Fische im Teich richtig füttern: Grundlagen für 8 Teichfische

Fütterung eines KoisDie Fütterung von Fischen im Teich gestaltet sich für den Anfänger meist etwas schwierig. Im Gegensatz zu Katzen, Hunden oder Nagetieren werden die Nahrungsmittel für die Fische direkt in den Gartenteich gegeben und sinken, wenn es sich nicht um leichte Fischnahrung handelt. In diesem Fall ist es schwierig zu wissen, wann weitere verabreicht werden soll.

Bei Fischen müssen Sie nach einem geregelten Plan vorgehen, um eine Über- oder Unterfütterung zu vermeiden. Dabei ist es wichtig, die einzelnen Arten in Betracht zu ziehen.

Allgemeine Fütterungsgrundlagen

Bei der Fütterung wird häufig auf das Thema der verschiedenen Fischarten im Teich angesprochen. Als Grundlage finden sich aber bestimmte Punkte, auf die Sie unbedingt achten müssen. Zuerst die durchschnittliche Futtermenge- und Häufigkeit in Bezug auf die Wassertemperatur und das Fischgewicht:
  • unter 8°C: keine Fütterung, Fische verenden voraussichtlich
  • 8°C - 10°C: im Rhythmus von zwei bis drei Tagen, nur geringe Mengen verfüttern
  • 10°C - 20°C: täglich ein- oder zweimal
  • 20°C - 26°C: täglich drei - bis fünfmal ein Prozent des Fischgewichts verfüttern
  • 26°C - 30°C: täglich drei - bis fünfmal ein halbes Prozent des Fischgewichts verfüttern
  • ab 30°C: Fischen keine Nahrung mehr verabreichen
Wurden höhere Temperaturen als 30°C erreicht, kühlen Sie das Stillgewässer mit frischem Wasser und messen Sie erneut. Ist das Wasser abgekühlt, können Sie entsprechend der Temperatur Fischfutter verabreichen. Neben diesen Punkten ist es ebenfalls wichtig zu wissen, wie sich die Zusammensetzung der Nährstoffe abhängig von der Jahreszeit verändert:
  • Teichsticks als FischfutterWinterfutter (unter 12°C): leicht verdaulich, geringe Menge an Eiweiß und mehr Kohlenhydrate
  • Frühlingsfutter (12°C - 14°C): hohe Mengen an Vitaminen und Kohlenhydraten
  • Sommerfutter (ab 14°C): hohe Mengen Proteine und Vitamine
  • Herbstfutter (16°C - 20°C): Mix aus Winter- und Sommerfutter, bereitet auf den Winter vor
Natürlich ist bei all diesen Angaben die Wasser- und nicht die Außentemperatur gemeint. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie ein passendes Thermometer haben, um die Temperatur des Teichwassers bestimmen zu können. Die Fütterung an sich können Sie wie folgt vornehmen, wenn Sie diese nicht direkt auf eine spezielle Art abgestimmt haben:
  • so wenig wie möglich auf einmal verfüttern
  • Fischfutter soll nicht auf den Boden sinken
  • das Teichwasser wird sonst trübe
  • häufiger hintereinander kleine Portionen verfüttern
  • großflächig verteilen
  • Jungfische mit mehr Futter versorgen
Wie Sie sehen, benötigen Sie ein wenig Fingerspitzengefühl beim Füttern der Fische im Gartenteich. Vor allem die Berechnung der Futtermenge, die nur auf Prozenten basiert, gestaltet sich als anstrengend. Dadurch laufen Sie aber nicht Gefahr, dass sich die Tiere überfressen, was nicht gut für sie wäre.

Falls Sie schwimmendes Fischfutter nutzen, müssen Sie in den meisten Fällen nicht mit einer Verschmutzung des Wassers rechnen, sobald es aufgegessen wurde. Je nach Hersteller ist fertiges Fischfutter entweder in der Form von Flocken oder Pellets verfügbar und bietet sich zusammen mit frischen Zutaten an. Zudem wünschen viele Fischarten im Teich Lebendfutter:
  • Stechmueckenlarven als FischfutterMückenlarven
  • Wasserflöhe
  • Gemeiner Schlammröhrenwurm
  • Krustentiere
  • Daphnien
  • Puppen der Seidenraupe
  • Wasserfliegen
Dazu kommen noch pflanzliche Nahrungsmittel, hauptsächlich Kelp, Weizenkeime, Weizenmehl, Spirulina und Reismehl. Verzichten Sie auf Futtermittel wie Käse, Wurst oder ähnliches. Dieses "Menschenfutter " führt nur zu Verunreinigungen.

{infobox type=check|content=Tipp: Je größer Ihr Gartenteich ist,
desto weniger müssen Sie sich um die Bereitstellung von Nahrung kümmern. Da sich in großen Teichen zahlreiche Pflanzen, Futtertiere und Mikroorganismen im Vergleich zu kleinen Varianten ansiedeln können, ist vor allem bei der Haltung von Goldfischen und Kois kaum eine Futtergabe notwendig.
}

8 Arten Teichfische richtig füttern

Nachdem die Frage der allgemeinen Fütterungszeiten, Häufigkeit und Nährstoffzusammensetzung geklärt ist, geht es nun an die Futtergrundlagen 8 verschiedener Fische. Diese unterscheiden sich deutlich voneinander:
  1. Fische in GartenteichGoldfisch (Carassius auratus): Goldfische können problemlos auf die oben vorgestellte Weise gefüttert werden. Sie fressen an sich alles, was ihnen vor die Nase kommt und bevorzugen einen Mix aus getrockneten oder gefrorenen Insekten und bereits fertigen Mischungen. Da Goldfische gerne an der Wasseroberfläche schwimmen, sollten Sie für diese keine Flocken zum Füttern verwenden, da diese bis auf den Boden sinken.
  2. Moderlieschen (Leucaspius delineatus): Moderlieschen halten sich am liebsten in der Flachwasserzone auf und ernähren sich von kleinen Insekten und passendem Trockenfutter. Sie können hier ruhig Flocken verwenden, da diese auf den Boden zu den Fischen fallen. Pellets würden schwimmen, was den Moderlieschen überhaupt nicht gefällt.
  3. Bitterling (Rhodeus amarus): Bitterlinge leben am Grund, sind nicht wählerisch und fressen alles, was ihnen vor die Flossen kommt. Das macht die Auswahl des Futters für diese Art Fisch im Teich besonders einfach. Sie können sogar das Fischfutter anderer Arten zur Ernährung der Bitterlinge verwenden.
  4. Elritze (Phoxinus phoxinus): Elritzen essen am liebsten Lebendfutter und sind in den meisten Fällen nur wenig an Trockenfutter interessiert, verschmähen es aber nicht. Ideal wäre die Nutzung von Teichplankton, der sich zudem in den bevorzugten Teichabschnitten der Elritzen aufhält.
  5. Goldschleie (Tinca tinca): Dieser Bodenfisch ist auf ein Fischfutter mit hohen Anteilen an Vitaminen und Mineralien angewiesen. Lebendfutter wird ebenfalls verzehrt. Achten Sie bei der Auswahl des Futters auf eine gute Verdaulichkeit und lassen Sie den Fisch nicht zu viel auf einmal fressen.
  6. Goldorfe (Leuciscus idus): Goldorfen werden ähnlich gefüttert wie Goldschleien. Bei diesen Fischen fügen Sie zudem noch spezielles Orfenfutter hinzu, was die Färbung der Springfische intensiviert. Falls Sie den Goldorfen noch Lebendfutter anbieten können, freuen sich diese ungemein.
  7. Gemeiner Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus): Beim Sonnenbarsch müssen Sie darauf achten, keine kleineren Fische und Laich im Teich zu haben. Lepomis gibbosus wird diese verzehren. Ansonsten fressen sie alles Lebendfutter im Gartenteich und befreien andere Fischarten mit ihrem Hunger vor Parasiten. Ein hochwertiges Vitaminfutter können Sie ebenfalls füttern, vor allem wenn der Sonnenbarsch sehr aktiv ist.
  8. Koi (Cyprinus carpio): Wenn Sie Kois halten wollen, sollten Sie ausschließlich passendes Fertigfutter für diese kaufen. Die Fische sind äußerst anspruchsvoll an ihre Nahrung und eine Ernährung wie beim Goldfisch im Gartenteich führt zu schmächtigen und kränklichen Exemplaren.
{infobox type=check|content=Tipp: Teichfische fressen Ihnen sprichwörtlich aus der Hand, wenn Sie in unregelmäßigen Abständen ein wenig weiches Brot ins Wasser halten. Mit der Zeit gewöhnen sich die Tiere an Ihre Nähe und scheuen nicht mehr sofort, wenn Sie füttern oder am Teich entspannen.}

Häufig gestellte Fragen

Merken sich Fische Futterstellen?
Ja, die Tiere sind dazu in der Lage, sich Futterstellen und sogar Fütterungszeiten zu merken. Das heißt, wenn Sie das Futter immer an der gleichen Stelle verteilen, werden sich viele der Teichbewohner zu Fütterungszeiten an diesen sammeln.

Dürfen Kois und Goldfischen das gleiche Futter verabreicht werden?
Es stimmt, Goldfische und Kois gehören der gleichen Familie, den Karpfenfischen (Cyprinidae), an und daher kommt häufig die Frage auf, ob beide mit dem gleichen Futter gefüttert werden können. Während Goldfischen ohne größere Probleme Koifutter verabreicht werden kann, würden Kois durch das Goldfischfutter entweder an Mangelerscheinungen oder Übergewicht leiden.

Müssen Teichfische jeden Tag gefüttert werden?
Wenn Sie für ein Wochenende in den Urlaub fahren wollen, müssen Sie sich keine Sorgen um die Teichbewohner machen. Teichfische haben ausreichend Energie zur Verfügung, um einige Tage hintereinander fasten zu können, ohne zu verenden.