Buchsbaum schneiden - Anleitung zum Formschnitt


Buchsbaum schneidenDer Buchsbaum wird in den hiesigen Gärten, Gartenanlagen und Parks sehr geschätzt, da sich dieser in diverse Formen schneiden lässt. Das immergrüne Formgehölz bringt attraktive Akzente in den Garten und schafft eine beständige und ruhige Atmosphäre. Damit die Pflanze weiterhin gesund und dicht wächst, ist die richtige Schnitttechnik und adäquates Handwerkszeug unbedingt erforderlich. Auf diese Weise kann der Buchsbaum relativ einfach in strenge und geometrische Formen geschnitten werden. Die Häufigkeit und der Zeitpunkt des Schnitts hängen stark von der Sorte, der entsprechenden Wuchsform und der Wachstumsgeschwindigkeit ab.

Steckbrief zum Buchsbaum und seinem Formschnitt
  • Langsames Wachstum, ideal für Formschnitte
  • Dichter und kompakter Wuchs
  • Gute Schnittverträglichkeit, lässt sich sogar mehrmals pro Jahr in Form schneiden
  • Ideal sind zwei Formschnitte, einer zum Frühlingsende und der andere zum Sommerende
  • Immergrüner Strauch, welcher eine Wuchshöhe von ca. 4-5 Metern erreichen kann
  • Sehr beliebt sind geometrische Formen, z. B. Kugeln, Kegel, Pyramiden und Spiralen
  • Schablonen helfen bei der Einhaltung der Form
  • Ideal für thematisch angelegte Gärten und Parks
  • Lässt sich auch als Hecke anlegen und in Form schneiden
  • Sortenauswahl in Kombination mit gewünschtem Formschnitt planen
  • Sehr beliebt sind "Suffruticosa", "Handworthiensis" und "Rotundifolia"

Eigenschaften und Schnittfähigkeit

Der Buchsbaum lässt sich in viele unterschiedliche Formen schneiden und dem Rest der Gartengestaltung anpassen. Falls das Gehölz nicht getrimmt wird, wächst es zu einem großen und umfangreichen Busch heran. Der Baum findet sowohl in barocken Gärten mit streng ausgerichteten Formgebungen als auch in locker gestalteten Naturparks seinen Einsatz. Aufgrund seiner hohen Schnittfestigkeit wird er vielerorts auf gepflegten Friedhöfen angepflanzt, als Einfassung für Wege und Gräber. Die folgenden Eigenschaften zeichnen den Buchsbaum und seinen Formschnitt aus:
  • Überzeugt vor allem mit einer ausgesprochen langsamen Wachstumsgeschwindigkeit
  • Lässt sich hervorragend in eine gewünschte Form schneiden, welche für einige Zeit anhält
  • Das Gehölz gibt es in einer abwechslungsreichen Sortenvielfalt
  • Mittlerweile im Sortiment jeder gut ausgestatteten Gärtnerei und Baumschule zu finden
  • Konstante und adäquate Pflege garantiert gesunde und prächtige Entwickelung

Zeitpunkt für den Schnitt

Der Buchsbaum sollte lieber öfter, dafür aber immer nur mäßig beschnitten werden. Mit einem starken Rückschnitt, welcher nur alle paar Jahre erfolgt, wird dem Formgehölz kein Gefallen getan. Durch das häufige Schneiden bekommt der Buchs eine dichte, kompakte und gesund wirkende Wuchsform. Neben einer einzelstehenden Buchsform lässt sich das Gehölz als auch Buchshecke anlegen. Für den besten Zeitpunkt des Schnittes gibt es keinen allgemein geltenden Rat, da dies von Sorte zu Sorte sehr unterschiedlich sein kann.Buchsbäume Der erste Formschnitt sollte jedoch grundsätzlich vor dem Ende der ersten Wachstumsphase erfolgen, welche etwa zum Ende des Monats Juni ihren Höhepunkt erreicht. Wenn die folgenden Ratschläge beachtet werden, sind bessere Resultate beim Formschnitt möglich:
  • Nur in der Wachstumsphase schneiden, zwischen April und September
  • Um die Form schön ebenmäßig zu erhalten, diese mindestens zweimal pro Jahr beschneiden
  • Den ersten Schnitt, den grundsätzlichen Formschnitt, idealerweise zwischen Mai und Anfang Juni durchführen
  • Der zweite Schnitt wird als Pflegeschnitt angesetzt, spätestens zum Beginn des Septembers planen
  • Für eine hohe Genauigkeit
  • Nicht mehr ab Mitte September - Anfang Oktober schneiden
  • Durch zu späte Schnitte kann sich der Neutrieb bis zum Winteranfang nicht mehr genügend entwickeln
  • Extrem spät angesetzte Schnitte führen oft zu Erfrierungen beim Buchsbaum
  • Im ersten Pflanzjahr besser nicht schneiden, das Gehölz braucht Zeit zum Anwachsen

  Speziell bei jüngeren Buchshecken lässt sich durch ein mehrmaliges Schneiden, nur in der Wachstumsphase und über das Jahr verteilt, das Wachstum anregen und eine sehr dicht verzweigte und buschige Wuchsform erzielen.

Vorgehensweisen beim Schneiden

Das Formgehölz verträgt zwar sogar einen extremeren Rückschnitt sehr gut, jedoch müssen gewissen Bedingungen stimmen, damit sich dieser schnell wieder erholen kann. Damit der Buchsbaum nach dem Formschnitt schön und gesund aussieht, sind die folgenden Kriterien zu beachten:
  • Nicht bei stark sonnigen Wetterlagen beschneiden
  • Zu viel Sonne verfärbt die Blätter braun, da die frischen Schnittflächen viel Flüssigkeit aussondern
  • Den Buchs vor dem Schnitt nass machen, dann lässt sich dieser einfacher beschneiden
  • Durch nasse Blätter und Zweige werden auch unnötige Schäden vorgebeugt
  • Keine klebrigen und schmutzigen Klingen verwenden, diese im Vorfeld gut reinigen und desinfizieren
  • Die Klingen des Werkzeuges auch während des Schneideprozesses sauber halten und häufiger anfeuchten
  • Die Sträucher von innen nach außen und von oben nach unten beschneiden
  • Ganz leicht in den Blattwuchs vom letzten Jahr hinein schneiden, damit ein dichteres Blattwerk nachwächst
  • Regelmäßig alle toten Zweige, kranke Bereiche und Blattabfälle entfernen, speziell aus der Mitte des Buchsbaumes, um schädliche Pilzkrankheiten zu verhindern

  Der Buchsbaum lässt sich auch sehr großzügig beschneiden, auf diese Weise sind Forstschäden aus dem letzten Winter schnell zu reparieren. Ein radikaler Schnitt sollte jedoch nur schrittweise erfolgen und nicht mehr als ein Drittel der Höhe oder der Breite des Gehölzes pro Jahr betragen.

Sortenvielfalt

Die diversen Buchsbaumsorten unterscheiden sich stark bezüglich ihrer endgültigen Größe, der Wuchsstärke, der Form und der Farbe der Blätter. Nicht jede Sorte ist gleichermaßen gut für einen Formschnitt geeignet, idealerweise werden diese Eigenschaften direkt beim Kauf beachtet. Eine wichtige Überlegung bei der Sortenauswahl ist die zukünftige Gestaltung des Buchsbaumes und die endgültige Größe, die dieser erreichen soll. Ausschlaggebend bei der Auswahl sind die natürlichen Wuchskriterien des Gehölzes, welche zu der gewünschten Schnittform passen müssen:
  • Buchsbäume im TopfFür Kugelformen eigenen sich besonders die buschigen Wuchsattribute
  • Hoch wachsende Sorten passen zu elliptischen Kegelformen
  • Für hohe Schnitthecken ist der Buxus sempervirens var. arborescens geeignet, da dieser extrem schnittverträglich
  • Der sehr
  • "Handworthiensis" und "Rotundifolia" sind für kleinere Gärten und Kugelformen ideal
  • "Elegantissima" ist eine buntblättrige Sorte für spezielle Highlights im Garten, jedoch frostempfindlicher und benötigt eine entsprechendes Winterquartier
  • Relativ frostharte Sorten sind "Blauer Heinz" und "Green Gem"
  • Für sehr komplexe Formschnitte schneller wachsende Sorten nehmen

Formschnitt

Wenn Gärten formal gestaltet werden, wirken diese zu jeder Jahreszeit stets gepflegt, elegant und sind eine Wohltat für das Auge. Bei einem Formschnitt mit strengen geometrischen Stilelementen, verbreiten diese Formgebungen eine wohltuende Ruhe und Symmetrie im Gartenbereich. Mit einem interessanten Schnitt macht der Buchsbaum immer eine gute
  • Schöne Formschnitte sind unter anderem die Kugel, Kegel, Pyramiden und Spiralen
  • Genügend Zeit für den Schnitt einplanen, mit Muße und Vorsicht ans Werk gehen
  • Idealerweise mit einer Linie beginnen, welche einmal um den Busch herum den gewünschten Umfang markiert
  • Vorgezogene Linie dient der Orientierung
  • Sowohl bei runden als auch bei eckigen Formen lieber vorsichtig beim ersten Durchgang beschneiden
  • In einem zweiten Durchgang die genaue Form herausarbeiten
  • Zwischendurch immer wieder ein paar Schritte zurückgehen und von allen Seiten einen prüfenden Blick auf die Form werfen
  • Ein genauer Überblick sorgt für eine hohen Symmetrie beim Schnitt
  • Für geometrische Formen Schablonen anlegen
  • Metallschablonen im Fachhandel erhältlich

Selbstgebaute Schablone

Die Schablonen für den Schnitt können zwar aus dem Fachhandel bezogen werden, diese lassen sich jedoch relativ einfach aus Pappe selber herzustellen:
  • Durchmesser des vorhandenen Buchsbaums bestimmen und als Richtlinie nutzen
  • Maßband, ein Stück Schnur oder Zollstock verwenden
  • Abhängig von der Form vorgehen, bei runden Formen Kreise ziehen, für eckige Formen Lineal oder gerades Holzstück nutzen
  • Bei runden und elliptischen Formen Stift an Schnur befestigen und die Form entsprechend dem Durchmesser zeichnen

Handwerkszeug

Damit der Buchsbaum beim Formschnitt nicht unnötig leidet oder sogar zu Schaden kommt, ist qualitativ hochwertiges Werkzeug sehr wichtig. Für großformatige Hecken eignen sich motorbetriebene Scheren, während manuelle Scheren für komplexe Buchsbaum-Skulpturen sinnvoller sind. Aufgrund des harten Holzes und des dichten Wuchses des Baumes müssen die Klingen stets scharf sein und bei Bedarf nachgeschärft werden. Die folgenden Kriterien sind beim Werkzeug zu beachten:
Buchsbaum schneiden
  • Klingen stets in einem scharfen Zustand und sauber halten
  • Stumpfe und dreckige Klingen führen oft zu schlimmen Schnittwunden
  • Hochwertige Beidhandschere für komplexe und größere Buchsformen
  • Schafscheren oder Scheren mit extralangen und zweischneidigen Klingen sind für kleine Buchs-Skulpturen und feine Formschnitte geeignet
  • Spezielle Buchsscheren sind ideal für das feine und überschaubare Ausbessern der Form
  • Motorbetriebene Scheren lohnen sich erst ab einem größeren Baumbestand
  • Vorsichtig ansetzen, da hier schnell zu viel abgeschnitten wird

Hinweise zur Pflege

Damit der Buchsbaum sich nach dem Schnitt schnell wieder erholen kann, sind die folgenden Pflegehinweise unbedingt einzuhalten:
  • Schattiger bis halbschattiger Standort, pralle Sonneneinstrahlung verbrennt frische Schnittwunden
  • Gute Bodenqualität, um den hohen Nährstoffbedarf des Baumes zu decken
  • Ausreichende Versorgung mit Wasser
  • Im März mit potentem Langzeitdünger versorgen
  • Bei häufig angesetzten Rückschnitten Wasser- und Düngergaben entsprechend erhöhen
  • Zusätzlich organischen Dünger einsetzen, Kompost ist gut geeignet Buchsbaum lässt sich durch Stecklinge in Eigenregie vermehren
  • Stecklinge beim Pflegeschnitt entnehmen, Länge etwa 10 cm, diese wurzeln noch vor dem Wintereinbruch
  • Die meisten Sorten sind winterfest und können an ihrem Standort problemlos überwintern
  • Manche buntblättrige Buchssorten brauchen ein geeignetes Winterquartier
  • Direkt nach dem Schnitt anfällig für Schädlinge und Krankheiten
  • Triebsterben ist an Blättern und Stängeln ersichtlich

Häufig gestellte Fragen

Welche Formen eignen sich für den Schnitt des Buchsbaumes?
Der Buchsbaum lässt sich in viele verschiedene Formen schneiden, besonders beliebt und weitverbreitet sind die Kugel, der Kegel, die Pyramide und die Spirale. Bei der Auswahl der Form sind der Wuchs und die Wachstumsgeschwindigkeit der Buchsbaumsorte entscheidend, die hierzu passend ausgesucht werden sollte.

Wann und wie oft ist der Buchsbaum zu beschneiden?
Aufgrund seiner hohen Schnittverträglichkeit kann der Buchsbaum mehrmals über das Jahr verteilt beschnitten werden, jedoch immer nur in der Wachstumsperiode von April bis September. Ideal sind zwei formgebende Schnitte, einer Mitte Mai und der andere Mitte August, dann sieht der Baum das ganze Jahr über gepflegt aus und die gewünschte Form bleibt dauerhaft erhalten.

Was ist bei der Sortenauswahl zu beachten?
Buschig und langsam wachsende Sorten eignen sich speziell für die Kugel und die Pyramidenform, da diese nach dem Schnitt über eine längere Zeit formstabil bleiben. Hoch aufragende und schneller wachsende Sorten sind ideal für elliptische Kegel und Spiralformen, aufgrund der höheren Wachstumsgeschwindigkeit lassen sich diese Formen zeitnah realisieren.