Staketenzaun, Lattenzaun selber bauen – Anleitung

StaketenzaunStaketenzäune sind sehr natürlich. Sie passen demzufolge auch zu natürlichen Gärten, beispielsweise zu Bauerngärten. Oft trennen sie aber auch nur einen Bereich des Gartens ab, häufig die Obst- und Gemüseecke oder das Kräuterbeet. Staketenzäune bestehen aus dem Holz der Edelkastanie, sind pflegeleicht und langlebig. Es sind Rollzäune, die schnell montiert werden können. Sie lassen sich auch leicht selbst anfertigen. Man muss kein richtiger Handwerker sein, um so einen Zaun hinzubekommen, nur einige Dinge beachten. Welche das sind, erfahren Sie in unserem Text. Lesen Sie weiter!

Kurzer Steckbrief über den Staketenzaun
  • Wird aus dem Holz der Edelkastanie gefertigt (Castanea sativa), keine Rosskastanie
  • Wird auch Kastanienzaun oder Rollzaun genannt.
  • Wird viel in Frankreich und England genutzt.
  • Einzeln gespaltene Staketen werden mit verzinktem Draht verbunden.
  • Querschnitt entweder röhrenförmig, quadratisch oder etwas abgeschrägt
  • Keine Querbalken
  • Der Zaun kann sich flexibel jedem Gelände anpassen.
  • Zaunelemente werden an in den Boden eingeschlagenen Pfählen befestigt.
  • Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
  • 1. Mit Drahtkrampen am Draht des Staketenzauns
  • 2. Mit Schrauben direkt am Holz
  • Durch den hohen Gerbsäureanteil im Holz ist der Zaun auch ohne Anstrich länger haltbar
  • Holz ist etwa gleichzusetzen unserem einheimischen Eichenholz
  • In Resistenzklasse 2 eingestuft, was eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren bedeutet, ohne Konservierungsmaßnahmen
  • Da das Holz nicht vorbehandelt werden muss, kann es, sollte der Zaun nicht mehr genutzt werden, als Brennholz dienen.
  • Zaun kann leicht versetzt werden

Die Planung des Staketenzaunes

Eine gute Planung ist das A und O eines ordentlichen Zaunes. Sie sichert, dass bei Baubeginn alle benötigten Teile vorhanden sind und erspart rausgeworfenes Geld für zuviel gekaufte  Materialien. Alles muss ausgemessen werden.
  • Die Länge des Zaunes und der Abstand der Staketen bestimmen die Anzahl der Latten und Pfosten.
  • Der Abstand der Staketen untereinander ist abhängig davon, wofür er Zaun genutzt werden soll.
  • Bei einem reinen Begrenzungszaun können die Abstände größer gewählt werden, als wenn z.B. Tiere aus- oder eingesperrt werden sollen.
  • Der gewählte Abstand bestimmt die Anzahl der Staketen, aber auch die der benötigten Pfosten.
  • Der Pfostenabstand beträgt zwischen 1,5 bis 3 m, je nach Funktion und Höhe des Zaunes.
  • Geht der Zaun um eine oder mehrere Ecken, müssen Eckenpfosten genutzt werden.
  • Die Felder des Zaunes sollten nicht länger als 4 m sein, da ansonsten die Handhabung schwierig wird.

Holzauswahl

Staketenzaun von NahemEgal welches Holz Sie verwenden, achten Sie beim Einkauf darauf, solches aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu kaufen! Das Holz sollte möglichst frisch sein, dann lässt es sich nämlich besser spalten. Einheimisches Eichen- oder Kastanienholz liefert eine gute Öko-Bilanz. Die Angebote aus nachhaltiger einheimischer Forstwirtschaft sind groß und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Entweder kauft man die fertigen Staketenhölzer oder man schlägt sie selbst aus möglichst frischem Stammholz
  • Wir gehen hier von einer Höhe von etwa 1 m aus.
  • Zum Spalten wird anfangs eine Spaltaxt genutzt.
  • Werden die Teile kleiner ist dann ein normales Beil besser geeignet.
  • Rinde kann entfernt oder belassen werden, ganz nach dem jeweiligen Geschmack.
  • Pfähle können selbstverständlich auch selbst geschlagen werden, man kann sie aber auch kaufen
Zusätzliche Materialien
  • Ummantelter Spanndraht (ca. 2 mm Durchmesser) oder blanker Draht

Arbeitsgeräte

  • Spaltaxt
  • Beil
  • Erdbohrer (Können in Baumärkten ausgeliehen werden). Sie erleichtern die Arbeit. Alternativ reicht auch ein Handbohrer.
  • Holzsäge
  • Akkuschrauber
  • Edelstahlschrauben
  • Beiß- oder Kombizange
  • Vorschlaghammer oder Holzhammer
  • Wasserwaage
  • Richtschnur
  • Paketklebeband
  • Gartengrill

Der Bau des Staketenzaunes

Erdkontaktstellen haltbar machen
  • Staketenzaun beim GemuesegartenAlle Pfähle oder Staketen, welche direkten Erdkontakt haben, sollten mit dem einen Ende kurz über offenes Feuer gelegt werden.
  • Der normale Gartengrill ist dafür gut geeignet.
  • Man nutzt keine Grillkohle, sondern Holz
  • Wenn eine schöne Schicht Glut entstanden ist, hält man die Enden der Staketen oder Pfähle hinein.
Punkte Eck- und Endpfähle markieren
  • Mit einem Erdbohrer dort ein mindestens 50 cm tiefes Loch bohren. Unbedingt Ohrschutz verwenden!!!
  • Alternativ kann ein Handbohrer verwendet werden, der ist deutlich geräuschärmer, aber es ist anstrengender.
  • Durchmesser von Loch und Pfahl müssen identisch sein.
  • Beim Eckpfahl sollte der Abstand zum nächsten Pfahl maximal 1,5 m betragen. Nur so bekommt der Zaun Halt.
  • Ansonsten können 3 m zwischen den Pfählen liegen
Holzpfähle einschlagen
  • Damit diese beim Draufschlagen nicht splittern, werden die Köpfe mit Klebeband umwickelt.
  • Paketklebeband ist dazu gut geeignet.
  • Pfähle soweit einschlagen, dass die obere Drahtreihe des Staketenzaunes noch daran befestigt werden kann.
  • Die Staketen selbst sollten höher als der Pfahl sein.
  • Zu Holzschutzzwecken wird jeder Pfahl oben schräg abgesägt. So kann Regenwasser besser ablaufen
Eckpfähle stützen
  • Jeder Eckpfahl muss mit zwei Stützpfählen abgesichert werden.
  • Diese werden im 45° Winkel angeschraubt.
  • Durch diese Stütze erhält die gesamte Ecke Halt
Richtschnur für den Zaun spannen
  • Zwischen Eck- und Endpfosten Schnur spannen, damit der Zaun gerade wird.
  • Stellen für die Zwischenpfosten markieren.
  • Auf gleiche Abstände achten!
Löcher für die Zwischenpfosten bohren.
  • Dazu wieder den Erdbohrer verwenden.
  • Pfähle in die Erde schlagen.
  • Das Grundgerüst steht.
Staketenelemente zusammenbauen oder alternativ gekaufte Elemente nutzen
  • Staketenzaun mit DekoMit dem ersten Holz oben beginnen.
  • Zwei Spanndrähte nutzen.
  • Auch für die untere Befestigung zwei Drähte nutzen.
  • Die Drähte nun 3 bis 4 mal so verdrehen, bis man das erste Holz einlegen kann.
  • Danach wieder 3 bis 4 mal drehen.
  • Unten muss man häufig ein bis zweimal mehr drehen, da die Hölzer beim Spalten unten dünner werden.
  • Staketen möglichst senkrecht einwickeln!
  • Stück für Stück vorgehen.
  • Maximal 4 m lange Felder bauen, bei höheren Zäunen eher weniger Länge, sie werden unhandlich.
  • Ideal ist natürlich, wenn die Felder jeweils von einem Stützpfahl zum nächsten reichen, denn dann können sie gut befestigt werden.
Staketenelemente anbauen
  • Erste Latte am ersten Zaunspfahl jeweils auf Drahthöhe anschrauben.
  • Keine Bodenberührung der Staketen, sonst droht Fäulnis.
  • Müssen mehrere Elemente miteinander verbunden werden, wird die letzte Latte des befestigten Zaunes entfernt. Dazu den Draht mit der Kneifzange aufdrehen.
  • Die erste Stakete des neuen Abschnittes zwischen die geöffneten Drahtenden legen und wieder zusammendrehen.
  • Zaun bis zum nächsten Pfosten spannen, um ihn dort festzuschrauben. Diese Arbeit geht am besten zu zweit.
  • So fortfahren, bis der gesamte Zaun „steht“.
{infobox type=check|content=Beim Setzen der Pfähle darauf achten, dass das Ende der Pfosten und der obere Wickeldraht dieselbe Höhe haben. Das ergibt einfach ein harmonischeres Bild.}

Ein Tor in den Staketenzaun einbauen

Wer ein ganzes Quadrat mit einem Staketenzaum versehen möchte, benötigt natürlich auch eine Tür, um hinein- und wieder heraus zu gelangen. Dabei ist es unerheblich, ob nur der Gemüsegarten eingezäunt werden soll oder das gesamte Grundstück. Das Tor wird zuerst angefertigt und eingebaut. Die Umzäunung wird speziell daran angepasst und befestigt.
  • Man nutzt ein Fertigelement oder baut das Tor genau wie die Zaunselemente zusammen.
{infobox type=check|content=Das Tor bekommt durch eine in Z-Form angebrachte Latte mehr Halt.}
  • Zuerst müssen zwei Pfosten in der Erde befestigt werden. Einer hält das Tor, der andere dient als Gegenstück.
  • Die Pfosten werden, wie oben beschrieben, in die Erde gebracht, also erst ein Loch bohren und dann die Pfosten einschlagen.
  • Sie müssen so weit aus der Erde ragen, dass das Tor so befestigt werden kann, dass die Staketen unten die Erde nicht berühren.
  • Das Tor darf nicht über die Erde schrammen.
  • Ideal ist, die Pfähle in Fertigbeton einzugießen. So hat das Tor den richtigen Halt und die Pfähle geben der ganzen Konstruktion zusätzlich Halt.
  • Das Tor wird an einem Pfahl befestigt.
  • Zusätzlich kann ein Riegel angebracht werden, damit es ordentlich schließt.
{infobox type=check|content=Aufgrund der nachlassenden Spannung sollte nach einem Jahr eine Kontrolle erfolgen - je nach Bedarf werden die Drähte dann wieder festgezogen.}

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem französischen und einem englischen Staketenzaun?
Das ist ganz einfach. Der französische Zaun hat hohe und recht spitze Spitzen, der englische dagegen kürzere und stumpfe. Außerdem beträgt der Zwischenabstand beim französischen ca. 4 bis 5 cm und der beim englischen Zaun 4 bis 5 oder auch 8 bis 9 cm.

Wo kann man günstig fertige Staketenzaunelemente kaufen?
Staketenzäune sind in Deutschland recht teuer. Natürlich kommt es immer auf die Höhe des Zaunes an. Bei meiner Recherche wurde ein Onlinehändler mehrfach lobend erwähnt. www.natur-pro-kastanie.de. Wirklich billig sind die Zaunsteile aber nicht. Alternativ kann ich nur empfehlen, Holzmeter zu kaufen, die man in den Gemeinden häufig bekommt. Es macht zwar viel Arbeit, dann aus den Stämmen die einzelnen Staketen herauszuschlagen, aber preiswerter geht es nicht. Es ist der Arbeitslohn, der die fertigen Staketenelemente so teuer macht. Also, selbst ist der Mann!

Alternativ gibt es Staketenzäune in Frankreich oft deutlich preiswerter. Das ist natürlich nicht für jeden geeignet. Restposten werden da schon für 2 Euro pro Meter angeboten. Da lohnt es, mal mit dem Autohänger über die Grenze zu fahren und einzukaufen. Allerdings gibt es auch französische Anbieter im Netz. Man sollte allerdings die Sprache beherrschen, um keine Fehler bei der Bestellung zu begehen. Wichtig ist, die Lieferkosten im Auge zu behalten. Die können den Preis deutlich erhöhen. Der Versuch ist es aber auf jeden Fall Wert. In Deutschland sind die Zäune echt teuer, vor allem, wenn man einen geringen Staketenabstand möchte. Bei einem größeren Abstand sinken die Preise oft deutlich.