Anleitung: Schnellkomposter und Thermokomposter selber bauen

KompostEin Schnellkomposter übernimmt im Garten eine wichtige Aufgabe: Der Gärtner hat nicht nur eine feste Anlaufstelle für seine Gartenabfälle, sondern erhält auch guten Kompost für die Düngung und Auflockerung seiner Beete. Ein Schnellkomposter, auch Thermokomposter genannt, kann fertig im Baumarkt oder Gartencenter gekauft oder auch mit relativ wenig Aufwand selbst gebaut werden. Der Bau eines Schnellkomposters ist auch für echte Laien problemlos durchzuführen.

Kurzer Steckbrief
  • Schnellkomposter werden auch Thermokomposter genannt
  • Garten- und Küchenabfälle verrotten schneller
  • arbeiten bei höheren Temperaturen
  • können mit wärmedämmender Ummantelung ausgestattet sein
  • zusätzlich ist eine gute Luftzirkulation (Lüftungsschlitze) notwendig
  • Entnahmeklappen im unteren Teilbereich
  • wenn möglich mit Deckel vor Regenwasser und Sonne schützen
  • muss direkten Kontakt zum Untergrund (Gartenboden) haben

Funktionsweise

Käufliche Schnellkomposter werden in der Regel aus Kunststoff gefertigt und mit einer wärmedämmenden Außenhaut ausgestattet. So verliert der Kompost nur wenig Wärme an die Umgebung. Sogar an kalten Tagen funktioniert diese Wärmespeicherung gut, sodass die Verrottung vorangetrieben wird. Je höher die Temperaturen sind, umso effektiver können die Mikroorganismen arbeiten. Dies funktioniert natürlich nur bis zu einer bestimmten Grenze. Denn wird es zu heiß, können diese auch absterben. Deshalb sollte ein Thermokomposter nie in der prallen Sonne stehen. Zur Entnahme des reifen Kompostes muss mindestens eine Entnahmestelle eingerichtet werden, günstig sind auch Seitenteile, die einzeln abgenommen werden können. Für ein gutes Verrottungsklima sollte der Komposter zudem mit vielen Lüftungsschlitzen in den Seitenwänden ausgestattet sein.  

Standort

Nicht jeder freie Platz im Garten ist auch gleichzeitig für das Aufstellen eines Thermokomposters geeignet. Befestigte Untergründe eignen sich nur schlecht, da das Wasser nicht genügend ablaufen kann und es schnell zu Schimmelbildung kommt. Zudem findet so kein Austausch zwischen dem Gartenboden und der Kompostmiete statt. Die für den Verrottungsvorgang so wichtigen Lebewesen (Würmer und Mikroorganismen) können nicht ein- und austreten. Ein guter Standort sollte folgende Kriterien erfüllen:
  • halbschattig bis schattig
  • Untergrund gut wasserdurchlässig
  • direkt auf den Gartenboden aufstellen
  • gut belüftet (nicht an Haus- oder Mauernische)

  Soll der Boden dennoch unbedingt befestigt werden, so eignen sich Lochplatten.

Bedarf ermitteln

Bevor es an den Bau eines eigenen Schnellkomposters geht, sollte zunächst ermittelt werden, wie viel Gartenabfall anfällt. Ein nur wenig befüllter Thermokomposter kann keine hohen Temperaturen erreichen und ist somit wenig effektiv. Während ein Komposthaufen im Garten etwa drei Jahre benötigt, um zu reifen, schaffen es Schnellkomposter oder Thermokomposter in deutlich kürzerer Zeit. Wunder bewirken können allerdings auch sie nicht.
  • die Abfallmenge wird von der Gartengröße und der Personenzahl im Haushalt bestimmt
  • durchschnittlich fallen pro Person im Jahr etwa 150 Liter kompostierbare Abfälle an
  • je Quadratmeter Garten sind etwa 5 Liter im Jahr einzurechnen
frischer KompostBeispielhaushalt:

Bei einem Dreipersonenhaushalt und 300 Quadratmeter Garten fallen im Jahr etwa 450 Liter Haushaltsabfälle plus 1500 Liter Gartenabfälle an, also insgesamt fast 2000 Liter Bioabfall. Während des Reifeprozesses verringert sich das Volumen des Gartenabfalls deutlich (auf etwa die Hälfte). Für den Beispielhaushalt wäre das ein Jahresvolumen von etwa 1000 Litern.   Zwar wird immer wieder davon geschwärmt, dass Thermokomposter binnen weniger Wochen die Bioabfälle zu Kompost zersetzen, in der Praxis dauert es aber dennoch etwa neun Monate, bis er reif ist und im Garten verteilt werden kann.

Materialien für den Bau

Beim Bau eines Schnellkomposters können verschiedene Materialien verwendet werden. Prinzipiell besteht die Konstruktion aus Eckpfosten und Seitenteilen. Je stabiler und dickwandiger die Seitenteile ausfallen, umso besser kann sich die Temperatur im Inneren aufbauen. Zusätzlich ist ein Deckel vorteilhaft, damit der Kompost vor Nässe durch Regenwasser oder starke Sonneneinstrahlung geschützt ist.

1. Eckpfosten

  • Metall
  • Holz
  • Stein
2. Seitenteile
  • Kaninchen- oder feinmaschiger Zaundraht
  • Holzlatten
  • Kunststoffplatten
  • gemauerte Steine
Als praktisch erweisen sich quadratische oder rechteckige Konstruktionen. Sie sind nicht nur einfach herzustellen, sondern der Kompost kann in ihnen auch gut gewendet werden.

  Bei der Verwendung von Holz ist immer darauf zu achten, dass witterungsbeständige Holzarten ausgesucht werden, damit diese nicht gleich durch die Feuchtigkeit faulen. Behandeltes Holz kann eventuell enthaltene Schadstoffe an den Kompost abgeben und sollte daher gemieden werden.

Dämmung

Die im Handel erhältlichen Schnell- oder Thermokomposter sind an den Wänden zusätzlich isoliert. Dies soll den Prozess der Verrottung deutlich schneller ablaufen lassen als bei unisolierten Varianten. In der Praxis ist jedoch häufig festzustellen, dass eine zusätzliche Dämmung nicht unbedingt notwendig ist. Die Verrottung hängt von vielen Faktoren ab, vor allem von der Art der Bioabfälle und ihrem Feuchtigkeitsgehalt.

Abmaße


Der Breite und Länge eines Schnellkomposters sind prinzipiell keine Grenzen gesetzt. Bewährt haben sich quadratische Maße von 80 x 80 oder 100 x 100 Zentimeter. Vorsicht ist jedoch bei der Höhe geboten. Zwar verbraucht ein schmaler und hoher Behälter nur wenig Platz im Garten, ist die Konstruktion jedoch Zaundraht (Hasengitter) KompostDie wohl günstigste Art, einen Schnellkomposter zu bauen, die zudem auch für den Laien leicht zu konstruieren ist, ist wohl die Variante aus Draht. Bei Bedarf kann die einfache Anfertigung auch schnell an einen anderen Platz im Garten verbracht werden. Durch die wenig isolierenden Seitenwände verrottet das Material allerdings nicht so schnell wie in geschlossenen Behältnissen. Außerdem ist ein solcher Schnellkomposter nicht so stabil wie Varianten aus Holz oder Stein. Besonders gut eignet sich
  • vier Eckpfosten (vorzugsweise Vierkanthölzer)
  • gewünschte Länge Zaundraht (engmaschig)
  • Bindedraht
Zunächst verbindet man das Anfang- und Endstück des Zaunes miteinander, sodass eine Art Ring entsteht. Diese werden dann mithilfe des Bindedrahtes sicher aneinander befestigt. Die Pfosten werden nun von innen in den Ring gestellt und soweit nach außen zu einem Quadrat (oder Rechteck) gezogen, bis der Zaun gespannt ist. Um der Konstruktion mehr Stabilität zu verleihen, können entweder die Pfosten eingegraben, in Beton gegossen oder mit Zeltheringen in der Erde befestigt werden.

Holz

Etwas schwieriger zu bauen, dafür aber schon mit besserer Wärmeisolation und Stabilität ausgerüstet, sind Varianten für den Thermokomposter aus Holz. Hier kann sich der Heimwerker für einfache Bretterverschläge oder auch kompakte Kästen entscheiden.
  • vier Kanthölzer oder Metallpfosten
  • ausreichende Anzahl von Brettern oder Latten
  • Deckel aus einem Holzbrett oder Konstruktion aus Latten
  • eventuell Isoliermaterial: Styroporplatten oder andere witterungsbeständige Materialien
  • Scharniere und Verschlüsse für die Türen (Entnahmeklappen)
Um Baufehler zu vermeiden, sollten nach Möglichkeit alle Holzbretter gleich lang sein. Die vier Pfosten bilden die Eckkonstruktion des Thermokomposters. An ihnen werden die Latten aufgenagelt oder aufgeschraubt. Hierbei sollte unbedingt bedacht werden, dass an allen Seiten Lüftungsschlitze mit eingeplant werden, damit genügend Sauerstoff hineingelangen kann. Wer eine Isolierung einbringen möchte, kann auch von innen Holzlatten an den Eckpfosten befestigen. Es entsteht zwischen den beiden Lattenkonstruktionen ein Hohlraum, in den Isoliermaterial eingebracht werden kann. Beim Einsetzen des Isoliermaterials darf nicht vergessen werden, die Lüftungsschlitze auszusparen. Besonders einfach zu entnehmen ist der reife Kompost später, wenn an der Vorderseite eine Klappe oder Flügeltüren montiert werden. Für einen sicheren Stand sollten die Pfosten mit entsprechenden Vorrichtungen im Boden verankert werden. Diese schützen die Holzpfosten zudem vor Staunässe, die zu raschem Faulen führen kann. Für nahezu alle gängigen Maße sind Träger aus Metall erhältlich:
  • Einschlagbodenhülsen
  • Einschraubbodenhülsen
  • Pfostenträger zum Einbetonieren

Mauersteine

Eine besonders stabile und auf Jahre ansehnliche Form des Thermokomposters ist die Variante mit gemauerten Seitenwänden. Allerdings dürfen nur drei Seiten des Komposters gemauert werden, sonst ist eine einfache Entnahme nicht mehr möglich. In der Regel sollte die vordere Seite mit Drahtgeflecht oder aus Holz (Klappe, Flügeltüren oder nach oben herausschiebbar) gefertigt werden. Mit einem einfachen Fundament, das nur unter die späteren Mauerbacken gegossen wird, bekommen die Seitenteile mehr Stabilität. Besonders gut eignen sich Steine mit Löchern im Inneren. Sie können abwechselnd mit den Öffnungen nach oben (zur Isolierung) eingebaut werden oder mit den Öffnungen nach außen für eine gute Belüftung.
  • Backsteinziegel aus Ton
  • Porenbetonsteine
  • Kalksandsteine
  • Systemwandbausteine (zusätzliche Belüftung)

  Viele Leichtbetonsteine sind nicht stabil gegen Abrieb und Stöße. Deshalb sind sie in der Regel nicht so langlebig wie Ziegel oder andere Steine, die für den Aufbau von Außenwänden von Häusern gedacht sind.

Kunststoff

Für kleine Gärten, die nicht viel Platz für einen Komposthaufen haben, kann auch eine einfache Variante aus Kunststoff herhalten. Hierzu wird nur ein alter, stabiler Kübel oder eine Regentonne benötigt, aus der der Boden ausgeschnitten wird und seitlich ein paar Lüftungslöcher oder -schlitze eingearbeitet werden. Zur Abdeckung kann ein Holzbrett dienen. Da es sich als wenig praktikabel erweist, in diese Konstruktion eine Tür einzubauen, kann im vorderen Bereich ein viereckiges Loch ausgeschnitten werden, das mit feinmaschigem Draht oder einem Brett verschließbar ist.

Befüllung

Collage zum KompostBei einer Kompostierung im geschlossenen Behälter verrotten die Bioabfälle deutlich schneller als auf einem herkömmlichen Komposthaufen. Diese Art von Kompostierung ist sehr anfällig für Staunässe und Schimmelbildung, da das Wasser nicht verdunsten kann. Auch zu trockene Abfälle werden nur schlecht abgebaut, daher muss bei einem solchen Modell unbedingt auf die Schichtung der einzelnen Abfälle geachtet werden.
  • möglichst abwechslungsreich schichten
  • Rasenschnitt enthält sehr viel Feuchtigkeit
  • zu viel feuchter Rasenschnitt verhindert die schnelle Verrottung
  • auch verholzte Elemente untermischen (zerkleinert)
  • abwechselnd auch trockene Materialien (wie trockenes Laub) einbringen
  • Rohmaterial sammeln, möglichst große Mengen auf einmal einfüllen
  • hohe Temperaturen werden nur dann erreicht, wenn der Komposter möglichst voll ist
  • nach einigen Wochen gut durchmischen

  Zu trockener Kompost (rissige Struktur) kann mit Wasser aus der Brause oder Gießkanne befeuchtet werden. Ist der Kompost zu feucht, hilft Bentonit oder zerkleinerte Pappe.

Hilfe bei der Kompostierung

Damit der Inhalt des Thermokomposters noch schneller abgebaut wird, können verschiedene Helfer eingesetzt werden:
  • Kompostwürmer (Regenwürmer)
  • Kompostbeschleuniger (enthalten Stickstoff, Kalium, Knochenmehl, Enzyme, manchmal auch Mikroorganismen)

Häufig gestellte Fragen

Mein Schnellkomposter stinkt faulig, ist das normal?
Ein gut funktionierender Schnellkomposter stinkt nicht. Entsteht ein Fäulnisgeruch, ist der Kompost in der Regel zu nass und schlecht belüftet. Um einen solchen "umgekippten" Kompost zu retten, muss dieser dringend umgesetzt (durchmischt) werden, damit verstärkt Sauerstoff hineintransportiert werden kann. Ist der Kompost extrem nass, können Materialien wie Stroh, kleine Pappstücke oder Sägespäne die Feuchtigkeit regulieren. Diese sollten dann gut mit dem Kompost vermischt werden.

Muss ich dem Bioabfall irgendetwas zumischen, damit er verrottet?
Nein, denn sowohl auf dem Bioabfall wie im Gartenboden leben Millionen von Kleinstlebewesen wie Bakterien, Milben oder Springschwänze, die für einen natürlichen Abbau des organischen Materials sorgen. Ist der Kontakt zur Gartenerde nicht versperrt, können diese ungehindert in den Abfall einwandern. Zudem sorgt der Kompostwurm, ein verbreiteter Vertreter des Regenwurms, zusätzlich für eine Lockerung und gute Durchlüftung des Rottematerials. Wer die Kompostwürmer anlocken möchte, fügt regelmäßig Zwiebelschalen und Kaffeesatz unter den Abfall.

Was darf ich nicht in den Schnellkomposter werfen?
Gekochte oder tierische Abfälle wie Knochen, Wurst oder Käse locken Ratten und Mäuse an. Sind kranke oder befallene Triebe von Pflanzen geschnitten worden, gehören diese in den Restmüll und nicht auf den Kompost, da sich die Erreger auch hier weiterverbreiten. Zitrusfrüchte und Bananenschalen sind häufig gespritzt und daher schädlich für die Mikroorganismen. Katzenstreu besteht meist aus Ton, einem klumpenden mineralischen Material, das Wasser bindet und nicht verrottet, deshalb hat es nichts im Kompost zu suchen.