Blumendünger selber machen - Hausmittel

Natürlicher DüngerZur optimalen Pflege der Pflanzen im Garten und Haus gehört die regelmäßige Versorgung mit Dünger. Richtig angewandt fördern Sie mit den zugeführten Nährstoffen die Blüte und Ernte von Zier- und Nutzgewächsen. Doch auch wenn Sie über keinen großen Kompost oder gar Garten verfügen, müssen Sie nicht auf chemische Produkte aus dem Fachhandel zurückgreifen. Mit einfachen Hausmitteln lässt sich Blumendünger schnell und effektiv selbst herstellen. Führen Sie mit Kaffeesatz, Kartoffelwasser und Co. die entzogenen Nährstoffe wieder zu und tragen Sie so zu einer nachhaltigen und natürlichen Pflege Ihrer Pflanzen bei.

Dünger selbst herstellen

Nährstoffe und Wasser sind die beiden elementaren Dinge, welche Nutz- und Zierpflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen. Um die Gewächse optimal zu pflegen, sollte besonders in der Zeit der Blüten- und Fruchtbildung ausreichend gedüngt werden. Im Frühjahr und Herbst werden die Gartenbeete mit Kompost oder Hornspänen aufbereitet, häufig jedoch reicht dieses organische Material nicht aus, um über die Monate hinweg alle Pflanzen ausreichend und optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Ein wirksamer Pflanzendünger muss vor alledem drei Mineralstoffe enthalten: Stickstoff, Kalium und Phosphor. Diese Nährstoffe tragen zu einer verstärkten Wuchskraft und starken Blüte bei. Ein Mangel an Nährstoffen macht sich schnell bemerkbar: Die Blätter der Pflanze verfärben sich hell, vereinzelt rollt sich das Laub der Gewächse auch zusammen und vertrocknet. Lassen Sie es jedoch erst gar nicht zu diesem Stadium kommen und düngen Sie rechtzeitig und regelmäßig nach.

Um die aus dem Substrat entzogenen Nährstoffe wieder zuzuführen, müssen Sie nicht zwangsläufig auf einen Flüssig- oder Langzeitdünger aus dem Fachhandel zurückgreifen. Denn mit einfachen Hausmitteln können Sie Ihre Garten- und Zimmerpflanzen problemlos selbst mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Täglich fallen im Haushalt ökologisch abbaubare Reste an, welche nicht ungenutzt im Müll oder auf dem Kompost entsorgt werden sollten. Neben den klassischen Kaffeesatz können Sie beispielsweise auch Reste von Tee und Bananenschalen als wirksamen Blumendünger verwenden.

Kaffeesatz als Wundermittel

Mineralischer DüngerNicht nur die Gewächse im Garten sollten regelmäßig mit Mineralstoffen versorgt werden. Die Energiereserven im Pflanzgefäß sind rasch aufgebraucht, viele Zimmerpflanzen würden üppiger und kraftvoller wachsen, wenn stets genügend Nährstoffe zur Verfügung vorhanden wären. Wenig Aufwand und Kosten haben Sie, wenn Sie die Pflanzen mit Kaffeesatz düngen. Kaffeesatz ist vielseitig, denn das Material ist besonders reich an Stickstoff, Kalium und Phosphor. Werden Pflanzen welche regelmäßig mit den gemahlenen Bohnen gedüngt, so kann dadurch einem Stickstoffmangel vorgebeugt werden. Damit vermeiden Sie wirksam eine Verfärbung der Blätter und tragen zum Wachstum der Pflanzen bei. Phosphor fördert den Stoffwechsel der Pflanzen und sorgt für eine vermehrte Ausbildung von Blüten. Kalium hingegen ist ein wichtiger Nährstoff für ältere Pflanzen und beugt einem vorzeitigen Blattsterben vor.

Doch nicht nur die Inhaltsstoffe machen Kaffeesatz zu einem kostengünstigen und beliebten Blumendünger. Denn zum einen lockt ausgebrachter Kaffeesatz im Garten Regenwürmer an, welche das Erdreich ausreichen auflockern und gleichzeitig durch ihre Ausscheidungen zusätzlich den Boden Schneckenkorn. Die schleimigen Gartenbewohner meiden Beete, bei welchen dieses Material ausgebracht wurde.

  Kaffeesatz im Kompost fördert den Zersetzungsvorgang.

Bevor Sie Zimmer- oder Gartenpflanzen mit Kaffeesatz düngen, sollten Sie das Pulver erst einmal ausreichend trocknen lassen. Nur so vermeiden Sie eine Schimmelbildung, welche sich negativ auf die Pflanzen auswirken kann. Eingelagert werden kann der Kaffeesatz in einem offenen, großen Behältnis. Besonders für folgende Pflanzen-Arten hat sich Kaffeesatz als nützlicher Nährstofflieferant bewährt:

Flüssigdünger aus dem eigenen Haushalt

Bekanntermaßen lösen sich beim Kochen von Gemüse viele Vitamine und Mineralstoffe. Besonders das Wasser von gekochten Kartoffeln ist reich an Nährstoffen, kippen Sie es deswegen nicht einfach weg. Lassen Sie vielmehr das Wasser abkühlen und gießen Sie einmal in der Woche die Zimmer- und Gartenpflanzen damit. Auch die Besitzer von Aquarien sollten bei dem regelmäßigen Wasserwechsel an ihre grünen Mitbewohner im Haus und Garten denken. Aquarienwasser ist ebenfalls ein wichtiger Lieferant von Kalium und Stickstoff. Bedenken Sie jedoch, dass nur Wasser von Süßwasser-Aquarien als Dünger für Pflanzen infrage kommt. Besitzer von Meerwasser-Becken müssen die salzige Flüssigkeit weiterhin über den Abfluss entsorgen.

Brennnessel und LöwenzahnAuch ein Sud aus Brennnesseln hat sich vielseitig in der Gartenpflege bewährt. Bevor Sie die Pflanzen als Unkraut auf den Kompost entsorgen, sollten Sie die Blätter in einen großen Bottich legen und mit ausreichend Regenwasser aufgießen. Die so entstandene Brühe versorgt die Gewächse im Garten mit wertvollen Nährstoffen, Brennnesseln gelten als besonders reich an Stickstoff. Gleichzeitig dient der Sud - in verdünnter Form - als effizientes Mittel gegen eine Vielzahl von Schädlingen und Pilzerregern. Gehen Sie dabei jedoch behutsam vor und verdünnen Sie die Brennnessel-Brühe bei Bedarf, um Verbrennungen der Blätter und Triebe zu vermeiden

  Bei Nelken hat sich das Gießen mit Zitronenlimonade bewährt. Auch reifen Kompost können Sie als Flüssigdünger verwenden. Nehmen Sie 1 1/2 Liter reifen Kompost und gießen Sie ihn mit etwa 5 Liter Wasser in einem Plastikgefäß auf. Für etwa 2 bis 3 Tage sollten Sie das Gemisch an einem sonnigen Standort ruhen lassen, danach das grobe Material abschöpfen und mit dem Sud die Pflanzen gießen. Auch mit abgestandenem Mineralwasser können Sie Ihre Gewächse wässern, allerdings ist diese

Weitere Nährstoff-Lieferanten für den Garten

Kaffeesatz und Kartoffelwasser als Dünger gehören zweifellos mit zu den bekanntesten Hausmitteln. Doch sollten auch andere organische Materialien in Ihrer unmittelbaren Umgebung nicht außer Acht gelassen werden.

Bier

Abgestandenen Gerstensaft mit Gießwasser verdünnen und die Pflanzen maximal zwei Mal pro Woche damit gießen.

Bananenschalen

Fördern Sie die Blühfreudigkeit Ihrer Rosen und mischen Sie fein geschnittene Schalen von Bananen unter das Erdreich.

Teesatz und -Blätter

Teesatz enthält ähnliche Inhaltsstoffe wie Kaffeesatz, allerdings in abgeschwächter Form. Besonders schwarzer und grüner Tee hat
Kuhmist als DüngerTiermist


Pferde- und auch Rindermist sind sehr gut für stark zehrende Pflanzen geeignet. Doch auch zur Vorbereitung von Frühbeeten und zur Anpflanzung von Rosen sollten Sie keinesfalls auf diesen natürlichen Dünger verzichten. Vorsicht sollten Sie jedoch beim Mist von anderen Tierarten walten lassen. Die Hinterlassenschaften von Geflügel beispielsweise weisen einen hohen Stickstoffgehalt auf. In zu großer Menge gedüngt, führt dies rasch zu einer Überversorgung und kann darüber hinaus Verbrennungen an Blättern und Wurzeln der Pflanzen hervorrufen. Gleiches gilt auch für den Mist von Kaninchen, Ziegen und Schafen. Kot von Hunden, Katzen und Schweinen hat hingegen in Nutz- und Zierbeeten überhaupt nichts verloren.

Holzasche

Die Asche aus dem Kamin oder Grill ist überaus reich an Kali. Gleichzeitig hemmt das Material das Wachstum und die Vermehrung von Pilzerregern. Streuen Sie die Holzasche dünn über das Pflanzensubstrat oder mischen Sie es bei der Aufbereitung des Erdreichs im Frühjahr direkt darunter.

Eierschalen

Im zermahlenen Zustand idealer Kalklieferant. Gilt besonders dann, wenn Sie ausschließlich mit Regenwasser gießen. Bei der Benutzung von kalkhaltigem Leitungswasser das Düngen mit Eierschalen eher vermeiden. Vorsicht: Einige Pflanzenarten vertragen keinen Kalk, weder im Gießwasser noch im Substrat.

Fuß- und Fingernägel

Dieses Material könnten Sie rein theoretisch als Ersatz von gekauften Hornspänen verwenden. Jedoch reicht die anfallende Menge im Privathaushalt nicht aus, um die Pflanzen ausreichend mit den wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Häufig gestellte Fragen

Der Kaffeesatz im Blumenkübel schimmelt, was hab ich falsch gemacht?
Die Konsistenz von frischem Kaffeesatz bildet innerhalb kürzester Zeit einen idealen Nährboden für Fäulnisbakterien und Pilzerreger. Lassen Sie den Kaffeesatz deswegen ausreichend trocknen, ehe Sie ihn großzügig unter das Substrat mischen. Hat sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Schimmel gebildet, so sollten Sie das Erdreich austauschen und durch frisches Substrat ersetzen. So schützen Sie Ihre Pflanzen vor Krankheiten.

Kann ich alle Küchenabfälle im Blumenbeet entsorgen?
Definitiv nicht. Biologisch abbaubare Reste aus Küche und Bad sollten in größeren Mengen nur auf einem Kompost entsorgt werden. Sie können lediglich mit einigen Hausmitteln die Nährstoffversorgung Ihrer Pflanzen unterstützen, jedoch die Beete nicht als Kompostersatz verwenden. Denn während des Zersetzungsvorgangs entstehen häufig Temperaturen von über 60°C, welche die wenigsten Gewächse vertragen.