Asche und Kohle als Dünger verwenden - ist das möglich?

Asche als DüngerÜppig blühende Gewächse und farbenfrohe Blumen - wer seine Pflanzen in der heimischen Grünanlage regelmäßig mit einem Dünger versorgt, kann sich über eine besonders stark ausgeprägte Vegetation freuen. Als natürliches Düngemittel eignet sich unter anderem auch Asche, welche die Gewächse mit unterschiedlichen Nährstoffen versorgt. Aber Vorsicht: Nicht jede Variante dieses natürlichen Stoffes ist für den Einsatz als Dünger gleichermaßen geeignet! Wer die Rohstoffe zum Verbrennen jedoch sorgfältig auswählt und darüber hinaus auch auf eine angemessene Verwendung achtet, profitiert von einer natürlichen Nährstoffversorgung und einem üppigen Pflanzenwachstum.

Kurzer Steckbrief zu Holzasche
  • entsteht durch die Verbrennung von Holz und Papier
  • enthält große Mengen an Kalk
  • versorgt den Boden mit dem Mineralstoff Kalium
  • enthält zusätzlich die Spurenelemente Eisen und Phosphat
  • löst eine basische Reaktion aus

Nährstoffversorgung des Bodens

Damit die Pflanzen innerhalb der heimischen Grünanlage optimal gedeihen können, sollte der Boden diverse Nährstoffe aufweisen. Zu den wichtigsten Makroelementen zählen folgende Sorten:
  • Stickstoff
  • Natrium
  • Kalium
  • Calcium
  • Magnesium
  • Phosphat
  • Schwefel
Daneben sollte das Substrat auch mit unterschiedlichen Mikronährstoffen angereichert sein - also Substanzen, die nur in minimalen Dosierungen vorkommen. Neben Eisen und Zink gehören beispielsweise auch Kupfer, Nickel oder Mangan zu dieser Wirkstoffgruppe. Auch Natrium und Cobalt, zwei nützliche Elemente, sollte der Boden enthalten. Die unterschiedlichen Nährstoffe müssen jedoch unbedingt in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander im  Substrat vorkommen, da sie ansonsten teilweise gegenteilige Effekte auslösen; so wirken hohe Borkonzentrationen pflanzenschädigend, während sehr niedrige Mengen von Stickstoff Wachstumsstörungen auslösen können.

Nährstoffversorgung mit Asche

Wer die heimische Grünanlage mit natürlichen Düngemitteln versorgen möchte, sollte zu Holzasche greifen. Die Asche aus Kohleprodukten hingegen ist keinesfalls geeignet, da diese zu viele Schadstoffe enthält, zum Beispiel Blei oder Chrom.

  Keinesfalls darf die Asche von Holz und Kohle miteinander gemischt werden! Auch in der Mischung sind dann noch zu viele Schadstoffe enthalten.

Doch auch bei der Verwendung von Holzasche sind bestimmte Kriterien zu berücksichtigen. Grundsätzlich sollte ausschließlich Asche verwendet werden, die aus unbehandeltem Holz stammt. Lackierungen, wie sie beispielsweise Holzmöbel aufweisen, können die Asche mit zusätzlichen Schadstoffen versetzen. Am besten sind folgende Hölzer geeignet:
  • Konstruktions- oder Schnitthölzer
  • klassisches Wald- und Gartenholz
  • Rinde
  • naturbelassenes Landschaftspflegegehölz
  • naturbelassenes Sägerestholz
Verbrennen von HolzVorsicht: Grundsätzlich sollten nur Hölzer zum Einsatz kommen, von denen die Herkunft bekannt ist. So weisen beispielsweise Rohstoffe, die von einer Randbepflanzung an der Autobahn stammen, erheblich mehr Schadstoffe auf als ökologisch kultivierte Bäume aus nachhaltiger Haltung. Im Kamin wird häufig auch Papier zum Entfachen verwendet. Die daraus entstandene Asche ist nur dann für den Einsatz als Dünger geeignet, wenn es sich um Zeitungspapier mit schwarzem Druck handelt. Buntdrucke Varianten oder Hochglanzpapier - zum Beispiel bei Katalogen - enthalten zusätzliche Schadstoffe, die anschließend auch in die Asche übergehen. Diese ist dann nicht mehr als Dünger verwendbar. Auch beim Verbrennen von Kartons ist Vorsicht geboten: Geeignet sind ausschließlich unbehandelte Exemplare, die keine Plastikklebebänder mehr aufweisen. Man erkennt unbehandelte Kartons an ihrer matten und natürlich


braunen Farbe, die außer einer schwarzen Beschriftung keine zusätzlichen dekorativen Elemente enthält. Die schwarze Beschriftung ist - ähnlich wie beim Zeitungspapier - unschädlich und besteht lediglich aus Rußpartikeln.

Gefahren

Wer beispielsweise lackiertes Holz verbrennt, produziert zusätzlich gesundheitsschädliche Stoffe, zum Beispiel so genannte polyzyklische Kohlenwasserstoffe oder Dioxine. Diese sind in Holzschutzmitteln enthalten, welche die Besiedlung des Rohstoffes mit Pilzen abwehrt und gleichzeitig eine Austrocknung verhindert. Die Asche stellt dann eine Gefahr insbesondere für Kinder dar, die mit Erde spielen, welche mit der Asche versetzt wurde; die oberflächennahen Bestandteile können leicht verweht und dann eingeatmet werden. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass feinste Partikel der Asche sich auf Obst und Gemüse anlagern, das zum Verzehr gedacht ist.

Holzasche

Bei der Verbrennung von klassischen Holzmaterialien ergibt sich folgende Nährstoffzusammensetzung (angegeben in Gewichtsprozent der Trockenmasse, Auswahl an Nährstoffen):
  • Calciumoxid: 41,7
  • Magnesiumoxid: 6,0
  • Diphosphortetraoxid: 2,6
  • Kaliumoxid: 6,4
  • Natriumoxid: 0,7

  Der organisch gebundene Stickstoff wird bei der Verbrennung freigesetzt und geht nicht mit in die Analyse ein.

Beim Vergleich mit Aschen aus Stroh- und Gartenpflanzenbefeuerung fällt vor allem der fünfmal so hohe Calciumgehalt auf, der mit knapp 42 Prozent den Hauptbestandteil der Holzasche ausmacht. Allerdings weist die Asche, die aus Pflanzen und Stroh gewonnen wurde, doppelt so viel Kalium auf wie Holzasche. Bei der Schadstoffbelastung von Ascherückständen aus Holz spielt vor allem das Schwermetall Chrom eine wichtige Rolle, das bevorzugt in behandelten Hölzern in beträchtlichen Mengen vorliegen kann. Andere Schwermetalle, zum Beispiel Kupfer, Zink, Arsen, Nickel oder Cadmium spielen hingegen eine untergeordnete Rolle. Um die Belastung mit Schwermetallen insgesamt zu senken, ist grundsätzlich ein möglichst guter Ausbrand anzustreben.

Wirkung

Garten düngenNicht zuletzt aufgrund des hohen Anteils an Kalium erzielt Holzasche eine basische Wirkung auf dem Substrat. Der pH-Wert beträgt zwischen 12 und 13; dieser Wert fällt bei Aschen aus Gartenpflanzen und Stroh aufgrund des höheren Anteils an Chlor und Sulfaten niedriger aus, so dass hier eine insgesamt geringere basische Wirkung zu beobachten ist. Asche, die aus verbranntem Holt stammt, löst sich innerhalb kurzer Zeit auf und dringt praktisch sofort in den Boden ein. Sowohl die basische als auch die insgesamt stärkende Wirkung auf die Pflanzen entfaltet sich deshalb sehr schnell; saure Böden werden innerhalb kürzester Zeit neutralisiert, und das Pflanzenwachstum verbessert sich zusehends.

Einsatzmöglichkeiten und Dosierung

Bei der Ausgabe von Holzasche als Dünger sollten folgende Mengen nicht überschritten werden:
  • 30g pro Quadratmeter Boden
  • diese Menge gilt für die einmal

    jährliche Gabe
  • Richtwert: 10 Schaufeln Asche reichen für 100 Quadratmeter Fläche
Je nach Einsatzgebiet kann die Verwendung der Holzasche durch unterschiedliche Varianten erfolgen. Die einfachste Möglichkeit besteht im direkten Ausbringen des Düngemittels in das Beet. Die angegebene Menge wird dabei in dünner Schicht auf das Substrat gestreut, wobei eine Überdosierung unbedingt zu vermeiden ist, um eine Überdüngung zu vermeiden. Auch der Komposthaufen kann mit Holzasche angereichert werden, Zu diesem Zweck streut man in regelmäßigen Abständen eine dünne Schicht auf die kompostierte Masse. Auch hier sollte man jedoch eine Überdosierung vermeiden.

  Bei der Verwendung von Holzasche als Dünger

sollte bedacht werden, dass sich diese nicht als flächendeckende Entsorgungsmöglichkeit von Kaminasche eignet; die in der Dosierung empfohlenen Höchstmengen sind zu diesem Zweck zu gering.

Pflanzenbeispiele

Der Einsatz von Holzasche lohnt sich vor allem unter Sträuchern oder in Blumenbeeten, aber auch an Obstgehölzen oder im Gemüsegarten. Allerdings ist bei dem Einsatz an Pflanzen, die zum Verzehr geeignet sind, insgesamt Zurückhaltung und bei der Verwendung höchste Sorgfalt geboten. Insbesondere folgende Gewächse eignen sich für die Düngung mit Holzasche:
Weil sich durch den Einsatz von Holzasche jedoch der pH-Wert im Boden verändert, sind bestimmte Pflanzenarten für die Nährstoffversorgung mit diesem Düngemittel nicht geeignet; hierzu zählen vor allem Arten, die für eine optimale Entfaltung saures Substrat benötigen:

Kaliummangel ausgleichen

Holzasche eignet sich nicht nur als allgemeines Düngemittel, das die Gewächse mit zahlreichen unterschiedlichen Nährstoffen versorgt; darüber hinaus hat sich der Einsatz auch bei Pflanzen bewährt, die unter einem speziellen Kaliummangel leiden, da dieser Mineralstoff in beträchtlichen Mengen in Holzasche enthalten ist. Insbesondere Kartoffeln oder Rote Beete sind anfällig für einen derartigen Mangel, der beispielsweise durch anhaltende Trockenperioden oder einen sandigen Boden ausgelöst werden kann. Die Blätter der Gewächse weisen dann braune Ränder auf und fühlen sich insgesamt hart an. Doch ein Mangel an Kalium ist nicht immer direkt erkennbar, sondern kann darüber hinaus auch zu bestimmten Erkrankungen führen, zum Beispiel der Rostkrankheit. Hiervon sind vor allem Margeriten, Malven, Fuchsien und Nelken, aber auch essbare Pflanzen wie Erbsen, Birnen und Pflaumen betroffen. Neben der gezielten Kaliumversorgung muss dann natürlich auch die Behandlung der Erkrankung eingeleitet werden. Auch bei der Behebung eines Kaliummangels gilt: Die Maximaldosis muss unbedingt eingehalten werden! Um einen besonders nachhaltigen Effekt zu erzielen, sollte der Holzasche zusätzlich etwas Kompost oder Steinmehl zugegeben werden.  Holzasche als Schädlingsbekämpfungsmittel, Unkrautvernichter und Frostschutzmittel.

Rasen mit MoosNeben seiner Funktion als Düngemittel kann Holzasche auch gegen verschiedene Unkräuter eingesetzt werden, insbesondere bei folgenden Sorten:
  • Moose
  • Algen
  • Wurzelunkräuter
Daneben hat sich der Einsatz auch bei unterschiedlichen Schädlingen bewährt, zum Beispiel bei Blattkäfern, Erdflöhen und Blattläusen. Die Pflanzen werden zur gezielten Abwehr leicht mit der Holzasche bestäubt. Zusätzlich eignet sich die Ausgabe von diversen Pflanzenstärkungsmitteln, zum Beispiel Brennesseljauche. Nicht zuletzt setzt man Holzasche in der heimischen Grünanlage auch als Frostschutzmittel ein. Zu diesem Zweck werden Bäume mit einem speziellen Anstrich versehen, der zusätzlich auch vor Pilzkrankheiten, Schildläusen und Apfelwicklern schützen soll. Für die Herstellung des Anstrichs vermischt man ein halbes Kilogramm Holzasche mit fünf Kilogramm Lehm und drei Kilogramm Kuhfladen. Die Masse wird anschließend mit einem halben Kilogramm Steinmehl, einem halben Liter unverdünnter Schachtelhalmbrühe und insgesamt zehn Litern Wasser versetzt und sorgfältig umgerührt. Den zähflüssigen Brei, der aus dieser Mischung entsteht, streicht man mit Hilfe einer Bürste sowohl im Februar als auch im November auf die Baumstämme; wer diese Maßnahme durchführen möchte, sollte in jedem Fall einen frostfreien Tag wählen. Vor der Behandlung werden Moos und Flechten sorgfältig vom Stamm entfernt.

  Durch den hohen Anteil Holzasche wird gleichzeitig ein wundheilungsfördernder Effekt entfaltet.

Häugig gestellte Fragen

Unterscheidet sich die Holzasche von Laubbäumen und Nadelbäumen hinsichtlich ihrer Zusammensetzung?
Die Holzasche von Nadelbäumen enthält in der Regel mehr Kalk und weniger Kalium und Magnesium als die Laubbaum-Variante.
 
Kann auch Asche eingesetzt werden, die von Pellets stammt?
Sofern es sich hierbei um Holzpellets handelt, die aus naturbelassenem Holz bestehen, ist die Asche als Dünger verwendbar. Keinesfalls jedoch darf die Asche von Kohlepellets zu diesem Zweck eingesetzt werden! Diese enthält - ebenso wie die Asche klassischer Kohleprodukte - zahlreiche Schadstoffe, die sich ungünstig auf das Pflanzenwachstum und auch auf die Gesundheit des Menschen auswirken können.