Teichpflanzen einsetzen: Anleitung | Mit oder ohne Erde?


Gartenteich mit TeichpflanzenWünschen Sie sich wie die meisten Gartenbesitzer einen kleinen Teich im Garten? Mit etwas Planung und der Beachtung einiger Grundlagen verwandelt er Ihren Garten in eine Wohlfühloase. Nicht nur Ihre Familie findet Entspannung am Gartenteich, für Tiere und Pflanzen bietet er wertvollen Lebensraum. Mit einer Auswahl dekorativer Teichpflanzen wird Ihr Teich perfekt.

Was ist bei der Zusammenstellung der Pflanzen und beim Einsetzen zu beachten? Sollten sie besser mit oder ohne Erde eingepflanzt werden? Wir stellen die Vorteile und die Nachteile dar. In der Anleitung zeigen wir, wie Ihr Wasseridyll gelingt.

Planung

Bevor Sie Pflanzen kaufen, sollten Sie die Teichgestaltung planen. Wir stellen Ihnen vier (mögliche) Teichbereiche mit geeigneten Pflanzen vor:

Wiesen-Schaumkraut - Cardamine pratensis 1. Uferzone:
  • feuchter oder staunasser Boden am Teichrand
  • klassische Teichpflanzend und feuchtigkeitsliebende Gartenstauden
  • Trollblumen (Trollius)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)
  • Greiskraut (Ligularia)
  • Frauenmantel (Alchemilla mollis)
2. Sumpfzone:
  • Wassertiefe etwa 5 bis 10 Zentimeter
  • am Gewässerrand
  • immer nass und zeitweise überflutet
  • Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpffarn (Thelypteris palustris)
{infobox type=check|content=Tipp: Schaffen Sie durch die Bepflanzung sanfte Übergänge zwischen den einzelnen Zonen. Dadurch entsteht eine attraktive, harmonische Wirkung.}

3. Flachwasserzone:
  • Wassertiefe 5 bis 20 Zentimeter
  • Röhrichtarten
  • Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Schwanenblume (Butomus umbellatus)
4. Tiefenzone:
  • Wassertiefe über 20 Zentimeter
  • Einsatz von Unterwasserpflanzen
  • wichtig für Vitalität des Teiches
  • leben unter Wasser, nur teilweise sichtbar
  • Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis)
  • Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum)
{infobox type=check|content=Tipp: Beim Teichpflanzenkauf erhalten Sie vom Fachhändler Informationen zur Pflanztiefe. Beachten Sie diese, damit sich Ihre Pflanzen gut entwickeln können.}

Die Substrate

GartenteichFolgende Substrate stehen zum Einsetzen der Pflanzen zur Verfügung:
  • Teicherde
  • Kies
  • Tongranulat
  • lehmhaltiger Sand
{infobox type=check|content=Tipp: Verwenden Sie auf keinen Fall Blumenerde für Ihren Gartenteich. Diese ist ausschließlich für die Versorgung von Gartenpflanzen geeignet. Im Gartenteich würde durch Blumenerde ein Nährstoffüberangebot entstehen, welches die Algenbildung begünstigt und dazu führen kann, dass der Teich "umkippt".}

Teichpflanzen einsetzen mit Erde

In der Natur gedeihen Pflanzen in Teichen auf schlammigen Untergründen. Beim Anlegen eines Gartenteiches wird allerdings versucht, Schlammbildung zu reduzieren, denn Schlamm bewirkt das Wachstum von Algen. Im Fachhandel erhalten Sie spezielle Teicherde. Diese erfüllt alle Ansprüche von Teichpflanzen. Selbst Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf, sogenannte Starkzehrer, werden mit Teicherde optimal versorgt.

Vorteile von Teicherde
Die Verwendung von Teicherde hat Vorteile bei der Anlage eines Naturteiches. Sie ermöglicht die Entwicklung eines funktionierenden Ökosystems in Ihrem Gartenteich. In der Erde finden Kleinstlebewesen und Plankton einen Lebensraum. Sie haben einen positiven Einfluss auf das biologische Gleichgewicht im Teich. Die Bildung von Algen kann bei guter Pflege minimiert werden.

Nachteile von Teicherde
Sumpfdotterblume - Caltha palustris Die Anwendung von Teicherde führt im Gartenteich zu einer höheren Nährstoffkonzentration. Alle Teiche werden durch herabfallende Blätter oder Ausscheidungen von
Wasserlebewesen und Fischen mit Nährstoffen angereichert, die die Pflanzen aufnehmen können. Das kann bei gleichzeitiger Verwendung von Teicherde schnell zu einem Nährstoffüberschuss, der Ursache für verstärktes Algenwachstum, führen.

Anleitung:
  1. Planen Sie die Bepflanzung der einzelnen Teichzonen auf dem Papier unter Beachtung der notwendigen Pflanztiefen.

  2. Setzen Sie die Pflanzen der Sumpf- und Flachwasserzone direkt in die Teicherde ein oder verwenden Sie ein Pflanzgefäß. Eine Erdschicht von 10 Zentimetern ist ausreichend. Drücken Sie den Wurzelballen fest an. Decken Sie die Pflanze mit etwas Kies ab.

  3. Nach dem Einpflanzen wird das Teichwasser trüb. Die aufgewühlten Stoffe setzen sich in wenigen Stunden ab und das Wasser ist wieder klar.

Alternative Substrate
Anstelle von Teicherde können weitere Substrate für die Pflanzen im Teich genutzt werden.
  1. lehmhaltiger Sand: Möglich ist zum Beispiel der Einsatz von lehmhaltigem Sand. Aus dem Sand gelangen kaum Nährstoffe in das Teichwasser, die das Algenwachstum begünstigen könnten. Der lehmhaltige Sand kann in Pflanzkörbe gefüllt oder direkt ausgebracht werden.

  2. kalkarmer Kies: Kalkarmer Kies ist ein geeignetes Substrat für die Bepflanzung eines Gartenteiches.

  3. Tongranulat: Auch Tongranulat wird gern genutzt. Dieses muss gebrochen sein, um am Boden zu bleiben, ansonsten schwimmt es an der Oberfläche.

{infobox type=check|content=Tipp: In der Tiefwasserzone des Gartenteiches können Sie vollständig auf Substrat verzichten, da die Pflanzen in diesem Bereich keine Wurzeln bilden.}

Sonderfall Fischteiche
FischteichWenn Sie Fische im Gartenteich halten, empfiehlt sich die Verwendung von Tongranulat oder Kies. Selbst von einer Nutzung der nährstoffarmen Teicherde raten Fischzüchter ab.

Fische wühlen gern den Grund des Gartenteiches auf, was bei Verwendung von Erde zu einer Beschädigung der Pflanzen führen kann. Wenn Sie Kies verwenden und Ihre Pflanzen in Kübel setzen, sind sie vor Fischen geschützt.

Teichpflanzen einsetzen ohne Erde

Grundsätzlich können Teichpflanzen ohne Substrat eingesetzt werden. Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn die Pflanzen an den ersten Tagen nach dem Einsetzen kümmerlich aussehen. Beim Einsetzen ohne Erde benötigen die Pflanzen etwas Zeit, um sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen. Schon bald haben sie sich erholt.

Vorteile beim Verzicht auf Erde im Gartenteich
  • niedrige Kosten
  • geringerer Aufwand zur Säuberung des Teiches
  • Reduzierung des Algenwachstums
  • gut geeignet für Fischteiche
  • eisenhaltiger Kies, sogenannter Estrichkies, bindet schädliche Phosphate
Nachteile beim Verzicht auf Erde sind nicht bekannt. Ein Nährstoffmangel ist nicht zu befürchten, da ausreichend Laub von Bäumen herabfällt und zur Versorgung beiträgt.

Rohrkolben - TyphaAnleitung:
  1. Erstellen Sie eine Skizze, wie Ihr Gartenteich aussehen soll. Planen Sie Pflanzen für die verschiedenen Zonen. Beachten Sie die Hinweise Fachhändler zum Einsetzen der Pflanzen.

  2. Setzen Sie die Pflanzen mit oder ohne Substrat in die Pflanzkörbe. Pflanzen ohne Substrat benötigen zur Stabilisierung größere Steine im Pflanzkorb.

  3. Setzen Sie die Pflanzen in die Zone mit der empfohlenen Tiefe ein. Sie können die Pflanztiefe beeinflussen, indem Sie Steine unter den Pflanzkorb legen oder Kies aufschütten.

Häufig gestellte Fragen

Welchen Zweck erfüllen Pflanzkörbe?
Wenn Sie Teichpflanzen ohne Erde setzen wollen, ist die Verwendung von Teichkörben sinnvoll. Diese geben den Pflanzen Halt und ermöglichen ein einfaches Herausnehmen, wenn der Teich einer gründlichen Reinigung unterzogen oder die Teichfolie ausgebessert werden muss. Pflanzkörbe stellen vor allem in Fischteichen einen zusätzlichen Schutz für die Pflanzen dar.

Deutet eine gelbliche Verfärbung bei Teichpflanzen auf einen Nährstoffmangel hin?
Eine Verfärbung muss nicht zwingend einen Mangel an Nährstoffen anzeigen. Wie andere Pflanzen auch, erfolgt bei vielen Sorten eine Blattfärbung im Herbst.

Müssen Teichpflanzen, die ohne Teicherde eingesetzt werden, gedüngt werden?
Nur in Ausnahmefällen ist die Zugabe eines Teichdüngers notwendig, um die Nährstoffversorgung der Pflanzen zu sichern. Wenn sich Mangelerscheinungen zeigen, prüfen Sie zunächst die Wachstumsbedingungen im Teich. Oft führt eine zu dichte Bepflanzung zu Problemen. Ziehen Sie die Zugabe von Nährstoffen erst in Betracht, wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen werden können. Teichdünger wird gezielt über Düngetabletten zugeführt.