Holzschädlinge - Liste von A-Z - Hausbockkäfer, Holzkäfer & Co

HolzschädlingeZu ihrem Beuteschema zählen frisches und getrocknetes Holz gleichermaßen, denn auf jeden Zustand haben sich dedizierte Holzschädlinge spezialisiert. Frischholzinsekten sind immer dann zur Stelle, wenn in freier Natur ein Gehölz geschwächt ist durch Rindenverletzungen oder Versäumnisse in der Pflege. Getrocknetes und verbautes Holz haben hingegen Trockenholzinsekten im Visier, häufig mit verheerenden Schäden an Häusern und wertvollen Kulturgütern. Rücken Hausbockkäfer, Holzkäfer & Co an, besteht höchste Alarmstufe, denn diese gefräßigen Plagegeister können ganze Dachstühle zum Einsturz bringen. Um Holzschädlinge rechtzeitig identifizieren zu können, möchte die folgende Liste von A-Z einen Beitrag leisten.

Frischholzschädlinge

Die folgende Liste nennt in alphabetischer Reihenfolge alle wichtigen Holzinsekten, die sich auf den Befall von frischem oder feuchtem Holz spezialisiert haben, einschließlich der Haupterkennungsmerkmale:

Blaue Fichtenholzwespe (Sirex noctilio)
Der Körper der 15-36 mm langen Weibchen ist stahlblau gefärbt. Die Männchen sind unwesentlich kleiner. Auffällig sind die orangefarbenen Beinpaare und schwarzen Fühler. Die Larven weisen 2 stummelartige Brustbeinpaare auf und laufen am hinteren Ende spitz zusammen.

Blauer Scheibenbock (Callidium violaceum)
Treffend wird dieser Holzschädling auch als Veilchenbock bezeichnet. Dank der blauvioletten, metallisch glänzenden Färbung ist der 8-16 mm lange Käfer kaum zu übersehen. Die elfenbeinfarbenen Larven werden bis zu 17 mm lang und bewegen sich robbenartig vorwärts.

Bockkäfer (Cerambycidae)
Auffällig sind der sehr schlanke Körper und die noch längeren, schwarzen Fühler, die zumeist in gebogener Form nach hinten getragen werden. Von den mehr als 26.000 Arten weltweit, sind etwa 200 in unseren Regionen anzutreffen. Gemeinsam ist allen Arten, dass sie stets bunt schillern in facettenreichen Farbnuancen.

Düsterbock (Asemum striatum)
Der in Europa weit verbreitete Käfer ist zwischen 8 und 23 mm lang. Der Körper ist schwarz gefärbt, mit einem dicht gepunkteten Halsschild. Die Deckflügel sind ebenfalls punktförmig gezeichnet und erscheinen gerunzelt, aufgrund der 2 bis 4 Längsrippen.

Eichenholzbohrer (Xyleborus monographus)
Typisch ist der braunrote Körper mit seinen walzenförmigen Flügeldecken. Die Männchen erreichen maximal eine Länge von 2,5 mm, während die Weibchen immerhin bis 3,5 mm lang werden.

Fichtenböcke (Tetropium fuscum, Tetropium ludrium)
Der Trivialname Zerstörender Fichtenbock weist bereits auf das schändliche Treiben dieses Holzschädlings hin. Erkennbar ist der Plagegeist an einem bis zu 18 mm langen schwarzen Körper mit braunen bis braunroten Fühlern und Beinen. Auffällig sind die Längsrippen auf den Deckflügeln, die zugleich dicht behaart sind.

Fichtenborkenkäfer (Ips typographus)
Allgemein bekannt unter dem Namen Buchdrucker, betätigen sich diese Käfer als Rindenbrüter. Die dunkelbraunen, behaarten und walzenförmigen Körper sind 4,2 bis 5,5 mm lang.

Gestreifter Nutzholzborkenkäfer (Trypodendron lineatum)
HolzschädlingDer Rüsselkäfer könnte trotz seines 2,8 bis 3,8 mm kleinen Walzenkörpers gut identifiziert werden, wären seine zweigeteilten Facettenaugen zu erkennen. Diese sind jedoch von oben verdeckt mit einem schwarzen Schild. Somit dienen einzig noch die gestreiften, weit herabgezogenen Flügeldecken als Erkennungsmerkmal.

Großer Eichenbock (Cerambyx cerdo)
In 1954 noch als größter Holzzerstörer bezeichnet, steht der Große Eichenbock heute unter strengem Naturschutz. Wenn Ihnen der riesige, bis zu 53 mm lange, schwarzbraune Käfer begegnet, verschonen Sie ihn bitte, denn er ist massiv vom Aussterben bedroht. Herausragendes Kennzeichen sind seine Fühler, die mehr als die doppelte Körperlänge erreichen.

Großer Pappelbock (Saperda carcharias)
Als Mitglied der großen Insektenfamilie der Bockkäfer, ist der Große Pappelkäfer rasch zu entdecken, da er tagsüber die Blätter und Stämme der Bäume besiedelt und bis 23 mm Länge erreicht. Sein Chitin-Panzer ist zwar von Natur aus schwarz, erscheint hingegen aufgrund einer dichten Behaarung gelbgrau. Die Flügeldecken sind auf der hinteren Seite mit hellen, breiten Querstreifen überzogen.

Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus)
Einer der meist gefürchteten Holzschädlinge brachte schon komplette Dachstühle zum Einsturz. Sie kommen dem Hausbock auf die Schliche, wenn Sie Käfer entdecken, deren Kopf deutlich schmäler erscheint, als der an den Seiten gerundete Halsschild. Die Körperfarbe ist braun-schwarz, grau behaart und mit weißen Haarflecken versehen. Die Fühler reichen knapp bis zur Körpermitte. Weibliche Exemplare verfügen über eine Legeröhre, die sie wie ein Teleskop bis zu 3 cm ausstrecken können. Männchen weisen demgegenüber deutlich längere Fühler auf.

Tipp: Sind kleinere Holzsegmente vom Hausbock befallen, kann eine Wärmebehandlung das Problem auf einfache Art lösen. Das infizierte Stück im Backofen für 60 Minuten auf 55 Grad Celsius und höher erhitzen. Diese thermische Behandlung bereitet den gefräßigen Larven den Garaus.

Kupferstecher (Pityogenes chalcographus)
Mit einer Körperlänge von 1,6 bis 2,9 mm und einer braunschwarzen Färbung, sind die winzigen, zylinderförmigen Holzschädlinge kaum zu entdecken. Im Visier haben die Schädlinge vorzugsweise Kiefern, Douglasien, Fichten und Tannen.

Mulmbock (Ergates faber)
Die mächtigen, bis zu 60 mm langen Käfer fliegen von Juli bis September in den Mittagsstunden umher. Bei den braunen Weibchen reichen die Fühler bis zur Mitte der Flügeldecken, während diese bei den Männchen deutlich länger sind. Gefahr geht von diesen Holzinsekten nicht aus, da sie ausschließlich Totholz besiedeln.

Schiffswerftkäfer (Lymexylon navale)
Im Gegensatz zu ihren Pilz-verbreitenden Artgenossen, den Werftkäfern, sind diese Holzinsekten mit den rötlichen, langgestreckten Körpern weniger desaströs in ihrem Wirken. Während bei den Weibchen die Flügel
ebenfalls orange-rot gefärbt sind, weisen die Männchen schwarze Flügel auf. Pilzsporen führen sie nicht mit sich.

Tipp: Krabbeln Ihnen riesige, schwarze, gelb gefleckte Insekten mit einem langen Stachel aus einem Holz- oder Möbelstück entgegen, ist dies kein Grund zur Panik. Tatsächlich handelt es sich um harmlose Holzwespen, deren Weibchen eine Legeröhre mit sich führen. Stechen können die Holzinsekten damit nicht.
    

Trockenholzschädlinge

Großen wirtschaftlichen und privaten Schaden richten Holzinsekten an, die über getrocknetes, verbautes und bearbeitetes Holz herfallen. Erkunden Sie hier in alphabetischer Reihenfolge die wichtigsten Holzschädlinge für Trockenholz:

Brauner Splintholzkäfer (Lyctus brunneus)
Aus Sicht des Gefahrenpotenzials bewegt sich dieser Holzschädling auf Augenhöhe mit dem Holzbock, denn der Braune Splintholzkäfer zählt weltweit zu den bedeutendsten Zerstörern von Trockenholz. Das Insekt ist dunkelbraun, rotbraun oder gelbbraun gefärbt, wobei der Kopf dunkler erscheint. Die sehr schlanke Form erreicht eine Länge von 2,5 bis 7 mm. Eindeutiges Erkennungsmerkmal sind 2 Höcker vor den Augen sowie lange Fühler mit Keulen an den Enden.

Bunter Nagekäfer (Xestobium rufovillosum)
Der Volksmund nennt diese Käferart Pochkäfer, da das Männchen während der Paarungszeit auf das Holz klopft, um das Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Der dunkelbraune, bis zu 7 mm lange Körper ist mit gelben Haarflecken verziert.

Gekämmter Nagekäfer (Ptilinus pectinicornis)
In der Zeit von Mai bis August können Sie den gekämmten Nagekäfer auf frischer Tat ertappen. Dieses Insekt ist braun oder schwarz, wobei Fühler und Beine heller gefärbt sind. Die Männchen verfügen an den Fühlern über schmale Fortsätze, während diese bei den Weibchen stark gesägt sind.

Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum)
Unter seinem zweiten Vornamen Holzwurm verbreitet diese Schädlingsart unter Hausbesitzern Angst und Schrecken. Rieselt aus winzigen Löchern Bohrmehl hervor, zeichnet häufig der Gemeine Nagekäfer dafür verantwortlich. Der dunkelbraune Holzschädling ist 2,5-5,0 mm lang, mit einem gehöckerten Halsschild. An den elfgliedrigen Fühlern sind die letzten 3 Segmente stark verlängert. Die Haare auf den Flügeldecken neigen sich dergestalt, dass Längsstreifen entstehen.

Holzbohrkäfer (Bostrichidae)
Bekanntester Vertreter unter den 47 Bohrkäfer-Arten ist der Kapuzinerkäfer (Bostrychus capucinus). Anhand seiner karminroten Flügeldecken ist das bis zu 15 mm große Insekt gut zu erkennen. Sollte Ihnen ein solches Prachtexemplar im Laubwald oder Garten begegnen, ist eine Bekämpfung nicht erforderlich, denn nennenswerte Schäden verursacht die Holzbohrkäfer nicht.

Parkettkäfer (Lyctus linearis)
HolzschädlingEr zählt zu den Holzschädlingen, vor denen wir uns im Wohnzimmer in Acht nehmen sollten. Den Splintholzkäfern zugeordnet, gelangt das tropische Insekt über Handelsware ins Haus, wo es sich explosionsartig vermehren kann. Der Kopf ist hier nicht unter einem Halsschild verborgen. Die Insekten sind bis zu 5 mm lang und rotbraun gefärbt. Am Ende der Fühler befinden sich gut erkennbare Keulen

Scheinbockkäfer (Oedemeridae)
Sie sehen den echten Bockkäfern zum Verwechseln ähnlich, denn ihr bis zu 22 mm großer Körper ist ebenso lang gestreckt. Mehrheitlich sind die Holzinsekten gelb oder braun gefärbt; es kommen hingegen auch metallisch grüne oder blaue Exemplare vor. Die fadenförmigen Fühler weisen 11 oder 12 Glieder auf.

Splintholzkäfer (Lycidae)
Die reich besetzte Insektenfamilie aus den Tropen ist mit 12 Arten in Europa vertreten. Allen gemeinsam sind die leuchtend roten, gepunkteten oder gerillten Flügeldecken und der abgeflachte Körper. Die Längen variieren zwischen 3 und 80 mm.

Termiten (Termitidae)
Während gefräßige Termiten weltweit enorme Holzschäden verursachen, beschränkt sich das Vorkommen in Deutschland bislang auf die bekannten 'Hamburger Gerichts-Termiten'. Es dürfte somit eher einer wissenschaftlichen Sensation gleichen, wenn Sie die weißen, ameisenähnlichen Holzinsekten sichten.

Trotzkopf (Coelostethus pertinax)
Wenn der schwarz-braune Käfer oder seine engerlingartigen Larven auf den Plan treten, tobte bereits ein Pilzbefall im Holz. Mit ihrer Fraßtätigkeit bewirken sie somit einen Sekundärschaden. Fallen Ihnen die 4-6 mm langen, walzenförmigen Holzinsekten mit dem breit gerundeten Halsschild ins Auge, stehen die Chancen auf eine Rettung des Holzes schlecht.

Werftkäfer (Hylecoetus dermestoides)
Fatalerweise haben die 6-18 mm langen, gelbbraun gefärbten Weibchen einen Pilz im Gepäck. Somit fügen nicht nur die Bohrtätigkeiten dem Holz Schaden zu; obendrein breitet sich ein schwarzer Pilzrasen aus. Die männlichen Werftkäfer sind an bizarr geformten Kiefertastern zu identifizieren, die mit langen Seitenästen versehen sind.
     
Tipp: Primäres Indiz für einen akuten Befall mit Holzschädlingen ist Nagsel. Dabei handelt es sich um Bohrmehl, dem ungefressenen Holzmehl, das die zerstörerischen Insekten hinterlassen. Ist Nagsel durchsetzt mit kleinen Kotballen, weist dies auf die Anwesenheit von Räubern hin, die auf der Jagd sind nach den holzzerstörenden Larven.

Häufig gestellte Fragen

Warum bedeutet die Anwesenheit des Bunten Nagekäfers, dass ein betroffenes Holzteil nicht mehr zu retten ist?
Trifft ein Sachverständiger für Holzschutz auf den Bunten oder Gescheckten Nagekäfer, deutet dessen Anwesenheit auf einen vorhergehenden Befall mit holzzerstörenden Pilzen hin. Erfahrungsgemäß betätigt sich der Käfer als Pilzfolger und ernährt sich von dem zersetzten Holz, das durch die Pilze für ihn mundgerecht zubereitet wurde. Zimmerleute bezeichnen den Bunten Nagekäfer daher auch als Totenuhr, denn für das befallene Holz ist die Zeit abgelaufen.

Wie kann ich einem Befall durch den Hausbockkäfer vorbeugen?

Oberste Prämisse für eine wirksame Prophylaxe ist die Verarbeitung von trockenem, gut abgelagertem Holz. Darüber hinaus werden Farbkernhölzer, wie Douglasie oder Kiefer, seltener vom Hausbock infiziert. Im Außenbereich sollten Holzkonstruktionen mit wetterschützenden Lasuren imprägniert werden. Für den Schutz im Innenbereich bietet der Fachhandel spezielle Präparate mit dem 'Blauen Engel' an. Nicht zuletzt bewahren Sie regelmäßige Kontrollgänge vor dem Schlimmsten, denn im frühen Befallsstadium bestehen gute Aussichten auf einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg.