Wandelröschen überwintern - Rückschnitt und Winter-Pflege

WandelroeschenFarbenfroh, pflegeleicht und immer wieder für eine Überraschung gut - das Wandelröschen wird auch in unseren Breiten immer beliebter. Ursprünglich in den tropischen Gebieten Amerikas beheimatet, wird das frostempfindliche Gewächs hierzulande meist als Kübelpflanze gezogen. Der Name der Pflanze rührt von seiner Farbverwandlung her, die im Laufe des Sommers zu beobachten ist; in der Regel werden die Nuancen allmählich immer dunkler oder schlagen gar vollständig in eine andere Farbe um. Auf diese Weise birgt jede Pflanze ihren eigenen Überraschungseffekt. Aufgrund der Pflegeleichtigkeit gelingt die Kultivierung des Wandelröschens auch jedem Anfänger.

Kurzer Steckbrief zum Wandelröschen:
  • immergrüner, nicht winterharter Strauch mit etwas sparrigem Wuchs
  • je nach Kultur wird eine Gesamthöhe zwischen 30cm und 150cm erreicht
  • ovale, stark runzelige, rau behaarte dunkelgrüne Blätter
  • halbkugelige Blütenstände aus schlanken Röhrenblüten mit verbreitertem Kronsaum
  • unterschiedliche Blütenfarben: Weiß, Gelb, Orange, Rosa, Violett
  • Blüten oft mit hellem Auge
  • im Verblühen zeigen die Blüten eine dunklere oder komplett andere Farbe
  • kugelige Früchte
  • Blütezeit: Mai bis Oktober

Vorbereitung für den Winter - Schneidemaßnahmen

Wandelröschen zeigen sich Frost gegenüber sehr empfindlich. Aus diesem Grund sind bei der Überwinterung bestimmte Aspekte zu beachten. Bevor jedoch eine Umsiedlung in das Winterquartier erfolgen kann, ist eine entsprechende Vorbereitung des Gewächses notwendig. Hierzu gehört vor allem ein gezielter Rückschnitt; durch diese Maßnahme gleitet das Gewächs wesentlich leichter in den Zustand der Winterruhe über. Darüber hinaus erhält das Wandelröschen auf diese Weise eine kompaktere Form, so dass eine Platz sparende Überwinterung möglich ist. Nicht zuletzt werden auch die Überwinterungsreviere vergrößert: Die Pflanze kann nach einem Rückschnitt auch in dunklen Räumen einlagern.

Die Schneidemaßnahmen werden am besten im Herbst durchgeführt. Zunächst entfernt man verblühte Blütendolden, bevor das Einkürzen der Triebe erfolgt. Wie stark das Wandelröschen zurück geschnitten wird, hängt vor allem vom Winterquartier ab. Handelt es sich um einen dunklen Kellerraum, darf der Rückschnitt ruhig drastisch erfolgen; dann ist es möglich, das Gewächs bis auf wenige Zentimeter herunterzuschneiden. Ohne grünes Laub benötigt das Wandelröschen praktisch überhaupt kein Licht. Wer die Pflanze hingegen in einem hellen Raum überwintern möchte, sollte einen leichten Rückschnitt wählen, denn in diesem Fall trägt das Gewächs durchaus einige grüne Blätter.

  Um die Verdunstungsfläche der Pflanze während der Überwinterung zusätzlich zu reduzieren, hat es sich bewährt, das Wandelröschen oben zusammenzubinden.

Überwinterung im Wohnzimmer

Goldene WandelroeschenEine helle Überwinterung kann beispielsweise im Wohnzimmer erfolgen; hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Pflanze keine echte Ruhepause einlegt und - genau wie die Ursprungspflanze in den Tropen - auch im Winter wächst und Blüten ausbildet.
Bei der Überwinterung im Wohnzimmer sind folgende Aspekte zu beachten:
  • als Winterquartier eignet sich ein Blumenfenster
  • regelmäßige Bewässerung
  • alle 4 Wochen düngen
  • Verblühtes entfernen
Wer sein Wandelröschen im Wohnzimmer überwintert, sollte jedoch bedenken, dass es sich hierbei um ein sehr ungünstiges Winterquartier handelt; zwar benötigen die Gewächse in ihrem Ursprungsort ebenfalls keine Winterruhe


- aber dort sind Luftfeuchtigkeit und Lichtintensität ideal, die in unserem Breiten so perfekt nicht erreicht werden können. In Deutschland bedeutet diese Überwinterung deshalb einen erheblichen Stress für die Pflanze, die sich anschließend anfällig präsentiert und insgesamt geschwächt wird. Außerdem ist die Gefahr eines Schädlingsbefalls erheblich größer als bei einer klassischen Überwinterung in dunklen Räumen. Diese erhöhte Anfälligkeit zeigt sich dann häufig auch noch im darauf folgenden Sommer.

Überwinterung im Keller und Kalthaus

Etwas besser eignet sich die Überwinterung in einem Keller, da hier das Wandelröschen eine Winterruhe einlegen kann. Allerdings sollte es sich wirklich um eine dunkle Räumlichkeit handeln und vorher kräftig zurück geschnitten worden sein.

Ein optimales Winterquartier stellt jedoch vor allem das Kalthaus dar; hier kann man diese Ruhe künstlich erzwingen und anschließend ideale Bedingungen der Überwinterung bieten. Vor dem ersten Frost stellt man das Wandelröschen an einen kühlen und hellen Ort, an dem dauerhaft Temperaturen um 10°C herrschen, klassischerweise in einem Kalthaus. Alternativ kann jedoch auch ein kühles Treppenhaus gewählt werden, wenn hier die Temperaturen relativ konstant sind und nur kurzfristig auf maximal 5°C absinken.

Überwinterung im Garten

Wandelroeschen aus der NäheWandelröschen gedeihen während der Sommermonate besonders gut im Garten, weil hier die Lichtverhältnisse optimal sind und insbesondere bei vielen Sonnenstunden auch ein ausreichendes Maß an Wärme gewährleistet ist. Allerdings ist eine Überwinterung im Freien grundsätzlich nicht zu empfehlen, da die Pflanze bereits bei wenigen Grad unter Null erhebliche Schäden davonträgt. Selbst bei einer optimalen Abdeckeng, zum Beispiel mit Laub, ist die Überwinterung im Garten nicht möglich.

Wurde das Wandelröschen im Freibeet kultiviert, hat es sich deshalb bewährt, die Pflanze aus der Erde zu nehmen und in einem Kübel zu setzen. Jetzt kann die Überwinterung wie beschrieben beispielsweise im Kalthaus erfolgen.

Pflege während der Überwinterung

Für eine optimale Überwinterung des Wandelröschens sollten folgende Aspekte  beachtet werden:
  • mäßig gießen
  • keine Düngung
  • kein weiterer Schnitt
  • auf Schädlingsbefall achten
Die Größe der Wasserportionen ist vom jeweiligen Winterstandort der Pflanze abhängig. Je kühler das Gewächs überwintert wird, umso weniger darf gegossen werden. Am besten prüft man vor jeder Bewässerung, ob eine erneute Wassergabe notwendig ist; wenn sich die Oberfläche des Substrats wirklich trocken anfühlt, darf erneut gegossen werden.

  Grundsätzlich ist die Bewässerung während der Winterruhe so vorzunehmen, dass weder die Wurzeln komplett austrocknen noch Staunässe entsteht.

Egal welches Quartier für die Überwinterung des Wandelröschens gewählt

wird - optimale Bedingungen werden in keinem Fall erreicht werden. Aus diesem Grund lassen während dieser Zeit in der Regel sowohl Wuchskräfte als auch die allgemeinen Abwehrkräfte nach. Schädlinge können deshalb insbesondere im Winter zu einem Problem werden. Dabei gilt: Vor allem wenn die Überwinterung im Haus erfolgt, ist mit einem Befall von Schädlingen zu rechnen, zum Beispiel der Weißen Fliege; auch ein Pilzbefall ist möglich. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Kontrolle jedes einzelnen Exemplars unbedingt erforderlich.

Pilze und Schädlinge bekämpfen

Der Befall von Pilzen macht sich beim Wandelröschen häufig erst bemerkbar, wenn diese beim Neuaustrieb

schwarze Blätter entwickeln. In diesem Fall ist es wichtig, jeden befallenen Trieb deutlich bis in den gesunden Pflanzenbereich zurückzuschneiden.

Der Befall der Weißen Fliege ist anhand eines charakteristischen Schadbilds zu erkennen:
  • Blätter fleckig und vergilbt
  • bei starkem Befall Austrocknen und Blattverlust
  • Honigtau auf den Blattoberseiten
  • bei Berührung fliegen die Insekten auf
Als vorbeugende Maßnahme hat es sich bewährt, das Überwinterungsquartier immer wieder einmal vorsichtig zu lüften. Bei einem akuten Befall können darüber hinaus Gelbtafeln zum Einsatz kommen; notfalls helfen auch nützlingsschonende Präparate, die in der Regel mehrmals in kurzen Abständen gespritzt werden müssen.

Nachbereitung - Pflege nach der Überwinterung

Weisse WandelroeschenNach erfolgreicher Überwinterung sollte man das Wandelröschen möglichst behutsam auf die bevorstehende Zeit im Freien vorbereiten. Allerdings hat es sich bewährt, mit der Auswinterung bereits im Februar zu beginnen; dann hat es sich bewährt, zunächst eine etwas wärmere Umgebung für die Pflanze zu wählen, die jedoch unbedingt vor Zugluft schützen sollte. Im Zuge der Auswinterung sollte zusätzlich ein Rückschnitt erfolgen, bei dem das Gewächs um ein Drittel eingekürzt wird. Ist vor dem Winter überhaupt kein Rückschnitt erfolgt, kann dieser jetzt auch etwas radikaler durchgeführt werden. Grundsätzlich müssen während dieser Schneidemaßnahmen auf jeden Fall die während des Winters gebildeten Triebe entfernt werden, die zu schwach sind, um in der nachfolgenden Zeit zu überleben.

Eine Bewässerung und Düngung erfolgt erst, wenn die Pflanze einige kräftige Triebe ausgebildet hat - zunächst sind jeweils nur kleine Portionen auszugeben.

Ins Freie darf das Wandelröschen erst, wenn ab Mitte der Eisheiligen keine Frostgefahr mehr besteht. Dennoch gilt auch dann, dass die Pflanze nicht direkt in die pralle Sonne gestellt werden sollte! Es besteht die Gefahr, dass die Blätter verbrennen. Es hat sich hingegen bewährt, die Gewächse zunächst einige Tage in den Schatten zu stellen oder aber unter einen Sonnenschirm zu stellen, so dass sich die Wandelröschen allmählich an eine direkte Sonneneinstrahlung gewöhnen können.

Häufig gestellte Fragen

Die Überwinterung wurde gemäß der Empfehlungen durchgeführt. Trotzdem ist von der Pflanze im Frühjahr nur noch ein Gerippe übrig. - Ist dies normal?
Insbesondere bei einer dunklen Überwinterung ist das spärliche Aussehen des Wandelröschens eher die Regel; hier ist kein Handlungsbedarf angezeigt.

Nach der Überwinterung erscheinen die Blüten viel zu spät. Welche Ursache liegt diesem Phänomen zugrunde?
Wenn nach der Überwinterung die Blüten im Folgejahr zu spät erscheinen, ist die Auswinterung nicht optimal erfolgt. Bereits im Februar sollte das Gewächs unbedingt wärmer und heller gestellt werde. Dann kann mit einer rechtzeitigen Blütenbildung gerechnet werden.