Bauanleitung: Kaninchenstall selber bauen


kaninchenstallEinen Kaninchenstall zu bauen ist nicht allzu schwer. Etwas handwerkliches Geschick, entsprechendes Werkzeug und ein Arbeitsplatz sind erforderlich und natürlich ein Bauplan. Wer diesen nicht selbst entwerfen kann, sollte auf fertige Pläne, die man erwerben kann, zurückgreifen. Materialien bekommt man in jedem Baumarkt. Wichtig ist, den Stall für die Kaninchen optimal zu gestalten. Sie lieben mehrere Etagen und reichlich Platz. Leider werden viele Ställe deutlich zu klein gestaltet, oft auch nicht gut isoliert oder mit nur wenig Schutz vor Feinden. Bei der Planung und beim Bau muss an allerhand Dinge gedacht werden. Welche das sind, erfahren Sie in unserem Text.

Steckbrief zum Kaninchenstall
Man unterscheidet Wohnungs- und Freilandhaltung
Für Wohnungshaltung:
  • Kunststoffunterschale mit abnehmbarem Gitteroberteil
  • Gitterteil mit aufklappbarem Dach – für leichtes Herausnehmen der Tiere
  • Ideal ist eine Tür an der Seitenwand für den täglichen Auslauf
  • Bei der recht engen „Käfighaltung“ ist ein mehrstündiger täglicher Auslauf erforderlich.
Für Gartenhaltung
  • Für die ganzjährige Nutzung muss der Stall entsprechend isoliert sein.
  • Stall aus Holz und Draht
  • Mehrere Sitz- und Ruheplätze
  • Dach aus Dachpapp
  • Gut vor Witterung geschützt
  • Der Teil mit der Behausung darf nicht nass werden
Futter- und Trinkgefäße
  • Ideal sind Nippeltränken mit Kugelventil
  • Fressnapf nicht aus Kunststoff
  • Rand etwas nach innen gebogen, damit das Futter nicht so leicht herausgescharrt wird
Einstreu, am besten aus Stroh
Kaninchentoilette
  • Kleine Plastikwanne für die Käfigecke
  • Gefüllt mit Katzenstreu
Rückzugsbereich
  • Kleine Höhle
  • Möglichst runder Zugang
  • Größe – Kaninchen sollte sich lang ausstrecken und aufrecht sitzen können
Kaninchenstall selber bauen

Kaninchen im StallSo einen Stall selbst zu bauen, hat natürlich den Vorteil, dass man Größe und Aussehen selbst planen kann. Die Ställe, die fertig im Handel angeboten werden, sind oft sehr klein und nicht gut vor Feinden gesichert. Hier kann man sich also austun und seiner Kreativität freien Raum lassen. Allerdings sollte man über handwerkliches Geschick verfügen und auch über einen geeigneten Arbeitsplatz. Im Vorfeld sollte auch klar sein, dass so ein Bau sehr zeitintensiv ist und in der Regel auch mehr Geld kostet, als ein fertiger Stall oder ein Bausatz. Massenproduktion sei Dank können die Ställe vergleichsweise preiswert angeboten werden, sind aber nicht ideal.

Zuerst macht man eine Bauskizze. Dann wird daraus das Material berechnet, welches für den Bau benötigt wird.  

Tipp - Wer sich den Entwurf und die genaue Skizze nicht selbst zutraut, sollte auf vorgefertigte Bausätze oder Anleitungen zurückgreifen. Im Internet gibt es zahlreiche Angebote, für wenige Euro. Da ist das Geld gut angelegt.

Stallgröße
Als reinen Stall rechnet man bei einem mittelgroßen Kaninchen mit einer Größe von mindestens 2 m² (etwa 1 x 2 m). Die Fläche muss auf einer Ebene liegen. Wählt man einen Stall mit mehreren Etagen, zählt nur die Fläche von einer.  Dazu kommt nach Möglichkeit ein Freilaufgehege, dass die Kaninchen auch mal hoppeln, rennen und Springen können. Da Einzelhaltung bei Kaninchen an Tierquälerei grenzt, sollten mindestens 2 Tiere zusammen gehalten werden. Dann wird natürlich entsprechend mehr Platz benötigt.

Materialien
Für den Selbstbau eignet sich als Grundmaterial Holz. Das kann in jedem Baumarkt besorgt werden. Mit seiner Skizze kann eine exakte Liste der benötigten „Zutaten“ erstellt werden.

Tipp - Holz ist ein geeignetes Material,
  • Span- oder Hartholzplatten
  • Volierendraht oder Sechs-Eck-Geflecht-Draht (Volierendraht ist deutlich robuster und schützt auch vor Fuchs und Marder)
  • Türscharniere
  • Metallwinkel
  • Metallverriegelung oder ein Schloss
  • Je nach Art der Verbindung: Leim und Schrauben, Nägel oder Industrietackerklemmen
Kaninchenstall aus HolzWerkzeuge
  • Säge (Kreis- oder Stichsäge)
  • Sägemaschine?
  • Schleifpapier
  • Spannknechte
  • Hammer und/oder Bohrmaschine
Für einen Stall 200 cm x 140 cm werden folgende Materialien benötigt:
  • 1 Bodenplatte, 200 x 140 cm, 2 cm stark
  • 1 Rückwand mit der gleichen Länge wie die Bodenplatte, also 200 cm und 50 cm hoch und 2 cm dick
  • 1 Seitenwand mit der Breite der Bodenplatte plus 2 cm (142 cm), ebenfalls 50 cm hoch und 2 cm stark
  • 2 Leisten 200 x 4 x 2 cm
  • 2 Leisten 136 x 4 x 2 cm
  • 5 Leisten 42 x 4 x 2 cm
  • Volierendraht
  • Holzschrauben
  • Tacker
  • Teichfolie für die Bodenplatte
Tipp - Unbedingte verzinkte Drahtgeflechte nutzen, die rosten nicht. Unverzinkte sind schnell durchgerostet und brechen. Keine Kunststoffgitter verwenden, die werden an- und aufgefressen, was nicht gesund ist.

Bauanleitung

Der Bau an sich ist unkompliziert. Man muss einfach Schritt für Schritt vorgehen.
  • Die exakt zugeschnittene Bodenplatte wird mit Teichfolie überzogen. Dadurch lässt sich der Boden besser sauber halten und kann gut ausgewischt oder eingeweicht werden.
  • Die Folie auf die Platte legen. Überstände nach unten umschlagen und festtackern. Doppelseitiges Klebeband funktioniert auch, Tackern ist aber besser.
  • Zuerst die Rückwand an der Bodenplatte verschrauben, dann die eine stabile Seitenwand.
  • Die andere Seitenwand wird durch einen Rahmen gebildet, der mit dem Drahtgeflecht verkleidet wird.
  • Die beiden 136 cm langen Leisten mit zwei 42 cm langen Leisten verbinden.
  • Für die Vorderseite die beiden 200 cm langen Leisten  mit drei 42 cm langen Leisten verbinden, eine Leiste jeweils außen, eine in die Mitte
  • Beide Rahmen mit dem Drahtgeflecht verkleiden. Dazu Nägel oder Tackernadeln nutzen.
  • Die fertiggestellten Teile mit der Bodenplatte verschrauben. Das war es im Prinzip vom Stall her.
  • Da hinein gehört unbedingt noch eine Behausung. Da gibt es aber gute, stabile und nicht anfressbare Modelle im Handel.
  • Da Kaninchen gern auf mehreren Etagen leben, kann man auch zwei dieser Ställe übereinander stapeln.
  • Günstig ist auch ein Dach, vor allem, wenn der Kaninchenstall im Freien aufgestellt werden soll.
  • Dafür baut man aus Leisten zwei Dreiecke, die auf die langen Seiten montiert werden. Diese werden jeweils unten und an der Spitze durch kürzere Leisten verbunden. Das Dachgerüst ist fertig.
  • Darauf wird passende Dachpappe befestigt.
alter KaninchenstallAufstellung des Stalls im Freien
  • Vor Wind und Wetter geschützt
  • Weder Wind noch Regen dürfen ins Stallinnere dringen
  • Vor Feinden wie Marder, Fuchs, Hund oder Katze geschützt
  • Stall nie in die pralle Sonne stellen
  • Für die Nutzung im Winter Stall und Behausung gut isolieren. Geeignet ist Styropor. Auch alte Teppiche oder ähnliches können genutzt werden.
Freilaufgehege

Ein Freilaufgehege ist ideal für die Kaninchen. Allerdings ist wieder einiges zu beachten.
  • Kaninchen buddeln sich gern mal aus dem Gehege. Das heißt, untendrunter muss ein Drahtgitter, welcher das verhindert. Dieses wird eingegraben.
  • Entlang der Gehegeränder den Gehegedraht mindestens 30 cm, besser mehr, in den Boden eingraben.
  • Alternativ können Platten bis zu dieser Tiefe im Boden versenkt werden.
  • Entlang der Gehegeränder je etwa 30 cm breit Platten verlegen, besser innen, aber es geht auch außen. So muss weiter gegraben werden, egal, ob ein Hase raus will, oder ein Fressfeind hinein.
  • Auch abgedeckt muss das Außengehege werden, damit Greifvögel oder andere Fressfeinde sich die Nager nicht schnappen oder auch andere fresslustige Tiere. Netze sind ungeeignet, sie sind nicht mardersicher.
Der Unterboden kann aus verschiedenen Materialien bestehen:
  • Erde oder Naturboden – bei kleinen Gehegen, wo die Erde nass werden kann, ist Erde ungeeignet. Sie verschlammt, die Kaninchen verschlammen, im Winter friert alles fest. Auf Dauer ist Erde unhygienisch, da schlecht zu reinigen. Wenn das Gehege groß genug ist und die Grasnarbe erhalten bleibt, ist der Boden gut. Die Ränder, den Futterplatz und stark genutzte Flächen mit Steinplatten auslegen
  • Sandboden – vorteilhaft gegenüber Naturboden, da er nicht verschlammt. Allerdings schlecht sauber zu machen (Kötel). Ideal für stubenreine Kaninchen, die aufs Kaninchenklo gehen.
  • Rindenmulch – kann schlecht gereinigt werden. Muss mindestens zweimal im Jahr ausgetauscht werden. Kann Schimmelbildung aufweisen, das ist schlecht für die Bewohner.
  • Stroh, Heu, Kleintierstreu: nur auf Plattenbelag oder anderem dichten Belag und überdachten Bereichen. Muss vor Wind und Regen geschützt sein. Schlecht für den Außenbereich, da sie nass werden und schimmeln.
  • Gehwegplatten oder Waschbetonplatten: pflegeleicht und hygienisch, leicht zu reinigen. Separater Buddelbereich erforderlich und Holzsitzplätze, Bretter und andere Bereiche mit Einstreu.
  • Kies oder Steine: ungeeignet, da sie sich schlecht reinigen lassen
KaninchenWelches Gitter?
  • Punktverschweißt, damit, sollte eine Stelle kaputt gehen, nicht der ganze Draht aufrippelt.
  • Verzinkt, damit der Draht hält und nicht rostet und bricht
  • Engmaschig, maximal 19 x19 mm
  • Mindestens 1 mm Stärke
  • Keine Spalten zwischen Holz und Draht, besonders Marder zwängen sich da gern durch. Gehegetüren mit Schlössern versehen (es kommt immer wieder zu Diebstahl, Freilassung, Tötung oder Tierquälerei)
Häufige Fragen

Gibt es Beispiele für gute Kaninchenställe für den Garten?
Sehr gute Beispiele unter: http://www.sweetrabbits.de/f101/beitrag-4530.html
Hier sind unheimlich viele verschiedene Hasenställe plus Gehege zu finden, fast alle selbstgebaut, zumindest zu großen Teilen. Gut erkennen lässt sich auch die Größe der Unterkünfte und Freibereiche, die werden nämlich häufig deutlich zu knapp bemessen. Kaninchen benötigen Platz, Rückzugsmöglichkeiten und auch „Spielzeug“, eine Beschäftigung. Ihnen reicht es nicht, gefüttert, gesäubert und ab und zu mal gestreichelt zu werden.

Muss der Kaninchenstall für den Winter speziell isoliert werden?
Wenn die Kaninchen ganzjährig im Freien leben, bilden sie für den Winter ein dickes Fell. Man darf sie dann aber auch nicht ab und zu mal ins Warme holen, das bekommt ihnen nicht. Außerdem benötigen die Nager viel Heu, damit sie sich ein warmes Nest bauen können. Auch eine dicke Schicht Einstreu ist wichtig. Der Stall kann mit Styropor, Noppenfolie oder Teppichen eingepackt werden. Die Tür nicht einpacken, die Luftzufuhr muss gewährleistet sein. Richtige Profis nutzen meist Styropor, allerdings verkleiden sie dieses dann noch mit Holz, weil das länger hält.