Winterharte Alpenveilchen: diese 3 Sorten gedeihen im Freien

Alpenveilchen - CyclamenAlpenveilchen glänzen durch große Blüten in vielen Farben. Auch die Blätter sind sehr dekorativ, da sie oft ein mehrfarbiges Muster besitzen. Im Zimmer ist die Pflanze gut für kühle Räume mit nicht zu viel Sonne geeignet. Doch auch für den Garten gibt es einige geeignete Sorten. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Winterhärte.

Die typischen Zimmeralpenveilchen sind allenfalls dafür geeignet, den Sommer über im Freien zu stehen. Da sie dann jedoch oft ihre Blühpause einlegen, lohnt sich das nicht. Die drei hier vorgestellten Sorten können auch die kalte Jahreszeit im Garten verbringen.

Wintergrünes Vorfühlings-Alpenveilchen 

Cyclamen coum
 
Vorfrühlings-Alpenveilchen - Cyclamen coum Merkmale
  • Blüte im Februar und März
  • Farbe: hell- bis dunkelrosa, weiß oder rot
  • duftet
  • Blätter einfarbig grün oder mit weißer Zeichnung
  • werden nach der Blüte eingezogen
  • Höhe: ca. 10 cm
Pflege
Diese Sorte wächst gut an halbschattigen, geschützten Standorten im Garten. Geeignet ist es für Pflanzungen unter Gehölzen, wo es später dichte Bestände bilden kann. Da diese Cyclamen eher klein bleiben, eignen sie sich auch gut für Steingärten. Das Veilchen bevorzugt sowieso einen trockeneren Standort. Vorfrühlings-Alpenveilchen werden im September gepflanzt. Sie bekommen ein kleines Loch, die Knolle wird mit der runden Seite nach oben in den Boden gelegt und mit etwas Erde bedeckt. Werden mehrere Knollen gesteckt, wird zwischen ihnen etwas Abstand gehalten, damit sich die Pflanzen gut entwickeln können.

Winterschutz
Besonders in den ersten Wintern sollten die Pflanzen einen Schutz aus Reisig oder Laub bekommen. Wichtig ist außerdem ein Standort, der vor zu viel Frost, Wind, Sonne und Regen bzw. Staunässe geschützt ist.

{infobox type=check|content=Tipp: Bei einer Pflanzung unter Laubgehölzen, bildet das fallende Laub im Herbst einen natürlichen Winterschutz, der nicht entfernt werden sollte.}

Sommer- oder Europäisches Alpenveilchen

Cyclamen purpurascens

Europäisches Alpenveilchen - Cyclamen purpurascensMerkmale
  • verliert Blätter in der ersten Jahreshälfte
  • Blüte Juli und August
  • danach Neuaustrieb
Pflege
Auch diese Cyclamen kommen besonders gut unter Gehölzen zur Geltung, wenn sie im Laufe der Zeit dichte Blütenpolster gebildet haben. Gepflanzt werden die Knollen im März. Ein zu tiefes Pflanzen sollte vermieden werden, da sie sonst schlecht austreiben. Beim Einpflanzen ist darauf zu achten, dass die richtige Seite nach oben
kommt. Am einfachsten geht das, wenn schon Wurzel- oder Triebansätze erkennbar sind. Ein Hacken zwischen den Pflanzen ist überflüssig und könnte junge Tochterpflanzen beschädigen. Wichtig ist hingegen ab und an zu gießen, besonders in trockenen Sommern. Gedüngt wird im Frühling.

Winterschutz
Auch diese Cyclamen sind winterhart, bevorzugen jedoch einen Schutz aus Laub oder Fichtenreisig. Dieser schützt nicht nur vor zu viel Frost, sondern auch vor zu viel Sonne im Winter. Die Knollen neigen dazu, sich im Laufe der Zeit aus der Erde zu drücken. Es ist ratsam im Herbst zu kontrollieren, ob noch alle Pflanzen mit Erde bedeckt sind.

Herbst- oder Efeublättriges Alpenveilchen

Cyclamen hederifolium

Efeublättriges Alpenveilchen - Cyclamen hederifolium Merkmale
  • Blüte: August bis Oktober
  • Farbe: weiß oder rosa
  • Blätter erscheinen nach der Blüte
  • sie ähneln Efeu und sind zweifarbig
  • werden im Frühsommer eingezogen
  • Höhe: 10 - 20 cm
Pflege
Das Herbst-Alpenveilchen gedeiht gut in Kombination mit anderen, im Herbst blühenden Zwiebelpflanzen wie den Herbstzeitlosen. Es wird im April in lockere, gut drainierte Erde an einen halbschattigen Standort gepflanzt. Am besten wachsen die Knollen, wenn sie nur zehn Zentimeter tief eingepflanzt werden und eine zwei Zentimeter dicke Erdschicht bekommen. Der Pflanzabstand sollte etwa 10 cm betragen. Zwischen den Pflanzen kann etwas Laubhumus als Dünger und Mulch aufgebracht werden. Gehackt wird nicht, um die Pflanzen nicht zu verletzen. Eine Kalkgabe ab und an unterstützt das Wachstum.

Winterschutz
Als Schutz reicht eine Lage aus Reisig oder Laub. Werden die Pflanzen in Töpfen kultiviert, sollten sie im Haus überwintern, da die Erde in Töpfen schneller durchfriert.

Pflanzenschutz für alle Sorten

Damit die Knollen nicht Opfer der Wühlmäuse werden, werden sie am besten in Drahtkörbe gepflanzt. Auch Dickmaulrüssler können den Pflanzen zu schaffen machen. Sie saugen an Blättern und Knollen (besonders die Larven). Im Handel gibt es spezielle Nützlinge, die gegen die Dickmaulrüssler eingesetzt werden können. Auftretende Läuse müssen nicht bekämpft werden, sie verschwinden von selbst wieder. Ameisen helfen sogar bei der Weiterverbreitung der Samen. Besonders gefürchtet ist die Knollenfäule, die auch im Haus auftreten kann. Grund für das Faulen der Knolle ist meist falsches Gießen oder ein zu nasser Standort.

{infobox type=check|content=Hinweis: Eine gute Drainage im Boden ist die beste Vorbeugung gegen Knollenfäule. Bei lehmigen, festen Böden kann Sand oder Kies den Wasserdurchfluss verbessern.}

Häufig gestellte Fragen

Wie kann man die Winterhärte unterstützen?
Ein geschützter Standort ist von Vorteil. Um die Knolle zu schützen, sollte der Boden eher trocken sein, Staunässe muss vermieden werden. Zur Sicherheit können im Herbst einige Knollen ausgegraben und im Haus überwintert werden.

Was ist mit den Cyclamen, die im Handel als winterhart angeboten werden?
Es ist Vorsicht angebracht, wenn zwischen normalen Zimmeralpenveilchen und angeblich winterharten Sorten kein Unterschied festgestellt werden kann. Manchmal werden auch Pflanzen als winterhart angeboten, die es nicht sind. Hilfreich ist dann ein Blick auf die botanische Bezeichnung.

Kann man Alpenveilchen vermehren?
Ähnlich wie die Frühblüher im Garten, vermehrt sich alle Sorten selbständig. Sie bilden mit der Zeit kleine Tochterknollen oder säen sich aus. Außerdem ist die gezielte Vermehrung über Samen möglich, die von den Pflanzen gewonnen werden können. Direkt nach der Samenreife können diese ausgesät und mit Erde bedeckt werden, da die Pflanzen Dunkelkeimer sind.