Anleitung: Teichfolie richtig verlegen und kleben

TeichfolieWenn ein Teich mit Teichfolie angelegt bzw. ausgelegt werden soll, handelt es sich meist um einen größeren Teich. Da lohnen sich einige Gedanken zur Wahl der Teichfolie auf jeden Fall, sonst haben Sie beim Verlegen mit sperrigen Folien-Ungetümen zu kämpfen, die nur eine Mannschaft bewältigen kann. Auch die Information, wie sich eine Teichfolie kleben lässt, ist ungemein wichtig: Die Teichfolie wird Ihnen für die Verlegung zwar heute vom Hersteller fertig geklebt geliefert, aber sie muss sich auch reparieren lassen, sonst wird der Teich mit dem ersten Riss Geschichte ...

Kurzer Steckbrief
  • Teichfolie wird aus PVC, PE, EPDM und Geotextil angeboten
  • Diese Materialien sind alle unterschiedlich umweltfreundlich
  • Sie erfordern auch einen unterschiedlichen Schichtenaufbau des Teichbodens
  • Und kosten unterschiedlich viel, wobei höherer Preis durch längere Haltbarkeit ausgeglichen werden kann
  • Die neuen Folien aus Geotextil machen das Verlegen erstaunlich einfach
  • Späteres Kleben ist nur bei wenigen Teichfolien kein Problem

Material

Wichtigste Voraussetzung beim Kauf der Teichfolie ist zunächst, dass Sie sich eine Bezugsquelle suchen, bei der Sie erfahren, aus welchem Material die Teichfolien sind, die angeboten werden. Das ist nämlich nicht so selbstverständlich, wie man eigentlich annehmen sollte. Im Internet werden z. B. preiswerte Teichfolien als Restbestände angeboten, ohne den leisesten Hinweis auf die Zusammensetzung. Verlockend, aber ob es sich wirklich um Restbestände handelt, können Sie nicht nachprüfen, vielleicht handelt es sich auch um billig aus Resten recycelte Folien, bei denen man besser nicht danach fragt, wie die Schadstoffbilanz aussieht (und ob die Folie ihre Schadstoffe später an den Teich abgibt).

Auch bei den ganz normalen Angeboten verschiedener Händler gehört es nicht mehr unbedingt zum normalen Geschäftsgebaren, den Käufer darüber zu informieren, was er da eigentlich kauft. Wenn man sich als Käufer auf solche kommerziellen Blindflüge einlässt (warum tut jemand so etwa?), ist das im Fall der schön fotografierten Bluse, die tatsächlich einem Putzlappen ähnelt, einfach nur ärgerlich. Im Fall einer Folie aus einem unbekannten Kunststoffmaterial könnte es gefährlich werden, solche Folien könnten schon während der Verarbeitung alles Mögliche ausdünsten, was Sie besser nicht einatmen sollten.

Teichfolie wird aus verschiedensten Materialien angeboten, hier ein Überblick über das Standard-Angebot:

  • 1. Teichfolie aus PVC gehört immer noch zum gängigen Angebot. Heute werden meist zwei Lagen im Sandwichverfahren miteinander verschweißt, weil PVC häufig unterschiedliche Materialstärken aufweist, wenn es zu Folie verarbeitet wird. Diese Materialschwankungen sind bei der Herstellung kaum zu vermeiden, enden aber häufig in einem Leck im Teichboden. Diese Schwäche der einlagigen PVC-Teichfolien wird durch die Sandwichfolien ausgeglichen. Bei der Herstellung von PVC-Folie muss zwischen hoher UV-Stabilität und Frostbeständigkeit vermittelt werden, mehr vom ersten geht zu Lasten des zweiten. Nur wenn hier ein guter Kompromiss gefunden wird und die Teichfolie vorsichtig verlegt wird, wird eine PVC-Folie lange halten.Aber auch eine PVC-Folie, die all diese Merkmale erfüllt, ist unter Umwelt-Gesichtspunkten keine wirklich gute Wahl. Besonders bei der Entsorgung ist PVC unter Umwelt-Aspekten eine katastrophale Belastung, die Sie Ihren Nachkommen besser nicht antun sollten.
  • Teich anlegen2. Teichfolie aus PE überzeugt durch bessere Umwelteigenschaften. Normale


    PE-Teichfolie wird heute in hochelastischen Qualitäten angeboten, ist robust und langlebig und häufig trotzdem recht günstig. Kältebeständig sind gute PE-Teichfolien wie die PVC-Folien bis -20° C, UV-stabil sind sie in Mitteleuropa rund 15 Jahre, sie sind hitzebeständig und wurzelfest und beständig gegen Mikroorganismen. Sie sollten frei von Weichmachern sein, wegen der Umwelt und weil sie dann nicht verspröden, und natürlich cadmium- und bleifrei, asbestfrei und FCKW-frei.Ein Vorteil von PE ist geringer Kraftaufwand beim Verlegen, außerdem sind PE-Folien physiologisch unbedenklich, verrottungsfest, fisch- und pflanzenverträglich, sehr beständig gegen Alterung und gegen natürliche Chemikalien und geeignet für Grundwasserkontakt.
  • 3. Kautschuk-Teichfolie wird nicht mehr aus Natur-Kautschuk hergestellt, das könnte kein Mensch bezahlen. Beim Synthesekautschuken gibt es zwei Varianten, wobei die erste eher nicht empfohlen wird. Hier geht es um Teichfolie aus Butylkautschuk, Isobuten-Isopren-Kautschuk, IIR oder PIBI, einem chemisch sehr instabilen Elastomer, das unter Umweltgesichtspunkten nicht besser als PVC ist, aber dafür auch noch teurer.
  • 4. Umweltfreundlich und empfehlenswert ist Kautschuk-Teichfolie aus EPDM, ebenfalls einem Kunststoff-Kautschuk. Sie kostet zunächst etwas mehr als die preiswertesten Teichfolien, ist aber auf  lange Sicht meist sogar günstiger. Diese Teichfolie aus dem synthetischen Gummi mit vollem Namen Ethylen-Propylen-Dien-Monomer ist hochwertig und robust und äußerst langlebig. In Bezug auf Emissionsbeständigkeit gilt sie als besonders sicher, sie ist gut geeignet sowohl für Fischhaltung als auch für die Bepflanzung des Teichs mit Wasserpflanzen.Das Wurzelschutzvlies muss passend zur Teichfolie gewählt werden (zum Schichtenaufbau siehe gleich unten), in Material und Stärke. Wenn Sie Ihre Familie vor jeder Gesundheitsgefährdung bewahren möchten, bestehen Sie beim Kauf auf den Nachweis, dass die Teichfolie garantiert unschädlich ist, z. B. auf ein entsprechendes Bio-Zertifikat.

      Abgesehen davon, dass PVC ohnehin nicht der umweltfreundlichste Kunststoff ist und bestimmt nicht das empfehlenswerteste Material für einen Teichboden ist, sollten Sie bei PVC wirklich Vorsicht walten lassen. Selbst wenn Ihr "Umweltgewissen PVC aushält", ist "Vorsicht walten lassen" dann direkt auf den Erhalt der eigenen Gesundheit bezogen. Sie sollten nur bei einem Händler kaufen, der Ihnen sagen kann, wie und wo sein PVC hergestellt wird und auch nicht zuckt, wenn Sie fragen, ob Sie die Herstellung besichtigen können (Sie müssen ja nicht sagen, dass Sie das nicht vorhaben). Sie haben dann aber zumindest eine Chance, an der Reaktion zu merken, ob der Händler weiß, was mit seinem PVC los ist oder ob er eigentlich selbst nicht so richtig weiß, aus welchen (möglicherweise hochgiftigen) Resten sein PVC recycelt wurde.

Neue Folien

Neueste Entwicklungen im Bereich

Teichfolie sind Teichfolien aus sogenanntem Geotextil, mehrlagigem Polypropylen-Geflecht, das leicht, flexibel und reißfest ist. Solche Teichfolie wiegt 507 g pro m² und hat eine Stärke von 0,55 mm!, wird einfach auf einer Rolle geliefert und ebenso einfach mit einem speziellen Teichfolienklebeband verklebt. Diese innovative Entwicklung kommt von der Firma DuPont, die Folien heißen XAVAN® oder Plantex®. XAVAN® hat trotz der winzigen Stärke drei Schichten, in die auch noch Spezialfasern eingebettet werden, insgesamt soll es sehr reißfest und langlebig sein und sogar hartnäckigen Wurzeln widerstehen. Diese ultradünne Folie soll auch noch ohne Wurzelschutzvlies auskommen, sie soll dreimal reißfester und durchstoßfester und

sechsmal UV-beständiger sein als übliche Teichfolien. Diese Folie bleibt bis -55 °C flexibel, ist UV- und Ozon-resistent, fischfreundlich und pflanzenfreundlich, PVC-frei und enthält im Gegensatz zu anderen Folien keine umwelt- und gesundheitsschädlichen Weichmacher oder Schwermetalle. Sie setzt selbst in einer Verbrennungsanlage keine Schadstoffe frei – diese Folie ist zu 100% recycelbar.

Einen Nachteil hat die "ultimative Teichfolie" allerdings, womit nicht der etwas höhere Preis gemeint ist: Die Firma DuPont hat XAVAN® und Plantex® nicht für ein paar Gartenteiche von Hobbygärtnern entwickelt, sondern für alle möglichen Großprojekte im Bereich Bau und Landschaftsbau, und hat auch wenig Interesse daran, sie an Hobbygärtner zu verkaufen – Sie bekommen diese Folie nicht einfach im nächsten Gartencenter. Auf den nicht für Endverbraucher gemachten Websites von DuPont finden Sie hier einen Hinweis auf den Einsatz von Plantex® als Teichfolie. Ansonsten müssten Sie sich an die Firma Dupont wenden, um Händler zu finden, dieser ganze Bereich von Folien ist wirklich hochinteressant.}

Kleben

TeichfolieZum Teichbau müssen Sie Teichfolie nicht mehr kleben, die Hersteller/Händler erledigen das heute für Sie, mit professionellem Verfahren und bis zu Größen von 5.000 Quadratmeter. Aber jeder Teich kann einmal Risse bekommen, und ob Sie diese selbst reparieren können, hängt entscheidend vom Material der Teichfolie ab:
  • PVC-Teichfolie lässt sich nur in den ersten Jahren mit speziellem Kunststoffkleber gut reparieren, danach soll er auf dem bereits strukturverändertem Material erfahrungsgemäß nicht mehr gut halten.
  • Bei PE-Teichfolie bekommen Sie ganz kleine Beschädigungen ev. mit einem PE-Abdichtungsklebeband dicht, ansonsten ist eine Reparatur nur mit großem Geschick und Heißluft möglich.
  • Butylkautschuk ist chemisch so instabil, dass es mit Benzin verklebt werden kann, für die Teichabdichtung kein Problem, aber für Ihre Gesundheit, weil Kohlenwasserstoff entsteht.
  • EPDM-Teichfolie kann auch nach vielen Jahren repariert werden, aber nur mit speziellem Zubehör.
  • Die neuen Geotextilien lassen sich einfach mit dem speziell dafür entwickelten Klebeband kleben.

Schichtenaufbau

Die Teichfolie ist ein wichtiges Element am Teichboden, aber meist nicht die einzige Bodenschicht. Bei den gängigen Folien besteht der Teichboden vielmehr aus mehreren Schichten, wobei Folgendes zu bedenken ist:
  • Was für ein Boden liegt unter dem Teich?
  • Auf steinigen Boden muss eine dicke Sandschicht gegeben werden
  • Wuchsen auf dem Standort des Teichs vorher Pflanzen?
  • Dann können dort immer noch Wurzeln im Boden sein, die weiterwachsen
  • Wenn es sich um Wurzeln in der Nähe weiterwachsender Pflanzen handelt, haben diese Wurzeln viel Kraft ...
  • Auf den Teichboden muss in diesen Fällen ein Wurzelschutzvlies in passender Stärke
  • Wenn es sich bei den "angreifenden" Wurzeln um Rhizome handelt, auch noch eine Rhizomsperre
  • Erst dann kommt die Teichfolie, mit Stärke passend zu den nach ihr eingebrachten Schichten und zur Teichgröße
  • Manchmal ist es sinnvoll, über der Teichfolie auch Vlies zu verlegen, z. B. wenn etwas in den Teich fallen könnte
  • Oder wenn Teich (und Haus) in einer Risikolage liegen, in der Vandalismus o.ä. zu befürchten ist

  Wurzelschutzvlies und Teichfolie werden länger halten,  wenn Sie vor der Verlegung viel Sorgfalt darauf verwenden, alle erreichbaren Steine und Wurzeln zu entfernten. Also ruhig ein wenig buddeln im Teichgrund, Steine wandern schon mal an die Oberfläche – besonders wenn der Teich neben einer befahrenen Straße liegt.

Folie verlegen

Die Grundsätze bei der Verlegung von Teichfolie sind immer gleich:
  • Der Untergrund muss sauber und glatt sein
  • Scharfe Gegenstände und sämtliches loses Material sollte entfernt werden
  • Goldfisch im GartenteichAuch irgendwelche unbekannten (dick-) flüssigen Substanzen sollten sich nicht in/auf dem Boden befinden
  • Die unter der Teichfolie einzubringenden Schichten werden verlegt
  • Wenn das Wetter nicht sicher ist, sollte eine wasserdichte Abdeckung bereit gehalten werden
  • Die Teichfolie wird zunächst zum Entspannen ausgelegt, ohne Dehnung
  • Dazu wird sie ganz vorsichtig ausgerollt oder auseinander gefaltet
  • Sie darf in diesem entspannten Zustand eine halbe Stunde ruhen
  • Erst dann wird sie endgültig positioniert und befestigt
  • Am Rand sollte zunächst reichlich Folie überstehen
  • Wenn die Folie sitzt, sollte der Teich sofort mit Wasser befüllt werden
  • Dann darf er sich ein paar Tage setzen, ev. wird Material nachgezoge
  • Dann kann die Folie am Rand beschnitten, eingegraben bzw. befestigen werden
Ansonsten kommt es auf die Teichfolie an, ob etwas Spezielles zu beachten ist. So wird bei manchen Folien empfohlen, schon während der Verlegung/Befestigung Wasser einzufüllen. Bei anderen Folien darf auf keinen Fall Fett in/auf dem Boden sein, weil das die Folie anlöst.

Häufig gestellte Fragen

Ideen für Verwendung des Aushubs?
Viele: Hochbeet anlegen, Trockenmauer mit Erdbefestigung um das oder auf dem Grundstück bauen, frei geformte Hügelbeete anlegen, am hinteren Rand des Teichs einen Wall aufschütten, ein Dutzend Pflanzkästen für die Terrasse kaufen und füllen, rund um die Terrasse einen erhöhten Steingarten anlegen ...

Die Nachbarn beobachten die Teichbauarbeiten aufmerksam – gibt es Entsorgungsvorschriften für Reste?
Kommt auf die Folie an. Wenn Sie verseuchtes PVC erworben haben, könnte das als kostenpflichtiger Sondermüll zu entsorgen sein, wenn Sie eines der neuen Geotextile einsetzen, kann das einfach in die nächste Mülltonne. Reste vom meist dicken Wurzelschutzvlies können Sie als Unkrautvlies, Drainageschicht für Pflanztöpfe oder zum Basteln verwenden.