Mückenlarven im Teich: Mücken im Gartenteich bekämpfen

Mücken auf WasseroberflächeNiemand lässt sich gern von Mücken stechen. Auf Juckreiz und Schwellungen folgen nicht selten Hautentzündungen. 2017 gaben Medien bekannt, dass sich sogar das Dengue-Fieber in Deutschland rasant ausbreitet, das ebenfalls über eine Mücke ausgelöst wird. Vor allem ein Teich zieht die aufdringlichen Insekten als stehendes Gewässer an, sodass Gartenbesitzer vielfach an einem gemütlichen Sitzen auf der Terrasse gehindert werden.

Um es nicht so weit kommen zu lassen, helfen verschiedene Maßnahmen zum gezielten Bekämpfen der Moskitos, aber vor allem der Mückenlarven, die sie im Gartenteich ablegen.

Ursache

Der bevorzugte Lebensraum der Nematocera liegt an Gewässern, Sümpfen und Feuchtgebieten. Insbesondere stehende Gewässer gehören zu den beliebtesten Destinationen sowie Brutplätzen. Deshalb bietet ein Teich im Garten einen optimalen Ort für die Insekten, von denen die Stechmücke die am häufigsten vorkommende Mückenart ist.

Hat ein Teich eine Wassertemperatur von 15 Grad Celsius erreicht, schwirren sie an. Bei stehenden Gewässern wie einem Teich, ist das oft schon Mitte Mai der Fall. Steht im Garten beispielsweise eine kleinere, mit Wasser gefüllte Regentonne, kann sich hier das Wasser noch früher erwärmen und Moskitos anziehen, die sich dann später auf den Teich ausbreiten, wenn dieser die erforderliche Temperatur erreicht. Dabei ist es irrelevant, um welche Teichart oder Wasserqualität es sich handelt. Sie fühlen sich in der Nähe eines glasklaren Zierteiches ebenso wohl wie an einem dicht bewachsenen Naturteich.

Problem Gartenteich
Blick auf GartenteichFindet eine Mücke an Teichen ein ruhiges und sicheres Plätzchen, legt sie ihre Eier direkt auf der Oberfläche des Wassers ab. Die Paarungszeit dauert von März bis Oktober. Haben sich aus den Mückenlarven weibliche Nematocera entwickelt, kann jede einzelne zwischen 100 und 200 neue Eier ablegen. Das Problem erledigt sich von selbst allerdings nicht bei erstem Kälteeinbruch.

Die Weibchen sind recht robust und suchen sich im Herbst einen kältegeschützten Platz zum Überwintern. Im Frühjahr werden erneut ihre Larven abgelegt. Der Kreislauf beginnt und die Mückenplage nimmt im heimischen Garten ihren Platz ein. Sie bleibt in der Regel so lange bestehen, bis die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden, um sie loswerden zu können.

Maßnahmen

Es gibt mehrere Maßnahmen, die unternommen werden können, um Nematocera und/oder Stechmücken loszuwerden. Dabei wird unterschieden zwischen einer Bekämpfung mittels Tötung und einem Vertreiben.

Mückenlarven
Schwerpunktmäßig sollte der Fokus bei einer Bekämpfung auf den Mückenlarven liegen. Sie sorgen dafür, dass schnell eine Mückenplage entsteht, der Kreislauf nicht unterbrochen wird und im folgenden Jahr die Gartensaison wieder mit Mücken am und im Gartenteich beginnt. Um sie loswerden zu können, sollten sie eindeutig als Mückenlarven an folgenden Merkmalen identifiziert werden können:
  • Stechmückenlarven unter Wasseroberflächekleiner, schwarzer Körper
  • bewegen sich im Wasser durch Zuckungen fort
  • Kopf befindet sich unter Wasser
  • bei drohender Gefahr tauchen sie unter oder verstecken sich zwischen den Teichpflanzen

Manuelles Abfischen

Die einfachste Lösung, um die Larven auf der Wasseroberfläche loswerden zu können, bietet ein "Abfischen" mit einem engmaschigen Kescher. Dabei handelt es sich um ein Netz, mit dem normalerweise die Wasseroberfläche von beispielsweise Laub oder Blüten gereinigt wird.

Die Larven durchlaufen insgesamt vier verschiedene Stadien bevor es zur Verpuppung kommt. Je nach Umgebungstemperatur kann dies bis zu drei Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Werden sie auf der Wasseroberfläche vom Gartenteich entdeckt, ist das Entwicklungsstadium mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, sodass empfohlen wird, sofort mit dem "Abfischen" zu beginnen. Zudem tauchen die Larven bei Gefahr meist unter, was den Fang mit einem Kescher erschwert bis unmöglich macht. Dementsprechend kann es sein, dass einige Tage ins Land gehen, bis alle Larven erwischt werden können.

Vorgehensweise
  1. Mann beim Abfischen mit KescherRuhig und ohne hastige Bewegungen und Umherschwingen des Keschers sich dem Gartenteich nähern.
  2. Kescher in Position über der Teichoberfläche bringen.
  3. So positionieren, dass mit dem Kescher lange Bahnen gezogen werden können, ohne ihn zum Umdrehen herausnehmen zu müssen.
  4. Kescher zu Dreiviertel langsam ins Wasser tauchen (erhöht die Chance, abtauchende Larven noch zu erwischen).
  5. Zügig Kescher durch das Wasser ziehen, ohne zu stoppen.
  6. Wird gestoppt, beispielsweise beim Richtungswechsel, erst eingefangene Larven in einem Plastikbeutel entsorgen.
  7. Leeren Kescher wieder eintauchen und weitere Larven abfischen.
  8. Wenn möglich Zwischenräume von Teichbepflanzung nicht auslassen.
  9. Mindestens einmal nach frühestens drei bis vier Stunden Vorgang wiederholen, wenn geflüchtete Larven wiederaufgetaucht sind.
{infobox type=check|content=Tipp: Mückenlarven werden gern von Aquarienfischen verspeist und können tiefgekühlt auch an Teichfische verfüttert werden.}

Fressfeinde

Mückenlarven sind eine Delikatesse für manche Teichfische, sofern diese zu den Fleischfressern zählen. Sind sie das nicht, interessieren sie sich nicht für die Insektenlarven. Vorteil für die Teichbesitzer, die bereits derartige Fische im Gartenteich schwimmen haben, denn das Problem mit Mückenlarven löst sich damit meist von selbst. Voraussetzung ist allerdings, dass die Fische Hunger haben. Werden sie
großzügig von außen mit Fischfutter versorgt, sinkt der Bedarf an dem Larvenverzehr gegebenenfalls auf null.

Geeignete Fischarten für den Larvenfang auf der Wasseroberfläche sind beispielsweise:
  • Goldfische im GartenteichAland-Goldorfe (Leuciscus idus)
  • Elritze (Phoxinus phoxinus)
  • Goldfisch (Carassius auratus)
  • Piranha
  • Schneiderkarpfen (Leucaspius delineatus)
  • Rotauge (Rutilus rutilus)
  • Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
Fleischfressende Teichpflanze
Optimal können Teichbesitzer Mückenlarven mit Schwimmschläuchen loswerden. Dabei handelt es sich um schwimmende Pflanzen, die anstatt von Wurzeln ein umfangreiches Geflecht aus Fangorganen aufweisen. Diese "schweben" im Wasser und reichen anders als Wurzeln, nicht bis in den Boden. Dafür breiten sie ihr langes Geflecht weit aus. Die Karnivoren ernähren sich von Mückenlarven und anderen kleinen Organismen. Hinzu kommt, dass sie mit ihren an Orchideen erinnernden Blüten, sehr dekorativ im Gartenteich aussehen.

Libelle als natürlicher Fressfeind

Am wertvollsten zum Bekämpfen von Larven sind Libellen (Odonata), die als fleischfressende Insekten ihre Nahrung vor allem aus Larven und anderen Kleininsekten in und um Wassergebiete beziehen. In Mitteleuropa werden sie leider immer seltener, sodass die Chance gering ist, mit ihrer Hilfe Mückenlarven loswerden zu können.

Es sei denn, sie werden gezielt angelockt. Das geschieht, indem bestimmte Pflanzen in unmittelbarer Teichnähe gepflanzt werden, an denen sich Libellen vorzugsweise ansiedeln und/oder sich gern dort auf Futtersuche begeben. Zu diesen Pflanzen zählen vor allem:
  • Seerose-Nymphaea auf TeichÄhriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum)
  • Hornkraut (Ceratophyllum submersum)
  • Schilfgewächse (Phragmites)
  • Seerosen (Nymphaea)
{infobox type=check|content=Tipp: Der Teich sollte nicht zu tief sein, damit die Larven auch beim Abtauchen von den Libellen erreicht werden können. Eine Tiefe von maximal 20 Zentimeter ist empfehlenswert, was aber den Nachteil mit sich bringt, dass die Libellen auch an kleine Fische heranreichen, falls diese in einem niedrigen Teich vorhanden sind.}

Chemische Mittel

Unter den Bioziden gibt es Produkte mit der Bakterie "Thuringiensis Israelensis". Seit Jahren wird sie vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten eingesetzt, wo Mücken ganze Wohnsiedlungen in Beschlag nehmen und gefährliche Krankheitserreger wie Malaria, Dengue, Gelbfieber oder den Zirka-Virus übertragen. Besonders effizient wirkt der Bacillus Thuringiensis gegen Mückenlarven nahezu aller Mückenarten, wobei er in Deutschland überwiegend speziell gegen Stechmückenlarven eingesetzt wird.

Der Vorteil dieses Bakterien-Biozids ist, dass es für Menschen und nützliche Insekten, wie zum Beispiel Bienen, aber auch für Nutzpflanzen sowie andere Teichbewohner völlig unschädlich ist. Erhältlich ist es unter anderem von Neudorff mit dem Produktnamen "Neudomück" sowie von Culinax als "Tabs".

Mücken bekämpfen

Um eine Vermehrung zu vermeiden, sind umherfliegenden Insekten ebenfalls zu bekämpfen, zumal die Stechmücke mehrere Wochen leben können und sich die Weibchen von menschlichem Blut ernähren, sodass Gartennutzer mit unzähligen Mückenstichen rechnen müssen.

Um umherschwirrende erwachsene Moskitos kümmern sich ebenfalls Libellen, wie zuvor beschrieben. Fleischfressende Fische sind nur bedingt zum Bekämpfen der Fluginsekten geeignet. Manchmal springen sehr hungrige Fische empor und ergattern eine Mücke, wenn sie sehr dicht über der Wasseroberfläche fliegt. Weitere Maßnahmen stehen zur Auswahl:

Insektenspray gegen umherschwirrende Mücken

Der Markt bietet die unterschiedlichsten Produkte zur Bekämpfung der Nematocera an. Diese reichen von umweltschonenden Bio-Angeboten bis hin zu chemischen Insektiziden. Allerdings haben alle den Nachteil, dass sie in der Regel alle Insekten abtöten und auch für die Natur so wertvollen Bienen zum Problem werden können.

Mückenfalle

Im Handel sind spezielle CO2-Fallen erhältlich. Sie können in Teichnähe aufgestellt werden. In Betrieb genommen, verstreuen sie das CO2, dem bestimmte Lockstoffe beigefügt sind, welche die Nematocera anzieht. Gleichzeitig kommt es zu einer Saugfunktion, durch die Moskitos in die Falle gesaugt und dort abgetötet werden.
Diese Bekämpfungsmaßnahme eignet sich auch hervorragend zur Vorbeugung.

Vertreiben mit Duftstoffen

Die Nematocera reagiert auf bestimmte Gerüche, indem sie das Weite sucht. Optimal sind entsprechende Pflanzen mit derartigen Düften. Duftsprays eignen sich weniger. Mit folgenden duftspendenten Pflanzen/Pflanzprodukten werden Teichgebiete mückenfrei:
  • Lavendel-Lavandula-angustifolia Citronella-Öl (besonders effektive Wirksamkeit gegen Mücken)
  • Gewürzlorbeer
  • Katzenminze
  • Lavendel
  • Salbei
  • Tomaten
  • Walnussbaum
  • Zitronengras
  • Zitronenmelisse

Vorbeugen

Damit die Plagegeister nach einer erfolgreichen Bekämpfung/Vertreibung auch langfristig fernbleiben, ist es ratsam Vorsorgemaßnahmen zu treffen, wie zum Beispiel folgende:

Wasserbewegungen
Nematocera legen nur auf ruhigen, stillen Gewässern ihre Larven ab. Ist dies nicht gegeben, verziehen sich die Weibchen schnell wieder und suchen einen geeigneteren Brutplatz. "Leben" ist in einen Teich mittels Wasserfall oder Springbrunnen zu bringen. Da sie nachtaktiv sind, kann während der Nacht die Filteranlage laufen, falls diese zur Säuberung des Teichwassers vorhanden ist.

Moskitonetz

Wenngleich Moskitonetze eigentlich für den Mückenschutz an Fenstern und Türen gedacht sind, so sind sie auch über einem Teich gespannt sehr nützlich. Es hält die Mücke davon ab, ihre Eier auf die Wasseroberfläche zu legen und zieht von dannen.

Häufig gestellte Fragen

Helfen gegen Mücken am Gartenteich auch Mückenspiralen beziehungsweise Räucherstäbe?
Ja, aber nur bedingt und kurzfristig, wenn der Gartenteich nicht so präpariert wird, dass sie das Interesse an der Eierablage auf der Wasseroberfläche verlieren. Zudem ist der Wirkungsradius meist recht klein, dass sie in der Regel nicht gleich in die Ferne flüchten.

Kann ich Mücken mit dem Bacillus thuringiensis israelensis langfristig loswerden?
Nein. Je nach Hersteller beläuft sich die Wirkungsdauer auf rund vier bis sechs Wochen. Um langfristig Mückenlarven und erwachsene Artgenossen auf Abstand zu halten, sind vorbeugende Maßnahmen notwendig, wie sie im Artikel beschrieben sind.