Gartenteich anlegen - Anleitung zum Bauen

GartenteichBei der Entscheidung, einen Teich anzulegen, müssen vor allem die örtlichen Gegebenheiten in dem betreffenden Garten berücksichtigt werden. Die Art des Teiches ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und teilweise auch eine Kostenfrage. Dabei kann man zwischen einem gemeinen Gartenteich, einem Fischteich, ein Schwimm- oder Badeteich oder einem Naturteich wählen. Am häufigsten fällt die Entscheidung jedoch auf den gemeinen Gartenteich, mit aber auch ohne Fischbesatz. Bei sachgemäßer Ausführung ist der nicht nur ein attraktiver Blickfang, sondern schafft Lebensraum für vielerlei Kleingetier und Pflanzen.


Planung des Gartenteiches

Vor dem Bau eines Teiches steht eine gute Planung. Am besten fertigt man sich eine Skizze zur Lage und Größe des Teiches an. Ist eine spezielle Technik, z.B. Pumpe, Filter usw. erforderlich, sollten sich in der Nähe des Teiches entsprechende Stromanschlüsse befinden. Normalerweise reinigt sich ein Gartenteich sehr gut selbst, das gilt jedoch nicht bei einem Fischbesatz.

Soll der Teich mit Fischen besiedelt werden, sollte er entsprechend groß sein und über eine gewisse Mindesttiefe verfügen bzw. über unterschiedliche Zonen, mit Sumpf-, Flachwasser- und Tiefwasserzone. Diese sind auch für eine halbwegs stabile Wasserqualität wichtig. Der beste Zeitpunkt für den Bau eines Gartenteiches ist der April. Dementsprechend können Frostschäden vermieden und auch die Pflanzen gefahrlos eingesetzt werden, im Gegensatz zu einer Anlage im Herbst, wo schon bald mit den ersten Frösten zu rechnen ist.

Der passende Standort

  • Vor dem Bau steht die Wahl des richtigen Standortes.
  • Dieser ist wichtig für eine dauerhaft gute Wasserqualität.
  • Standort ist auch entscheidend für den späteren Pflegeaufwand.
  • Er sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sonne und Schatten bieten. 
  • Optimal sind mehrere Stunden Halbschatten und etwa sechs Stunden Sonne täglich. 
  • An einem dauerhaft schattigen Standort würde die Teichbepflanzung verkümmern. 
  • Ein Platz in unmittelbarer Nähe eines Baumes sollte vermieden werden.
  • Das herabfallende Laub könnte den Teich schnell zum Kippen bringen.
  • Zudem würden die Wurzeln die Teichfolie beschädigen. 
  • Das Gleiche gilt für ausläuferbildende Pflanzen wie z.B. Phyllostachys-Bambusse. 
  • Ansonsten sollte der Teich gut einsehbar sein.
  • Das ist besonders dann wichtig, wenn Kinder Zutritt zum Garten haben.

Teichfläche ausheben

Teich aushebenIst der richtige Standort gefunden, geht es an den Erdaushub. Zunächst markiert man den Umriss, beispielsweise mit kleinen Holzpflöcken und einer Schnur, Sand oder Sägespänen. Nun kann man damit beginnen, die Fläche von außen nach innen terrassenförmig auszuheben, was besonders schnell mit einem kleinen Bagger geht, den man sich gegen eine Gebühr ausleihen kann. Weißt das Gelände ein Gefälle auf, sollte dies korrigiert werden.

Die Teichfläche sollte immer 20-25 cm tiefer ausgehoben werden, als der letztendliche Wasserstand. Ist der Untergrund besonders weich, ist es sinnvoll, den Teich lieber etwas flacher anzulegen und auf ein zu steiles Gefälle zu verzichten. An der tiefsten Stelle sollte man den Boden nochmals etwa 25 cm tiefer auszuheben als das übrige Niveau, und dort den Saugkorb bzw. Saugkopf für eine Pumpe
Nachdem die Fläche ausgehoben ist, werden die einzelnen Teichzonen modelliert, der Untergrund von spitzen Steinen und sämtlichem Wurzelwerk befreit und mit einer 5-10 cm dicken Sandschicht bedeckt. Um den äußeren Rand des Teiches wird ein kleiner Graben ausgehoben, der später als Kapillarsperre dienen soll.

  Sollten sich im ungünstigsten Fall ausläuferbildende Gräser oder Sträucher in unmittelbarer Nähe des künftigen Gartenteiches befinden, ist zum Schutz der Folie ratsam, vor dem Rand des Teiches zumindest eine entsprechende Wurzelsperre anzubringen.


Teichzonen anlegen

Sumpfzone
Wie bereits erwähnt, sollte man bei einem Folienteich unterschiedliche Teichzonen anlegen. Der flachste Bereich ist die Sumpfzone. Diese sollte etwa ein Drittel der Fläche ausmachen und zwischen 10 und 20 cm tief und maximal 40 cm breit sein. Hier können dann unterschiedliche Sumpfpflanzen eingesetzt werden.

Flachwasserzone
Von der Sumpfzone geht es in die Flachwasserzone über. Diese sollte 20-60 cm tief und bis zu 40 cm breit sein. Dieser Bereich eignet sich für die Bepflanzung mit diversen Wasserpflanzen.

Tiefwasserzone
Die Tiefwasserzone ist, wie der Name schon sagt, der tiefste Bereich des Gartenteiches. Dieser sollte maximal die Hälfte der Teichfläche einnehmen und mindestens 60 cm, bei Fischbesatz mindestens 120- 150 cm tief sein. Ist der Teich mit Fischen besiedelt, ist diese Mindesttiefe unbedingt einzuhalten, damit der Teich im Winter nicht bis zum Boden durchfriert.

Kapillarsperre anbringen

  • Kapillarsperre dient als Abtrennung zwischen Teich und außen liegender Vegetation.
  • Sie verhindert, dass Boden oder Pflanzen von draußen Wasser aus dem Teich ziehen.
  • Zudem soll verhindert werden, dass Pflanzen in den Teich hineinwachsen. 
  • Man schüttet zunächst um den Teich herum die Erde auf.
  • Diese sollte eine etwa 10 cm hohe Wulst bilden.
  • Dahinter hebt man einen dachrinnenartigen Graben aus.
  • Dieser sollte etwa 15 cm breit und 10-15 cm tief sein.
  • Er muss um den kompletten Teich herum ausgehoben werden.
  • Später wird er mit Vlies und Folie aus dem Teich ausgelegt.
  • Auf die Folie wird dann Kies aufgeschüttet.

Teichfolie auslegen

Gartenteich-FolieAls Nächstes bringt man ein spezielles unverrottbares Vlies auf der gesamten Fläche aus. Dieses kann man als Meterware kaufen oder schon fix und fertig zugeschnitten, ebenso wie die Teichfolie. Am besten kauft man die Folie immer in einem Stück. Es besteht zwar auch die Möglichkeit, Folie zu schweißen, aber solche Schweißnähte stellen immer eine Schwachstelle dar.

Auf dem
Dabei ist darauf zu achten, dass sich so wenig wie möglich Falten bilden, denn die können später die Pflege erschweren, da sich in den Falten im Laufe der Zeit Sedimente und Schwebstoffe ansammeln. Die verbleibenden Falten sollten schön glatt aufeinander liegen. Gegebenenfalls können sie mit Folienklebeband oder einem Spezialkleber
Sowohl das Vlies als auch die Folie müssen am oberen Teichrand über die Kapillarsperre hinweg bis zum äußeren Rand des ausgehobenen Grabens verlegt werden. Danach kann der Graben wie bereits erwähnt mit Kies verfüllt werden. Auf den Kies kann man dann beispielsweise Kunst- oder Natursteinplatten verlegen. Auch auf den Grund des Teiches kommt eine 5-10 cm dicke Schicht gewaschener Kies.

Dann werden alle technischen Geräte im Teich platziert und das möglichst auf einem Stein oder Ähnlichem, um zu verhindern, dass die Pumpe verstopft, bzw. sich zu schnell zusetzt. Nun kann Wasser in die Tiefwasserzone eingelassen werden. Mit der Bepflanzung sollte man möglichst einen Tag warten, bis sich die Folie vollständig gesetzt hat.

  Beim Kauf der Teichfolie sollte man unbedingt auf eine hochwertige Qualität achten. Ansonsten kann es relativ schnell zu Schäden an der Folie kommen, was nicht nur ärgerlich ist, sondern auch ziemlich teuer werden kann.

Notwendigkeit einer Filteranlage

Da ein Gartenteich einer starken Verschmutzung durch Pflanzenreste oder Tierkot ausgesetzt ist, besonders bei einem hohen Fischbestand, kann sich das sehr schnell auf das ökologische Gleichgewicht des Gewässers auswirken. In der Regel reinigt sich ein Teich zwar selbstständig, vorausgesetzt er ist sachgemäß angelegt, trotz allem ist meist eine entsprechende Filtertechnik notwendig. Vor allem Fischkot kann den Teich, falls keine Filtertechnik vorhanden ist, relativ schnell zum Kippen bringen.
Am besten lässt man sich vor dem Bau eines Gartenteiches über die Notwendigkeit einer entsprechenden Filteranlage beraten, denn ein nachträglicher Einbau ist unter Umständen sehr aufwendig. Falls eine entsprechende Technik erforderlich sein sollte, ist es sinnvoll, diese bereits beim Bau des Teiches mit einzuplanen.

Unterschiedliche Teichfolien

PVC-Teichfolie
Die PVC-Folie ist die Standardfolie für den Teichbau. Sie hat den Vorteil, dass sie sehr weich und flexibel ist und sich leicht verkleben lässt. Allerdings treten bereits nach wenigen Jahren an den Faltstellen leichte Knickrisse auf. Das liegt daran, dass sich die Weichmacher im Laufe der Zeit aus der Folie lösen und diese dann starr und brüchig wird.

PE-Teichfolie
Folie aus Polyethylen ist besonders umweltverträglich und wird vor allem für größere Gartenteiche verwendet. Sie wird am häufigsten verwendet und lässt sich sehr leicht verarbeiten. PE-Folie wir in deutlich größeren Breiten angeboten als beispielsweise PVC-Folie, das reduziert die Anzahl der Schweißnähte. Zudem ist sie UV-beständiger als PVC-Folie.

EPDM-Teichfolie
Bei EPDM- Folie handelt es sich um synthetischen Kautschuk. Sie ist am UV-beständigsten, weich, elastisch und besonders umweltverträglich. Allerdings ist sie nicht so reißfest wie PVC-Folie und die teuerste dieser drei Folienarten.

  Mit einer sogenannten Steinfolie, die man auf die Teichfolie aufklebt, kann man beispielsweise die Flachwasserzone optisch aufwerten. Gegenbefalls kann man sie mit einigen Steinen zusätzlich fixieren.

Pflanzen - die Deko für den Gartenteich

Sumpfzone
Sumpfdotterblume für den GartenteichDie Sumpfzone ist geprägt von schwankenden Wasserständen. Teilweise können die Pflanzen hier 10 cm tief im Wasser stehen oder auf Höhe des Wasserspiegels. Für diesen Bereich eignet sich u.a. die gelb blühende Sumpfdotterblume, die weißblütige Sumpfcalla, das Scheiden-Wollgras, die asiatische Sumpfiris, Wasserminze, die blaue Gauklerblume oder die Kardinals-Lobelie.

Flachwasserzone
Hier können Pflanzen eingesetzt werden, die dauerhaft im Wasser stehen können. Sie zeichnen sich häufig durch einen besonders üppigen Wuchs aus und sollten dementsprechend immer in einen Pflanzkorb eingesetzt, und damit in den Teich gesetzt werden. Hierfür eignen sich z.B. der Bunte Kalmus, die Sumpfschwertlilie, das Gewöhnliche Pfeilkraut, die Zebra-Teichsimse oder Zwerg-Rohrkolben.

Tiefwasserzone
Die Tiefwasserzone, die auch als Seerosenzone bezeichnet wird, beginnt in der Regel bei einer Tiefe von etwa 60 cm. Hier eignen sich ausschließlich Pflanzen, die entweder unmittelbar unter der Wasseroberfläche leben oder im tiefen Wasser wurzeln können. Die ideale Pflanze hierfür ist die Seerose mit ihren zahlreichen Arten. Auch sie sollte immer in Pflanzkörben in den Teich gesetzt werden.

Die feuchte Zone außerhalb des Teiches
Diese Zone stellt den Übergang vom Teich zum restlichen Garten dar. Sie ist dauerhaft feucht, wird aber nicht vom Wasser überspült. In der feuchten Zone können z.B. Blut-Weiderich, Gewöhnlicher Wasserdost, Greiskraut, Königsfarn oder die Europäische Trollblume gepflanzt werden.

  Wie alle Pflanzen im Garten benötigen auch Teichpflanzen ein entsprechendes Substrat. Für den Gartenteich gibt es spezielle Teicherde. Diese sollte man bestenfalls mit bindigem Lehm abdecken, um zu verhindern, dass die Nährstoffe ausgeschwemmt werden.

Häufig gestellte Fragen

Kann man für die Teichbepflanzung handelsübliche Blumenerde verwenden?
Blumenerde ist für den Teich komplett ungeeignet, denn sie ist zu nährstoffreich. Ein Nährstoffüberangebot führt schnell zu einer vermehrten Algenbildung. Dementsprechend sollte man für den Gartenteich ausschließlich spezielle Teichsubstrate verwenden.

Woran kann es liegen, wenn die Seerosen nur spärlich wachsen?
Das kann zum einen daran liegen, dass aufgrund zu starker Sedimentbildung zu wenig Sauerstoff im Teich ist oder die Seerosen zu wenig Nährstoffe erhalten. Um dem entgegenzuwirken, sollte man die Wurzeln der Seerosen zurückschneiden und mit einem Wasserpflanzendünger versorgen. Gegebenenfalls muss der Teich auch gereinigt werden.