Pfahlwurzler: 40 Bäume, Sträucher und Blumen mit einer Pfahlwurzel

beta vulgaris ruebe Pflanzen mit Pfahlwurzeln bilden im Gegensatz zu anderen Gewächsen eine Hauptwurzel aus, die sich je nach Art mehrere Meter tief ins Erdreich graben kann. Dabei werden selbst verdichtete Böden problemlos durchbrochen, um an wertvolle Wasserquellen zu erreichen. Pfahlwurzler sind ebenfalls unter dem Begriff Tiefwurzler bekannt und können sich manchmal in der Wurzelform mit Herzwurzlern überschneiden. Dennoch zeichnet Gewächse wie Kiefern, Löwenzahn oder Weinreben eine Wurzel aus, die mit dem Alter immer tiefer ins Erdreich dringt und somit für Halt und eine gute Wasserzufuhr sorgt.

40 Pflanzen mit einer Pfahlwurzel

taraxacum loewenzahnGewächse mit einer Pfahlwurzel sind beliebt in Gärten, die rauem Wind und Wetter ausgesetzt sind oder in trockenen Regionen zu finden sind. Diese Pflanzen haben sich an diese Bedingungen angepasst und werden aufgrund ihrer Wurzel, die tief in die Erde wächst, gerne bei einem geringen Platzaufgebot gepflanzt, da die Wurzel kaum in die Breite geht und keine anderen Gewächse verdrängt oder unter Wegplatten und Fundamente kriecht. Wenn Sie sich für Pfahlwurzler interessieren, finden Sie hier eine Liste an 40 Bäumen, Sträuchern und Blumen, die solch eine Wurzel im Laufe ihres Lebens ausbilden:
  1. Löwenzahn (bot. Taraxacum sect. Ruderalia): Der Gemeine Löwenzahn ist bekannt für seine Pfahlwurzel, aus der sogar früher Kaffee gebraut wurde.
  2. Kiefern (bot. Pinus): Die Kiefern sind die wohl bekanntesten Pfahlwurzler. Ihre Wurzel kann mit zunehmendem Alter bis zu zehn Meter in die Tiefe wachsen, was ein Umsiedeln der Bäume fast unmöglich macht.
  3. Edelkastanie (bot. Castanea sativa): Edelkastanien bilden im Gegensatz zu Rosskastanien (bot. Aesculus) aus, die bis zu 40 Zentimeter lang werden können. Im Vergleich zu anderen tiefwurzelnden Bäumen ist das recht kurz. Diese wird sogar schon im ersten Lebensjahr der Pflanze komplett ausgebildet.
  4. Eichen (bot. Quercus): Eichen zählen zu den stärksten Gewächsen auf der Erde. Kein Wunder, bildet der Lieblingsbaum der Deutschen doch eine Wurzel aus, die so hoch wie der Baum selber ist. Da heißt, alte Eichen mit einer Maximalhöhe von 30 bis 40 Metern haben eine ebenso tiefe Wurzel. Solche Exemplare können in keiner Form mehr umgepflanzt werden, außer es werden große Schäden in Kauf genommen.
  5. Skabiosen-Flockenblume (bot. Centaurea scabiosa): Die Skabiosen-Flockenblume ist für ihre Blüten bekannt und bildet eine sogenannte Pleiokorm-Pfahlwurzel aus. Bei dieser verzweigen sich die Sprossbasen deutlich stärker wie bei anderen Arten.
  6. Gemeine Esche (bot. Fraxinus excelsior): Ja, Eschen bilden ebenfalls Pfahlwurzeln aus. Diese reichen trotz der stattlichen Höhe der Bäume nur 150 Zentimeter in den Boden und entwickeln sich im Alter zu einem Senkerwurzelsystem.
  7. Eibe (bot. Taxus baccata): Wie viele andere Bäume in Mitteleuropa gehören Eiben zu den Pfahlwurzlern. Die Länge der Pfahlwurzel mit ihren charakteristischen oberflächlichen Feinwurzeln ist abhängig vom Standort, jedoch sind zwei Meter das Minimum.
  8. daucus karotte Möhren (bot. Daucus): Möhren bilden ebenfalls Pfahlwurzeln als Speicherorgan aus.
  9. Gemeine Rübe (bot. Beta vulgaris): Die Rübe bildet ebenfalls eine Pfahlwurzel aus, die sich jedoch zu einem nährstoffreichen Speicherorgan entwickelt.
  10. Lärchen (bot. Larix): Lärchen sind nicht nur für ihr robustes, gut zu verarbeitendes Holz bekannt. Die
  11. Linden (bot. Tilia): Selbst Linden gehören zu den Tiefwurzlern, deren zwei Meter lange Pfahlwurzel über die Jahre zu einem Herzwurzelsystem wird.
  12. Urweltmammutbaum (bot. Metasequoia glyptostroboides): Ebenfalls als Chinesisches Rotholz bekannt bildet dieses Gewächs zu Beginn des Lebenszyklus eine etwa ein Meter lange Pfahlwurzel aus. Alte Urweltmammutbäume dagegen haben ein Herz- oder Flachwurzelsystem.
  13. Ulmen (bot. Ulmus): Ulmen bilden eine Pfahlwurzel aus, die je nach Standort verschiedene Ausmaße erreichen kann und im Alter zu einem Senkwurzelsystem wird. Da Ulmen selbst auf feuchten Böden tiefe Wurzeln ausbilden, stehen sie stabil und können dabei Höhen von bis zu 40 Metern erreichen.
  14. Wacholder (bot. Juniperus): Mit Wacholder und den zahlreichen Unterarten findet sich eine der beliebtesten Heckenpflanzen und Sträucher in Deutschland. Trotz ihrer Giftigkeit ist das anspruchslose Gewächs häufig in den Gärten anzutreffen und wirkt aufgrund der Wurzeln, die bis zu sechs Meter lang werden können, effektiv als Windschutz.
  15. juglans regia walnuss Walnuss (bot. Juglans regia): Die Walnuss ist ein weiterer, heimischer Baum, dessen Pfahlwurzel etwa einen Meter tief wächst. Mit zunehmendem Alter ändert sich die Pfahl- zu einer Herzwurzel.
  16. Scheinakazie (bot. Robinia pseudoacacia): Robinien können drei Meter lange Pfahlwurzeln ausbilden und gilt als beliebtes Gewächs bei Bienen und anderen Insekten. Sie ist recht klein mit durchschnittlich 20 Metern Höhe.
  17. Mammutbäume (bot. Sequoioideae): Die drei Arten der Mammutbäume gehören mit ihrer Höhe von über 100 Meter und einem Gewicht von über 1.000 Tonnen wirklich zu den Riesen der Pflanzenwelt. Faszinierend ist dabei die Pfahlwurzel, die maximal fünf Meter tief in den Boden reicht, um solche Giganten in der Erde zu verankern. Aus diesem Grund bilden sie über die Jahre ein Herzwurzelsystem aus.
  18. Kornblume (bot. Centaurea cyanus): Die "Blaue Blume" der Romantik bildet ebenfalls eine Pfahlwurzel aus, wie so viele andere Korbblütler (bot. Asteraceae).
  19. Ballonblume (bot. Platycodon grandiflorus): Platycodon grandiflorus ist bekannt für ihren Balloneffekt der Blüten. Die Wurzel wird in der chinesischen und koreanischen Medizin verwendet.
  20. Schwarznuss (bot. Juglans nigra): Schwarznüsse wachsen wie Walnüsse, da es sich hierbei um einen amerikanischen Verwandten handelt.
  21. taxodium distichum sumpfzypresse Sumpfzypresse (bot. Taxodium distichum): Bei der Sumpfzypresse handelt es sich um einen Pfahlwurzler, der trotz des Namens in Trockengebieten gehalten werden kann. In diesen treibt die Wurzel sogar noch tiefer in die Erde vor. Zudem bildet
  22. Rosen (bot. Rosa): Rosen, vor allem Hunds-Rosen (bot. Rosa canina), sind bekannt für ihre Pfahlwurzeln.
  23. Lupinen (bot. Lupinus): Lupinen sind nicht nur beliebt aufgrund ihrer farbigen Blütenpracht, sondern der Nutzungsmöglichkeiten. Ihre Pfahlwurzeln verbessern zum Beispiel den Boden für nachfolgende Gewächse im Beet.
  24. Flieder (bot. Syringa): Ein Klassiker im Garten, der sich dank seiner Pfahlwurzel gerne an einem Standort breit macht.
  25. Sanddorn (bot. Hippophae rhamnoides): Sanddorn ist ebenfalls ein Tiefwurzler.
  26. Weißdorn (bot. Crataegus): Alle Weißdorn-Arten verfügen über eine Pfahlwurzel und eignen sich gut für trockene Standorte.
  27. papaver orientale tuerkischer mohn Mohn <(bot. Papaver): Mohnarten, vor allem der Türkische Mohn (bot. Papaver orientale), bilden Pfahlwurzeln bei günstigen Standorten aus.
  28. Amerikanischer Amberbaum (bot. Liquidambar styraciflua): Der Amberbaum bildet eine Pfahlwurzel bei Böden, die tiefgründig sind. Sonst setzt er auf ein Herzwurzelsystem.
  29. Tannen (bot. Abies): Tannen gehören wie viele andere heimische Bäume zu den Tiefwurzlern. Einzige Ausnahme ist hierbei die Purpur-Tanne (bot. Abies amabilis), die nur als Sämling über eine Pfahlwurzel verfügt.
  30. Steinkraut (bot. Alyssum): Steinkräuter sind bekannt für ihre Robustheit, die sie der Pfahlwurzel zu verdanken haben.
  31. Kamillen (bot. Matricaria): Alle Kamillen bilden starke Pfahlwurzeln aus, die bei großflächiger Bepflanzung schwer zu entfernen sind.
  32. Bartblume (bot. Caryopteris): Die beliebte Gartenzierpflanze ist für zahlreiche Projekte geeignet und wirkt besonders gut in Einzelstellung.
  33. Mispel (bot. Mespilus germanica): Das Rosengewächs (bot. Rosaceae) wird gerne aufgrund der Früchte angebaut, die zu Schnaps oder Marmelade verarbeitet werden.
  34. Feuerdorn (bot. Pyracantha): Das robuste Dornengehölz ist ideal als Hecke oder als Nistplatz für Vögel geeignet.
  35. Mehlbeere (bot. Sorbus): Mehlbeeren bilden ebenfalls Pfahlwurzeln aus.
  36. Weinrebe (bot. Vitis vinifera subsp. vinifera): Rebstöcke können über hundert Jahre alt werden, was sie ihrer Pfahlwurzel zu verdanken haben. Häufig bilden ältere Rebstöcke ein einzigartiges Aroma aus.
  37. helianthus sonnenblume Sonnenblumen (bot. Helianthus): Die Pfahlwurzeln einzelner Sonnenblumenarten werden sogar als Lebensmittel verwendet. Ein Beispiel ist die Topinambur (bot. Helianthus tuberosus).
  38. Süßkirsche (bot. Prunus avium): Die Süßkirsche bildet im Vergleich zur Sauerkirsche eine robuste Pfahlwurzel aus.
  39. Tupelobäume (bot. Nyssa): Diese amerikanischen Gewächse bilden eine Pfahlwurzel aus, obwohl sie aus sumpfigen Gebieten stammen.
  40. Kamelien (bot. Camellia): Kamelien können aufgrund ihrer Pfahlwurzel über lange Zeit als Tee- Zierpflanze gehalten werden.
Bei der Pflanzung größerer Arten wie Kiefern, Sumpfzypressen oder Wacholder müssen Sie darauf achten, diese nicht direkt über eine Rohrleitung oder Kellerräume zu pflanzen. Die Pfahlwurzel kann vor allem bei Trockenheit aggressiv austreiben, was am Ende zu großen Schäden führt, die mit hohen Kosten verbunden sein können. Bei Blumen hält sich das jedoch in Grenzen, da diese im Vergleich zu Bäumen und Sträuchern recht klein sind, was sich ebenfalls auf die Größe der Pfahlwurzel auswirkt. Falls Sie robuste Blumen pflanzen wollen, sind Sie mit Pfahlwurzlern gut bedient.

  Tipp: Viele der Pfahlwurzler können Sie problemlos nebeneinander in den Garten pflanzen, da die Wurzel nicht zur Seite wächst. Aus diesem Grund ist es möglich, ganze Wacholderhecken oder kleine Baumgruppen zu etablieren, die über die Jahre immer mächtiger werden.

Häufig gestellte Fragen

acer platanoides spitzahorn Handelt es sich bei Ahorn nun um einen Flach- oder Tiefwurzler?
Ahornbäume sind weder ein Flach- oder Tiefwurzler, sondern ein Herzwurzler, der über den Verlauf des Lebens eine bis zu 1,4 Meter tief reichende Pfahlwurzel ausbilden kann. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Acer-Arten diese Länge nach etwa zehn Jahren in klassischer Gartenerde erreichen und gleichzeitig über zwei Meter lange Flachwurzeln verfügen, die dem Wurzelballen die Form eines flachgedrückten Herzens verleihen.

Ist das Umpflanzen von Pfahlwurzlern schwer?
Wenn Sie sich für tiefwurzelnde Pflanzen entschieden haben, ist das Umpflanzen ab einem bestimmten Lebensalter nicht mehr zu empfehlen, da nicht nur die Gewächse selbst, sondern deren Wurzel gigantische Ausmaße annehmen können. Vor allem Bäume verlieren große Teile der Wurzel beim Umpflanzen und diese kann sogar abbrechen, wenn sie ausgegraben und transportiert werden, was sich negativ auf die Vitalität der Pflanze auswirkt.

Gibt es Arten, die gar nicht umgepflanzt werden können?
Kiefern, Wacholder, Eichen und Mammutbäume gehören zu den robustesten Gewächsen auf der Erde, was sie ihrer Wurzel zu verdanken haben. Je älter diese Arten sind, desto unmöglicher wird es, sie an einen neuen Standort zu pflanzen, da die Wurzeln Tiefen von fünf bis zehn Metern erreichen können.