Gründüngung im Herbst - Gründüngungspflanzen & Tipps

GründüngerGründüngung ist kein Allheilmittel für den Boden, aber sehr hilfreich zur Bodenverbesserung, Krankheitsvorbeugung, Gesunderhaltung und vielem mehr. Obwohl im Kleingartenbereich vermehrt auf die nicht winterharte Gründüngung gesetzt wird, ist die Winterdüngung auf dem Vormarsch, besonders aus ökologischen Gründen. Es gibt ganz unterschiedliche Pflanzen, die dafür geeignet sind. Ausgewählt wird danach, was speziell mit der Düngung für den Boden erreicht werden soll. Dabei ist einiges zu beachten. Was das ist, erfahren Sie in unserem Text. Lesen Sie weiter!

Kurzer Steckbrief der Gründüngung
  • Düngung mit Pflanzen
  • Bestimmte Pflanzen werden ausgesät, selten gepflanzt
  • Verbessert Wachstumsbedingungen
  • Nährhumus wird gebildet (aus Pflanzenresten)
  • Bodenleben wird aktiviert (Bodenorganismen verarbeiten die Pflanzenreste)
  • Begrünt kahle Flächen
  • Schützt vor Austrocknung, Verschlämmung und Unkraut
  • Verhindert starke Temperaturschwankungen im Boden
  • Schützt vor Nährstoffverlust durch Witterungseinflüsse
  • Verbessert die Wasserspeicherung im Boden
  • Lockert den Boden, verbessert die Krümelstruktur
  • Verhindert Stickstoffauswaschungen
  • Bekämpft einige Bodenkrankheiten und -schädlinge
  • Wird gern in Verbindung mit Algenkalk oder Steinmehl verwendet
  • Wird als Leer- oder Zwischenpflanzung genutzt
  • Beim Verrotten entstehen organische Säuren, welche die Nährstoffe des Bodens aufschließen.

Gründe für Gründung

Welche Pflanzen man als Gründünger verwendet, hängt davon ab, was mit ihnen erreicht werden soll. Es gibt verschiedene Gründe, welche eine solche Maßnahme erforderlich machen. Bei der Auswahl der Dünger muss man sehr überlegt vorgehen. Es sind einige Dinge zu beachten. Wahllos auswählen funktioniert meist nicht.

Bodenstruktur soll verbessert werden und Humus aufgebaut

  • Kleegrasmischung – Humusaufbau
  • Gräser – Humusaufbau
Erosionsschutz, besonders über den Winter
  • Kleegrasmischung
  • Weidelgras
  • Chinakohlrübse
Stickstoffversorgung der Folgekultur
  • Erbsen oder Ackerbohne (nicht winterhart)
  • Klee-Luzerne-Mischungen
  • Gründünger Lupine Lupine
Stickstoffkonservierung für die Folgekultur
  • Grünhafer, Grünroggen (nicht winterhart)
  • Senf
  • Rübsen
  • Ölrettich
Tiefenlockerung
  • Ölrettich
  • Luzerne – mehrjährig angebaut
  • Lupinen
  • Ackerbohnen (nicht winterhart)
Krankheits- und Schädlingsvorsorge
  • Kleegras (beseitigt Wurzelgallnematoden und viele Fruchtfolgekrankheiten von Gemüsepflanzen)
  • Lupinen und Ackerbohnen (wirkt auf viele Nematoden, wenig Drahtwurmprobleme in der Folgekultur)
Unkrautunterdrückung
  • Mehrjährige Kleegrasbestände
  • Phacelia
  • Raigräser

  Zwischen Einarbeitung der Gründüngung und Aussaat oder Pflanzung sollten mindestens 3 Wochen liegen! Der Masse muss Zeit gegeben werden, um sich zersetzen zu können. Die Durchwuchsgefahr muss minimiert werden. Ziel ist es, ein gutes Absetzen des Bodens für die Fruchtfolge zu erreichen.

Gründüngung im Herbst

Wenn die Beete im Herbst abgeerntet sind, ist die richtige Zeit, etwas für den beanspruchten Boden zu tun. Zum einen wird er durch die Gründüngung vor der Austrocknung geschützt, andererseits aber auch vor dem Ausspülen bei Niederschlägen. Unkraut kann sich nur beschränkt ausbreiten und die wichtigen Mikroorganismen im Boden bekommen Arbeit und werden aktiviert. Am Ende der Gründüngungsphase, wenn die Pflanzen oder Pflanzenreste in den Boden eingearbeitet werden, bekommt der Boden viele Nährstoffe zurück.

Welche Pflanzen sind für die Herbst-Gründüngung geeignet?

Nicht alle Pflanzen sind für die Herbstdüngung geeignet.
  • Winterroggen – ideal, wird schon ab August bis September ausgesät und im November eingearbeitet. Auf sehr sandigen oder humosen Boden bleibt er besser bis zum Frühjahr stehen. Hinterlässt feinkrümeligen Boden, unterdrückt Unkraut, ideal als Vorfrucht für Kartoffeln, Bohnen und Kohl, keine Unverträglichkeiten mit anderen Pflanzen außer Mais
  • Winterrüben (Rübsen) – nur bedingt frosttauglich, überleben aber meist, da kontinuierlich getestet und gesteigert wird, Aussaat im August
  • Wintererbsen – speziell Sorte EFB33


    (Futtererbse), Aussaat Mitte/Ende Oktober, Stickstoffsammelpflanze, gut gegen Unkraut, hinterlässt eine gute Bodengare
  • Spinat – Gänsefußgewächs, muss bis Mitte September ausgesät werden. Außerdem ist eine Vliesabdeckung bei Kahlfrösten wichtig, Nitratfänger, nicht vor oder nach Mangold, Rote Beete, Melde, verbessert das Wasserrückhaltevermögen des Humus
  • Winterwicke – Schmetterlingsblütler, wird bis Ende September, spätestens Anfang Oktober ausgesät, Stickstoffsammelpflanze, große Wurzelmasse, nicht für schwere Böden
  • FeldsalatLandsberger Gemenge (Mischung aus Inkarnatklee, Zottelwicke und Raygras) – Vorkultur für Kartoffeln und Möhren, lockert den Boden, Stickstoffsammler
  • Bitterlupine – muss bis Anfang September ausgesät sein, Stickstoffsammler, schließt den Boden auf
  • Feldsalat – bis Ende September oder spätestens Anfang Oktober aussäen, durchwurzelt den Boden sehr gut, hinterlässt feinkrümeligen Boden
  • Dinkel – Spätaussaat, bis Ende November oder Anfang Dezember, Bodenschutz,
  • Luzerne – Schmetterlingsblütler, Stickstoffsammler, lockert Böden, verbessert schwere, verdichtete und kranke Böden, sehr gut für Kompost, Aussaat bis August
  • Ölrettich – im September aussäen, aber nur dort, wo im nächsten Jahr keine Kreuzblütengewächse wachsen sollen
  • Gelbsenf – im September aussäen, aber ebenfalls nur dort, wo keine Kreuzblütengewächse gepflanzt werden sollen, gut nach Kartoffeln
  • Deutsches Weidelgras – Aussaat August/September, vermindert den Befall mit Kohlhernie und Rettichschwärze bei nachfolgenden Kulturen, hinterlässt feinkrümeligen Boden
  • Esparsette (Türkenklee) – Schmetterlinsblütler, Stickstoffsammler, , im August aussäen, am besten vor der Blüte abmähen oder für Insekten stehe lassen
  • Inkarnatklee – Schmetterlingsblütler, unterdrückt Wildkräuter und Unkräuter, Stickstoffsammler, vergrämt Kohlfliege und Kohlweißling, Aussaat Mai bis August, Bienenweide
  • Steinklee – Schmetterlingsblüher, Stickstoffsammler, durchlüftet den Boden, vertreibt Mäuse, vergrämt Kohlfliege und Kohlweißling, Aussaat bis September,
  • Winterraps – Kreuzblütler, fördert Nematoden, Bienenweide, nicht vor oder nach Kreuzblütlern anbauen, Aussaat August bis Oktober

  Um Krankheiten zu vermeiden, niemals gleiche Pflanzen als Gründüngung und als Nutzpflanzen pflanzen, also keine Hülsenfrüchte vor Hülsenfrüchten oder Kreuzblütlern. Sie müssen immer einer anderen Pflanzenfamilie angehören.

Welche Gründüngungs-Pflanzen sind nicht geeignet?

Zahlreiche Pflanzen, mit denen eine Gründüngung durchgeführt werden kann, eignen sich nicht, denn sie sind nicht winterhart. Sie sind aber gut für die Frühjahrsdüngung geeignet. Viele können schon ab Februar ausgesät werden.
  • Ackerbohne – Stickstoffsammler, lockern den Boden tief auf
  • Buchweizen – unterdrückt Unkräuter, sogar Quecken, Bodendurchlüftung, tiefwurzelnd, erhöhte Kornausbeute
  • Luzerne – Stickstoffsammler, Tiefwurzler, lockert den Boden auf
  • Gründünger BienenfreundBienenweide, Bienenfreund – zum Aufbrechen der Fruchtfolge/Kulturfolge im Gemüsegarten, gute Bienenweide
  • Weiße Lupine – Gründünger in Nachkultur, Stickstoffsammler, ideal bei neuen Böden, fördern das Wachstum von Weizen, viel Grünmasse
  • Gelbe Lupine – ebenfalls für Nachkultur,

    Stickstoffsammler, lockert Boden, tiefwurzelnd, ideal für nährstoffarme Böden, unterdrückt Wildkräuter und Unkräuter
  • Ringelblume – Korbblütler, förderlich für die Bodengesundheit, bringt feinkrümeligen Boden hervor , nicht für trockene Böden
  • Sonnenblumen – Korbblütler, lockern Boden, viel Grünmasse, vermindern Nematoden, ideal vor Erbsen und Kartoffeln und nach Erdbeeren und Kohl, entziehen dem Boden Schwermetalle
  • Tagetes – für Bodengesundung, erhebliche Verminderung von Nematoden, bei Rosenmüdigkeit, ideal zwischen Kartoffeln, Möhren, Porree und Tomaten
Einige Gründünger, welche nicht winterhart sind, können trotzdem genutzt werden, vor allem die, mit einer großen Grünmasse. Die Pflanzen überleben zwar den Winter nicht, aber sie schützen den

Boden trotzdem. Ein Vorteil ist, dass der Boden im Frühjahr zeitig wiederbelebt werden kann. Ideal dafür sind Phacelia, Senf und Ölrettich.

Vorgehensweise

Bei der Gründüngung werden schnellwüchsige Pflanzen dort ausgesät, wo sie ihren „Dienst“ tun sollen. Wenn sie gut wachsen, hat man zwei Optionen. Man schneidet sie vor der Blüte oder spätestens vor der Samenbildung ab, mäht sie, beispielsweise mit der Sense und lässt sie an Ort und Stelle liegen. Die Pflanzen verrotten auf dem Boden oder sie werden im angewelkten Zustand in den Boden eingearbeitet oder auch eingefräst. Bei sehr sandigen Böden macht es Sinn, Basalt- oder Tonmehl zuzugeben (einfach darüber streuen). So entsteht Dauerhumus.

Bei der nicht winterharten Gründüngung frieren die Pflanzen im Winter ab, bedecken den Boden aber mit einer schützenden Decke. Bei den winterharten Düngungen sind die lebenden Pflanzen der Schutz. Die winterharten Pflanzen werden im Spätwinter, spätestens im Frühjahr, zwei Wochen vor der geplanten Nutzung des Bodens flach in den Boden eingearbeitet. Die Wurzeln verbleiben im Boden. Wenn die Dünger zu viel oder zu holzige Grünmasse entwickeln, wird gemäht und die Stängel und Blätter auf dem Kompost entsorgt. So kommt über den Kompost auch viel Gutes in den Boden zurück.

  Um die Verrottung zu beschleunigen, kann Algenkalk verteilt oder Brennnesseljauche versprüht werden. Spätestens vor der Samenbildung abmähen, es sei denn, Selbstaussaat ist gewünscht.

Häufige Fragen

Besteht bei Gründüngung die Gefahr, dass die Pflanzen wuchern, sich ungewünscht ausbreiten?
Das ist natürlich möglich, vor allem, wenn man die Pflanzen blühen lässt und dann noch wartet, bis Samen ausreifen. Manchmal kommt es auch vor, dass alle Wachstumsbedingungen perfekt sind und die Pflanzen wirklich wuchern. Gerade Klee ist dafür anfällig. Im Großen und Ganzen passiert aber nichts, solange die Pflanzen frühzeitig geschnitten werden, unbedingt, bevor Samen reifen können.

Welche Pflanzen eignen sich für die Herbst-Gründüngung bei verdichteten Böden?
Die besten Pflanzen sind die mit Pfahlwurzeln, also Landsberger Gemenge, Luzerne, Ölrettich, Gelbsenf, Perserklee, Rotklee, Winterraps und für die Frühjahrs-Düngung Ackerbohne, Lupine, Sonnenblume, Puffbohne und andere.

Wie sieht eine gute Gründünger-Mischung für das gesamte Jahr aus?
Im August wird Senf ausgesät. Der ist gelbblühend und kommt gut über den Winter. Auch der Ölrettich, auch um diese Zeit ausgesät, kommt noch zur Blüte (weiß-violett) und übersteht den Winter. Inkarnatklee und Zottelwicke überwintern ebenfalls und glänzen im späten Frühjahr, so Ende Mai mit roten bzw. violetten Blüten.