Bougainvillea, Drillingsblume überwintern - Anleitung und Tipps

Rosa Blüten der BougainvilleaDie Bougainvillea zählt mit ihren fast 20 Arten zur Familie der Wunderblumengewächse Nyctaginaceae. Dies Pflanzen wachsen als mehrjährige, verholzende Sträucher, kleine Bäume oder seltener auch Kletterpflanzen. Diese kletternden Pflanzen, deren Sprossachsen häufig mit Dornen besetzt sind, sind ausgesprochen licht- und wärmebedürftig, sodass sie den Sommer über problemlos im Freien stehen können. Von April bis Oktober erscheinen ihre farbenprächtigen Blüten in mehreren Schüben. Nach einem wahren Blütenspektakel im Frühjahr und einer darauf folgenden drei- bis vierwöchigen Pause, setzt sich die Blüte bis zum Herbst fort.

Kurzer Steckbrief
  • Bougainvillea erreicht hierzulande Wuchshöhen zwischen 3 und 5 m.
  • Blütezeit erstreckt sich von April bis Oktober.
  • In der Regel als Kübelpflanze kultiviert.
  • Wächst als Stämmchen, Strauch oder Kletterpflanze.
  • Blüten sind kleine Röhrenblüten.
  • Diese wachsen in achsel- oder endständigen Büscheln.
  • Anspruchslos in der Pflege.
  • Nicht winterhart muss frostfrei überwintern.
  • Toleriert Temperaturen bis null Grad.

Überwinterung vorbereiten

BougainvilleaUm den Umzug ins Winterquartier für die Pflanze so stressfrei und schadlos wie möglich zu gestalten, ist es ratsam, sie in mobile Töpfe zu pflanzen, die dann vor den ersten Frösten problemlos ins Winterquartier transportiert werden können. In der Regel wird die Drillingsblume ohnehin ausschließlich in Kübel gepflanzt. Teilweise werden sie auch im Frühjahr samt Topf im Garten eingegraben, sodass auch diese Exemplare relativ leicht und unbeschadet wieder aus dem Boden geholt und in ein frostfreies Überwinterungsquartier umziehen können. So können sie nahtlos und relativ stressfrei in die Winterruhe übergehen.

Teilweise werden Bougainvillea-Arten im Frühjahr auch direkt im Garten ausgepflanzt. Aber selbst in besonders milden Regionen ist eine Überwinterung im Garten nicht möglich. Schon eine einzige Nacht mit Temperaturen minimal unter null Grad könnte unter Umständen das Ende der betreffenden Pflanze bedeuten.

Bei direkt ausgepflanzten Exemplaren besteht die Gefahr, dass deren Wurzeln beim Ausgraben im Herbst mehr oder weniger stark beschädigt werden. Das hat meist zur Folge, dass die jeweilige Pflanze einen Sogenannten 'Schlag' bekommt und in der ersten Zeit die Blätter herunterhängen lässt. Bis sie sich davon wieder komplett erholt hat, kann es unter Umständen mehrere Wochen dauern. In der Regel erholt sie sich davon aber immer wieder.

Um diese Pflanze optimal auf die Winterruhe vorzubereiten, ist es sinnvoll, das Substrat zunächst gut abtrocknen zu lassen, bis das Laub verwelkt und die Pflanze schließlich ihre Blätter verliert. Zudem ist es ratsam, die Drillingsblume vor dem Umzug ins Winterquartier zu verschneiden.

Schnitt vor der Überwinterung
  • Vor der Überwinterung kann Bougainvillea zurückgeschnitten werden.
  • Rückschnitt kann durchaus auch kräftig ausfallen.
  • Dabei kann man sie etwa zu zwei Dritteln oder bis auf die Hälfte zurückschneiden.
  • Der Rückschnitt junger Triebe samt verwelkter Blüten empfehlenswert.
  • Das kann die Blütenbildung im darauf folgenden Jahr positiv beeinflussen.
  • Denn Blüten bilden sich ausschließlich an den Kurztrieben.
  • Zudem kann der Schnitt den Neuaustrieb unterstützen.
  • Schnitt kann auch während der Wachstumsphase oder der Blüte erfolgen.
  • Dann kann vor der Überwinterung auf einen Rückschnitt verzichtet werden.
  • Man kann mit dem Verschneiden auch bis zum Frühjahr warten.

Winterquartier

Rosa-weiße Blüte der BougainvilleaSobald


die Temperaturen im Herbst an die Nullgrad-Grenze herankommen, solle die Drillingsblume in ein frostfreies Winterquartier umziehen. Die Überwinterung der meisten Arten, mit Ausnahme der Hybriden, erfolgt in der Regel wie bei anderen Kalthauspflanzen auch. Sie sollte zwar frostfrei aber trotz allem in einem kalten Klima erfolgen.

Aufgrund des Lichtmangels im Winter verliert diese Pflanze einen Großteil ihrer Blätter, was aber ganz normal ist, weil sie dann keine Fotosynthese mehr betreibt. Die ideale Überwitterungstemperatur liegt zwischen 5 und 10 Grad. Bei einem kompletten Blattverlust kann die Drillingsblume auch noch dunkler und kühler stehen.

Zwischen sortenreinen Drillingsblumen-Arten und Hybriden gibt es allerdings Unterschiede bei der Überwinterung. Hybriden benötigen in der Regel keine Winterpause, müssen aber auch frostfrei überwintern. Allerdings sollten sie hell stehen bei Temperaturen zwischen 12 und 17 Grad.

Bei diesen Temperaturen blühen die Pflanzen teilweise auch im Winter. Anders sieht es bei den sortenreinen Arten aus, diese legen eine Winterruhe ein und sollten dann dunkel, bei Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad stehen. Diese Winterruhe sollte man den Pflanzen auf jeden Fall gönnen und auch einhalten.

Tipps für eine wärmere Überwinterung

Möglich ist auch eine Überwinterung bei 10-17 Grad, beispielsweise in einem beheizten Wintergarten.
Auch sortenreine Arten können hier im Winter Blüten hervorbringen, vorausgesetzt, es ist ausreichend hell, dann verlieren die Pflanzen nicht ihr komplettes Laub. Das wiederum kostet sie sehr viel Kraft, wodurch die Blüte im darauf folgenden Sommer deutlich geringer ausfällt. Aus diesem Grunde ist es immer besser, die Winterruhe einzuhalten. Das setzt entsprechend kühle Temperaturen voraus.
So kann die Drillingsblume Kraft für eine üppige Blüte im Folgejahr sammeln.

Pflege im Winterquartier

Wie bei allen anderen Überwinterungspflanzen auch sollte man die Bougainvillea im Winterquartier regelmäßig auf einen möglichen Schädlingsbefall kontrollieren. Gegossen wird nur wenig.

Der Erdballen sollte weder zu nass sein noch sollte er austrocknen. Staunässe ist besonders gefährlich, sie würde zu Fäulnis und schlimmstenfalls zum Absterben der Pflanze führen.

Bei Trockenheit kann es passieren, dass sie ihr Laub komplett verliert und sich die Blüte verzögert. Das Substrat sollte also immer nur leicht feucht sein. Meist reicht es aus, einmal im Monat wenig zu gießen, wobei sich die Gießmenge nach der Größe des jeweiligen Pflanzkübels und den vorherrschenden Temperaturen richtet. Je kühler das Winterquartier, desto weniger muss gegossen werden.

Gedüngt wird während der Überwinterung

nicht. Blätter, die herunterfallen, sollten am besten immer entfernt werden, ansonsten bilden sie einen guten Nährboden für Schimmelpilze. Bildet die Drillingsblume im Winter Triebe, müssen diese entfernt werden, denn Blüten entwickeln sich ausschließlich an den Trieben, die sich im Frühjahr bilden.

Ab Februar heller stellen

Häufig beginnt die Bougainvillea bereits im zeitigen Frühjahr, im Februar/März damit, wieder neu auszutreiben, je nachdem wie hell oder dunkel das Winterquartier war. Dann ist es Zeit, sie an einen helleren und wärmeren Platz mit Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad zu stellen.

Zeigen sich die ersten Blätter, kann sie wieder

regelmäßiger gegossen und gedüngt werden. Es sollte weder zu viel noch zu wenig gedüngt werden, am besten einmal wöchentlich. Ab Mitte/Ende Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, kann die Drillingsblume dann wieder nach draußen am besten an eine geschützte Stelle an einer Südwand.

Vermehrung während der Winterruhe

Bougainvillea mit rosa BlütenWer diese Pflanze vermehren möchte, kann damit schon im Winter beginnen. Die Stecklinge hierfür können bereits im Januar oder Februar geschnitten werden. Sie sollten etwa 30 cm lang und noch nicht verholzt aber ausgereift sein. Die Stecklinge steckt man in feuchtes Substrat, in ein Minigewächshaus oder kleine Töpfe, die man mit lichtdurchlässiger Folie abdeckt.
Bei konstanter Bodenwärme und der Verwendung eines Bewurzelungshormons sind die Stecklinge nach etwa 6-8 Wochen ausreichend bewurzelt, sodass man sie langsam abhärten kann, um sie später in ihr endgültiges Pflanzgefäß umpflanzen zu können.

Besonders schöne Arten

Bougainvillea x buttiana ´Barbara Karst`
Dieser intensiv gefärbte Dauerblüher besticht mit rosafarbenen oder intensiv roten Blüten, die die Pflanze vom Frühjahr bis zum Herbst hervorbringt. Sie ist eine sehr wüchsige Kletterpflanze kann aber auch als Stämmchen oder Strauch geschnitten werden und erreicht je nach Schnittform Wuchshöhen zwischen 0,5 und 5 m.

Bougainvillea spectabilis 'Rosenka'
Die Sorte 'Rosenka' bringt zunächst intensiv orangefarbene Blüten hervor. Während des Abblühens ändert sich die Farbe in ein kräftiges Rosa und später in ein eher zartes Rosa.

Bougainvillea spectabilis 'Jamaica White'
'Jamaica White' ist eine weiß blühende Sorte, deren strahlende Blüten einen beeindruckenden Kontrast zu dem grünen Laub dieser Pflanze bilden. Wie alle anderen Bougainvillea-Arten ist auch diese als Kletterpflanzen, Strauch oder Stämmchen erziehbar.

Bougainvillea glabra 'Variegata'
Diese robuste Drillingsblumenart beeindruckt neben ihren rotvioletten Blüten vor allem mit ihren gelbgrün gefärbten Blättern, die einen besonderen Zierwert darstellen.

Bougainvillea spectabilis gefüllt
Diese gefüllte Sorte ist doppelt schön. Ihre verschieden farbigen Blüten bzw. Hochblätter sind zwar kleiner als die bei ungefüllten Sorten, wirken dafür aber umso üppiger und dichter. Im Gegensatz zu anderen Arten ist diese mit einem jährlichen Zuwachs zwischen 20 und 30 cm eher schwachwüchsig.

Häufig gestellte Fragen

Wann und in welche Erde kann man die Drillingsblume umpflanzen?
Die beste Zeit zum Umpflanzen ist zu Winterende, vor dem Austrieb. Geeignet ist jedes Pflanzgefäß, das über ausreichend Abzugslöcher verfügt. Allerdings sollte es nicht zu groß sein. Das Substrat sollte nährstoffreich und durchlässig sein und Feuchtigkeit gut halten können. Ideal ist ein leicht saurer Boden mit einem pH-Wert von 6,0-6,5.

Warum verliert die Drillingsblume ihre Blätter?
Dass diese Pflanze im Winter über einen längeren Zeitraum einen Teil ihrer Blätter verliert, ist ganz normal. Teilweise verliert sie sogar sämtliche Blätter. Auch ein Standortwechsel und Trockenheit können zu einem teilweisen Blattverlust führen.

Warum treibt die Bougainvillea nach dem Winter nicht wieder aus?
Der Zeitpunkt des Austriebs ist abhängig von den Überwinterungsbedingungen. Meist ist nur etwas Geduld gefragt. Treibt sie jedoch bis Mai nicht aus, kann es u.a. daran liegen, dass sie evtl. zu kalt gestanden hat oder zu viel gegossen wurde.