Fuchsien überwintern - Rückschnitt und Pflege im Topf

Fuchsien - FuchsiaVielfältig, pflegeleicht und in vielen kräftigen Farben - die Fuchsie gehört in unseren Breiten längst zu den beliebtesten Balkongewächsen; immer mehr Gärtner nutzen zudem Sorten, die sich auch ins Freiland setzen lassen. Die Fuchsien, die zu den Nachtschattengewächsen gehören, gedeihen am besten im Schatten oder Halbschatten - mittlerweile sind jedoch auch Varianten erhältlich, denen gerne ein Sonnenplatz zugewiesen werden kann.

Inzwischen kennt man insgesamt 2000 verschiedene Sorten von der pflegeleichten Pflanze, die ursprünglich in den Anden beheimatet ist und von der zahlreiche Wildarten auch in Neuseeland vorkommen. Wichtig ist jedoch eine korrekte Überwinterung, damit der Hobbygärtner auch noch im nächsten Jahr Freude an seiner Fuchsie hat.

Steckbrief zur Fuchsie:
  • gehören zu den verholzenden Pflanzen
  • sind als Strauch, Halbstrauch und Baum erhältlich
  • präsentieren vierzählige Blüten mit Blütenstielen von 2-8cm
  • Farbe der Blüten variiert, zum Beispiel Rosa, Violett, Blau, Rot, Weiß
  • dunkelgrüne Blätter, meist gezähnt oder ganzrandig

Vorbereitungen - Düngen und Gießen einstellen

Fuchsien - FuchsiaDie Überwinterung der Fuchsien beginnt mit einer gründlichen Vorbereitung ab September; ab diesem Zeitpunkt sollte man die üblichen Pflegemaßnahmen insgesamt etwas zurückfahren. So hat es sich als sinnvoll erwiesen, schon jetzt allmählich die Wasserzufuhr zu reduzieren. Darüber hinaus ist es wichtig, die Düngung komplett einzustellen; auf diese Weise erhält die Pflanze die Möglichkeit, sich auf die bevorstehende Winterruhe einzustellen. Dabei hören nicht nur die Blüten auf zu wachsen, sondern auch die wichen Triebe beginnen sich zu verändern. - Diese gehen allmählich in den verholzten Zustand über.

Schneiden

Sobald keine Düngung mehr erfolgt, beginnen die weichen Triebe mit dem Verholzungsprozess. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Pflanzen nach jeder Wachstumsperiode einem Rückschnitt zu unterziehen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Gewächse künftig nur noch wenige Blüten entwickeln - mit der Zeit vergreist die Pflanze zudem immer mehr. Erfolgt hingegen ein gezielter Rückschnitt, können aus den Augen neue Triebe wachsen, die dann wieder Blüten tragen.

Auch der Zeitpunkt des Rückschnitts ist entscheidend; grundsätzlich kann das Gewächs sowohl im Winter als auch im Frühjahr gestutzt werden. Wer die Fuchsie bereits im Winter schneidet, profitiert von einer geringeren Größe des Gewächses, so dass im Winterquartier weniger Platz eingeplant werden muss. Wer dennoch die Hauptschneidemaßnahmen im Frühjahr durchführen möchte, kann der Pflanze zunächst einen Grobschnitt zuführen, während der Nachschnitt für die Feinheiten dann im Frühjahr erfolgt.

Der exakte Zeitpunkt des Winterrückschnitts kann variieren:
  • winterharte Fuchsien: vor Beginn der ersten großen Frostperiode
  • nicht winterharte Fuchsien: vor dem Einlagern
  • Fuchsien, die in einer Erdgrube überwintern: kein Rückschnitt (Schnittstellen sind pilzanfällig)
Während der Schneidemaßnahmen sollte man damit rechnen, dass Pflanzensaft aus der Fuchsie austritt. Von dieser Erscheinung sollte sich der Hobbygärtner jedoch nicht beunruhigen lassen, da das Gewächs den damit verbundenen Flüssigkeitsverlust selbstständig reguliert. Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch das sorgfältige Entfernen des Wassers, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Winterharte Fuchsien

Fuchsien - FuchsiaMittlerweile sind zahlreiche winterharte Fuchsien im Handel; diese können die kalte Jahreszeit im Garten verbringen. Dann sterben lediglich die oberirdischen Teile ab, während sich nach überstandener Winterpause aus den Wurzelballen im Folgejahr wieder neue Triebe entwickeln. Allerdings ist damit zu rechnen, dass auch Varianten, die als winterhart bezeichnet werden, bereits bei Temperaturen um -5°C Schaden nehmen; als sehr winterhart deklarierte Sorten vertragen mitunter Temperaturen bis unter 20°C.

In jedem Fall sollte auch bei diesen Varianten ein geeigneter Schutz vor Frösten erfolgen. Zum Schutz vor dem Durchfrieren ist es zunächst wichtig, winterharte Freilandfuchsien frei im Beet wurzeln zu lassen, ohne einen begrenzenden Topf. Darüber hinaus hat es sich als sinnvoll erwiesen, die Pflanze zusätzlich mit Mulch und Stroh abzudecken, um einen gewissen Dämmeffekt zu erzielen. Bei extremen Frösten sollte der Winterschutz ausgebaut werden: Hier eignet sich ein stabiler Karton, der über den Wurzelballen gestülpt werden kann.

Bereits bei der Bepflanzung kann an den Winterschutz des Gewächses gedacht werden; wer in die Nähe der Fuchsien immergrüne Bodendecker setzt, profitiert in der kalten Jahreszeit von einem zusätzlichen Kälteschutz.

Besondere Vorsicht ist bei Nachfrösten im Frühjahr geboten, wenn sich bereits erste Triebe entwickelt haben; wenn diese absterben, ist mit einer eingeschränkten Blüte zu rechnen.

Nicht winterharte Fuchsien - Pflege im Winter

Fuchsien, die grundsätzlich nicht winterhart sind, benötigen während der kalten Jahreszeit etwas mehr Aufmerksamkeit. Bereits bei deren Pflanzung sollte man an die spätere Überwinterung denken und das Gewächs in einen Topf setzen, der dann einfach wieder aus der Erde genommen werden kann. Man sollte die meist als Topfpflanze gehaltenen Fuchsien vor dem Überwintern möglichst lange im Freien stehen lassen, da die niedrigen Temperaturen zu einer besseren Verholzung beiträgt. Vor dem ersten großen Frost - in der Regel im November - werden die Fuchsien dann ins Winterquartier umgesiedelt.

Insbesondere Pflanzen, die noch keinen ausgeprägten Winterschnitt erhalten, sollten anschließend folgende Aspekte beachtet werden:
  • Fuchsien - FuchsiaBefreiung der Pflanze von Blättern, Früchten und Blüten
  • Entsorgen der abgetrennten Pflanzenteile, um Infektionen vorzubeugen
  • Kennzeichnung der Gewächse nach jeweiligen Sorten
  • Leichtes Anfeuchten der Pflanzenerde
Als Winterquartiere eignen sich Gewächshäuser ebenso wie Dachböden, Hausflure, Kellerräume oder aber Wintergärten. Wichtig sind Temperaturen, die sich zwischen einem und zehn Grad Celcius bewegen. Darüber hinaus ist eine gewisse Luftfeuchtigkeit für eine optimale Überwinterung von Fuchsien wichtig.

Nach der Umsiedlung der Gewächse ist darauf zu achten, die einzelnen Exemplare nicht zu dicht nebeneinander zu stellen. Darüber hinaus sollte eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet sein.

{infobox type=check|content=Es sollte sich um eine gemäßigte Luftzirkulation handeln; jegliche Zugluft wird von der Fuchsie nicht vertragen!}Während der Überwinterung sind die Gewächse immer wieder auf Krankheiten, Schädlinge und einen Befall von Schimmelpilzen hin zu kontrollieren.

Alternativen - Plastiktüten und Erdgruben

Alternativ zur klassischen Überwinterung in Kellerräumen, Fluren oder Wintergärten können Fuchsien während des Winters auch in Plastiktüten oder Erdgruben lagern.

Für die Überwinterung in Tüten aus Plastik feuchtet man in einem ersten Schritt die Substraterde in den Töpfen an; anschließend werden die Gefäße in die Plastiktüten hineingesetzt und an der Oberseite verknotet. Zum Schluss erfolgt die Unterbringung der Tüte in einen geschützten Raum. Diese Art der Überwinterung bietet den Vorteil, dass sich die Fuchsie leicht transportieren und umlagern lässt. Allerdings ist eine stete Kontrolle auf Schimmelpilzbefall erforderlich!

Die Überwinterung von Fuchsien in Erdgruben kommt hingegen ausschließlich für ältere Pflanzen in Frage, da diese bereits einen gewissen Grad an verholzten Anteilen aufweisen. Hierfür muss ein Platz gewählt werden, der vor Nässe geschützt ist. Bei der Errichtung dieses Winterquartiers sind folgende Aspekte zu beachten:
  • Ausheben einer Grube von 60 bis 80cm Tiefe
  • Auskleiden der Grube mit Brettern
  • Auffüllen des Grubenbodens mit Torf (etwa eine handbreit tiefe Lage)
  • Fuchsien mitsamt Topf in die Grube setzen
  • Bedecken der Schichten mit Torf
Zum Schluss wird die oberste Torschicht sowohl mit Brettern als auch mit wasserdichter Folie abgedeckt.

Nach der Überwinterung

Fuchsien - FuchsiaInsbesondere Fuchsien, die keinen oder nur einen groben Winterschnitt erfahren haben, sollten jetzt gekürzt werden. Hierbei sind die alten Triebe etwa 5mm oberhalb eines Auges abzuschneiden, wobei kranke Triebe bis ins gesunde Holz hinein gekürzt werden. Je besser der Gesundheitszustand der Fuchsie ist, umso stärker kann anschließend auch der Rückschnitt erfolgen; allerdings sollten die einzelnen Triebe um nicht mehr als insgesamt zwei Drittel eingekürzt werden. Jetzt hat sich auch ein Umtopfen bewährt, bei dem frisches und nährstoffreiches Substrat zum Einsatz kommt.

Nach erfolgtem Schnitt ist auch die Zufuhr von Feuchtigkeit angezeigt; dabei reicht es aus, die Erde bis zur Ausbildung der ersten Triebe leicht feucht zu halten. Die herkömmliche Bewässerung beginnt erst wieder, wenn bereits Blätter an der Pflanze zu sehen sind. Umsicht ist geboten bei der Menge des Wassers, das ausgegeben wird: Fängt die Pflanze plötzlich an zu kümmern oder bilden sich die Triebe nicht mehr richtig aus, kann zu viel Feuchtigkeit im Boden die Ursache sein. Dann hat es sich bewährt, die betroffenen Wurzeln wegzuschneiden und die Fuchsie in einen kleineren Topf zu setzen. Anschließend sind die Chancen für ein erneutes Austreiben recht gut.

Häufig gestellte Fragen

Welche Sorte präsentieren sich winterhart und können im Freien überwintert werden?
Sehr bekannt ist hier vor allem die Scharlachfuchsie, die als kleiner Strauch mit roten Blüten wächst.

Kann bei der Überwinterung von winterharten Fuchsien im Freien auch Torf zur Abdeckung verwendet werden?
Torf hat sich in diesem Fall nicht bewährt; dieser lagert eher Wasser und keine Luft ein. Mit dieser Substanz wird während der kalten Jahreszeit keine Bildung isolierender Luftschichten erzeugt.