung vom Baum fungiert er als eine Art Fallschirm und lässt das Tier unverletzt am Boden landen. Daneben regelt der Schwanz auch die Temperatur und schützt vor Kälte, wenn sich das Tier zusammenrollt, wird es komplett von ihm bedeckt wird. 

Hinweis: Die lateinische Bezeichnung “Sciurus” bedeutet: “der sich mit dem Schwanz beschattende”.

Längere Hinterpfoten

Auch diese gehören zu den Besonderheiten der Eichhörnchen. Sie sind länger als die Vorderbeine. Dadurch ist ein schnelles Klettern und weite Sprünge über vier bis fünf Meter möglich.

Scharfe Krallen

Eichhörnchen am Baum

Besondere Merkmale sind ebenfalls die scharfen Krallen und ebenso die beweglichen Greifzehen. Diese verleihen dem Eichhörnchen Halt, wenn es kopfabwärts den Baum herunterklettert. Diese Fähigkeit kann sich der kleine Nager mit dem Vogel Kleiber teilen. Daneben sind die Krallen auch hilfreich  

  • beim Festhalten von Nüssen und anderer Nahrung
  • ebenfalls beim Knacken von Nüssen

Enorme Intelligenz

Zu den erwähnenswerten Eigenschaften der Eichkatzen zählt unumstritten ihre besondere Schläue. Schon Jungtiere lernen nur durch die Beobachtung ihrer Artgenossen, beispielsweise

  • wie Nahrung versteckt wird oder
  • was bei Gefahren zu tun ist

Die Tiere nutzen ihre Schläue aber auch, um ihre eigenen Artgenossen auszutricksen. Falls ein Eichhörnchen von einem anderen beim Vergraben einer Nuss beobachtet wird, tut es nur so. Wenn der “Feind” dann zur Übernahme übergeht, flüchtet das Eichhörnchen und vergräbt seine Nuss einfach an einer anderen Stelle.

Abwechslungsreiche Nahrung beliebt

Eichhörnchen-Nahrung - Haselnüsse
Haselnüsse

Eichhörnchen bevorzugen energiereiche Früchte und Samen wie

  • Bucheckern und Eicheln
  • Kastanien
  • Nüsse aller Art
  • Samen von Kiefern, Fichten und Ahorn

Daneben sind sie aber auch Beutegreifer. So plündern sie in seltenen Fällen beispielsweise Vogelnester und fressen Jungtiere und Eier. Im Sommer verschmähen sie auch Insekten und Früchte nicht. Unabhängig von der Größe verzehrt ein Tier im Winter rund 35 g Nahrung und im Sommer bis zu 80 g täglich.

Anlegen von Vorratsdepots

Im Gegensatz zu anderen Tieren, beispielsweise dem Igel, fressen sich Eichhörnchen keinen Winterspeck an. Die kleinen Raubtiere sind dafür bekannt, dass sie während des Sommers und auch im Herbst ihre Nahrung verstecken und so unzählige Depots mit Vorräten anlegen. Bei Nahrungsengpässen können sie diese einfach plündern. Mitunter werden nicht alle benötigt und durch die vergrabenen Samen und Früchte kommt es zur Verbreitung von Bäumen und Sträuchern besonders in Nadel- und Mischwäldern. Dadurch werden neue Lebensräume und Nahrungsquellen geschaffen. Die Nager haben dabei eine wichtige ökologische Rolle.

Nachgesagte Vergesslichkeit

Oft wird den Tieren auch eine gewisse Vergesslichkeit nachgesagt wie, dass sie nicht alle ihre vergrabenen Vorräte wiederfinden. Es mag teilweise sicher stimmen, allerdings verfügt das Eichhörnchen über einen äußerst scharfen Geruchssinn. Damit kann sie sogar Nüsse bis in einer Tiefe von 30 cm unter dem Schnee aufspüren.

Hinweis: Es wurde nachgewiesen, wo es viele Füchse gibt, gibt es auch dementsprechend viele Eichkatzen. Der Grund besteht darin, dass die Füchse Marder & Co als Beute greifen, die zu den natürlichen Feinden der Eichhörnchen neben Greifvögeln und Hauskatzen gehören.

Sozialverhalten und Paarungsgebaren

Eichhörnchenjunges
Eichhörnchenjunges

Die Tiere sind Einzelgänger. Lediglich zur Paarungszeit im Dezember bis Januar und im Spätsommer bis Ende August sind wilde Verfolgungsjagden bis zu mehreren Stunden zu sehen. Die Tiere laufen dann mit Getöse spiralförmig die Bäume hoch und runter. Männchen verfolgen dabei ein Weibchen. Wissenswert ist auch, dass

  • Männchen paarungsbereite Weibchen bis auf 1,5 km Entfernung riechen können
  • Weibchen die Männchen selbst aussuchen
  • “Brautwerbung” mehrere Tage anhalten kann
  • Männchen nach der Paarung vertrieben werden
  • diese polygyn sind, also sich mit mehreren Weibchen paaren
  • Aufzucht der Jungen allein durch die Mutter erfolgt

Entwicklungsstadien

Kurz dazu einige interessante Informationen:

  • Trächtigkeit 38 bis 40 Tage
  • pro Wurf 2 bis 6 Junge
  • Gewicht pro Jungtier 10 g
  • erste Fellhaare am 8. Lebenstag
  • nach 32 Tagen Öffnung der Augen
  • verlassen nach zwei Monaten erstmals das Nest
  • Geschlechtsreife mit einem Jahr

Nest hoch oben

Eichhörnchen beim Nestbau
Eichhörnchen beim Nestbau

Das Nest des Eichhörnchens wird als Kobel bezeichnet. Hier verbringen sie ihre Nachtruhe und ausgiebige Mittagspausen. Sie bietet ihnen Schutz vor Kälte und vor Fressfeinden. Dazu einige interessante Fakten:

  • bis zu 5 m hoch in Bäumen
  • runde Form
  • Außendurchmesser 40 cm
  • Innendurchmesser rund 15 bis 20 cm
  • gut gepolsterte Reisigkugeln
  • meist mehrere Kobel vorhanden
  • mitunter bis zu acht Stück
  • jeweils mindestens zwei Ein- oder Ausgänge
  • zur Aufzucht wird extra Wurfkobel gebaut

Kein Winterschlaf

Eichhörnchen machen keinen Winterschlaf, lediglich eine Winterruhe. Während des Winters liegt die Körpertemperatur bei 37 °C. Der Stoffwechsel wird runtergefahren. Die Tiere sind recht träge, sind dennoch während der kalten Jahreszeit je nach Witterung einige Stunden tagsüber aktiv. Sie verlassen das Nest zur Nahrungsaufnahme oder zum Toilettengang. Während der Ruhepause sind sie jetzt gute Beute für ihre Fressfeinde, besonders für Eulen. Der Beginn und das Ende der Winterruhe ist von der Witterung abhängig. Je kühler die Temperaturen sind, desto früher beginnt sie und umgekehrt. Meist sind die Eichkatzen ab April/Mai wieder voll aktiv.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt können Eichhörnchen im Durchschnitt werden?

Hier gibt es einige Besonderheiten. Bereits 80% der geborenen Jungtiere überleben ihr erstes Jahr nicht. Sie werden meist Opfer von Mardern. Im Durchschnitt werden die Tiere in der freien Natur selten älter als drei Jahre. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. In Gefangenschaft können sie bis zu 10 Jahre alt werden.

Welche Arten von Eichhörnchen sind in Deutschland heimisch?

Hierzulande ist das Eurasische Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) heimisch. Es ist in den verschiedensten Farben von hellbraun über rot bis schwarz anzutreffen.

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